Strafe für hellhörige Nachbarn

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Hass Rache Zorn Maßlosigkeit Nachbarn

Da ich in eine neue Wohnung ziehe, möchte ich nun etwas beichten. Zur Vorgeschichte nur so viel: Meine ehemalige Nachbarin war extrem hellhörig und geräuschempfindlich, also nach 22:00 Uhr waren keine Gespräche in normaler Lautstärke möglich, geschweige denn Musik oder mal eine Party. Habe ich nach 22:00 Uhr eine der Dinge getan, kam immer nur ein dumpfes Klopfen aus der Nachbarwohnung, welches als Aufforderung, leiser zu sein, verstanden werden sollte. Ebenso wurde zu lautes Schnarchen, welches bei einer Erkältung passieren kann, durch Klopfen abgestraft. Komischerweise waren horizontalsportliche Aktivitäten mit meiner Freundin davon ausgenommen, obwohl wir dabei sicherlich auch nicht leiser sind, als ein Gespräch sein kann. Nur zum Vergleich, beim genauen Hinhören habe ich ihren Staubsauger gehört.


Nun zur Geschichte selbst: Als ich eines Abends noch Musik hörte, klopfte sie wieder. Leider war ich gerade, vielleicht weil meine Freundin nicht da war, nicht sehr geduldig und verständnisvoll. Jedenfalls habe ich über Kopfhörer auf Youtube nach Schnarchgeräuschen mit möglichst langer Spieldauer gesucht. Diese habe ich anschließend über meine Stereoanlage abgespielt, sodass klar war, dass ich das auf keinen Fall sein konnte. Danach habe ich mich in ein anderes Zimmer zum Schlafen zurückgezogen und dort eine ruhige Nacht verbracht. Ich habe sie noch vor dem Einschlafen ein paar Mal klopfen gehört, hatte jedoch kein Mitleid mit ihr.


Liebe Klopfie, ich wünsche dir, dass dein nächster Nachbar ein schwerhöriger Helene Fischer-Fan mit Schlafproblemen und einer großen Anlage wird. Möge er viele Partys feiern und dich mit seinem miesen Musikgeschmack in die Klapsmühle bringen! Dein Ex-Nachbar.

Beichthaus.com Beichte #00037147 vom 01.12.2015 um 23:51:08 Uhr (9 Kommentare).

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Der Kacke-Gott hat zugeschlagen

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Peinlichkeit Ekel Verzweiflung Sport

Früher bin ich regelmäßig Laufen gegangen und hatte vor längeren Dauerläufen (15 bis 20 km) immer das Problem, möglicherweise unterwegs Kacken zu müssen. Nun ist es aber so, dass beim Laufen, wenn sich da Druck entwickelt, in der Regel kein akzeptables Klo in der Nähe ist. Aus dem Grund hatte ich fast immer eine Notration Klopapier dabei. Durch das Rütteln, Schütteln und den angeregten Stoffwechsel über mehrere Minuten hinweg läuft das Ganze dann dummerweise immer auf letzteren Fall hinaus: es wird zusehends flüssiger. Das ist mit Klopapier schon echt ätzend, wenn man unterwegs ist. Aber ohne? Undenkbar. Ein Effekt, den ich erwähnen muss, um folgende Begebenheit besser nachvollziehen zu können:


Ich kann mich nicht erinnern, ob ich einfach vergessen habe, Klopapier einzustecken oder ob ich vorm Laufen dachte, ich müsse schon nicht kacken müssen. Spielt auch keine Rolle, jedenfalls bin ich während eines Dauerlaufs gerade 15 Minuten unterwegs, betrete sozusagen gerade die Schwelle zum Grunewald, als ich den mir so bekannten und beim Laufen verhassten Druck verspüre. Scheiße, denke ich, aber vielleicht geht der Druck ja wieder weg. Eine dumme Annahme und eigentlich weiß ich das auch. Auf Umkehren, jetzt wo ich gerade im Grunewald angekommen war, hatte ich aber keine Lust und irgendwie würde es schon gehen. Ich laufe also weiter im vollen Bewusstsein, dass ich kein Klopapier dabei habe. Egal, ich bin schließlich Optimist. Anfangs, auf den Hauptwegen, begegnen mir noch einige Leute, die den schönen Herbsttag genießen wollten und sehr entspannt wirkten. Ich wirkte wohl zusehends verkrampft. Der Druck verstärkte sich, jetzt hätte ich einiges für ein Dixi gegeben.


