Das schlimmste Date meines Lebens

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Ekel Unreinlichkeit Peinlichkeit Dating

Vor einigen Jahren begab ich (m/30) mich in den unendlichen Weiten des Internets auf Brautschau. Naiv, wie ich damals war, kam mir gar nicht in den Sinn, dass manche Frauen ihr Profil eventuell etwas frisierten, um interessanter zu wirken. Ich schrieb bald mit einer schwarzhaarigen Schönheit, die angeblich - genau wie - ich Sport mochte, ziemlich belesen war, dieselbe Musik hörte wie ich und ansonsten Jura studierte. Da alles, was sie sagte, recht vielversprechend klang, willigte ich ein, mich mit ihr zu treffen. Ich sollte sie bei sich zu Hause abholen, denn das wäre für sie am Günstigsten. Die Adresse lag in einem sehr tristen und heruntergekommenen Neubaugebiet. Ich klingelte an einer Gegensprechanlage, an der alte Kaugummis, halb abgerissene Bandsticker und undefinierbarer Siff klebten. An der Wohnung angekommen, in deren Tür eine faustgroße Delle klaffte, öffnete mir ein kleines, pickeliges, molliges Mädchen mit ausgewaschenen, vor Urzeiten wohl mal schwarz gefärbten, struppigen Haaren. Sie trug Klamotten, die aussahen wie ein Schlafanzug, und roch nach einer Mischung aus Rauch, Schweiß und altem Bratfett. Entsetzt erkannte ich, dass sie eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Profilbild der schwarzhaarigen Schönheit hatte.

Sie bat mich etwas unwillig herein und ihr erster Satz war in etwa, dass sie sich mich größer vorgestellt hatte. Im Wohnzimmer, das wohl ebenfalls zu gleichen Teilen Küche und Schlafzimmer darstellte, hockten fünf junge Männer um den Tisch herum, auf dem ebenfalls fünf Laptops standen. Sie spielten ein Online-Rollenspiel. Keiner nahm von mir Notiz und außer gelegentlichen Flüchen und nervigem Klickern blieben sie stumm. Das Mädchen verschwand indessen mit der Begründung, sie wolle sich frisch machen, im Bad. Ich wartete währenddessen im Flur zwischen einem Haufen leeren Pizzaschachteln und offensichtlich schmutziger Wäsche. In meinem Gehirn begann es fieberhaft zu arbeiten, wie ich aus der Nummer wieder herauskam. Einfach sang- und klanglos verschwinden wollte ich nicht, einen wichtigen Anruf vortäuschen konnte ich jedoch nur in ihrer Gegenwart. Ich schrieb, um sicher zu gehen, zwei Kumpels eine Nachricht, sie sollten mich dringend in etwa einer halben Stunde anrufen, und einen Notfall vortäuschen. Einer tat es dann auch, aber da war Madame noch im Bad.

Ich drückte ihn weg und antwortete ihm per SMS, es doch bitte in einer halben Stunde noch einmal zu versuchen. Als ich schon dachte, die Kleine wäre ins Klo gerutscht und käme nie mehr ans Tageslicht zurück, ging schließlich die Tür des winzigen Badezimmers auf. Das trug zwar einen nicht ganz so leckeren Mischgeruch nach Fäkalien und Haarlack in den ebenfalls winzigen Flur mit sich, aber immerhin hatte das Mädchen es geschafft sich von einer zerzausten, struppigen Vogelscheuche zu etwas Ansehnlicherem umzugestalten. Sie musterte mich kritisch von oben bis unten, dann rief sie den Jungs im Wohnzimmer zu, sie sei jetzt mal weg, was diese nur mit einem Grunzen quittierten. Wir gingen größtenteils schweigend zu meinem Auto, wo sie erst einmal begann, in meinen CDs herumzukramen, und sich über meinen Musikgeschmack zu mokieren. Wohlgemerkt, auf ihrem Profil hatte sie angegeben, genau dieselben Bands zu mögen. Danach sagte sie wörtlich, wenn wir nachher noch vögeln wollten, müssten wir aber zu mir, denn sie hätte ihren Clan zu Gast, und die würden jetzt sicher noch die komplette Nacht an ihren Rechnern kleben.

