Mein Horror-Praktikum

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Zorn Engherzigkeit Kollegen Arbeit

Zwischen dem Abi und dem Studium hatte ich etwas Zeit, die ich teilweise mit einem zweimonatigen Praktikum gefüllt habe. Geld und Erfahrung wurden mir in Aussicht gestellt und demzufolge begann ich engagiert, motiviert und freundlich meine Praktikumsstelle. Das Gute daran war, so empfand ich es zumindest am Anfang, dass es ein kleiner Betrieb war, der auf alle Hände angewiesen war. Man konnte mich also nicht einfach die ganze Zeit mit Kaffeekochen abspeisen, was ich eh nicht auf Anhieb gekonnt hätte, da ich keinen Kaffee mag und deshalb nie welchen zubereitet habe. Bald habe ich aber gemerkt, dass in dem Betrieb ein ganz mieses Arbeitsklima herrschte. Jeder hatte was gegen jeden, gelacht wurde nicht einmal im Keller und ich wurde behandelt, als wäre ich geistig behindert. Die Damen im Betrieb behandelten mich wie ihren Arbeitssklaven, den sie herumkommandieren konnten wie es ihnen passte. Die Herren versuchten zwar, kumpelhaft zu wirken, aber am Ende war ich nur der Depp, der alles falsch machte. Dass das vielleicht daran lag, dass ich ohne Vorkenntnisse Aufgaben erledigen sollte wie ein voll Ausgebildeter, war anscheinend nicht naheliegend genug. Obwohl ich grundsätzlich Spaß an dem Beruf hatte, hat mir diese Stelle die Lust darauf verdorben. Anstatt kreativ nachzudenken, was in dem Beruf gefordert ist, musste ich mich immer mehr darauf konzentrieren, nicht auch in dieses Loch der depressiven Spaßbefreiung zu fallen. Nach dem ersten Monat war es so weit. Ein Teil der Belegschaft verließ den Betrieb und wurde gegen andere ausgetauscht. Es handelte sich dabei um Studenten, die zeitweise arbeiteten und studierten und sich dabei abwechselten.


Meine neue Hauptkollegin war für den Beruf gar nicht geeignet, das konnte man sofort merken. Zuerst kam sie mir nett vor, weswegen ich versuchte, ihr so gut es ging zu helfen. Aber dann wurde auch sie plötzlich patzig und arrogant zu mir. Da hatte ich genug. Den Rest des Monats hatte ich das Glück, dass der Chef viel weg war oder mich auf Dienstfahrt schickte. Ich nahm mir also das Motto: "Ich arbeite so, wie ihr mich bezahlt und behandelt", zu herzen - nämlich sehr schlecht bis gar nicht. Da ich auch viel Zeit in einem Einzelbüro verbrachte, tat ich einfach so, als würde ich arbeiten, was ich aber nicht tat. Zugegebenermaßen war das sehr schwer. Es war schwerer als die schwerste Aufgabe, einfach jeden Tag dazusitzen und acht Stunden lang nichts zu tun. Oder eben gerade noch so viel, dass es nicht auffiel. Klar schäme ich mich für mein Verhalten, aber ich sehe es einfach nicht ein, für so einen Mistbetrieb die Finger krumm zu machen. Eine letzte Genugtuung erfuhr ich, als ich wenige Tage vor meinem Praktikumsende mitbekam, wie der Betrieb langsam in Zahlungsschwierigkeiten kam. Viele der wenigen Mitarbeiter wurden gefeuert, Firmenwagen veräußert und so weiter. In den letzten Tagen sah der Chef sehr schlecht aus und war merklich geknickt. Ich konnte mich nicht darüber ärgern. Als ich mir den vereinbarten Lohn geben ließ, konnte ich bei jedem Geldschein die Schmerzen des Chefs über den Verlust spüren. Als ich das Geld dann ausgegeben habe, habe ich mich besser gefühlt, als je zuvor beim Geld ausgeben. Ach ja, falls einer auf die irrwitzige Idee kommen sollte, ich sei schuld am Scheitern des Unternehmens - vergesst es. Wer ernsthaft einen ungelernten Praktikanten beschuldigt, der nur zwei Monate da ist und von allen sehr eindringlich gesagt bekommen hat, dass seine Arbeit einfach ungenügend ist, das Unternehmen ruiniert zu haben, der glaubt auch an den Weihnachtsmann.

