Oh, Sie sprechen aber gut deutsch!

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Falschheit Vorurteile Misstrauen Gesellschaft

Letzte Woche habe ich, einem älteren Herrn mit Krückstock, die Tür aufgehalten, damit er ohne Probleme in das Einkaufszentrum eintreten kann. Er bedankte sich bei mir und sagte mir, dass solche Höflichkeitsgesten, in diesen Tagen äußerst selten geworden sind. Nun zu meiner eigentlichen Beichte: Ich täusche Nettigkeiten und Höflichkeiten vor. Es kommt nie von Herzen. Ich tue dies nur aus Imagegründen, um zu beweisen, dass nicht alle Ausländer zur Sparte asozial und nicht integrierbar gehören. Ich lebe von Geburt an hier in Deutschland und habe auch die deutsche Staatsbürgerschaft, daher war Integration nie ein Thema für mich. Meine Wurzeln sind von asiatischer Natur, nämlich aus dem Land, wo 80 Prozent der Einwohner Katholiken sind, sprich ich bin auch christlich erzogen worden und kannte auch keine religiösen Barrieren.


Ich habe drei Söhne und eine wunderschöne Frau. Meine Familie versorge ich, indem ich wie jeder normale Bürger täglich arbeite und meine Abgaben an diesen Staat leiste. Es kotzt mich wirklich an, dass wir Ausländer (auch die mit der deutschen Staatsbürgerschaft) alle in einem Topf geworfen werden, obwohl es doch offensichtlich ist, dass bestimmte ethnische Gruppen, die dem Islam angehören, viel dazu beitragen, dass das Bild vom Ausländer meist nicht positiv ist. Aus jeder Gesellschaftsschicht und aus allen ethnischen Gruppierungen gibt es schwarze Schafe, das lässt sich nicht abstreiten, dennoch sind es unsere Mitbürger, mit islamischem Glauben, die es schaffen, Misstrauen und Vorurteile gegenüber Ausländern hervorzurufen. Wenn jemand aus diesen Kreisen, eine kriminelle Straftat verübt hat, heißt es aus politisch korrekten Gründen: "Der Kriminelle ist Bürger mit Migrationshintergrund" und deswegen hasse ich diese Bezeichnung; es ist eine Verallgemeinernde Bezeichnung, da die "Bürger mit Migrationshintergrund" nicht alle islamischen Glaubens sind und meistens wird dieser Begriff bei Leuten mit islamischen Glaubens verwendet. Bei negativen Schlagzeilen wird diese Bezeichnung hervorgehoben, während bei positiven Ereignissen und Geschehnissen plötzlich der islamische Glauben erwähnt wird.


So genug von den Moslems, kommen wir zu den "eingeborenen" Deutschen. Ich kann es nicht begreifen, dass viele es immer noch nicht kapieren, dass es Ausländer gibt, die hier geboren sind und auch akzentfrei deutsch sprechen können. Man hört immer wieder, wer in einem anderen Land leben möchte, sollte die Sprache beherrschen. Warum gehen die Leute dann immer noch davon aus, dass man der deutschen Sprache nicht mächtig ist? "Oh, Sie sprechen aber gut deutsch", dass liegt daran, weil es meine Muttersprache ist, du ignoranter Volltrottel. Auch werde ich grundsätzlich mit "Du" angesprochen; ich nehme an, aufgrund meiner ethnischen Äußerlichkeit. An sich ist es ja nicht schlimm, aber wenn man von einem Polizisten so angesprochen wird, dann kann ich von unbewusstem Rassismus sprechen. Die Anrede Sie ist eine respektvolle Form, unbekannte als auch bekannte Personen ansprechen, sofern man keine persönliche Beziehung miteinander hat bzw. keine haben möchte und ich betone Respekt und diesen zeigt man nicht, wenn man einen Unbekannten mit Du anspricht. In allen öffentlichen Institutionen, sei es das Ortsamt, das Arbeitsamt, Schulen usw. werden Übersetzungen von allen möglichen Sprachen beigefügt, wenn es sich um allgemeine Informationen handelt. Was soll das? Wer es nicht versteht ist hier fehl am Platz. Deutsch ist hier Amtssprache. Und dann wundert man sich warum der Eine oder Andere immer noch so spricht als wäre er erst vor wenigen Wochen in Deutschland angekommen, obwohl man schon Jahrzehnte hier lebt. Man macht es ihm einfach indem man einfach alles auf seine Sprache übersetzt. Vieles läuft hier falsch in diesem Land und beide Seiten haben Ihren Teil dazu beigetragen. Dies sind meist meine Gründe weshalb ich höflich und zuvorkommend bin und dies nicht immer von Herzen kommt und es meist nur vorgetäuscht ist, um das Image aufzubessern. Ich erwarte keine Absolution und negative Kommentare sind nicht vermeidbar, ich wollte nur meine Falschheit begründen.