Sie erzählte mir von irgendwelchen Raids, die sie zusammen veranstaltet hatten, was mich in etwa so brennend interessierte wie die Wasserstandsmeldung des Ganges. Ich hoffte die ganze Zeit verzweifelt auf einen Anruf, nur leider ließen meine Kumpels mich hängen. Wir landeten in einer Bar, wo sie sich einen Cocktail nach dem nächsten in ihren Rachen schüttete, und mir erzählte, dass sie ab nächstes Jahr ganz bestimmt Jura studierte, momentan jedoch wäre sie noch bei Philosophie eingeschrieben, ginge aber nicht mehr hin. Das läge an ihren Kommilitonen, die seien ihr zu anstrengend. Die Jungs wollten ihrer Aussage nach sowieso alle mit ihr ins Bett, und die Mädchen seien elende Zicken.

Nachdem sie das Thema abgehandelt hatte, wandte sie sich ihren Ex-Freunden zu, die in ihren Augen allesamt Psychos waren. Der Eine habe sie ein Jahr lang gestalkt, dann sei sie aus Mitleid mit ihm zusammengekommen. Der andere sei fett gewesen, und habe untenrum immer nach Essig gerochen. Der Dritte sei zwar gut im Bett gewesen, aber habe noch einige weitere Freundinnen gehabt. Sie erzählte in dem Zuge dann auch Details ihres ausschweifenden Sexuallebens, inklusive konsequenter Fremdgeherei ihrerseits, die ich recht verstörend empfand. Mit dem vierten Ex sei sie noch gut befreundet, der wolle sich aber immer ihretwegen umbringen. Er habe ihr im Übrigen auch Tipps gegeben, was sie mir über sich schreiben solle, und wie sie mir antwortete. Als Profilbild habe er ihr netterweise auch ein Foto von früher, als sie noch etwa 17 war, etwas zurechtbearbeitet. An dem Punkt hätte ich mich beinahe übergeben. Sie fuhr indessen fort, sich weiterhin einen Cocktail nach dem anderen auf die Lampe zu gießen, und war glücklicherweise bald komplett im Eimer. Geld zum Zahlen hatte sie nicht mit, sie war wohl davon ausgegangen, dass ich die Rechnung übernahm.

Ich schaffte ihre Schnapsleiche also wieder heim, was die Jungs, immer noch in derselben Haltung verharrend, wieder nur mit einem Grunzen quittierten. Danach löschte ich direkt ihre Handynummer. Leider schrieb sie mich zwei Tage später an, und wollte wissen, ob der Sex mir gefallen habe. Sie könne sich nicht mehr erinnern, hoffte aber, es sei gut gewesen. Außerdem habe sie drei Tage nacheinander die Pille nicht genommen, sie wollte also wissen, ob wir ein Gummi benutzt hatten, oder sie wenigstens geschluckt hatte. Mein einsetzender Brechreiz war so groß, dass ich mich daraufhin kommentarlos von der Online-Plattform abmeldete, auf der wir geschrieben hatten, und ihre Nummer blockierte. Ich beichte also, dass ich zu feige war, ihr zu sagen, dass das Date unter aller Sau gewesen war, und es locker in die Top Ten der schrecklichsten Abende meines bisherigen Lebens geschafft hatte.

Beichthaus.com Beichte #00037478 vom 26.01.2016 um 16:11:24 Uhr (17 Kommentare).

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Mein geheimer Auslands-Urlaub

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Lügen Falschheit Verzweiflung Urlaub Familie

Ich bin eine Woche ins Ausland gefahren, obwohl ich meinen Eltern gesagt habe, dass ich mit einer Freundin ganz in der Nähe sein würde. Nachdem meine Mutter in meinem Koffer herumgeschnüffelt hat, fand sie aber heraus, dass ich im Ausland war. Was sie aber nicht weiß, ist, dass ich das bereits zum dritten Mal getan habe. Sie sind ziemlich wütend, und enttäuscht, dass ich sie angelogen habe. Dabei wäre es mindestens genauso zum Streit gekommen, hätte ich von Anfang an die Wahrheit gesagt. Sie lügen mich übrigens auch andauernd an und erzählen mir nur die halbe Wahrheit, beleidigen mich oder spielen Psycho-Spielchen mit mir...

