Die perfekte beste Freundin

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Neid Boshaftigkeit Falschheit Studentenleben

Ich (w/25) bin neidisch auf meine ehemals beste Freundin, woran letztendlich auch die Freundschaft zerbrochen ist. Wir haben uns in unserem ersten Semester für Informatik kennengelernt. Ich war hin und weg von ihr und es entwickelte sich schnell eine tolle Freundschaft. Während ich jedoch schon immer technikaffin war, scheute sie sich vor allem, was über Mathe hinausging. Doch sie fand durch Fleiß ins Studium und bestand so gut wie jede Prüfung mit einer Eins, während ich durch fast jede durchrasselte oder gerade so bestand. Mir ging es dadurch sehr schlecht und sie schlug vor, zusammenzuziehen, auch damit sie mir helfen konnte. Die Zeit war echt toll und mittlerweile bin ich im Master und stehe auf einer Zwei. Allerdings hat sie mich dermaßen überholt - und das in jedem Bereich: Sie macht ihren Doktor, ist wunderschön und selbstbewusst, hat einen tollen Ehemann, der alles für sie tut und eine bezaubernde, kleine Tochter. Sie bemerkte wohl eine gewisse Differenz zwischen uns und kündigte mir die Freundschaft. Ich vermisse sie und die gemeinsame Zeit, aber ich bin vom Neid zerfressen und wünsche ihr die ganze Zeit, dass ihr auch mal etwas nicht gelingt. Dafür schäme ich mich.

Beichthaus.com Beichte #00034216 vom 30.10.2014 um 10:26:24 Uhr (9 Kommentare).

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Ein Abenteuer für Frauen

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Ignoranz Selbstsucht Fremdgehen Wollust Waghalsigkeit

Ich beichte, dass ich ein rücksichtsloser Mensch gegenüber Ehemännern bin, ohne dass diese davon etwas merken. Ich habe mich aus Lust und Laune bei einem Datingportal angemeldet und nach gleich gesinnten Frauen gesucht. Bei meinem Profil habe ich nichts verheimlicht und habe meine Interessen und Besonderheiten aufgeführt. Von Anfang an habe ich also auch klipp und klar geschrieben, worum es mir geht. Bei mir haben sich hauptsächlich Frauen gemeldet, die ungefähr in meinem Alter sind - ich bin 40. Da ich aber sehr viel Sport treibe, muss ich mich hinter 25-Jährigen wirklich nicht verstecken. Ich habe hauptsächlich anfänglich Frauen kontaktiert, die so um die 30 Jahre alt sind - hier ist das Vorgeplänkel aber zu nervig, sodass ich mein Beuteschema angepasst habe, damit ich das bekomme, was ich suche: Abenteuer. Nun stellt es sich heraus, dass die Frauen, die sich mit mir treffen, fast alle verheiratet sind. Ich hatte am Anfang ein schlechtes Gewissen, es mit diesen Frauen zu treiben. Vor allem, weil sie mir sagten, dass wir zusammen Sachen machen, die ihre Kerle noch nicht mal mehr versuchen und weil fast alle sagen, dass sie ihre Kerle wirklich gern haben.


Mittlerweile habe ich jedoch kein schlechtes Gewissen mehr und denke, dass ich den Männern auch etwas Gutes tue, indem ich es ihren Frauen mal so richtig besorge. Ich denke, dass die Damen so viel relaxter sind und auch mit ihren Ehemännern wieder ein paar schweinische Spielchen machen. Ich sehe aber ein, dass es für die Männer, wenn sie erfahren sollten, wie versaut ihre Weiber sind, sehr schlimm wäre.

Beichthaus.com Beichte #00034215 vom 30.10.2014 um 09:19:20 Uhr (19 Kommentare).

