Der Zwang zur Eskalation

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Drogen Zwang Verzweiflung Trunksucht Duisburg

Ich beichte, dass ich vermutlich ein echtes Problem habe. Die meisten von euch kennen sicherlich die Filme der Hangover-Reihe. Derartiges passiert mir alle paar Wochen. Das ist wie ein Drang bei mir. Ich muss einfach regelmäßig komplett eskalieren, um ausgelastet zu sein. Ich habe schon versucht, das Ganze zu unterdrücken. Maximal fünf Wochen lang ist es gut gegangen und dann bin ich freitags wieder losgezogen und am Sonntagnachmittag mit sehr lückenhaften Erinnerungen aufgewacht. Mal im Park, mal in einer Klinik, mal in einer Ausnüchterungszelle. In der U-Bahn, einer fremden Stadt, zweimal sogar in den Niederlanden. In den wenigsten Fällen habe ich auch nur die geringste Erinnerung wie und mit wem ich dort hinkam. Einmal musste ich nach so einer Tour feststellen, dass mein Konto komplett leer geräumt war. Seitdem lasse ich mein Portemonnaie mit Ausweis etc. zu Hause und habe die Tasche einfach so voller kleinerer Scheine. Ich weiß selbst nicht, was diese Scheiße soll und ärgere mich hinterher jedes Mal maßlos, aber irgendwann kommt dieser innere Drang und verlangt den totalen Freakout. Das ist wie ein krankhafter Zwang.


Ich war deswegen auch schon bei unterschiedlichen Psychiatern vorstellig, aber die Wartezeiten sind ja nirgendwo kürzer als ein Dreivierteljahr. Natürlich habe ich längst einen Termin gemacht, aber bis zum zwanzigsten Februar ist noch viel Zeit. Bis dahin geht es dann wohl so weiter. Alle paar Wochen klammere ich mich zu Hause regelrecht fest und versuche dem Ganzen zu widerstehen, aber es bringt einfach nichts. Der innere Schweinehund knurrt mich an und treibt mich raus in die Nacht. Ich kann ihn nur mit allerlei legalen und illegalen Genussmitteln, Frauen, Partys und Gedächtnisverlust ruhigstellen. Jedenfalls für kurze Zeit. Dadurch sind auch schon einige Beziehungen kaputt gegangen. Mittlerweile suche ich mir gar keine feste Partnerin mehr, weil ich sie ohne professionelle Hilfe einfach nur maßlos enttäuschen würde. Wenn ich erst in Fahrt bin, gibt es keinen Weg zurück, dann bin ich schon vor dem Rausch im Rausch und habe keinerlei Hemmungen mehr. Auf mich ist leider in Sachen Treue und Einhaltung von Abmachungen kein Verlass, wenn der innere Hund wieder bellt. Totaler Kontrollverlust... Mir tut es wahnsinnig leid, was ich meiner Familie und meinen Ex-Freundinnen antue oder angetan habe. Auch wenn ich möglicherweise nicht unbedingt etwas dafür kann.

Beichthaus.com Beichte #00032055 vom 15.10.2013 um 12:39:52 Uhr in 47051 Duisburg (Hogenweg) (20 Kommentare).

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Der Feind in meiner WG

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Aggression Hass Boshaftigkeit WG

Ich hasse meinen Mitbewohner. Ich habe 14 Jahre WG-Erfahrung und hatte über 30 Mitbewohner, und mit keinem hatte ich ein Problem. Kennt ihr diese Sorte Mensch, die alles, aber auch wirklich alles nach ihrem eigenen Willen umgestalten und dabei immer so eine freundlich-verbindliche Art haben? Von der Klopapiersorte über die Ordnung im Tiefkühlfach bis hin zu der Anordnung des schmutzigen Geschirrs? Nichts davon hätte mich gestört. Aber ich habe eine einfache Regel. "Nachts will ich schlafen." Die komischerweise nie gehalten wird. Wenn er nachts mit seinen Freunden abfeiern will, bin ich empfindlich, wenn ich ihm sage, dass die Musik leiser sein soll. Das finde ich nach null Uhr eigentlich nicht zu viel verlangt. Deshalb muss ich gestehen, dass ich hoffe, dass der Penner einfach nur abkratzt. Wer solche Mitbewohner hat, braucht keine Feinde mehr.