Langsam bereute ich meine Entscheidung, nicht umgekehrt zu sein. Fünf weitere Minuten später, ich befand mich mittlerweile auf einem etwas entlegeneren Pfad, auf welchem mir kaum Leute begegnen, begannen die Druckwellen: die Wellentäler sind schon ganz schön hart, aber die Wellenberge! Wenn solch ein Wellenberg aufbrandet, muss ich meinen Laufstil aufs Extremste anpassen - sieht wahrscheinlich aus, wie eine watschelnde Ente, da ich die Arschbacken versuche zusammenzukneifen. Nein, nein, nein, so eine Kacke, dachte ich. Mir ist klar, dass durch die anhaltende Bewegung mein Darminhalt mittlerweile ein schön flüssiger Schokoshake ist, ein sauberer Kack ist also absolut unmöglich. Vielmehr würde es eine Riesensauerei werden. Die ganze Schmiere würde sich auf dem Heimweg in die Unterhose reiben, durch die Reibung würden sich Kackekrümel bilden, es würde ziemlich stinken und zu allem Überfluss würde sich der Hintern auch noch wund scheuern.


In mir reift die Vorstellung einer offenen Wunde, in welche sich die Kackekrümel bohren. Igitt, das muss ich verhindern. Also weiterkämpfen! Aber es ist zwecklos. Vielleicht ginge es noch drei Minuten, aber wozu? Nach Hause sind es 30 Minuten. Verzweifelt und über alle Maßen unglücklich, entschied ich mich, aufzugeben. Schnell habe ich mich umgesehen, ob jemand in der Nähe ist. Nein, wenigstens da hatte ich Glück. Schnell 30 Meter rechts in den Wald rein, einen geeigneten Baum gesucht, dahinter gehechtet und in aller Hektik im letzten Moment die Hosen runtergerissen. Die Dämme brachen, es kam zur Explosion. Und wie ich da so explodiere, blicke ich rechts vor mir auf den Boden und was sehe ich? Eine ungeöffnete Packung Tempotaschentücher! Ich traue meinen Augen nicht. Ungelogen, ich fange an hysterisch zu lachen. Das gibt es doch nicht!


Ich befand mich 30 Meter vom Trampelpfad entfernt an einem x-beliebigen Baum im Grunewald und finde eine ungeöffnete Taschentuchpackung. Wäre ich nur 5 Meter weiter gelaufen, ich hätte die Packung nicht entdeckt. So viel Zufall, das gibt es nicht. Das muss ein Wunder gewesen sein. Der Kacke-Gott hat zugeschlagen. Überglücklich säubere ich meinen Hintern. Den ganzen Rückweg nach Hause und noch den ganzen Tag hatte ich ein seliges Lächeln auf den Lippen und auch heute noch, wenn ich mich daran erinnere, kommt dieses unsagbare Glücksgefühl hoch, welches ich damals empfunden habe, als mir dieses Wunder widerfuhr.

Beichthaus.com Beichte #00037145 vom 01.12.2015 um 19:34:08 Uhr (18 Kommentare).

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Wie ein Mädchen ein ganzes Dorf zerstörte

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Begehrlichkeit Dummheit Waghalsigkeit

In meiner Jugend, die länger her ist, als ich ehrlich gesagt zugeben will, lebte ich in einem kleineren Dorf. Wie das eben auf Dörfern so ist, war nicht wirklich allzu viel los, also trieben meine Freunde und ich einigen Schabernack, um die Langeweile im Griff zu halten. Wir waren wirklich eine eingeschworene Gemeinschaft. Nie wären wir auf die Idee gekommen, uns gegenseitig für unsere Streiche in die Pfanne zu hauen. Wir vertauschten beispielsweise gerne mal die Traktoren der Bauern, was wegen des Lärmpegels gar nicht mal so einfach war. Bauer X hatte dann den Traktor von Bauer Y in der Scheune stehen, und anders herum. Das ging, weil fast alle ihre Zündschlüssel in den Fahrzeugen stecken ließen. Wir klauten auch öfter mal beim Ortsfest ein Bierfass und befüllten es mit Wasser aus dem Löschteich. Alles insgesamt recht harmlose Späße.


