Die rechte Einstellung meiner Oma

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Aggression Zorn Vorurteile Politik

Die rechte Einstellung meiner Oma
Ich (m) möchte beichten, dass ich meine Oma für ihre politisch rechte Einstellung manchmal gerne schlagen würde. Eigentlich liebe ich sie, denn fernab von diesem Thema ist sie ein herzensguter Mensch. Aber wenn ich mir anhören muss, dass alle Asylanten ausnahmslos Sozialschmarotzer sind, oder dass Homosexualität eine Krankheit ist, brennen mir manchmal fast die Sicherungen durch. Wählen geht sie selbstverständlich auch nicht, da ja alle Politiker Lügner sind und wir Bürger so gut wie kein Mitspracherecht haben. Selbst wenn man ihr erzählt, dass das Wählen doch eben eine der wenigen Möglichkeiten ist, sich einzubringen, blockt sie komplett ab. Ich hoffe, ihr versteht, warum ich manchmal so sauer bin und ich bitte um Entschuldigung.

Beichthaus.com Beichte #00036372 vom 16.08.2015 um 03:17:53 Uhr (38 Kommentare).

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Warteschlange am Pfandautomaten

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Zorn Ungerechtigkeit Gesellschaft

Ich könnte mich gerade so für diese Gesellschaft schämen! Ich war gerade beim Pfandrückgabeautomat und habe zwei Säcke voller Flaschen abgegeben. Manche Flaschen hat der Automat aus irgendwelchen Gründen nicht angenommen, obwohl diese normalerweise bei Pfandautomaten angenommen werden. Da war dann so ein Mann hinter mir, der mich angeschnauzt hat: "Meine Fresse, Junge, kannst du nicht sehen, welche Flaschen da reingehören?!" Ich war so erbost über diesen Umgangston, dass ich meinen Pfandschein habe ausdrucken lassen und gegangen bin. Ich konnte beim Rausgehen noch so etwas wie "Meine Fresse" hören. Was ist bei manchen Leuten falsch gelaufen, dass sie sich gegenüber Fremden so äußern? Ich bin selbst noch jung, aber trotzdem schockiert über dieses Verhalten. Ich meine, ich musste auch vor vielen Menschen vor mir warten bis ich drankam und habe mich deswegen auch nicht beschwert, so etwas macht man auch nicht! Ein Mindestmaß an Geduld und Höflichkeit kann man doch in dieser Gesellschaft erwarten oder?

Beichthaus.com Beichte #00036367 vom 15.08.2015 um 14:41:39 Uhr (15 Kommentare).

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Opa hinter dem Steuer

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Ignoranz Unfall 50+ Auto & Co. Obernzell

Es war um 1990, da war ich 12 Jahre alt. Ich fuhr mit meinem Fahrrad auf dem Radweg neben der Landstraße, war auf dem Rückweg von einer Freundin nach Hause. Plötzlich bekam ich den Schrecken meines Lebens, als ein Wagen stark nach rechts zu mir zog, und mich an den Beinen erwischte. Meinen Beinen war so gut wie nichts passiert, es gab nur ein paar große blaue Flecken, aber der Schrecken saß in allen Gliedern, mein Herz klopfte bis oben. Aus dem Wagen stieg ein sehr, sehr alter Mann - er war garantiert mindestens 85. Er war völlig durch den Wind, stammelte, wie leid ihm das täte, und war den Tränen nah. Er sah mich an und bat mich, es war fast ein Flehen, dass ich doch bitte nichts der Polizei oder zu Hause melde, er ist auf sein Auto angewiesen, er hat niemanden. Ich wusste auch mit 12 Jahren eigentlich schon, dass man nicht mehr Auto fahren darf, wenn Körper und der Geist dazu nicht mehr in der Lage sind, aber er tat mir so leid. Ich nickte. Der Mann bedankte sich überschwänglich, zitterte immer noch, und fuhr dann weiter. Ich bekam schon da Gewissensbisse, als ich sah, wie unsicher er fuhr. Doch ich hielt mein Versprechen.

