Lebenslauf optimieren

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Lügen Betrug Arbeit

Lebenslauf optimieren
Ich möchte gerne beichten, dass ich während eines Bewerbungsgespräches Angaben zu meinem bisherigen Werdegang gemacht habe, deren Authentizität teilweise relativ war, ich diesbezüglich also mehr oder weniger gelogen habe. Ich bin zurzeit Auszubildender und hatte mich vor zwei Jahren auf diese Ausbildungsstelle beworben. Bereits im Vorfeld meiner Vorstellungsgespräche war mir klar, dass ich ein wenig mit der Wahrheit würde spielen müssen, da ich bis dahin fast drei Jahre lang arbeitslos und Hartz IV-Empfänger gewesen bin. Nicht gerade eine vorteilhafte Visitenkarte für ein Vorstellungsgespräch, oder? Statt gelogen könnte man aber auch sagen, dass ich meinen Werdegang etwas beschönigt habe. Drei Jahre Arbeitslosigkeit, das heißt Geparktsein, Abhängen und Däumchendrehen in verschiedenen Wiedereingliederungsmaßnahmen (u.a. in einer Art Schreinerwerkstatt und in einer Großküche) deklarierte ich zu drei Jahren Erprobung und Orientierung, jobben als Schreiner und Koch, Praktika, Fort- und Weiterbildungen sowie Seminaren um. Da die zeitlichen Verläufe ungefähr authentisch waren, war es nicht so schwierig, es schnell zu verinnerlichen. So habe ich es dann auch im Vorstellungsgespräch dargestellt.


Natürlich musste ich dann auch meinen schriftlichen Lebenslauf entsprechend anpassen und frisieren. Auch alle authentischen Bescheinigungen hatte ich komplett in Kopien vorgelegt. Irgendwie muss ich das alles glaubhaft und cool rübergebracht haben, sonst hätte ich ja keinen Ausbildungsvertrag angeboten bekommen. Ein wenig moralische Bedenken habe ich ja schon dabei, eventuell aufgrund falscher Tatsachen eingestellt worden zu sein. Andererseits habe ich ja keine Urkunden oder Ähnliches gefälscht. Deshalb war es vermutlich kein so schwerwiegender Fall. Auch habe ich ja nur zu höchstens 50 Prozent nicht die Wahrheit gesagt. Und irgendwie war es auch eine kleine Notlüge. Hätte ich mit absolut offenen Karten gespielt, hätte ich sehr wahrscheinlich keine Chance gehabt - und wenn, dann wäre ich beim ersten Ärger sehr viel schneller weg vom Fenster gewesen. Wenn der Arbeitgeber das rausfinden könnte, wäre die große Frage, ob es eine rechtliche Handhabe für ihn gegen mich gäbe (Vortäuschen falscher Tatsachen, Vertrauensmissbrauch), wodurch der Vertrag dann nichtig werden würde. Ich habe mal gelesen, dass man in Vorstellungsgesprächen juristisch gesehen tatsächlich nicht alle Fragen beantworten muss, ob man aber auch lügen darf? Ich glaube aber auch, dass im Nachhinein eine solche Lüge einen Betrieb irgendwann gar nicht mehr stören wird, wenn man im Betrieb gute Arbeit abliefert.

Beichthaus.com Beichte #00030646 vom 04.01.2013 um 03:53:21 Uhr (34 Kommentare).

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Hairy Blossom Bilder

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Dummheit Peinlichkeit Arbeit Medien Internet Niederlande

Hairy Blossom Bilder
Ich muss etwas beichten, was mir sehr peinlich ist. Ich bin über einige Umwege in den Beruf des Trainers geraten. Das heißt, ich erstelle für Firmen, Workshops und Ähnliches Trainings zu recht unterschiedlichen Themen. Wenn zum Beispiel bei einer Firma neue Produkte wie Software eingeführt werden, schule ich die Mitarbeiter darin. Auf der einen Seite sind das Sachen, in die man sich selber einarbeiten kann, um das Wissen zu vermitteln und auf der anderen Seite vermittele ich auch Themen, die ein hohes Eigen-Know-how in dem Bereich erfordern. Im zweiten Bereich habe ich immer mal wieder Workshops zu Fotografie und digitaler Bildbearbeitung gehalten. Letztens musste ich kurzfristig für einen Kollegen einspringen, der mir einen Workshop zugeschustert hat, den er selber nicht halten konnte. Ich sagte zu, die Sache hatte jedoch einen Haken, denn dieser Workshop fand in Utrecht in Holland statt. Da mein Holländisch etwas eingerostet ist, war der Vortrag von Anfang an, auch durch meinen Kollegen, in Englisch konzipiert, was die Sache leichter machen sollte.