Beichthaus.com Beichte #00032052 vom 14.10.2013 um 20:51:16 Uhr (9 Kommentare).

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Verlorene Unterwäsche

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Morallosigkeit Schamlosigkeit Neugier Wien

Im Sommer ziehe ich mir unter einem Kleid oft einen Tanga an, der seitlich zu binden ist. Dann verknote ich das Ganze allerdings absichtlich schlecht, sodass ich das Höschen irgendwann zwangsläufig verliere. Ich mache das, um die Reaktionen der Leute zu sehen. Manche laufen mir nach, um mir meine Unterwäsche zurückzubringen, viele stecken sie aber auch ein. Aber allein die ungläubigen Blicke der Passanten, wenn ich meine Unterwäsche beim Gehen verliere, versüßen mir jedes Mal den Tag. Ich tue niemandem weh damit, habe immer frische Unterwäsche an und deshalb denke ich auch nicht daran, damit aufzuhören. Jedenfalls nicht, solange es diese Tangas für knapp 50 Cent gibt. Ich bitte um Absolution.

Beichthaus.com Beichte #00032049 vom 13.10.2013 um 22:51:55 Uhr in 1180 Wien (Wallrißstrasse) (22 Kommentare).

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Im Chaos gefangen

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Unreinlichkeit Verzweiflung Trägheit Faulheit

Ich (w/30) schäme mich zutiefst für das, was bei mir hinter verborgenen Türen los ist, aber nach fast zwei Jahren des Schweigens und Vertuschens bin ich langsam am Ende meiner Kräfte. Ich weiß, dass ich auf wenig Verständnis stoßen und Abscheu erregen werde, aber ich muss es endlich beichten und irgendwo mein Gewissen erleichtern, vielleicht hilft es mir. Ich bin mit strengen Eltern aufgewachsen, die sehr viel Wert auf Ordnung und Sauberkeit legten, meine Mutter war sehr penibel und putzte fast jeden Tag. Ich fand das als Kind schon unangenehm, auch als Jugendliche nervte mich der Ordnungszwang meiner Eltern. Eigentlich hätte ich mir etwas davon abschauen müssen, doch ich bin eher jemand, dem es schwerfällt, Ordnung zu halten und sich aufzuraffen, um zu putzen und aufzuräumen. Bis zum Ende meines Studiums lebte ich in einer WG, was für mich sehr angenehm war, denn da ging es recht locker zu. Aber leider auch, was den Haushalt betraf. Wir wohnten in unserem kreativen Chaos, Ordnung und Sauberkeit standen eher im Hintergrund und ich genoss es, endlich mal nicht ständig gegängelt zu werden.


Meine Eltern haben mich in der Zeit genau einmal besucht - und dann nie wieder, für sie war unsere WG ein Dreckstall, wie es meine Mutter so schön bezeichnete. Allerdings meine ich, dass sie mit ihrer Aussage leicht übertrieben hatte. Wenn sie wüsste, wie ich inzwischen lebe, dann wäre diese Aussage auf jeden Fall gerechtfertigt.
Angefangen hat alles, als ich vor fast zwei Jahren wegen eines Jobs in meine eigene jetzige 30qm kleine Wohnung zog. Der Umzug an sich war schon ein Chaos, ich musste diesen teilweise ganz alleine bewältigen und hatte auch wegen des neuen Jobs ziemlich viel Stress, kam erst spät abends nach Hause und hatte dann keinerlei Lust mehr, mich noch dem aufräumen, geschweige denn, dem Putzen zu widmen. Überall standen unausgepackte Kisten, Gerümpel und unnütze Sachen herum, die ich eigentlich hätte entsorgen müssen. Aber ich sagte mir immer wieder: Morgen räumst du auf, morgen nimmst du dir Zeit, die Wohnung in Ordnung zu bringen. Denn ich mag es eigentlich ordentlich und gemütlich, schaffte es aber bisher nie, mir das auch so schön herzurichten. Ich räumte hier und da mal etwas auf, doch schnell herrschte wieder Chaos und Unordnung. Und da ich leider auch ein Faible für allerlei Krimskrams habe, sammelte sich noch mehr Kram an, der meine Wohnung vollstopft. Ich fühlte mich überhaupt nicht mehr wohl, schaffte es aber auch nicht, etwas zu ändern und habe irgendwann innerlich resigniert. Ich hielt mich nur noch zum Schlafen bei mir auf, und das ist bis jetzt so geblieben. Nach außen hin bin ich gepflegt und attraktiv, offen, gesellig und zuverlässig, was die Arbeit betrifft. Doch meine Wohnung ist inzwischen eine wahre Müllhalde geworden, in die ich noch nie jemanden hereingelassen habe.