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Kuschelpädagogin mit Staatsexamen

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Neid Eifersucht Zorn Dummheit Studentenleben

Ich beichte, dass ich eifersüchtig und neidisch auf eine Freundin bin, mit der ich lange auf Lehramt studiert habe. Sie ist in ihrem ganzen Wesen sehr kuschelpädagogisch, womit ich überhaupt nicht klarkomme. Ihre Entwürfe für das Examen waren sprachlich außerdem grottenschlecht und ich fragte mich echt, ob sie wirklich schon studiert - und dann auch noch Germanistik! Das Ende vom Lied war allerdings, dass sie knapp mit einer Vier bestanden hat und nun das zweite Staatsexamen hat. Wohingegen ich durchgefallen bin und nun Panik schiebe, das zweite Mal durchzufallen, weil ich dann nicht einmal als Vertretungslehrer arbeiten dürfte. Und mit Germanistik kann man in der freien Wirtschaft nicht wirklich viel anfangen. Ich wünschte ihr nie, dass sie durchfällt, aber mich regt ihr Bestehen deshalb so auf, weil sie jetzt so tut, als hätte sie die Weisheit mit Löffeln gefressen und den absoluten Durchblick. Damit habe ich leider auch eine gute Hilfe verloren, da wir uns unsere Stundenentwürfe immer gegenseitig vorstellten und verbesserten. Doch nun kommt von ihrer Seite immer so ein Anflug von Arroganz, wenn ich sie um Hilfe bitte. Ich weiß aber, dass ich nicht neidisch und eifersüchtig sein sollte, weil das mich auch nicht zum Bestehen bringt.

Beichthaus.com Beichte #00034208 vom 29.10.2014 um 08:27:51 Uhr (13 Kommentare).

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Geld macht nicht glücklich

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Engherzigkeit Hass Selbstsucht Familie Geld

Ich (m/24) muss endlich mal etwas loswerden. Ich hatte als Kind eine schwere Kindheit. Meine Eltern sind ziemlich reich - genau genommen ist es mein Vater und meine Mutter saß den lieben Tag lang zu Hause und langweilte sich, denn der Haushalt wurde von Angestellten geschmissen. Es ging los, als ich etwa sechs Jahre alt war und eingeschult wurde, meine Mutter bekam damals Depressionen, vermutlich, weil sie ihr Leben quasi im goldenen Käfig verbrachte und mein Vater ihr fremdging. Damals wusste ich das alles natürlich nicht und konnte es nicht recht einschätzen. Dadurch wurde ich ziemlich vernachlässigt, hatte von Anfang an Probleme in der Schule und war ein kleiner Raufbold. Meine Mutter war mit der Erziehung überfordert, denke ich mal. Mein Vater war kaum daheim, und wenn er mal da war, dann war er schlecht gelaunt und ließ das an mir und meiner Mutter aus. Es gingen einige Jahre ins Land und es änderte sich nicht wirklich etwas zum Guten, eher sogar zum Schlechten, denn mein Vater wurde zunehmend aggressiver und cholerischer, was dazu führte, dass er sogar mich oder meine Mutter schlug. Ich bekam dann damals "Schweigegeld" im Anschluss und empfand es fast schon als guten Deal.

Jedes Mal, wenn ich wieder etwas einstecken musste, bekam ich im Anschluss ein Nintendo 64, oder eine Playstation oder die neuesten Spiele dafür, einfach alles, was ich wollte, das war für mich damals okay und ich dachte halt, das wäre bei allen so. Als ich etwa elf Jahre alt war, hielt es meine Mutter nicht mehr aus und nach einem gescheiterten Selbstmordversuch hat sie ihre Koffer gepackt und verschwand zu ihrer Schwester. Mich ließ sie bei meinem Vater zurück und viele Jahre hörte ich gar nichts mehr von ihr. Ich lebte einfach weiter vor mich hin und genoss die Zeit, die mein Vater nicht da war. Wenn er dann eben mal zu Hause war, hielt ich mich bedeckt und steckte hier und da ein paar Schläge ein - für eher lächerliche Vergehen wie nicht geputzte Zähne oder Ähnliches. Ich entwickelte einen regelrechten Hass gegenüber meinem Vater. Meine Mutter sah ich erstmals wieder, als ich 14 Jahre alt wurde, ihr tat angeblich alles so leid und sie beteuerte, mich jetzt wieder öfters sehen zu wollen. Wir sahen uns von da an etwa einmal im Monat, zum einen war ich echt froh darüber, zum anderen hatte ich immer noch einen Hass auf sie, dafür, dass sie mich mit meinem Vater alleine gelassen hatte. Auch als ich 15, 16 und 17 Jahre alt wurde, änderte sich nichts, mein Vater war weiterhin gewalttätig mir gegenüber, was allerdings stark nachließ, weil ich inzwischen kein hilfloses kleines Kind mehr war und er auch mal einstecken musste, allerdings war er mir körperlich immer noch überlegen.

