Von der Judenfeindlichkeit geprägt

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Vorurteile Lügen Verzweiflung Gesellschaft Freudenstadt

Ich habe etwas ziemlich Außergewöhnliches zu beichten. Ich (w/27) verheimliche meine Identität vor einigen Menschen. Dazu muss ich etwas ausholen: Ich bin das Kind jüdischer Eltern. Ich bin so erzogen worden, dass ich mir meiner Herkunft bewusst bin und darauf auch stolz sein kann. Bis zu meinem vierzehnten Lebensjahr wussten die wenigsten meiner Mitschüler, dass ich Jüdin bin. Man entwickelt ja erst als Jugendliche/r seine Identität bzw. ist sich seiner Identität bewusst. Eher beiläufig erzählte ich einer Mitschülerin, dass ich Jüdin sei, da wir das Thema Holocaust im Unterricht durchnahmen. Ich dachte mir natürlich nichts dabei, es war eben eine einfache Information. Am nächsten Schultag erlebte ich jedoch mein blaues Wunder: Es begann ein Spießrutenlauf. Mir wurden Judenwitze ins Gesicht geschleudert, ein selbst gebastelter Judenstern auf mein Pult gelegt, Bemerkungen zum Holocaust gemacht und alle anderen erdenklichen Geschmacklosigkeiten, die man sich vorstellen kann. Das Schlimme war, dass dies die nächsten Jahre immer wieder aufkochte. Ich zog mich immer mehr zurück, da ich inzwischen beinahe täglich damit konfrontiert wurde, ich wurde einfach in den Dreck gezogen. Natürlich vertraute ich mich auch einer Lehrerin an, die jedoch eher ratlos als hilfsbereit war. Meinen Eltern erzählte ich nichts - mein Vater hatte einen Schlaganfall erlitten und meine Mutter war jahrelang mit seiner Pflege beschäftigt. Ich wollte niemanden belästigen, außerdem dachte ich dummerweise, ich müsse das als Fast-Erwachsene alleine lösen.


Ich beendete die Schule, fing mein Studium an und merkte, dass ich meine wahre Identität verleugnete. Meine Freunde sind weltoffene und tolerante Menschen und von der Logik her weiß ich absolut, dass ihnen meine Ethnie egal ist. Doch sobald ich auch nur daran denke, ihnen das "Geheimnis" zu offenbaren, kriege ich Schweißausbrüche und Panikattacken und fühle mich in die Schule zurückversetzt. Da mein Nachname nicht "Jüdin" schreit, wissen es die meisten nicht und es ist ihnen auch schlichtweg egal. Ich hatte seit meinem achtzehnten Lebensjahr einen jüdischen Freund, den ich in unserer Gemeinde kennengelernt habe. Daher war es ganz logisch, dass ich kein Geheimnis vor ihm hatte. Doch nach vielen Jahren ging unsere Beziehung in die Brüche. Nun habe ich seit drei Monaten einen nicht-jüdischen Freund und habe beschlossen, dass dieses irre Theater aufhören muss und meine Kindheitstraumata nicht mein Leben bestimmen können. Deswegen habe ich heute einen Termin bei einem Psychologen gemacht, um mich endlich zu befreien und um zu sein, wer ich bin.

Beichthaus.com Beichte #00032741 vom 18.02.2014 um 23:58:53 Uhr in Freudenstadt (30 Kommentare).

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Abenteuer mit zwei Männern

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Selbstsucht Fremdgehen Lügen Morallosigkeit München

Ich (w/24) habe vor ungefähr fünf Jahren mit zwei Männern "gespielt". Es fing alles klassisch an: Zwei junge Männer fanden mich interessant und buhlten um mich. Jedes Mädchen weiß, wie sehr das einem schmeichelt. Zunächst war es absolut harmlos. Man traf sich auf einen Kaffee, ging ins Kino oder verbrachte den Tag in der Stadt. Ich ging mit beiden aus, weil ich sie einfach nett fand und es mir gefiel, angehimmelt zu werden. Es kam nie zu Küssen oder Berührungen, es war eher freundschaftlich. Doch bald merkte ich, dass ich den einen jungen Herren sehr anziehend fand. Und so entschied ich mich - zunächst - für ihn. Wir fingen eine kleine Romanze an. Doch der andere gab nicht locker und ich muss gestehen, dass auch er mir gefiel. Nun, ich bin katholisch erzogen worden und allein einen Freund "einfach so" zu haben, war etwas, das meine Eltern ganz und gar nicht gut fanden.