Beichthaus.com Beichte #00034492 vom 04.12.2014 um 00:48:30 Uhr (2 Kommentare).

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Meine Vergangenheit als Messie

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Peinlichkeit Zorn Engherzigkeit Familie Garbsen

Ich (w/29) bin seit 2,5 Jahren mit meinem Freund glücklich. Wir leben zusammen, irgendwann im nächsten Jahr planen wir auch Nachwuchs. Meine Eltern verstehen sich auch sehr gut mit ihm. Ich litt vor 13 Jahren an einer Depression - aufgrund mehrerer Dinge, die in relativ kurzer Zeit geschahen. Meine Depression sorgte auch dafür, dass ich für eine begrenzte Zeit ein Messie war. Durch eine Gesprächstherapie überwand ich sie und heute würde kein Mensch denken, dass ich diese Probleme hatte. Meine Eltern sind Sozialpädagogen und haben mich damals sehr unterstützt. Außer mir, ihnen und meiner großen Schwester, die mir auch viel half, weiß kein Mensch davon. Das Thema ist ja auch gegessen und nicht mehr aktuell. Vor drei Wochen hat meine Mutter dann allerdings alles meinem Freund erzählt - völlig grundlos! Unsere Beziehung ist super, wir stehen beide mit beiden Beinen im Leben. Die Begründung meiner Mutter war, dass er das doch wissen sollte, wir führen schließlich ein gemeinsames Leben und er müsse meine komplette Vergangenheit kennen, auch wenn sie absolut keine Rolle mehr spielt. Sie hat auch die Messie-Geschichte erzählt, dass ich mich einigelte und zeitweise nicht wusch. Mein Freund musste ziemlich schlucken und seither fragt er mich ständig, ob es mir denn gut geht und behandelt mich wie ein rohes Ei, sodass ich es kaum noch aushalte!


Meine Beichte? Meine Mutter ist für mich gestorben. Ich werde ihr diese Sache nicht verzeihen. Ich werde mit meiner Schwester und meinem Vater weiterhin den Kontakt pflegen, den wir immer harmonisch führten - aber ohne meine Mutter. Wenn ich sie erblicke, bin ich ab durch die Mitte - ich treffe meine Familie nur dann, wenn sie nicht dabei ist. Mich werden jetzt einige für hartherzig halten, da meine Mutter es auch bitter bereut und sich unbedingt wieder mit mir vertragen möchte, aber für mich ist es das Schlimmste überhaupt, dass mein Freund von dieser Zeit weiß. Unsere Beziehung ist immer noch schön, aber nun kümmert er sich um mich, als wäre ich ein kranker Mensch. Nur weil ich vor mehr als zehn Jahren mal eine Depression hatte und meine Mutter ihren Schnabel nicht halten konnte. Ich möchte nichts mehr mit ihr zu tun haben. Ich hatte sie damals, als ich behandelt wurde, so sehr gebeten, das außerhalb der "Kernfamlie" niemandem zu sagen und sie versprachen es. Wenn meine Mutter alt und gebrechlich ist und mich braucht - es tut mir leid. Wenn es ihr rausgerutscht wäre - aber sie hat es ja bewusst erzählt.

Beichthaus.com Beichte #00034482 vom 03.12.2014 um 00:07:26 Uhr in Garbsen (18 Kommentare).

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“Beichte

Wir ersticken im Müll!