Beichthaus.com Beichte #00029748 vom 25.01.2012 um 16:29:09 Uhr (65 Kommentare).

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Schnitzeljagd

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Dummheit Peinlichkeit Schule Games

Vor ziemlich genau zehn Jahren bin ich mit meiner Familie nach Deutschland gekommen. Wir zogen aus einem kleineren Land in Südosteuropa her und hatten es wirklich nicht einfach mit der Sprache. Mein Bruder und ich konnten, dadurch dass wir die Schule bzw. den Kindergarten besuchten uns doch recht schnell in die deutsche Gesellschaft eingliedern und die Sprache lernen. Eines Tages, ich besuchte die 2. Klasse der Volksschule, wurde uns gesagt, dass wir morgen eine Schnitzeljagd machen würden. Durch die Sprachbarriere bedingt war ich der festen Überzeugung, dass sich das Wort Schnitzeljagd irgendwie vom Grillfest ableiten lässt und wir morgen wohl sowas planten. Voller Freude verkündete ich meinen Eltern die frohe Botschaft und wir kamen zum Entschluss, dass ich für den Tag ein bisschen was mitnehmen sollte. Ich packte also ein paar Schnitzel und Salat in eine kleinere Tiefkühltruhe. Meine Mutter backte mir auch ein Brot. Ich wurde zur Schule gefahren und selbst das Frühlingswetter hatte mitgespielt.


In der Schule angekommen wunderte ich mich erst mal, dass niemand etwas vergleichbares dabei hatte. Als wir uns dann in den Hof begaben um die Schnitzeljagd zu vollziehen nahm ich meine Kühltruhe mit und unten angekommen fragten mich ein paar Kameraden und die Lehrerin, was denn in dieser Box sei. Ich sagte: "Naja Schnitzel und Fleisch für die Grillparty!" Die nächsten zehn Minuten waren zugleich die peinlichsten und erniedrigendsten in meinem bisherigen Leben. Peinlich gerührt fing ich an zu heulen und wurde auch kurze Zeit später von meiner Mutter wieder abgeholt. Ich wurde das komplette Schuljahr durchgängig von fast jedem auf der Schule ausgelacht. Heute wohne ich zwar nicht mehr in diesem Ort, dennoch werde ich auch heute gelegentlich von einigen Leuten auf Party's oder in sozialen Netzwerken erkannt und angeschrieben, ob ich nicht der Junge bin, der so gerne Schnitzel jagt. Danke fürs Lesen!

Beichthaus.com Beichte #00029744 vom 23.01.2012 um 17:23:44 Uhr (38 Kommentare).

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“Beichte

Spionage Freundin

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Eifersucht Neugier Falschheit Partnerschaft München