Irgendwie gab es mir einen Kick, auch mit dem anderen Mann etwas anzufangen. Das hört sich so furchtbar an, ist es auch. Aber mich mit beiden heimlich zu treffen, sie so um den Finger zu wickeln, Spaß mit ihnen zu haben - es gab mir einen unfassbaren Kick. Keiner wusste davon, obwohl wir in derselben Nachbarschaft wohnten. Da ich beiden erzählt hatte, dass meine Eltern es ganz und gar nicht gut finden, wenn ich mit Jungs "etwas am Hut habe", schwiegen sie beide. Mir machte es Spaß, mich zu verstecken und mit ihnen zu schlafen. Verliebt war ich in beide nicht, es war einfach ein riesiges Abenteuer für mich. Doch wie das dann so ist - sie hatten sich ernsthaft in mich verliebt. Und da merkte ich, dass ich eindeutig zu weit gegangen war. Obwohl es mir einen Kick gab, diese Nummer durchzuziehen, habe ich es dann mit beiden abgebrochen. Ich habe zwei Menschen mit Absicht benutzt, um mein kleines, geheimes Abenteuer zu erleben und es tut mir bis heute wirklich leid. Ich bitte um Absolution.

Beichthaus.com Beichte #00032735 vom 17.02.2014 um 21:58:13 Uhr in 80333 München (Weinstraße) (16 Kommentare).

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Kondome im Geheimversteck

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Ekel Unreinlichkeit Zorn Hass

Ich kann die Schwester meines Freundes nicht ausstehen. Sie ist schon seit Ewigkeiten mit ihrem hässlichen, klugscheißenden Freund zusammen. Zum Glück studieren wir alle wo anders und sind nur in den Semesterferien zu Hause. Da mein Freund und ich Besuch erwarten, […]
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Beichthaus.com Beichte #00032732 vom 17.02.2014 um 16:46:10 Uhr (14 Kommentare).

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Der Ex-Nazi im Pflegeheim

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Engherzigkeit Zorn Boshaftigkeit Gesundheit Kirchheilingen

Ich arbeite bei einem Pflegedienst und einer unserer Klienten ist ein ehemaliger Nazi. Er hat unglaublich viele Krankheiten und leidet ziemlich, aber immer wenn ich bei ihm bin, muss ich daran denken, dass er ein Regime unterstützt hat, das so viele Leben zerstörte. Ich habe dabei immer das tollste Kopfkino und stelle mir allerlei Sachen vor, die ich ihm an den Kopf schmeißen möchte - aber das darf ich ja nicht. Die einzige Genugtuung, die ich habe, ist, dass es ihm so schlecht geht, auch wenn das kein Ausgleich für die vielen Menschenleben ist. Ich bitte um Absolution, da ich einem alten Mann seine Vergangenheit nachtrage und mich an seinem Leid erfreue.

Beichthaus.com Beichte #00032723 vom 15.02.2014 um 10:09:55 Uhr in Kirchheilingen (18 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Desinfektionsmittel auf dem Geheimknopf

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Boshaftigkeit Ekel Zorn Wien

In unserer schönen Stadt hängen an den Ampeln so kleine Kästchen, welche Geräusche machen und für die Blinden zur Orientierung dienen. Diese Kästchen werden jedoch erst aktiviert, wenn man einen versteckten Knopf an der Unterseite drückt. Einige, geistig scheinbar nicht so gut ausgestattete Mitmenschen, denken jedoch, dass die Ampel für sie schneller auf Grün umschaltet, wenn sie auf diesen ominösen versteckten Knopf drücken. Das ist jedoch nicht der Fall, einzig und allein fangen diese Kästchen an, laute Geräusche von sich zu geben. Und da es immer mehr Leute zu geben scheint, die hektisch den Knopf drücken - in der Annahme, schneller die Straße überqueren zu können - habe ich mir einen Spaß erlaubt. Auf einem Auktionsportal habe ich mir eine Schachtel ersteigert, in der 500 kleine Tuben eines dickflüssigen Händedesinfektionsmittels enthalten sind. Wenn ich nachts unterwegs bin, verteile ich an den Ampeln, an denen ich vorbeikomme, den Inhalt der Tube auf dem "Geheimknopf". Mittlerweile hatte ich auch schon mehrmals das Vergnügen, zu sehen, wie Leute hektisch auf den Knopf drücken und dann angewidert ihre Hand ansehen, weil sie eine undefinierbare durchsichtige dickflüssige Masse daran haben. Ich weiß, dass es nicht in Ordnung ist, weil wahrscheinlich auch blinde Menschen das Desinfektionsmittel auf die Finger bekommen und nicht wissen, um was es sich dabei handelt. Aber es ist zu genial, den Ekel in den Gesichtern der Menschen zu sehen, wenn sie das Zeug angefasst haben. So gesehen verhelfe ich der Menschheit zu mehr Gesundheit, weil das Desinfektionsmittel die Verbreitung von Keimen verringert. Ich bitte um Absolution.

Beichthaus.com Beichte #00032678 vom 05.02.2014 um 12:08:10 Uhr in 1150 Wien (Mariahilfer Gürtel) (21 Kommentare).

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