Trotz aller Schwierigkeiten in der Schule bestand ich mit 18 Jahren mein Abitur - auf einer Privatschule und natürlich mit vielen finanziellen Spenden meines Vaters. Auch wenn ich ihm als Person egal war, so war es ihm für sein Image wichtig, einen gescheiten Sprössling mit Abitur vorweisen zu können. Im Anschluss bekam ich ein Sparkonto mit 100.000 Euro, ein Ticket mit offenem Rückflugdatum nach Neuseeland und dazu einen Antrag für ein einjähriges Travel and Work-Visa in die Hand gedrückt. Ein klares Signal, dass ich erst einmal ein Jahr verschwinden sollte und natürlich würde es seinem Image guttun, wenn er erzählen könnte, dass sein Sohn nach dem Abitur mit dem Rucksack durch Neuseeland reist. Ich war darüber auch sehr froh, endlich raus aus diesem Loch und endlich mal meine Ruhe, ich konnte es gar nicht abwarten, endlich loszufliegen und mit dem ganzen Geld würde ich dort ja nicht einmal arbeiten müssen. In Neuseeland angekommen, checkte ich in einem Luxushotel ein und ließ es mir richtig gut gehen, tägliche Massagen, Fressorgien dank einem genialen Zimmerservice und jede Nacht ein anderes Callgirl. Nach etwa zwei Wochen waren gut 15.000 Euro verprasst und ich merkte, dass es so nicht ein ganzes Jahr weitergehen kann, das Geld würde schneller leer sein, als ich gucken könnte. Wirklich mit Geld umgehen konnte ich nie, es war einfach immer da und nie knapp. Von meinem Vater hatte ich keinen weiteren Cent zu erwarten. Einfach aus Langeweile begann ich dann mit dem echten Lebensstil eines Backpackers und kaufte mir einen alten Campervan. Meine Luxusartikel wie Laptop, Smartphone und Co. packte ich in ein Schließfach in Auckland und dann ging mein Trip los. Ohne großen Plan einfach aus der Großstadt raus, aufs Land bis irgendwo ein Backpacker-Hostel kommt. Es war die beste Entscheidung meines Lebens, ich lernte Unmengen an Leuten kennen, lernte mit einem Minimum an Geld auszukommen, arbeitete gemeinsam mit meinen neuen Freunden auf Plantagen und Feldern und lernte erstmals, was es überhaupt bedeutet, zu leben. Niemals vorher fühlte ich mich so lebendig wie in diesen Monaten. Es vergingen sechs Monate und ich war glücklich mit dem neuen Lebensstil.

Ich werde einen dieser Abende nie vergessen, ich war in Turangi in einem kleinen Backpacker-Hostel. Es hat geregnet und gestürmt und wir saßen zu viert gemeinsam mit dem Hostelbesitzer im Gemeinschaftsraum bei prasselndem Kaminfeuer und spielten Risiko. Er erwähnte einige Male, dass noch eine Gruppe für den Abend angemeldet war und er sich Sorgen machen würde, ob sie es bei dem Wetter hierher schaffen würden. Es war schon kurz nach 23 Uhr, als die Tür des Gemeinschaftsraumes aufging und drei junge Frauen hereinkamen. Die letzte Frau trug eine gelbe Regenjacke, eine blaue Regenhose, war komplett durchnässt und als unsere Blicke sich trafen, war es einen kurzen Moment so, als würde die Welt aufhören sich zu drehen. Sie hatte die süßesten roten Backen, die ich je gesehen hatte, das süßeste Lächeln der Welt und die tiefsten blauen Augen die man sich vorstellen kann. Schnell gesellten sie sich zu uns, und wie es der Zufall wollte, kam ich mit der eben beschriebenen Frau ins Gespräch. Ihr Name war Amy, sie kam aus den USA, war 23 Jahre alt und gerade mit dem College fertig. Wir verstanden uns auf Anhieb irgendwie richtig gut. Sie erzählte mir, sie würde eine Woche in Turangi sein, und wenn ich noch etwas da wäre, könnten wir ja auch gemeinsam etwas unternehmen. Ich nutzte natürlich die Chance, verlängerte heimlich extra meinen Aufenthalt und unternahm einige Ausflüge mit ihr und ihren Freundinnen. Ihre Freundinnen waren sichtlich genervt, dass sie ständig Zeit mit mir verbrachte, aber sie machte ihnen klar, dass sie nun einmal gerne Zeit mit mir verbringen würde. So etwas hatte ich noch nie erlebt, noch nie war eine Frau bzw. ein Mädchen an mir interessiert gewesen, ohne zu wissen, dass ich aus einer reichen Familie komme. Nach der wundervollen Woche machten wir aus, uns wiederzutreffen. An Silvester in der Hauptstadt zum Feiern.