Im Bereich der digitalen Bildbearbeitung ging es dann um das Thema "Schärfen". Diesbezüglich gibt es in diversen Programmen weit mehr als nur einen Regler, so dass man zielgerichtet bestimmte Sachen schärfen oder besser akzentuieren kann. Ich wollte dies an einem Bild einer Blume beispielhaft darstellen. Die Blume im Vordergrund war durch den kreativen Einsatz der Blende des Objektivs schön freigestellt und ich wollte in der Bearbeitung zeigen, wie man die feinen Härchen der Blüte herausarbeiten kann, ohne den schön verschwommenen Hintergrund zu verunstalten oder ein total überzogenes Ergebnis zu erhalten. Diesbezüglich sprach ich bei der Blume immer wieder von der "beautiful hairy blossom". Zwei der Teilnehmer grinsten schon permanent, ich dachte mir aber noch nichts dabei. Ich empfahl den Teilnehmern, dann für Zuhause selber Bilder zu machen oder einfach mal kurz im Internet, etwa bei der Google-Bildersuche, nach "haarigen Blumen" zu suchen, an denen sie sich in der Praxis versuchen können. Zwei Tage später bekam ich eine E-Mail eines Workshop-Teilnehmers, dass mein Part über die hairy blossoms legendär gewesen wäre. Ich vermute, es war einer der zwei grinsenden Typen. Als ich bei Google nach "hairy blossom"-Bilder gesucht habe, wäre ich fast vor Scham vom Stuhl gefallen. Ich habe es auch sofort meinem Kollegen gebeichtet, der mir den Auftrag gegeben hat, falls er irgendwelche Rückmeldungen negativer Art über mich erhalten sollte. Auch er fiel fast vor Lachen vom Stuhl und fand es, Gott sei dank, nicht schlimm. Mir ist es dennoch furchtbar peinlich und ich werde so schnell nicht mehr nach Utrecht reisen. Hiermit beichte ich, dass mir dieser offensichtlich feststehende Begriff im Englischen vollkommen unbekannt war und ich es bereue, ihn auch noch immer besonders betont zu haben.

Beichthaus.com Beichte #00030644 vom 03.01.2013 um 21:58:12 Uhr in Niederlande (Utrecht) (29 Kommentare).

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Heimlicher Titanic-Fan

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Lügen Peinlichkeit Gesellschaft Köln

Heimlicher Titanic-Fan
Ich (m) mache mich jetzt bei meinen Geschlechtsgenossen unbeliebt. Denn ich beichte, dass ich ein bisschen Softie und bei Filmen nah am Wasser gebaut bin. Deshalb finde ich unter anderem den Film Titanic von 1997 ziemlich gut. Ich beichte zugleich, dass ich nie namentlich zugeben würde, dass ich Titanic toll finde und zugleich meinen Bruder komisch finde, weil er das Traumschiff und kitschige Verfilmungen einer bestimmten Autorin total gut findet. Ich handele so, weil ich nicht meine Männlichkeit verlieren und als Softie abgestempelt werden will. Zugleich will ich mit dem Ablehnen von kitschigen Verfilmungen meine Männlichkeit unter Beweis stellen. Denn als Mann gehört es sich irgendwie, bestimmte Filme, eben zum Beispiel Titanic, total schlecht zu finden, also dem Klischee zu entsprechen. Ich verhalte mich deshalb immer konform und behaupte bei Titanic immer, ich fände nur die Action toll. Meine Lieblingszene ist angeblich die, in der die Menschen von oben wie Ameisen auf die Schiffsschrauben fallen. Oder ich sage während des Films dauert so etwas wie "och Mann, jetzt stirb doch endlich!", oder "total erfundene Liebesschnulze in einer wahren Geschichte, na toll." Auch im Kino habe ich ihn boykottiert. Erst drei Jahre später habe ich ihn das erste Mal im Fernsehen gesehen. Ich war total gerührt und begeistert. Während der nächsten Nacht konnte ich vor emotionaler Aufgeregtheit gar nicht schlafen. Ich hätte niemals gedacht, dass ich diesen Film mal so toll finden würde. Denn immerhin gilt er als absoluter Frauenfilm. Nicht nur die Action, die Technik und der historische Hintergrund packten mich, sondern auch die dramatische Liebesgeschichte und die unter die Haut gehende Irish-Folk-Musik. Wenn ich die Musik höre, muss ich komischerweise an die Jahre 1997/1998 und an meine Kindheit denken. Der Film ist jetzt einer meiner Lieblingsfilme. Ich habe ihn schon zweimal ausgeliehen, ich habe Szenen auf dem Handy, den kompletten Soundtrack ebenfalls.