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Engherzigkeit Zorn Unreinlichkeit

Bei uns wird lediglich einmal im Monat der Papier- und Plastikmüll abgeholt. Papier ist kein Problem, aber der Plastikmüll ist bei uns im Mehrfamilienhaus bereits nach zwei Wochen so voll, dass man nichts mehr reinlegen kann. Die Säcke müssen dann im Kellerraum gelagert werden. Denn wenn die Tonnen offenstehen, weil man sie nicht mehr schließen kann, meckert unser Vermieter - er ist weit über 80 Jahre alt und ein richtiger Miesepeter. So bleibt dann nichts anderes übrig, als schon zur Monatshälfte in den Keller auszuweichen. Ich beichte, dass ich jeden Tag eine Beschwerdemail an die Behörde schicke. Mittlerweile habe ich auch schon etliche Nachbarn, Freunde und Verwandte dazu gebracht, auch Mails zu schicken. Und damit es so richtig nervt, schicken wir auch alle zwei bis drei Tage einen Brief - denn wir sparen uns auch das Porto, da ein Nachbar sie direkt bei der Behörde einwirft. Mir tut es leid für diejenigen, die die Brief- und Mailflut bewältigen müssen, denn die hohen Personen, die schuld sind, da sie entschieden haben, dass wir im Müll ersticken, weil sie nur einmal pro Monat die Müllabfuhr schicken, kümmern sich um so etwas ja nicht.

Beichthaus.com Beichte #00034481 vom 02.12.2014 um 23:54:10 Uhr (12 Kommentare).

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Spielende Kinder vor der Tür

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Lügen Hass Boshaftigkeit Zorn Nachbarn

Ich (m) bin Rentner. Vor meinem Haus, das in einer Sackgasse ganz hinten liegt, spielen ständig Kinder. Die spielen Fußball und schreien dabei herum. Die Mädchen versauen mit Kreidemalereien den ganzen Gehweg. Ich habe versucht zu reden, zu schreien, zu drohen, aber […]
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Beichthaus.com Beichte #00034477 vom 02.12.2014 um 18:45:56 Uhr (36 Kommentare).

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Der deutsche Rechtsstaat

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Zorn Ungerechtigkeit

Ich (m/25) bekomme immer mehr Zweifel an unserem tollen Rechtsstaat. Noch bis vor Kurzem fand ich es supertoll hier bei uns in Deutschland und dachte mir, dass wir doch alle hier ein tolles Leben führen. Aber mir wird immer bewusster, wie falsch doch unser gesamtes Rechtssystem läuft. Ein Mörder, der eine junge Frau vor einem Restaurant Hirntod geschlagen hat und ein Intensivtäter ist, wird vermutlich mit einer Strafe um die drei Jahre, vielleicht sogar noch mit Bewährung davonkommen. Bei guter Führung ist er nach 18 Monaten draußen. Gleichzeitig werden zwei unbescholtene Studenten, die betrunken und leichtsinnig nach dem WM-Finale durch eine offene Klappe in ein Museum eingestiegen sind, und ein Bild abgehängt haben, vermutlich zu zehn Jahren ohne Bewährung verurteilt. Sobald Geld oder Wertgegenstände im Spiel sind, werden mehrjährige Haftstrafen verhängt. Wenn es aber um echte Gefahren für die Gesellschaft geht, um Menschenleben und Vergewaltigungen, dann kommen die Täter mit Verwarnungen und Bewährungsstrafen davon. Dass ein Herr Hoeneß Steuern hinterzogen hat, schadet mir in erster Linie erst einmal nicht. Klar, auf lange Sicht schon in irgendeiner Art und Weise, aber es schadet mir eben nicht direkt psychisch oder physisch. Gewaltverbrecher hingegen schon. Jedenfalls beichte ich, dass ich mich inzwischen schäme, in solch einem ekligen Land zu leben.

Beichthaus.com Beichte #00034475 vom 02.12.2014 um 15:24:17 Uhr (20 Kommentare).

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