Meine Mutter, der Messie

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Ignoranz Verzweiflung Sucht Maßlosigkeit Familie Bietigheim-Bissingen 74321

Meine Mutter ist ein Messie. Angefangen hat alles, als mein Vater und meine Mutter sich trennten. Ich war noch klein, ging gerade erst zur Grundschule. Es gab schon immer heftige Streitereien zwischen meinen Eltern. Denn einer war immer zu ordentlich, während der andere diese Ordnung einfach nicht verstehen konnte. Dabei ist sie extrem pingelig, was Sauberkeit angeht! Mein Vater verließ uns dann und meine Mutter war ganz alleine mit meinem Bruder und mir. Ihre Verwandten aus Russland sind nämlich alle dort geblieben, während mein Vater seine Familie in Deutschland hatte. Es fing langsam an und häufte sich dann immer mehr. Natürlich fiel es mir auf, aber ich dachte mir nichts dabei. Nach der Renovierung meines Zimmers blieben alle Sachen im Wohnzimmer liegen, die Küche wurde dreckiger und irgendwann warf sie nicht einmal die abgelaufenen Lebensmittel weg.


An einem Tag, als ich beschloss, ihr einen Gefallen zu tun und die Küche zu putzen, kam sie von der Arbeit und schrie mich zusammen, dass ich gefälligst alles wieder aus der Mülltonne holen sollte. Ich rannte davon, aus Angst, sie könnte noch wütender werden. So ging es, bis ich kurz vor meinem Realschulabschluss stand. Jeden Tag stritt ich mit ihr darüber. Ich konnte nicht mehr. Mein Bruder mischte sich nicht ein. Nach vielen Versuchen, Ordnung in die Wohnung zu bekommen und sogar, nachdem ich das Jugendamt anrief, änderte sich nichts. Eine "Messie-Expertin" ließ uns im Stich, aber wir versuchten trotzdem alles. Irgendwann eskalierte es und sie meinte, ich solle doch zu meinem Vater ziehen, wenn alles so schlimm wäre. Ich packte sofort meine Sachen und die neue Wohnung war purer Luxus für mich. Doch nun, da auch seit einem Jahr mein Bruder ausgezogen war, ist sie allein in der vollgestellten Wohnung. Erneut haben wir versucht, ihr zu helfen - wieder ohne Erfolg. Nun lebe ich tagtäglich mit einem schlechten Gewissen. Ich habe sie im Stich gelassen und ignoriert - allerdings mit der Angst, dass sie von einer Brücke springen könnte. Ich fühle mich schuldig, da ich jeden Tag daheim bin und sie alleine in dieser Wohnung versauert. Aber ich habe es aufgegeben, ihr helfen zu wollen. Meine Beichte ist also, dass ich die Hoffnung, meiner Mutter helfen zu können, jeden Tag ein bisschen mehr verliere.

Beichthaus.com Beichte #00031585 vom 12.07.2013 um 00:34:28 Uhr in Bietigheim-Bissingen 74321 (13 Kommentare).

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Die Lügen über meine Familie

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Lügen Falschheit Engherzigkeit Verzweiflung Familie

Ich (w) beichte, dass ich permanent lüge. Ich muss zuerst erklären, dass mir schon relativ viel Mist passiert ist. Das Ganze ist also ein bisschen kompliziert. Es fing alles an, als ich zwei Jahre alt war und bei meinem Vater Krebs diagnostiziert wurde. Als ich sechs war, starb er. Kurze Zeit später verhaftete man meinen damals 16-jährigen Bruder wegen Drogen und einigen anderen Dingen. In der Schule fingen sie an, über mich zu reden. Daraufhin zogen meine Mutter und ich weg und die Lügen fanden ihren Anfang. Ich behauptete zum Beispiel, keinen Bruder zu haben. Die Sache mit meinem Vater erwähnte ich nur dann, wenn ich nicht mehr ausweichen konnte. Wenn dann alle ihr Mitleid bekundet haben, tat ich so, als wäre ich dankbar dafür und täuschte vor, ich würde meinen Vater vermissen. Doch in Wahrheit vermisse ich ihn nicht. Wie soll man jemanden vermissen, den man nie wirklich kennenlernen konnte? Ich hatte nie viel mit meinem Vater zu tun. Er hat die meiste Zeit nur dagelegen oder war auf Schmerzmitteln.
Als wir wieder umzogen und mein Bruder draußen war, änderte ich meine Strategie. Die ganze Familie behauptet nun, mein Bruder sei zeitweilig im Internat und später bei Verwandten in Amerika gewesen. Über meinen Vater erzähle ich, dass er sich von meiner Mutter getrennt hätte und ich keinen Kontakt mehr mit ihm will. So erspare ich mir das peinliche Schweigen, das auf die klischeehaften Mitleidsbekundungen folgt. Das alles tut mir leid. Dass ich meinen Bruder verleumdet habe, und dass es mir nicht möglich ist, etwas zu fühlen, wenn ich an meinen Vater denke. Auch, dass ich meine Freunde und Bekannten anlüge und sie denken, dass mein Vater ein Mistkerl sei. Er war ein netter Mensch. Das kann ich aus Fotos, Videos und den Erzählungen meiner Verwandten schließen. Manchmal weiß ich selbst nicht mehr so genau, weshalb ich das tue. Am liebsten würde ich einfach alles erzählen, aber ich habe Angst.