Eines Tages jedoch, wir waren so um die 15, zog ein junges, traumhaft hübsches Mädchen zu uns. Sie war damals etwa gleich alt und wirklich eine wahre Augenweide. An ihr war alles perfekt. Ihre absolut makellose Figur wurde nur von ihrem wunderschönen Gesicht übertroffen. Ich gerate heute noch ins Schwärmen, wenn ich an sie denke. Zwischen uns Jungs begann ein Wettstreit, wer sich als Erster die Gunst dieses zweibeinigen Paradieses sichern konnte, und die Mädchen des Dorfes waren sehr erpicht darauf, mit ihr befreundet zu sein. Leider nahm dieser Wettstreit bald ziemlich unfaire Züge an. Intrigen wurden gesponnen, und unsere eingeschworene Gemeinschaft zerbrach zusehends. Plötzlich hatten alle unsere Streiche unangenehme Konsequenzen, denn irgendjemand schien uns neuerdings zu verpfeifen. Gleichzeitig umschwärmten wir das Mädchen wie die Motten das Licht und versuchten uns einzeln vor ihr hervorzutun.


Ich merkte im Gegensatz zu den anderen jedoch recht schnell, dass ich so gut wie keine Chance bei ihr hatte, und zog mich dementsprechend zurück. Dennoch wurde ich weiterhin von meinen Kumpels als Konkurrent angesehen, und von den Erwachsenen für meine Missetaten abgestraft. Teilweise auch für Dinge, die ich gar nicht getan hatte. Ich geriet zusehends ins Abseits, da ich nicht ständig um das Mädchen herumscharwenzelte, wie fast alle meine Freunde. Dem Mädchen gefiel die Aufmerksamkeit sehr, die sie von den Anderen erhielt, und führte sich bald auf wie die Bestimmerin des Dorfes. Was sie wollte, wurde gemacht. So schön ihr Äußeres war, so hässlich war jedoch ihr Inneres. Sie entwickelte zusehends eine unbändige Freude daran, die Jungs zu quälen. Sei es dadurch, dass sie beispielsweise Wettbewerbe ausrief, bei denen man seine Genitalien an den Stromzaun halten musste, und wer es am Längsten aushielt, bekam einen Kuss von ihr, oder dadurch, dass sie sie mit üblen Worten und auch Schlägen mit einer Reitgerte demütigte, wenn ihr was nicht passte.


Natürlich verlor sie durch so etwas weitere Anhängerschaft, aber es gab einen Kern der Unbelehrbaren, der für ein wenig Aufmerksamkeit von ihr so gut wie alles zu tun bereit war. Sie war auf uns Abtrünnige allerdings gar nicht gut zu sprechen, da wir ihre Autorität untergruben, und stachelte die anderen Jungs an, uns zu schaden, was diese auch ohne zu zögern taten. Ein komplett in Gülle getauchtes Fahrrad war da beispielsweise noch recht harmlos. Irgendwann gingen sie zu weit, indem sie meinen Hund mit einer am Schwanz befestigten Blechdose so lange quälten, dass er sich danach lange nicht aus dem Haus traute, und bis zuletzt Angst vor den meisten Menschen hatte. Ich sann auf blutige Rache und fantasierte lange davon, sie in eine Jauchegrube zu schubsen, oder mit Mist zu übergießen, aber das hätte weitere schmutzige Vergeltungsschläge nach sich gezogen. Stattdessen stellte ich ihr und ihrer Anhängerschaft einfach eine Falle.


