Überfall im Bahnhof
Beichthaus.com Beichte #00029450 vom 17.10.2011 um 10:13:34 Uhr in Hauptbahnhof Zürich (32 Kommentare).
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Zuerst wollte ich Zeit schinden, weil ich dachte, dass eine Überwachungs-Kamera sicher alles im Blick hatte und gleich 2-3 Leute von der Bahnhofspolizei hier sein müssten. Doch nichts passierte und dem Typen ging alles natürlich nicht schnell genug. Da entschloss ich mich, mich nicht ausrauben zu lassen und die Sache selbst in die Hand zu nehmen. So verstört wie er war und mir körperlich unterlegen, sollte das zu machen sein. Ich bat ihn, dass ich ihm einfach das Geld geben dürfe und die Brieftasche mit den Ausweisen behalten dürfe. Ich hielt ihm gleichzeitig die 2-3 Banknoten hin, die ich dabei hatte. Er war offenbar mit dem Vorgehen einverstanden, da er nach dem Geld griff. Bevor er es in den Händen hielt, habe ich es fallen lassen. Und mein Plan ging auf. Der Kerl war so benebelt, dass er mich vergaß und sich nach der Kohle bückte. Da ergriff ich meine Chance. Ich trat ihm voll auf die Hand mit dem Messer, worauf er dieses natürlich sofort los lies. Er war total erschrocken und wollte abhauen, was aber mein Stolz nicht zuließ. Ich packte ihn und warf ihn in meiner Wut Kopf voran in die Wand. Er brach blutend zusammen.
Es kam dann per Zufall ein Polizist in zivil (evtl. war er auch einfach nicht im Dienst) vorbei und wir riefen eine Ambulanz. Der Polizist brachte mich dann auf den Polizeiposten, wo ich zuerst mal zusammengeschissen wurde, weil ich "den Helden" spielen musste. Natürlich folgte das ganze Spiel mit Personalien usw. Ich wurde auch gefragt, ob ich eine Anzeige wegen Raub erstatten wollte. Hab ich nicht getan, in der Hoffnung, dass der Kerl als Gegenzug auf eine Anzeige wegen Körperverletzung verzichtet. Ich habe später unter vier Augen von einem Polizisten erfahren, dass er der Typ einen Riss im Schädel hatte und mehrere Wochen im Spital liegen musste.
Eine Anzeige hat er nicht erstattet. Die ganze Geschichte hat rechtlich für mich keine Konsequenzen. Aber ich selber fühle mich nicht sonderlich gut, da ich weiß, dass ich überreagiert habe. Ich hätte ihn mit den 30 Franken abhauen lassen können. Andererseits, wer weiß, wie es ihm im Spital ergangen ist? Eventuell (jaja, ich rede mir das gerne ein) kam er ja so weg von den Drogen. Und zudem: Wenn ich so jemandem die Macht über mich und die Situation lasse, würde ich mich auch nicht gut fühlen.