Ab da fieberte ich vier Monate lang nur diesem einen Abend entgegen. Ich konnte nur noch daran denken, Amy wiederzusehen. Ich war zu diesem Zeitpunkt schon wahnsinnig verknallt in sie. Wie es nach der Zeit in Neuseeland weitergehen würde, war mir erst einmal egal, ich wollte einfach nur mit ihr zusammen sein. Wir trafen uns dann an Silvester wieder und verbrachten eine wunderschöne Nacht zusammen - ohne ihre Freundinnen. Am nächsten Morgen stand sie dann mit ihrem Rucksack vor meinem Zimmer und teilte mir mit, dass sie ihre Freundinnen hat sitzen lassen, und jetzt mit mir weiterreisen möchte. Im gleichen Atemzug drückte sie mir einen Kuss auf den Mund. Ich war total baff und konnte mein Glück nicht fassen. Ab diesem Tag waren wir quasi ein Paar. Wir reisten gemeinsam weiter durch das Land und ich erzählte ihr immer mehr von meiner Vergangenheit, dass wir viel Geld haben, meine schwere Kindheit und vieles mehr. Es näherte sich der Tag des Abschieds. Wir mussten beide langsam unsere Rückflüge buchen, um nach Hause zu fliegen. Hier fasste ich einen Entschluss mit weitreichenden Folgen. Ich beschloss, nicht mehr nach Hause zurückzukehren. Was hatte mir Deutschland noch zu bieten? Eine Familie, die ich nicht leiden kann, eine Zukunftsrolle, in die mich mein Vater zwängen will, und ein Haufen Geld, der aber nicht glücklich machen kann. Ich besprach mein Vorhaben mit Amy und sah, wie auch ihr ein riesiger Stein vom Herzen fiel, bei dem Gedanken, mich nicht verlieren zu müssen. Es würde natürlich alles sehr kompliziert werden, das war uns klar, aber wir wollten den Versuch einfach starten. Da ich für die USA erst eine Art Visa beantragen musste, führte mich mein Weg doch noch einmal nach Deutschland. Dort wohnte ich für zwei Wochen in einem Hotel, während ich meine Angelegenheiten regelte. Meiner Familie sagte ich natürlich nichts davon, dass ich wieder da wäre. Einen Tag passte ich ab, um ins Haus meines Vaters zurückzukehren - ich packte alle meine wichtigen Unterlagen ein, Abi-Zeugnis, verschiedene Bescheinigungen, Geburtsurkunde und was sonst noch so an wichtigen Dingen dort war. Ich hinterließ ihm nicht mehr als einen kleinen Zettel mit der Nachricht, dass es mir gut geht und dass er sich keine Sorgen machen soll - was er eh nicht tun würde - und dass ich nicht mehr wiederkommen würde. Dann schaute ich ein letztes Mal in die Villa hinein, in der ich so viel Leid erlitten hatte und in der keiner der Bewohner jemals glücklich war. Ich legte den Schlüssel neben den Zettel und zog die Tür ein letztes Mal ins Schloss.