Je mehr Chaos herrscht, umso überforderter werde ich, ich schaffe es nicht mal mehr, den Müll zu entsorgen, das dreckige Geschirr zu spülen oder den Elektriker hereinzulassen. Geputzt habe ich in den vergangenen zwei Jahren exakt einmal, Freunde oder meine Eltern konnte ich bisher jedoch erfolgreich abwimmeln. Ich schäme mich zutiefst, denn jeder, der das Ausmaß meiner Faulheit und Bequemlichkeit auch nur erahnen könnte, würde zurecht sagen, dass ich ein Messie bin, der es geschafft hat, eine kleine Wohnung verdrecken und vermüllen zu lassen. Und das noch als Frau, die nach außen hin einen seriösen, sympathischen Eindruck macht. Mittlerweile merken auch die Nachbarn, dass etwas nicht stimmt, und beschweren sich schon über den Müll in meinem Keller, über die ungeputzten Fenster und die nicht erledigte Hausordnung. Das versetzt mich in gewaltige Panik. Ich muss jeden abwimmeln, angefangen von Freunden bis hin zu Kollegen, die mich endlich einmal besuchen wollen, ich kann keine Beziehung eingehen und muss ständig Ausreden erfinden. Doch kaum bin ich zu Hause in meiner Wohnung überfällt mich sofort wieder diese Überforderung, die Faulheit und die Unfähigkeit, radikal Ordnung zu schaffen. Um Hilfe zu bitten, traue ich mir angesichts der Zustände mittlerweile nicht mehr zu, alleine komme ich aber aus dem Chaos nicht mehr heraus. Demnächst muss ich aber den Heizungsableser hineinlassen und habe keinen blassen Schimmer, was ich tun soll. Je schlimmer das wird, umso verzweifelter werde ich, denn jeder andere schafft es auch, Ordnung zu halten und es sich schön herzurichten. Ich will etwas ändern, ich will endlich eine schöne Wohnung, doch wie? Ich beichte, dass ich faul, bequem, unfähig und vielleicht ein Messie bin. Wenn die Menschen in meinem Umfeld wüssten, wie ich wirklich bin und wie ich lebe, würden sie mich zutiefst verachten und sich vor mir ekeln - so wie ich es schon tue. Ich bin verzweifelt!

Beichthaus.com Beichte #00032048 vom 14.10.2013 um 09:29:17 Uhr (24 Kommentare).

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Die Verräterin

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Lügen Engherzigkeit Verrat Fremdgehen

Kurz und knapp: Meine beste Freundin hat mir gestanden, dass sie ihren Mann betrügt. Sie verlangte tatsächlich von mir, für sie zu lügen und niemandem etwas zu sagen. Normalerweise finde ich so etwas selbstverständlich, nicht aber, wenn es darum geht, dass andere Menschen, die ich zudem noch gut kenne, hintergangen werden. Freundschaft hin oder her. Moralisch gesehen steckte ich ohnehin in einem Dilemma, aber Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit haben die oberste Priorität in meinem Leben. Und nichts finde ich schlimmer, als zu wissen, dass jemanden betrogen wird. Ich bat sie also, ihrem Mann zu sagen, dass sie eine Affäre hat - doch als sie es nach einer gewissen Zeit immer noch nicht gestanden hatte, legte ich die Karten auf den Tisch. Ich sagte ihm so schonend wie möglich, was Sache war, und natürlich hat meine beste Freundin mir daraufhin die Freundschaft gekündigt und brach den Kontakt ab. Ich glaube dennoch, dass es richtig war. Ihr Mann war mir dankbar, dass ich so ehrlich war, sonst wäre ihre Affäre noch länger unentdeckt weitergegangen. Bin ich jetzt eine Verräterin?

Beichthaus.com Beichte #00032040 vom 12.10.2013 um 15:58:41 Uhr (45 Kommentare).

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