Ich beichte, dass ich wirklich verdammt eifersüchtig bin! Damit zerstöre ich (w/23) meine Beziehungen und mich selbst.
Bei meinem letzten Freund hat es angefangen: Bereits bei unserem ersten Date habe ich sein Handy durchsucht. Ich habe ihn bis zum Erbrechen gegoogelt und wusste am Ende wohl mehr über seine Internettätigkeit als er selbst. Ich habe sein Zimmer durchsucht. Neben Fotos der Ex fand ich seine Passwörter. Ich habe mich also regelmäßig in seine Accounts eingeloggt; habe Kontakte und Nachrichten gelöscht! Zudem werde ich beim Thema Prostitution immer panisch und bekomme Herzrasen. Wenn ich nur daran denke wird mir schlecht. Dem besagten Ex-Freund habe ich sogar soweit gebracht mir zu sagen, wie oft er bei käuflichen Damen war. Die Beziehung hat alles überstanden, Schluss war dann irgendwann doch - aus einem anderen Grund. Bei meinem nächsten Freund sollte sich alles ändern. Anfangs hat das auch wunderbar funktioniert, doch dann ging es mal wieder los: Nachspionieren und Handy durchsuchen waren an der Tagesordnung. Wenn ihn eine Frau anschreibt, dann koche ich innerlich und verbanne sie aus seinem Leben, indem ich selbst tätig werde und sie vergraule oder ihn dazu bringe den Kontakt zu unterlassen. Ich weiß nicht was für ein Problem ich habe, aber es muss sich ändern! Gebeichtet habe ich nach und nach alles. Jeder Mann ist trotz Enttäuschung bei mir geblieben. Weiß der Teufel warum!
Manchmal glaube ich, dass ich mich einfach als etwas Besseres sehe. Keine 1.000 Männergeschichten und keine schmutzigen Eskapaden! Ich bin ein furchtbarer Mensch und bitte um Absolution.

Beichthaus.com Beichte #00029732 vom 17.01.2012 um 16:09:22 Uhr in 81735 München (Leinbergerstraße) (28 Kommentare).

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Meine Gäste-Bettdecke

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Fremdgehen Unreinlichkeit Ekel

Meinen letzten Freund, den ich im Sommer hatte, habe ich betrogen. Er war Südländer und krankhaft eifersüchtig. Da er ohnehin überall Gespenster sah, fand ich es legitim, es mit der Treue nicht so ernstzunehmen. Ich lernte einen netten Mann kennen, der bei und mit mir schlief. Ich habe eine zweite Bettdecke für Gäste, die ich ihm gab. Am nächsten Tag schlief mein Freund mit und bei mir. Ich gab ihm die selbe Decke, natürlich nicht frisch bezogen. Er kuschelte sich hinein und fand sie ganz wunderbar. Das gab mir einen seltsamen Kick.
Mit ihm war bald Schluss. Die Decke legte ich wieder beiseite, wieso auch neu beziehen, wenn sie so selten benutzt wurde? Vor wenigen Wochen hatte ich dann einen One-Night-Stand, für den ich die Decke wieder aus dem Schrank holte.
Nun zur eigentlichen Beichte: mein Vater schlief letzte Woche bei mir. Ich gab ihm die selbe Decke. Tut mir Leid, Papa. Ich hoffe, du kannst mir verzeihen. Ich verspreche, sie ganz bald endlich frisch zu beziehen.

Beichthaus.com Beichte #00029713 vom 13.01.2012 um 00:41:22 Uhr (18 Kommentare).

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Zufallsbeichte
“Folge

Die Lügen meines Lebens

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Lügen Falschheit Feigheit Verzweiflung Pausin

Ich beichte hiermit die größte Lüge meines Lebens. Das ganze hat eine umfassende Vorgeschichte, welche mich und meine Persönlichkeit stark beeinträchtigt hat. Mir wurde bereits mit 11 Jahren ein IQ von 153 Punkten attestiert. Alles begann daraufhin mit einem Schulwechsel auf eine Hochbegabtenschule, wo ich das erste Mal in meinem Leben mit gleichartigen Leuten zu tun hatte, dort auch das erste Mal wirkliche, wahre Freunde gefunden habe. Ich bezeichne diesen Abschnitt als den wohl glücklichsten meines Lebens, damals lief alles rund.
Die Firma meines Vaters wurde um diese Zeit übernommen und viele Mitarbeiter mussten um ihren Job bangen, weswegen er sich nach anderen Angeboten umsah. Schlussendlich bekam er ein Angebot eines Headhunters in einer anderen Stadt für eine konkurrierende Firma zu arbeiten. Mein älterer Bruder, der ein sehr umfassendes Freundesnetzwerk hatte, sträubte sich hart gegen die Entscheidung umzuziehen, ich war zu dieser Zeit noch sehr neugierig und dementsprechend eher neutral eingestellt, die Folgen konnte ich ja nicht absehen.
Wir zogen also um, in ein riesengroßes Haus, hatten zwei neue Autos und zunächst schien alles eine gute Wendung zu nehmen. Mein Vater musste geschäftlich sehr oft ins Ausland, war also nicht allzu präsent. Das es meiner Mutter schlecht ging, wurde mir das erste Mal so richtig bewusst, als diese während eines Besuches plötzlich in Tränen ausbrach. Mir hat das damals das Herz gebrochen. Ich hatte nie irgendwelche Probleme mit der Schule, meinen Bruder hat das Ganze aber extrem runtergezogen, er wurde zunehmend verschlossener, aggressiver und musste letztlich ein Schuljahr wiederholen. An sich ist das ja nicht schlimm, ich jedoch hatte zwei Klassen übersprungen und war somit in einem Jahrgang über meinem zwei Jahre älteren Bruder. Er hat es nie ausgesprochen, aber ich glaube, dass ihn das ziemlich mitnimmt.