Ich entwickelte eine Routine darin, das Garagentor meiner Eltern offen stehen zu lassen. Lange musste ich nicht warten, bis die anderen auf die Idee kamen, zu gucken, was man dort Schönes anstellen konnte. Mein Plan war eigentlich, sie eines Tages da drin quasi auf frischer Tat zu ertappen und meine Eltern zu holen, die dann endlich mal handfeste Beweise gehabt hätten und auch ein Machtwort hätten sprechen können. Leider hatte ich nicht daran gedacht, dass meine früheren Freunde mittlerweile jegliches Maß verloren hatten, was die Verhältnismäßigkeit ihrer Streiche anging. Kurz und gut, sie klauten eines Tages unseren alten Golf, in den sie sich zu sechst reinquetschten, und offensichtlich ein paar spaßige Runden drehen wollten. Stattdessen rasten sie jedoch geradewegs auf der Dorfstraße nahezu ungebremst in einen LKW.


Zwei der Jungs starben, einer wird sein Leben lang behindert bleiben, die beiden anderen waren immerhin schwer verletzt. Schnell wurde auch klar, wer die treibende Kraft hinter der Aktion war, und das Mädchen, das nur einige Brüche davongetragen hatte, bekam einen wirklich mächtigen Einlauf verpasst. Ihre Familie war ab da geächtet. Niemand sprach mehr mit ihnen, und sie zogen schließlich wieder weg. Ich hatte allerdings auch richtig Ärger an der Backe, weil ich vergessen hatte, das Garagentor zu schließen. Der Zündschlüssel unseres Autos hatte gesteckt, wie es eben üblich war. Natürlich hätte ich wissen müssen, dass so etwas durchaus passieren konnte, ich habe es nur eben nicht geglaubt. Meine Eltern machten sich auch lange Vorwürfe deswegen. Ich habe niemals jemandem gesagt, dass ich die Garagentür mit Absicht offengelassen hatte, um den Jungs eine Falle zu stellen.

Beichthaus.com Beichte #00037143 vom 01.12.2015 um 12:06:54 Uhr (18 Kommentare).

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Die Samenspende meines Vaters

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Fremdgehen Stolz Verzweiflung Kinder Familie

Ich (m/36) werde in einigen Monaten Vater. Eigentlich ein Grund zur Freude, doch so ist das leider nicht. Über mehrere Jahre versuchten ich und meine Frau, ein Kind zu machen. Es half alles nichts, da mein Sperma einfach für nichts zu gebrauchen ist. Ich meine, jeder hat doch den Trieb, sich fortzupflanzen, weswegen für uns beide eine Welt zusammengebrochen ist. Da wir beide aber unbedingt ein Kind haben wollten, suchten wir nach Alternativen. Eine Adoption wäre für uns nicht infrage gekommen. Meiner Meinung nach kann man ein Kind nur dann lieben, wenn es von einem selbst kommt, also eine direkte Nähe da ist.


Irgendwann kam meine Frau auf die Idee einer Samenspende. An sich war die Idee nicht schlecht, jedoch wäre es für mich untragbar, wenn meine Frau das Kind eines Wildfremden austrägt. Meine Frau akzeptierte meine moralischen Vorbehalte, wollte aber nicht von der Samenspende wegkommen. Sie variierte den Vorschlag so um, dass der Samenspende ein naher Verwandter meinerseits sein müsste. Für mich eine klasse Idee, da das Erbgut mit meinem immerhin ähnlich sei. Angesichts eines fehlenden Bruders war aber nur mein Vater in Betracht gekommen. Mein Vater sollte ein Kind mit meiner Frau kriegen? Zwar war die Theorie abstrus, mit der praktischen Umsetzung hatte ich aber keine Bedenken. Nach einigen Wochen Bedenkzeit sagte mein Vater zu, schließlich wollte er schon seit Längerem Enkelkinder. Das Arrangemant sah vor, dass meine Frau und mein Vater für das Kinderkriegen verantwortlich waren.


