Habe ich HIV?

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Lügen Falschheit Feigheit Selbstsucht Gesundheit

Vor über drei Jahren hatte ich eine kurze Affäre mit einer Clubbekanntschaft. Bis dahin habe ich eigentlich, außer in Beziehungen, immer safer Sex praktiziert. Als ich ein Kondom aus meiner Tasche zog, meinte meine Bettbekanntschaft so etwas wie "Ach, das brauchst du nicht. Ich nehme die Pille." Ich weiß nicht, was in dem Moment mit mir los war, aber wir haben es dann einfach ohne Kondom miteinander getrieben - etliche Male sogar. Ich verlor irgendwann das Interesse und habe erst irgendwelche Ausreden erfunden und dann den Kontakt abgebrochen. Einige Zeit später lernte ich meine Freundin kennen, mit der ich bis heute zusammen bin. Als wir eines Tages zusammen am Frühstückstisch saßen, bekam ich einige Nachrichten von meiner Verflossenen mit einem Inhalt wie "Na, erinnerst du dich noch an mich? Lass dich lieber mal auf HIV testen, du Arschloch! Ich hoffe du und deine Schlampenfreundin verreckt dran!" Mir ist vor Schock die Kinnlade runtergefallen, was auch von meiner Freundin nicht unbemerkt blieb.


Ich erfand kurzerhand eine Lüge, weswegen ich noch heute ein schlechtes Gewissen habe. Ich täuschte vor, einen wichtigen Termin völlig vergessen zu haben. Über drei Jahre lang habe ich versucht, meine Sorgen zu verdrängen. Ich hatte einfach zu große Angst vor der Wahrheit und um unsere Beziehung und ich habe mich auch geschämt, was ich bis heute tue. Vor etwas mehr als einer Woche musste ich ins Krankenhaus. Als der Arzt mir erklärte, dass standardmäßig ein HIV-Test durchgeführt werde, bekam ich einen dicken Kloß im Hals. Meine Sorgen kamen wieder in mir hoch und wurden stärker als jemals zuvor. Eine Woche lang habe ich mir die schlimmsten Sorgen gemacht und mein schlechtes Gewissen plagte mich extrem. Nun habe ich das Ergebnis. Ich bin nicht infiziert! Also wenn ich euch eines raten kann, dann ist es, immer ein Kondom zu benutzen. Mir tut das alles so schrecklich leid...

Beichthaus.com Beichte #00037637 vom 18.02.2016 um 23:32:56 Uhr (19 Kommentare).

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Ihr seid wertlos!

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Boshaftigkeit Engherzigkeit Ungerechtigkeit Zorn Schule

Mir (w/42) reicht es. Wir sind vor vier Monaten umgezogen, es ging aus beruflichen Gründen leider nicht anders, als in einen 600 Kilometer entfernten Ort zu ziehen. Für unseren jüngeren Sohn (12) hieß das natürlich: Er muss in eine neue Schule, er muss sich neue Freunde suchen. Unser Sohn ist ein sehr offener Mensch, der gerne auf andere zugeht. Leider hat er nie Gehbehinderung, und manche Kinder geben anderen nun mal gar keine Chance. Er wurde bereits innerhalb der ersten Schulstunde übel gehänselt und hatte kaum eine Chance, auf die anderen zuzugehen. Er hat alles versucht - darüberzustehen, mitzulachen, zu kontern - er bekam zwar Aufmerksamkeit, aber trotzdem wurde er ausgeschlossen. Hänseln und schikanieren? Ja. Dazugehören? Nein. In der Klasse ist es leider so, dass da vier "ganz schlimme" Schüler den Ton angeben, der größte Teil der anderen besteht aus Mitläufern, die es nicht schaffen, sich von den Vier zu lösen.


Ich bin eigentlich der Meinung, dass man es als Elternteil oft nur schlimmer macht, wenn man sich einmischt, doch ich habe bemerkt, dass es einfach nicht mehr geht. Unser Kind litt, er hatte einmal sogar gefragt, ob nach dem Tod noch etwas kommt. Also habe ich zunächst mit der Lehrerin gesprochen. Es half nichts. Ich sprach ein zweites Mal mit ihr, und zwar Klartext. Beim zweiten Mal wurde mir so richtig klar, was für ein Mäuschen von Lehrerin da vor mir stand. Wieder änderte sich nichts. Als ich ihn dann mal abgeholt habe, weil wir einen Termin hatten, bekam ich hautnah mit, wie zwei der Jungs ihn richtig umkreisten, hämische Blicke, Sticheleien, Pöbeleien. Ich bin ausgestiegen und habe diesen Kindern verbal so dermaßen den Marsch geblasen, dass sie irgendwann völlig verstört vor mir standen. Ich habe ihnen unter anderem mitgeteilt, dass sie es nicht wert sind, gemocht zu werden. Wert- und nutzlos! Denn sie sind es in meinen Augen. Ja, es gibt Menschen, die in meinen Augen wertlos sind. Sie sind nur auf der Welt, um zu schaden. Ich habe ihnen mitgeteilt, dass mir ihre Eltern richtig, richtig leidtun, dass sie an allem, was in ihren Familien schiefläuft, völlig alleine schuld sind, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass ihre Eltern sie lieben.