Beichthaus.com Beichte #00037469 vom 24.01.2016 um 17:55:53 Uhr (11 Kommentare).

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Ich würde Donald Trump wählen!

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Vorurteile Zorn Politik

Wäre ich Amerikanerin, würde ich angesichts der aktuellen politischen Lage im November Donald Trump wählen. In vielerlei Hinsicht hat er bestimmt zweifelhafte Ansichten, aber eines scheint ihm im Gegensatz zu Deutschland und dessen Politikern am Herz zu liegen: Sein Land. Er will gegen Terror und illegale Einwanderung vorgehen und das macht ihn mir unglaublich sympathisch, auch wenn er ein riesengroßer Bonze ist!

Beichthaus.com Beichte #00037468 vom 24.01.2016 um 17:48:31 Uhr (24 Kommentare).

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Von Zicken und Ratten

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Maßlosigkeit Selbstsucht Tiere Internet

Ich (m/30) will hier beichten, dass ich etwas ausgenutzt habe, das ich aber nie so geplant hatte. Und zwar habe ich mir vor knapp sechs Jahren mal drei Farbratten gekauft, merkte aber schnell, dass ich mit der Haltung dieser extrem eigensinnigen und intelligenten Tiere überfordert war. Da ich aber Tiere nicht einfach weggebe, die ich mir angeschafft habe, suchte ich im Netz nach entsprechenden Seiten und fand auch recht schnell ein mittelgroßes Forum mit etwa 5.000 Mitgliedern im deutschsprachigen Raum. Aufgrund der freundlichen, wenn auch teils etwas ruppigen Art mit Anfängern waren die Haltungsfehler recht schnell ausgeräumt. Was mir nicht entgehen konnte, war jedoch, dass dieses Forum zu mindestens 98 Prozent aus weiblichen Usern besteht, wenn nicht sogar noch mehr.

Im Laufe der drei Jahre, die meine Ratten etwa lebten, sah ich zumindest keine 20 Männer in diesem Forum. Dazu kommt, dass viele der Mädels der links angehauchten, alternativen Szene oder auch der Gothic-Szene angehören, und für diese Frauen habe ich lebenslang eine Schwäche. Ich will hier nicht mit Details angeben oder irgendwelche Zahlen nennen, aber über das gemeinsame Thema Tiere kam man sich teilweise schnell nahe. Leider stellte sich auch nach etwa zwei Jahren heraus, dass unter der vermeintlichen Harmonie in diesem Forum eine gewaltige Stutenbissigkeit steckt, und es kam meinetwegen aus Eifersucht und Besitzdenken einiger Frauen heraus zu üblen Streits zwischen einigen, teils langjährigen Userinnen, was auch im Abgang einiger Frauen endete, die anderen Usern bisher mit ihrem Erfahrungsschatz in Sachen Haltung, Ernährung und Gesundheit der Tiere echt weitergeholfen hatten.

Da es vorkam, dass manche eigentlich private Sachen öffentlich besprochen wurden, zuerst in Andeutungen, dann ganz offen, mischten sich zum Teil Dutzende anderer, teils beschwichtigend, teils hämisch, teils auch trollend, in diese Threads ein und es ging heftig drunter und drüber. Angefangen hatte es, dass eine Frau sich beschwerte, ihre Gefühle seien von einem "leider immer noch in diesem Forum anwesenden Mann" verletzt worden. Eine andere erkannte mich darin und meinte nur, man müsse halt vorher klären was man wolle, und die Dritte war die Frau, mit der ich zu dem Zeitpunkt eine Freundschaft mit Vorzügen hatte und schon war der Ärger perfekt. Seltsamerweise war der Schuldige, ich, gar kein wichtiger Teil der Diskussion. Nein, sondern die Mädels warfen sich gegenseitig vor, Schlampen, Lügnerinnen und sonst was zu sein. Die Moderatorinnen schlossen solche Threads zwar schnell, aber gesehen hatten es dann schon viele. Ich selbst schrieb dazu kein Wort, das war wohl auch besser.