Beichthaus.com Beichte #00031580 vom 11.07.2013 um 02:12:26 Uhr (11 Kommentare).

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Das unpassende Geschenk

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Peinlichkeit Trunksucht Familie

Ich muss euch eine ziemlich peinliche Sache beichten, aber um es vorwegzunehmen, euch erwartet nichts Ekelhaftes oder Sexuelles. Nun zum peinlichsten Augenblick meines kurzen Lebens: Ich bin 18 Jahre alt und habe eine sehr große Familie. Wir leben in einem Dorf und hier ist es üblich, dass man Probleme nicht nach Außen dringen lässt. Jedenfalls stand ein Geburtstag an. Ich weiß den Verwandtschaftsgrad nicht genau, jedenfalls der Bruder meiner Oma. Diesen Mann konnte ich schon immer sehr gut leiden, da er sehr herzlich und lebenslustig ist. Er wurde 70 Jahre alt und man plante eine riesige Feier. Die gesamte Sippe wurde eingeladen. Er hatte vor vielleicht drei bis vier Jahren einen schweren Schlaganfall und daher freute sich jeder auf die Feier, denn er hatte die letzten Jahre mühsam gelernt, wieder gehen zu können und relativ verständlich zu sprechen. Nun, kurz vor seiner Feier war ich eine Woche in Italien und dachte mir, ich könne ihm eine Flasche Wein zum Geburtstag schenken. Natürlich ist das relativ unpersönlich und nichts Besonderes, aber ich dachte, etwas Alkohol kommt immer gut. Vor allem weil er, wie erwähnt, so lebenslustig ist. Ich kam aus dem Urlaub zurück und einige Tage darauf gingen wir zu seiner Party. Ich freute mich total über seine gute Laune und dann kam der Zeitpunkt, an dem wir die Geschenke überreichten. Als ich dran war, umarmte ich ihn und drückte ihm die, mit Geschenkpapier eingepackte, Flasche in die Hand, mit den Worten:" Lass es krachen!!" und lachte.

Er freute sich, riss das Papier ab und schmunzelte. In diesem Augenblick wurde es im Saal plötzlich totenstill und ich war völlig verdutzt. Seine Frau begutachtete die Flasche und ich wusste nicht, was los war. Ich schaute mich um und jeder starrte mich fassungslos an. Der Bruder meiner Oma lächelte mich an und sagte: "Och Schätzchen, vielen Dank, aber ich bin trocken!" Da wurde mir schlagartig bewusst, dass er trockener Alkoholiker war. Ich lief total rot an und wusste nicht, was ich sagen sollte. Er stellte die Flasche auf einen Tisch und sagte, dass er seit 30 Jahren trocken sei. Mir war das so unglaublich peinlich, dass ich immer noch stumm war. Aber dann nahm er mich in den Arm und sagte laut, dass es ihm nichts ausmachte, und woher ich denn auch wissen sollte, dass er trocken sei, denn in dieser Familie würde doch alles immer totgeschwiegen. Mir fiel ein kleiner Stein vom Herzen und ich entschuldigte mich hundertmal, bevor ich rausging, um eine zu rauchen. Die restliche Feier verlief wie gewohnt, als wäre nichts geschehen. Seine Frau nahm die Weinflasche an sich und damit war die Sache aus der Welt. Mir tut es immer noch so schrecklich leid, aber ich bin unendlich froh, dass er so locker reagiert hat.

Beichthaus.com Beichte #00031564 vom 06.07.2013 um 12:26:04 Uhr (15 Kommentare).