Auch bei dem Film Schindlers Liste habe ich total geheult. Als Kind ging es mir bei Dumbo, dem König der Löwen und bei E.T. ähnlich. Auch American Beauty, der für viele ebenfalls ein Frauenfilm ist, finde ich ganz in Ordnung. Überhaupt scheine ich ein kleiner Softie zu sein, da ich mich sehr pflege, ein Eau de Toilette benutze, das wahrscheinlich eher für Frauen gedacht ist, ich ein bisschen Kitsch in der Wohnung mag und mir jedes Jahr die Jahrestasse einer bestimmten Weihnachtsedition kaufe. Die lasse ich im Geschäft immer einpacken und behaupte dann, es sei ein Geschenk für meine Mutter. Geschlechtsgenossen, ich bitte um Absolution, denn ich gucke auch Action- und Horrorfilme und hasse Dirty Dancing!

Beichthaus.com Beichte #00030643 vom 03.01.2013 um 21:44:18 Uhr in Köln (Mohrenstraße) (48 Kommentare).

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Voller Lohn für die halbe Arbeit

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Betrug Ignoranz Arbeit Bergheim

Ich beichte, dass ich als Jugendlicher jedes Wochenende Werbeprospekte verteilt und dabei sehr oft ganze Straßen ausgelassen habe. Trotzdem habe ich den vollen Lohn abgegriffen. Ich hatte einen recht großen Verteilbezirk, mit dem ich bei ordnungsgemäßer Arbeit rund zwei Stunden beschäftigt war. Besonders, wenn es im Sommer sehr warm war, konnte es dann mal vorkommen, dass ich mir gedacht habe "ach komm, den Rest machst du morgen", obwohl eigentlich immer direkt alles an einem Tag verteilt werden sollte. Am nächsten Tag war ich dann aber auch zu faul, den Rest zu erledigen. Somit beließ ich es bei einem halb belieferten Bezirk und beruhigte mich damit, dass das ja mal vorkommen könne und wohl nicht so schlimm sein dürfte. Die nicht verteilten Prospekte habe ich dann in den Müll geschmissen. Unter dem Strich halbierte ich dadurch meine Arbeitszeit und konnte mich früher entspannt in die Sonne legen. Unerwartet haben sich dann einige Bewohner meines Bezirks bei der Firma beschwert. Normalerweise beschweren Menschen sich ja nur dann, wenn sie Werbung erhalten). Mit der Zeit ist dieses Arbeits-, beziehungsweise größtenteils "Nichtarbeitsverhalten" dann immer mehr zur Gewohnheit geworden und es war schließlich eine Seltenheit, wenn ich den kompletten Bezirk belieferte. So kam es dann eigentlich jede Woche vor, dass eine bestimmte Mitarbeiterin der Firma leicht genervt bei uns anrief, um mir oder meiner Mutter mitzuteilen, dass sich erneut jemand beschwert habe, dass er keine Prospekte erhalten hatte. Es wurde zwar immer angemahnt, dass ich die Arbeit bitte ordentlich erledigen solle, trotzdem habe ich dieses Verhalten über einen Zeitraum von zwei Jahren beibehalten, ohne dass es irgendeine Konsequenz nach sich zog. Mir wurde nicht gekündigt und immer der volle Lohn überwiesen. Dieses Verhalten der Firma hat mich irgendwie verblüfft. Erst durch meine Kündigung hatte sich der Job erledigt. Ich verbuche dies heute zum Teil unter der Rubrik Jugendsünde. Aber wenn man nicht mit Konsequenzen konfrontiert wird, ist es doch klar, dass man sich dann in dem Alter nicht an die Regeln hält. Die Firma hätte mich ja auch rauswerfen und dadurch meinem Treiben ein Ende setzen können. Haben sie aber nicht. Die waren wohl zu gutmütig und vertrauensvoll oder zu blöd. Es war aber auch ein kleiner Rachegedanke dabei, muss ich zugeben, weil die Firma die überzähligen Prospekte, die auch bei ehrlicher Arbeit anfielen und sich in der Garage stapelten, nie zurücknahm. Das war dann immer ein großer Aufwand, die selbst zu entsorgen. Ausgleichende Gerechtigkeit also.