Bereits am gleichen Tag bekam ich ein schlechtes Gewissen. Was, wenn so etwas noch einmal passiert? Was, wenn dabei jemand zu Tode kommt? Aber ich sah immer diesen verzweifelten Mann vor mir - und es blieb unser Geheimnis. Die ganzen Jahre dachte ich immer wieder daran. Damals gab es ja noch nicht wirklich Internet für Privathaushalte, und ich konnte nicht einfach nach einem Unfall mit einem Peugeot in unserer Gegend googeln. Als ich dann einen Internetanschluss hatte, machte ich das, aber ich wurde nicht fündig. Ich schäme mich, weil ich die Gefahr, die von dem Mann wahrscheinlich ausging, obwohl er dafür nichts konnte, niemandem anvertraut habe. Aber ich schämte ich mich auch dafür, dem Mann nicht geholfen zu haben. Er sagte ja, er hat niemanden. Wenn ich meinen Eltern davon erzählt hätte, hätte der Mann vielleicht seinen Führerschein verloren, aber vielleicht wäre ihm geholfen worden.

Ich habe mir seinerzeit das Kfz-Zeichen gemerkt, es zu Hause auf einen Zettel geschrieben und den in meiner Krams-Schublade versteckt. Ich habe den Zettel bis heute aufgehoben. Ich habe manchmal das Bedürfnis, bei der Polizei nach diesem Wagen zu fragen. Der Fahrer lebt mit 100-prozentiger Wahrscheinlichkeit nicht mehr, wahrscheinlich gibt es auch das Auto nicht mehr. Die Polizei wird mir auch sicher nichts sagen. Aber ich bin nicht sicher, ob ich es nicht trotzdem einfach versuchen sollte.

Beichthaus.com Beichte #00036364 vom 14.08.2015 um 22:32:12 Uhr in Obernzell (5 Kommentare).

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Nicht alle Flüchlinge sind schlecht!

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Zorn Hass Trunksucht Gesellschaft

Also seit ungefähr zwei Jahren wohnen in meiner (m) unmittelbaren Nähe Flüchtlinge aus den verschiedensten Ländern der Welt in Wohncontainern. Nicht, dass jemand denkt, ich hätte etwas dagegen, sogar im Gegenteil: Es gab bis vor Kurzem nie Probleme mit meinen neuen Nachbarn, ich unterhielt mich sehr gern mit ihnen und half auch, falls es Verständigungsprobleme gab. Aber seit Kurzem ist jemand Neues da und ab diesem Zeitpunkt gab es nur Probleme. Sein monatliches Geld war meistens nach fünf Tagen für Bier und Wodka ausgegeben worden und danach klingelte er nahezu jeden Tag an unserer Haustür, um Bier zu schnorren. Wie oft die Polizei da war, weil er einen der anderen beklaut provoziert oder bedroht hat, kann ich nicht mehr zählen. Und am Sonntagvormittag, bis neun Uhr abends, dreht er seine Rap-Musik so laut auf, dass ich jedes Mal aufwache. So viel zur Vorgeschichte.


Meine Beichte ist also, dass ich innerlich einen solchen Hass gegen ihn aufgebaut habe und mich viel zu sehr darüber aufrege. Trotzdem aber zu feige bin, um ernsthaft mit ihm zu reden. Normal mit ihm reden kann man aber eh nicht, weil er mich als "fucking racist" betitelt, wenn ich frage, ob er die Musik nicht leiser machen kann. Außerdem will ich nicht wirklich weiter reden, weil er meiner Meinung nach ein psychisches Problem hat und bei den Themen Tod, Leid und Trauer anfängt zu lachen. Dass er des Krieges wegen viel durchgemacht hat, kann auch nicht sein, weil er mit seiner Mutter im Alter von zwei Jahren nach England geflüchtet ist.

Beichthaus.com Beichte #00036355 vom 13.08.2015 um 19:19:41 Uhr (4 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Mein Schwiegervater ist ein Monster!