Dann bekam ich den größten Schock meines Lebens: Durch einen Zufall war ich im Arbeitszimmer meines Vaters, dass er sonst immer hermetisch verriegelte und fand auf seinem Computer Bilder und Nachrichten einer fremden Frau. Er betrog regelmäßig meiner Mutter. Meine gesamte Welt brach damals zusammen. Könnt ihr euch vorstellen, wie das ist, wenn der eigene Vater die gesamte Familie ständig anlog? Welche seiner Geschäftsreisen waren real, welche bloß Vorwände? Damals habe ich verlernt, zu vertrauen. Das fiel mir sowieso schon schwer, da ich aufgrund meiner Hochbegabung extrem hohe Anforderungen an meine Mitmenschen hatte und diese ebenjene nur selten erfüllen konnten. Mein Bruder, meine Mutter und ich zogen also wieder zurück, in eine klitzekleine, heruntergekommene Wohnung. Wir lebten an der Armutsgrenze, unser zuvor von Markenkleidung und Ähnlichem bestimmtes Leben war vorbei.


Von diesem Punkt an begann der Bruch mit mir selbst. Ich begann, in der Fantasie gefangen, all diese Statussymbole hätten mir damals die Freunde beschafft, wie ein Berserker zu lügen. Aufgrund meiner Familienverhältnisse und der finanziellen Situation, wollte ich keine Freunde nach Hause nehmen, da mir dies unangenehm war. Ich verlor den Respekt für meine Mutter, die immer alles für uns getan hat, da sie uns das Leben, welches mein Vater uns ermöglichte, nicht bieten konnte. Auf meiner Schule lernte ich trotzdem ein Mädchen kennen. Sie stammte aus sehr, sehr gutem Hause, sah unglaublich aus. Und trotzdem hatte sie Interesse an mir. Ich hatte so furchtbare Angst sie zu verlieren. Also erfand ich gänzlich neue Familienverhältnisse und erfand die unglaublichsten Geschichten, um sie im Glauben zu lassen, dass ich ihr das Wasser reichen könne. Was mir dabei völlig aus den Augen verschwand war, dass sie mich und nicht Geld liebte. Sie war ein so vollkommenes, reines Wesen. Ich habe ihr Dinge erzählt, die ich getan hätte, die ich gesehen hätte. Alles gelogen und erfunden. Und nun liegt dieser Engel neben mir, unwissend, dass all diese Dinge nicht stimmen. Ich habe es tatsächlich geschafft, seit 6 Jahren dieses Lügenkonstrukt aufrecht zu erhalten. Ich habe eine unendliche Furcht davor, was geschieht, wenn sie alles herausfindet.

Ich gehe seit längerem zum Psychiater, der mir sagt, dass ich eventuell eine Persönlichkeitsstörung entwickelt habe. Nicht einmal mit ihm kann ich ehrlich reden. Ich habe das Mädchen geheiratet, aber bringe es nicht mehr übers Herz, diesem wunderbaren Geschöpf in die Augen zu sehen und all die Lügen die ich erzählt habe, all die Dinge, die mich so aussehen lassen, wie eine andere Person jeden Tag hochgewirbelt zu sehen. Es tut mir unendlich Leid. Es tat gut, darüber zu schreiben. Ich bitte um Absolution. Ich muss versuchen, alles zu klären.

Beichthaus.com Beichte #00029706 vom 11.01.2012 um 15:21:37 Uhr in Pausin (34 Kommentare).

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