Am gleichen Abend löste ich mein Sparkonto auf, auf dem sich noch gute 80.000 Euro befanden, ein nettes Startkapital für mein gemeinsames Leben mit Amy. Am nächsten Morgen um fünf Uhr ging mein Flug nach Boston, ein letztes Mal wollte ich mir etwas Luxus gönnen und buchte natürlich erste Klasse. In Boston lief dann alles wie geplant, erst einmal wohnte ich mit Amy gemeinsam bei ihren Eltern, was so auch abgesprochen war, bis wir uns dann nach zwei Monaten eine kleine Wohnung suchten. Da es mit meiner Greencard Probleme gab, waren wir sogar "gezwungen", etwas kurzfristig zu heiraten, was allerdings auch super geklappt hatte. Und um ehrlich zu sein, wusste ich damals sowieso schon, dass wir für immer zusammen sein werden. Inzwischen leben wir gemeinsam in einem kleinen Haus, ich habe hier studiert und arbeite bei einer Bank. Das Geld von meinem Sparkonto haben wir gut angelegt und kommen sehr gut aus. Wir sind nicht reich, aber uns geht es gut und wir sind verdammt glücklich. In sechs Monaten werde ich Papa, vielleicht etwas früh, aber ich freue mich unheimlich. Mit meinem Vater habe ich keinen Kontakt mehr, er hat ein paar Mal vergeblich versucht, mich auf dem Handy zu erreichen, allerdings habe ich die Nummer damals recht zügig gewechselt. Mit meiner Mutter habe ich seit einem Jahr wieder etwas mehr Kontakt und sie wird uns nächstes Jahr besuchen kommen, um dann auch ihren Enkel oder ihre Enkelin kennenzulernen. Schlussendlich bin ich froh, das für mich Richtige getan zu haben. Auch wenn ich damit meine Familie vielleicht verletzt habe, aber sie brachten mir gegenüber ja sowieso keine Wertschätzung auf.

Beichthaus.com Beichte #00034205 vom 28.10.2014 um 19:12:53 Uhr (29 Kommentare).

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The Rock

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Eitelkeit Ungerechtigkeit Faulheit Falschheit Sport

Ich möchte heute beichten, dass ich seit einiger Zeit vielen Leuten etwas vormache und das alles meiner scheinbar überdurchschnittlich guten Genetik zu verdanken habe. Aber mal von Anfang an: Ich bin Schüler der 12. Klasse und bin mit zwei Kumpels vor einem halben Jahr auf die Idee gekommen, ins Fitnessstudio zu gehen, um bei den Mädels bessere Chancen zu haben. Ich hatte schon immer eine gute und einigermaßen trainiert aussehende Statur, ohne jemals nur an Sport gedacht zu haben - die anderen beiden waren eher so Typ Hering. Wie das so ist, gingen wir die ersten Wochen fast täglich zusammen. Einer meiner beiden Partner hatte nach zwei Monaten die Nase voll, weil sich bei ihm nichts tat. Mein anderer Partner hatte ebenfalls keine Erfolge und musste aus finanziellen Gründen das Studio wechseln. Er war der Motivierteste von uns und trainiert noch heute sehr hart in seinem anderen Studio. Und nun zu mir. Ich hatte schon von Anfang an wenig Lust und Spaß daran und gehe, wenn überhaupt, noch ein bis zwei Mal im Monat, was aber niemand weiß. Der Unterschied zwischen mir und den anderen beiden: Mein Körper ist förmlich explodiert und ich habe schon in einem halben Jahr gewaltige Arme bekommen und auch der Rest ist einfach unglaublich muskulös geworden. Und das, obwohl ich nie richtig und ernsthaft trainiert habe.


Ich habe mir sogar den Spitznamen "The Rock" eingefangen. Meine Familie, Freunde und mittlerweile auch "Fans" denken, ich würde jeden Tag im Studio hart trainieren. Dabei schaffe ich nicht mal 60 Kilo an der Hantelbank und gehe lieber zwei Döner oder eine riesige Pizza essen. Bei der Frauenwelt bin ich nun der Schwarm, und wenn ich über den Schulhof laufe, tuscheln sie und lächeln mich an. Und für all das habe ich überhaupt nichts getan. Nun zu meiner Beichte. Mein anderer Kumpel, der noch immer hart trainiert und optisch nichts aufbaut, fragt mich regelmäßig, wie viel ich denn bei der oder der Übung schaffe - und dann übertreibe ich immer maßlos und sage meistens das Doppelte der Realität. Meine Familie denkt, ich sei fast täglich im Studio, dabei bin ich dann oft essen oder chille. Nun hat sich einer meiner "Fans" ebenfalls im gleichen Studio angemeldet, und versucht immer, mich dort zu erwischen. Zwei Mal hat er es tatsächlich geschafft, mich dort anzutreffen und wollte sehen, welche Gewichtsberge ich stemme. Dann habe ich mich rausgeredet, dass ich eine Muskelverletzung an der Schulter hätte. Ich möchte also beichten, dass ich mein Umfeld betrüge und mich bei allen entschuldigen, die wirklich hart trainieren müssen, um zu etwas zu kommen. Sorry Leute.

Beichthaus.com Beichte #00034199 vom 27.10.2014 um 20:00:56 Uhr (25 Kommentare).

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