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Zorn Vorurteile Ungerechtigkeit Feigheit Langenwetzendorf

Ich (m/25) habe viel zu wenig Rückgrat und das ist meine Beichte. Ich habe nach der Realschule eine Ausbildung zum Feinwerkmechaniker absolviert und bin seit wenigen Wochen nun Techniker. Vor sechs Jahren lernte ich meine Freundin kennen, mit der ich eigentlich mehr als glücklich bin. Das "eigentlich" bezieht sich nicht auf sie, sondern auf ihren Vater. Er ist recht altmodisch, was Standesdünkel und Schulabschlüsse angeht. Er ist ein in seinem Wohnort viel beschäftigter Architekt, sie hat Kunsthistorik studiert und arbeitet seit vielen Jahren als freischaffende Künstlerin. Ihr Vater ist der Meinung, dass jemand, der kein Abitur hat, wesentlich weniger intelligent ist als jemand mit Abi. Das hat er schon häufig betont, auch vor mir. Auch verurteilt er Menschen, die nach ihrem Abi nicht studieren, sondern lediglich eine Ausbildung absolvieren, was ja jeder könnte. Obwohl er sicherlich schon vor langer Zeit gemerkt hat, dass ich durchaus intelligent bin, über ein gutes Allgemeinwissen verfüge, gerne und viel lese, recht vielseitig interessiert bin und mich immer intensiv mit dem politischen und sonstigen Zeitgeschehen auseinandersetze, nimmt er es nicht wirklich ernst, wenn ich beispielsweise zu einem Thema in den Nachrichten meine Meinung äußere. Oft winkt er es ab, wechselt das Thema, oder ich ernte nur ein "Ja, ja."


Vor einiger Zeit habe ich über die Idee gesprochen, mich als Schöffe zu bewerben. Da wurde ich von ihm mit den Worten, dass ein Realschüler bestimmt nicht über die Fähigkeiten verfügen wird, die ein Schöffe benötigt, und ich mir nichts Gutes täte, wenn ich eine Bewerbung abschicke. Ich habe es bis heute noch nicht geschafft, mal wirklich meine Meinung zu sagen, mal richtig auf den Tisch zu hauen und zu sagen: "Du, ich weiß, dass ich kein Abitur habe. Und ich weiß, welche Meinung du vertrittst. Aber kannst du BITTE damit aufhören, sie mir bei jedem Treffen aufs Neue aufs Butterbrot zu schmieren?" Auf Rechtfertigungen habe ich absolut keine Lust, dafür bin ich auch zu stolz. Er müsste es anhand der letzten Jahre bereits bemerkt haben.


Leider sagt auch kein anderer mal seine Meinung. Meine Freundin und meine Schwiegermama sind in seinem Beisein stumm wie Fische. Er ist ein sehr lauter Mensch - auch im wahrsten Sinne des Wortes, seine Stimme ist polternd und tief. Er steht im Mittelpunkt, wirkt immer souverän, erlaubt sich keine Gefühlswallungen und ist bestimmt auch im beruflichen Umfeld so. Er ist der Mann im Haus, er ist der Mann im Betrieb, er ist der Mann, vor dem man Respekt hat und kuscht. Ich möchte damit aber nicht sagen, dass er gewalttätig ist, denn das glaube ich bei ihm wiederum nicht. Aber trotzdem ist mir dieser Mann sehr unangenehm. Ich hatte auch noch nie das Gefühl, dass die Bindung zu seinen Kindern sonderlich emotional ist. Was die Beziehung zu seiner Frau angeht, so kann ich da nichts sagen, da ich manchmal doch vermute, dass sie der einzige Mensch ist, der ihm nahesteht und den er tatsächlich wirklich liebt, obwohl man das bei gemeinsamen Treffen oft nicht vermutet. Ich wünschte mir oft Durchsetzungsvermögen ihm gegenüber. Er ist eine echt harte Nuss, aber trotzdem schäme ich mich, dass ich als erwachsener Mensch von 25 Jahren vor einem älteren Herrn kusche. Und manchmal denke ich, dass der Mann seine unangenehme Art nur dann ändern kann, wenn ihm mal jemand die nackte Wahrheit über sein Verhalten auf den Tisch knallt.

Beichthaus.com Beichte #00036354 vom 13.08.2015 um 18:12:14 Uhr in Langenwetzendorf (7 Kommentare).

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