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Ich hasse meinen Bruder

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Hass Faulheit Verzweiflung Zorn Familie

Ich möchte beichten, dass ich im Moment meinen eigenen Bruder (m/24) hasse. Er ist eigentlich ein recht schlaues Köpfchen und hat wirklich was drauf. Er hat nur einen Hauptschulabschluss, weil er einfach zu faul war zum Lernen. Obwohl er locker die mittlere Reife geschafft hätte. Zum Thema: Mein Bruder hat sich mit anderen Menschen schon immer schwer getan. Er ist lieber unter sich und redet auch mit der Familie kaum bis gar nicht. Er hat lange gebraucht, bis er einen entsprechenden Job gefunden hat. Erst machte er eine schulische Ausbildung zum Altenpflegehelfer, dann arbeitete er zwei Jahre als unbezahlter Praktikant in einem Dorf für Behinderte und danach begann er seine Ausbildung als Altenpfleger. Eigentlich nicht schlecht, und wir dachten alle, dass er es jetzt schafft. Zumindest die ersten zwei Ausbildungsjahre. Im dritten Lehrjahr, kurz vor Ende der Ausbildung, mussten alle eine psychologische Bescheinigung vorlegen, die die Tauglichkeit und Belastbarkeit als Altenpfleger bescheinigt. Nun gut, eigentlich kein Problem, werdet ihr jetzt denken, aber mein Bruder hat es nicht auf die Reihe bekommen, zu dem Psychologen zu stiefeln, und sich den blöden Wisch zu holen. Das dritte Ausbildungsjahr verging, die Ausbildung endete, er hatte seine praktischen und schriftlichen Prüfungen bestanden, ABER die Ausbildung war ohne diesen Schein nicht abgeschlossen.


Was macht er? Anstatt sich den Schein zu holen, gammelt er jetzt seit zwei Jahren zu Hause rum, zockt WOW und schaut sich Hunderte DVDs an. Mal arbeitet er als Pflegehelfer, dann ist er wieder arbeitslos und lebt auch noch auf Kosten unserer Mutter, weil er seinen Arsch nicht hochkriegt und zum Jobcenter geht. Ich für meinen Teil, als jüngere Schwester, habe zwei Jobs um meinen Lebensunterhalt zu finanzieren. Ich fragte meine Mutter einmal, warum sie ihm auch andauernd Geld geben muss. Ich an ihrer Stelle hätte den Geldhahn zugedreht. Denn dann muss er zum Jobcenter. Aber meine Mutter meinte nur, dann würde der arme Junge noch auf der Straße landen. Das würde wahrscheinlich sogar passieren. Ich gehe nicht mal mehr ans Telefon, wenn er anruft, weil ich weiß, dass er mir sein Leid klagt, und wie arm er doch dran ist, da die ganze Welt ihn hasst. Oder er sagt keinen Ton und wir schweigen uns an. Nein danke! Ich habe meine eigenen Probleme und keine Lust, mich auch noch mit ihm auseinanderzusetzen. Die ganzen vorigen Jahre war ich immer diejenige, die ihn bei allem unterstützt und geholfen hat. Ich habe mit ihm über alles gesprochen und ihn immer und immer wieder ermutigt und aufgebaut. Jetzt kann und will ich nicht mehr. Es ist eindeutig, dass er sich nicht helfen lassen will und im Moment kann er sich von mir aus bis ans Ende seiner Tage einsperren. Für meine Mutter tut es mir nur leid, da sie nun denkt, sie hätte bei der Erziehung versagt. Was mir im Herzen wehtut, da sie die beste Mutter ist, die ich kenne. Ich bitte hiermit um Vergebung für meinen Hass.

Beichthaus.com Beichte #00031541 vom 01.07.2013 um 15:19:23 Uhr (20 Kommentare).

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Kugelschreiber im Arm

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Gewalt Aggression Familie Lampertheim

Kugelschreiber im Arm
Ich (m) war damals sieben Jahre alt und mein großer Bruder zehn. Er hatte wohl gerade so eine Phase, in der er es furchtbar witzig fand, den ganzen Tag so lange zu nerven, bis ich irgendwann einen Wutausbruch bekam. Dies ging eine ganze Weile so. Eines Abends kam es dann so weit, dass ich einen Schlussstrich ziehen musste. Wie immer hatte ich bereits den ganzen Tag mit aller Kraft versucht, die Nervereien auszuhalten, doch dann platzte mir der Kragen. Ich wollte so schnell wie möglich den größtmöglichen Schaden anrichten. Dabei fiel mein Blick auf einen Kugelschreiber. Meine Augen sahen in das plötzlich doch sehr verängstigte Gesicht meines Bruders und dann wieder zur Spitze des Kulis, aus der ich mit zwei schnellen Klickgeräuschen die Mine springen ließ. Mit Schwung rammte ich den Kugelschreiber in den Arm meines Bruders und zog ihn durchs Fleisch. Nach einem kurzen Moment der Genugtuung fiel mir auf, was ich da vollbracht hatte. Im Nachhinein tut mir diese Aktion wirklich leid. Geblieben ist eine tiefe Narbe.

Beichthaus.com Beichte #00031530 vom 28.06.2013 um 10:50:25 Uhr in Lampertheim (13 Kommentare).

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