Das Einzige, was ich selbst dazu sagen kann, ist, dass ich niemals etwas mir mehreren gleichzeitig hatte, keiner Frau etwas versprochen habe, das ich nicht einhalten konnte und es waren jetzt auch keine hohen Zahlen, um die es geht, aber meine Anwesenheit hatte unter anderem den Rattenstammtisch in meiner Umgebung für fast drei Jahre zerstört und eine langjährige Freundschaft zwischen zwei Frauen ging deswegen auch in die Brüche. Als ich meine letzte Ratte einschläfern lies, habe ich am selben Tag um Löschung meines Accounts gebeten und seitdem nie wieder in dieses Forum geschaut. Rückblickend finde ich es fast gruselig, was da abging.

Beichthaus.com Beichte #00037464 vom 24.01.2016 um 00:19:06 Uhr (16 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Fauxpas auf der Karriereleiter

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Peinlichkeit Dummheit Studentenleben Berlin

Ich (w/23) habe vor einiger Zeit einen studentischen Job im Organisationsteam eines großen mehrtägigen Kongresses ergattert. Der Deal war, dass wir ungefähr drei Stunden am Tag arbeiteten. Ich habe beispielsweise Aufgaben bekommen wie Evaluationsbögen auszuteilen, die Manager auf den nächsten Vortrag hinzuweisen oder allgemein am Empfang für Fragen zur Verfügung zu stehen. Im Gegenzug konnten wir kostenlos in einem Standardhotel schlafen, die Vorträge anhören und in einem 5-Sterne-Hotel essen. Ich habe noch nie so gutes Essen gegessen, obwohl es "nur" ein Buffet gab und alles Drumherum ist einfach der Wahnsinn gewesen. Alles in allem waren diese vier Tage beinahe die besten meines Lebens.


Diese Vorgeschichte war nötig, um zu erkennen, dass ich mit Geschäftsführern oder Personen in hohen Positionen zu tun hatte. Ich hatte Pause und habe mir noch einen Nachtisch beim Buffet gegönnt. Dafür habe ich mich an einen Tisch mit Managern gesetzt, um auch Kontakte zu knüpfen, da ich kurz vor dem Ende meines Studiums stehe. Ich spreche also einen Herrn an und möchte mich mit ihm unterhalten. Er verrät mir sein Unternehmen und dass er Geschäftsführer dieser Firma sei. Mir sagte der Name des Unternehmens nichts und fragte ihn, in welcher Branche er sei. Er hat es mir leicht pikiert erzählt und nach zwei Sätzen hat er sich sofort mit jemand anderen unterhalten. Ich fand es zu dieser Zeit reichlich unhöflich. Anstandshalber hätte er sich ja noch zwei Minuten mit mir unterhalten können. Im Nachhinein war mir aber klar, dass ich ihm gehörig auf den Schlips getreten bin.


Wie jeder Teilnehmer hatte auch er ein "Namensschild" am Revers und ich habe am Abend sein Unternehmen gegoogelt. Dabei kam heraus, dass das Unternehmen eines der Top 100 Unternehmen Deutschlands ist und das diese Person selbst auch recht bekannt war. Ich hätte im Erdboden versinken können. Nachdem ich andere Studenten gefragt hatte, ob sie das Unternehmen kennen, konnten mir die meisten genau erzählen, was dieses Unternehmen herstellt und so weiter. Meine Beichte? Ich habe aus Unwissenheit einen Geschäftsführer mehr oder weniger beleidigt, weil ich dieses Unternehmen nicht kannte. Normalerweise bin ich recht aufmerksam, habe sehr gute Noten im Studium und hätte gedacht, dass ich gut informiert wäre. Wenn ich mich bei diesem Unternehmen bewerben sollte, werde ich mich wohl nicht auf dieses Gespräch berufen. Nichtsdestotrotz war es, bis auf diesen Fauxpas, ein voller Erfolg, und ich habe gute Kontakte geknüpft. Mit einem anderen hohen Tier habe ich mich zum Beispiel gut 20 Minuten bei einem Kaffee locker unterhalten.

Beichthaus.com Beichte #00037460 vom 23.01.2016 um 12:50:12 Uhr in 10787 Berlin (Budapester Straße) (14 Kommentare).

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