Beichthaus.com Beichte #00030640 vom 02.01.2013 um 18:29:37 Uhr in Bergheim (13 Kommentare).

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“Beichte

Fotos für das Restaurant

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Boshaftigkeit Rache Restaurant

Ich fotografiere sehr gerne mit meiner Spiegelreflexkamera und beherrsche das Hobby, laut Einschätzung vieler Bekannter, auch sehr gut. Meist fotografiere ich auf Geburtstagen und kleineren Events, wie Konzerten von befreundeten Musikern. Eines Tages sprach mich eine Bekannte an, ob ich nicht für ein Restaurant einige Fotos für deren Webseite machen könnte. Ich habe dann mit dem Restaurantbetreiber pauschal 80 bis 100 Euro für einen Abend lang Fotos machen ausgehandelt. Als Schüler hätte ich das Geld gut gebrauchen können, um mein Hobby weiterzufinanzieren. Als es dann soweit war, machte ich binnen vier Stunden rund 600 Fotos und führte sie nachher dem Betreiber vor.
Ich habe versucht, möglichst viele Motive zu finden und es waren auch sehr viele brauchbare Bilder dabei. Die meisten Fotos wurden mit ISO 100 geschossen, also nahezu rauschfrei, keine verwackelten Möchtegernfotos oder Ähnliches. Weil ich so lange warten musste, zeigte ich einige der Bilder bereits dem Barkeeper, welcher meiner Ansicht bezüglich der Brauchbarkeit der Fotos zustimmte. Als ich sie dem Betreiber zeigte, sagte dieser, dass zwar ein paar brauchbare Bilder dabei wären, aber ihm, bis auf fünf Ausnahmen, die alten Bilder von seiner Webseite besser gefielen, weil sie mehr vom Restaurant zeigen würden. Die alten Bilder sind an sich allerdings nur verrauschte Aufnahmen von Weingläsern; man erkannte nichts vom Restaurant, außer ein bis zwei Tische. Also richtig unprofessionell. Er bot mir zuerst 20 Euro an, anschließend 30. Letztendlich war es mir dann egal und ich nahm die 30 Euro unzufrieden entgegen. Noch am selben Abend schaute ich mir die vermeintlichen Testberichte des Restaurants im Internet an. Mir fiel sofort auf, dass mehrere Bewertungen den gleichen Wortlaut hatten und eindeutig vom selben Autor stammten. Aus diesem Grund meldete ich alle verdächtigen Bewertungen. Die Bewertungsseiten stimmten meinen Argumenten zu und löschten die Berichte. So fiel die Bewertung von 4.5 auf 2 Sterne runter, was für mich eine richtige Genugtuung war. Sollte einer der Berichte tatsächlich der Wahrheit entsprochen haben, so bitte ich um Absolution.

Beichthaus.com Beichte #00030639 vom 02.01.2013 um 00:51:33 Uhr (15 Kommentare).

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