Eine Tüte voller Essen
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Am Lenker hing eine Tüte des hiesigen Dönermannes. Da ich unsere Nachbarn gut kenne, würde es nicht auffallen, wenn ich die Einfahrt betrete. Ich wollte einfach nur gucken, was drin ist. Aber irgendwie gingen mir dann die Gäule durch und ich habe die Tüte geklaut und bin damit nach Hause. Ein Fenster nach vorne hat das Haus wegen des starken Verkehrs im Erdgeschoss nicht, nur kleine Oberlichter zum Lüften, also war die Gefahr, gesehen zu werden, gering. Sehr kurze Zeit später, ich war noch in meinem Hausflur, hörte man Geschrei vor der Tür der Nachbarn und lautes Fluchen. Verstanden habe ich zwar wenig, aber der Grund war wohl klar.
In der Tüte befanden sich drei Döner, eine dicke türkische Pizza und vier Portionen Pommes. Ich habe mich an einem Döner und dem Lahmacun mehr als nur satt gegessen und den Rest am nächsten Tag im Backofen noch einmal heißgemacht und gegessen. Die übrigen (ungesalzenen, den Fehler machen die da immer) Pommes bekamen meine drei Ratten. Doch irgendwie bekam ich ein schlechtes Gewissen. Also legte ich 25 Euro, den ziemlich genauen Gegenwert, in einen Umschlag und schrieb einen Brief dazu, in dem ich log, dass ich kurzzeitig einen finanziellen Engpass gehabt hätte und vor Hunger nicht widerstehen konnte. Den warf ich dann nachts in den Briefkasten.
Als mir mein Nachbar die Geschichte gestern erzählte, musste ich mir das Grinsen arg verkneifen und konnte es gerade noch in ein Lächeln umbiegen, das anzeigte, das ich froh wäre, dass es noch ehrliche Menschen gibt. Ich glaube, das ich, seinem leicht ironischen Grinsen nach, dennoch auf der Verdachtsliste ziemlich weit oben stehe, da ich mit dem Vater schon den einen oder anderen Joint geraucht habe und er weiß, dass ich dann alles esse, was nicht schnell genug vor mir wegläuft. In ein paar Wochen werde ich es ihnen sagen und mich auch offiziell entschuldigen. Zum Glück bin ich sportlich genug, sodass ich bei diesen Fressattacken nicht gnadenlos fett werde.