Ich persönlich dachte an einer künstlichen Befruchtung, jedoch kam es zu meinem Unwissen anders. Hinter meinen Rücken machten die beiden ein Kind auf klassische Art und Weise. Unfassbar, mein Vater hat mit meiner Frau geschlafen. Wieso wurde ich so hintergangen? Grund hierfür war angeblich finanzieller Natur. Klar, eine künstliche Befruchtung kostet schon was, aber mir wäre es wert gewesen. Außerdem kaufe ich das denen nicht ab. Inzwischen ist mir jeglicher Kontakt mit meinem Vater peinlich. Allein bei dem Gedanken, dass er schon über meiner Frau drübergerutscht ist, kann ich ihm nicht in die Augen sehen. Tragischerweise ist das aber nicht das einzige Problem. So langsam habe ich den Verdacht, dass ich eine Beziehung zu meinem Kind nicht aufbauen könnte, wenn ich mich nicht als richtigen Vater sehe. Ich hätte beziehungstechnisch nur eine Statistenrolle.


Ich weiß, ich war auch für die Idee, bereue es aber nicht über mögliche Konsequenzen nachgedacht zu haben. Vermutlich werde ich eines der Väter sein, die ihre Kinder nicht lieben. Momentan macht mich die Situation richtig fertig. Sobald ich meine inzwischen rundere Frau sehe, kippt mein Gemütszustand. Gerade spiele ich mit dem Gedanken einer Abtreibung. Mir ist bewusst, dass auch die Frau einverstanden sein muss, zumal sie am meisten dran leiden würde. Nebenbei könnte es ein Vertrauensbruch zwischen uns sein. Ich meine, ich war anfangs noch einverstanden damit. Meine Zweifel lösen sich aber mit der Zeit in Luft auf.


Wie zuvor erwähnt hat meine Frau schon das Vertrauensbild bereits verschmiert, indem sie mit meinem Vater schlief. Aus diesem Grund hätte ich doch etwas gut bei ihr. Hoffentlich wird sie mich verstehen, denn sonst wird es zwischen uns krachen. Naja, egal was ich tue, ich bin auf alle Fälle der Verlierer. Entweder ich bekomme ein Kind oder eines, das ich nicht liebe. Vielleicht wollte es Gott so.

Beichthaus.com Beichte #00037135 vom 29.11.2015 um 16:32:00 Uhr (46 Kommentare).

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Mein geheimes Nerd-Zimmer

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Verrat Falschheit Lügen Selbstsucht Partnerschaft

Mein geheimes Nerd-Zimmer
Ich (m/Mitte 30) bin ein Nerd. Star Wars, Star Trek, Battlestar Galactica, Herr der Ringe, Game of Thrones, The Walking Dead, Marvel und Computerspiele sind meine Welt. Aber es dreht sich nicht alles im meinem Leben um diese Themen, ich treibe Sport, engagiere mich in meinem Verein und sozial und lese auch mal Bücher, in denen es nicht um Raumschlachten oder Hobbits geht. Beide Interessengebiete trennte ich bzw. habe ich in Balance gehalten. In meiner damaligen Wohnung gab es mein "Büro" oder auch mein Gaming-Zimmer, hier hatte ich neben meiner Retrokonsolen-Sammlung auch eine schöne Anzahl an Repliken z. B. vom Herr der Ringe oder Star Wars mit denen ich den Raum dekoriert habe. Versteht mich nicht falsch, mir war das nicht peinlich. Ich finde nur, dass so ein Lichtschwert einfach nicht in die Küche oder das Esszimmer passt.


Deshalb habe ich nur das Büro damit dekoriert. Mitte 20 lernte ich dann eine wahnsinnig tolle, charmante, witzige und hübsche Frau kennen und lieben. Ihr könnt euch sicher schon denken, dass sie mit meinem speziellen Interessengebiet nichts anfangen konnte, ich versuchte auch nicht, sie zu "bekehren" oder zu überzeugen, ich vernachlässigte sie auch nicht wegen dieser Interessen, gespielt habe ich beispielsweise nur, wenn sie nicht da war, und es meine anderen Verpflichtungen es erlaubten. Nur leider war es so, dass sie alles was mit Fantasy und SiFi regelrecht hasste. Sie gestand mir, dass sie, wenn sie von Anfang an gewusst hätte, dass ich mich für so etwas interessiere, nie etwas mit mir angefangen hätte. Wenn ich z.B. durchs TV zappte und bei Star Wars hängen blieb, gab das immer einen kleinen Streit, der meist damit begann, was für ein Unsinn das doch sei.


Nach einiger Zeit haben wir uns dann dazu entschieden, zusammenzuziehen. Sie stellte nur eine Bedingung: Das ganze Fantasyzeug sollte weg, nicht nur meine Sammlung auch, dass ich so etwas schaue oder mich damit beschäftige, ansonsten würde das mit der gemeinsamen Zukunft nichts werden. Ich versuchte sie zu überreden, dass ich wenigstens ein kleines Zimmer dafür in Beschlag nehmen dürfte, da ich doch sehr an diesen Sachen hing und wir sowieso vorhatten, uns eine größere Wohnung zu suchen. Sie blieb hart. Ich stand vor der Wahl. Entweder meine Traumfrau oder meine Sammlung. Also machte ich mich daran, meine Sammlung zu verkaufen, aber ich brachte es einfach nicht übers Herz.


Mein Kumpel hatte aber eine Idee, die ich einfach nicht ablehnen konnte. Er ist das, was viele wohl als absoluten Nerd bezeichnen würden, seine Frau und er hatten sich auf einem LARP kennengelernt, die Hochzeit war stilecht im Mittelalter gehalten, auf einer Burg, meine Freundin war auf dieser Hochzeit unpässlich. Natürlich mochte meine Freundin meinen Kumpel deshalb auch nicht und hatte dementsprechend wenig bis gar keinen Kontakt mit ihm. Zurück zu der Idee meines Kumpels, seine Frau und er kauften sich ein älteres Haus (ca. 30 Kilometer von meinem Wohnort entfernt, auf meinem Weg zu meinem Arbeitsplatz), das sie im Inneren so einrichten und dekorierten, dass sogar Bilbo Beutlin neidisch geworden wäre.


Dieses Haus hat eine Keller-Einzimmer-Einliegerwohnung mit separatem Eingang. Mein Kumpel bot mir an, dass ich meine komplette Sammlung dort unterbringen und es mir einrichten kann, wie es mir passt - sozusagen als Hobbyzimmer und Rückzugsort um vor meiner "realitätsliebenden Freudin" zu fliehen, wann immer ich möchte. Außer Strom, Wasser und einen kleinen Obolus für sein Internet bzw. WLAN müsste ich für die Wohnung nichts bezahlen. Ich willigte ein und richtete es mir dort so ein, dass ich mich wohlfühlte und traf mich dort immer wieder mit meinem Kumpel, wenn es die Zeit erlaubte, aber auch mal alleine, wenn ich in Ruhe eine meiner Serien schauen wollte. Dazu wurden dann meist Überstunden geopfert oder es stand wieder ein "längeres Seminar" an. In Wirklichkeit machte ich einen Walking Dead Marathon, trank Met meinem Kumpel oder wir zockten SNES-Spiele, bis mir der Schädel rauchte.


Mittlerweile ist aus meiner Freundin meine Ehefrau geworden, wir haben ein Haus gebaut und ein Kind ist auch unterwegs. Das geheime Zimmer bei meinem Kumpel gibt es immer noch und es wird auch immer noch genutzt. Ich belüge seit Jahren meine Frau und habe riesige Angst, dass mir das Ganze irgendwann um die Ohren fliegt. Trotzdem: Wenn ich mit meiner Frau auf der Couch sitze und eine ihrer "Frauenserien" schaue, summe ich in Gedanken die Titelmelodie von Game of Thrones und überlege mir, welche Pizzasorte ich mir nächstes Mal vom Lieferdienst bringen lasse.

Beichthaus.com Beichte #00037124 vom 27.11.2015 um 21:07:39 Uhr (45 Kommentare).

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