Seither kam nie mehr etwas vor. Ja, ich bin mir sicher, dass bei vielen solcher Kinder zu Hause die Welt nicht in Ordnung ist, und dass sie alles andere als gute Eltern haben. Doch ich habe ihnen völlig absichtlich das alles gesagt. Denn mit zwölf Jahren hat selbst das Kind mit der schlimmsten Horrorfamilie so langsam zu kapieren, dass man rücksichtsvoll miteinander umgeht. Mein Sohn hat zur schlimmsten Zeit kaum noch gegessen, nicht schlafen können, hatte richtige Panik, wenn es auf den Abend zuging und der nächste Tag immer näher rückte.


Seit ein paar Wochen hat unser Sohn nun endlich Freunde in der Schule gefunden. In der Klasse scheinen sich manche Kinder endlich aus ihrer Mitläuferrolle herausgefunden zu haben. Die vier Jungs sind laut meinem Sohn ziemlich still geworden. Armselige Kreaturen sind sie in meinen Augen immer noch, aber solange sie Ruhe geben, gebe ich sie auch. Zur gleichen Zeit, als ich den Jungs die Leviten gelesen habe, ging von meinem Mann und mir auch ein gepfefferter Brief an die Schulverwaltung. Seit einem Monat hat die Klasse nun eine Lehrerin und einen Lehrer, die sich die Klassenleitung quasi teilen. Beide noch sehr jung, nett und gerecht, aber durchsetzungsfähig und kein Vergleich zum Mäuschen.

Beichthaus.com Beichte #00037636 vom 18.02.2016 um 19:16:30 Uhr (21 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Wie man Bücher in der Bib versteckt

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Faulheit Selbstsucht Trägheit Studentenleben

Ich (w/25) schreibe gerade die Grundlagen meiner Masterarbeit. Ich gehe dafür immer in die Bibliothek, weil ich dort ablenkungsfrei arbeiten kann. Jeden Tag schleppe ich meinen Laptop und die ausgeliehenen Bücher mit mir herum. Eine zusätzliche Tüte neben den fünf großen Wälzern in meinem Rucksack ist Standard. Ich war es leid, das zu tragen, deshalb habe ich nach einer Möglichkeit gesucht, um diese Bücher irgendwo zu lagern und da es sogar Mietfächer gibt, dachte ich, für 10 Euro im Monat wäre es gut angelegtes Geld. Aber leider gab es keine freien Fächer mehr. Deshalb habe ich mich entschlossen, meine Bücher in der Bibliothek zu verstecken. In dem Zeitungsregal gibt es auch Fächer, bei denen das Cover vorne hängt, und dahinter in einem Schubfach liegen dann die Zeitschriften der letzten zwei Jahre. Das unterste, leere Fach "gehört" jetzt mir. Ich lege dort einfach sämtliche Bücher hinein. Ich beichte also, dass ich aus Faulheit meine Bücher nicht schleppen möchte und damit Platz in der Bibliothek beanspruche. Solange ich die Grundlagen bearbeite, werde ich es wohl weiter so machen. Wenn ich aber nur noch ein paar Bücher mit mir herumtrage, dann werde ich mein Verhalten ändern.

Beichthaus.com Beichte #00037633 vom 18.02.2016 um 09:20:56 Uhr (8 Kommentare).

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Der Bürokaufmann Ingrid

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Vorurteile Arbeit

Als ich (w) seinerzeit als junges Mädchen in der Ausbildung war, habe ich beim Eintragen der Datensätze festgestellt, dass manche Leute sich beispielsweise Bürokaufmann, Wirtschaftsprüfer etc. nennen, obwohl sie weiblich sind. Ich habe dann absichtlich bei einem BürokaufMANN namens Ingrid oder einem Wirtschaftsprüfer namens Anneliese immer "Herr" eingetragen. Ich habe kurze Zeit später dann allerdings erfahren, dass zu der damaligen Zeit der Beruf immer die männliche Form hatte und die Frauen sich somit auch Bürokaufmann nennen mussten. Danach habe ich es gelassen. Bei Namen, die Unisex sind, trage ich allerdings auch heute noch Herr ein, wenn da Bürokaufmann steht, denn Gerit, Kai, Vivian, Sascha, Elisa, Nicola oder Maxi können schließlich männlich oder weiblich sein, und wenn dann auch noch die männliche Form angegeben ist, gehe ich von einem Mann aus.

Beichthaus.com Beichte #00037631 vom 17.02.2016 um 20:31:32 Uhr (13 Kommentare).

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Meine Arbeit als Sicherheitskraft

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Falschheit Lügen Boshaftigkeit Hochmut Engherzigkeit

Ich (w) bin jetzt seit vier Jahren bei einer Sicherheitsfirma beschäftigt. Zuvor, nach der Schule, hatte ich nicht viel gemacht, war sogar die meiste Zeit arbeitslos. Bei meinem jetzigen Arbeitgeber habe ich es als Frau sehr gut, denn man muss für den Dienst in der AfA eine gewisse Frauenquote vorweisen können und die meisten Sicherheitsfirmen haben Probleme, weibliche Sicherheitskräfte aufzutreiben. Deshalb genieße ich auch ein hohes Ansehen bei meinem Arbeitgeber. Die Einweisungen und Lehrgänge waren ziemlich easy und der Job an sich auch. Die Flüchtlinge hier in der Stadt sind in einer ehemaligen Kaserne untergebracht.


Was ich jetzt erst kennengelernt habe und sehr genieße, ist die Macht, die ich über die Flüchtlinge habe. Verantwortung einerseits, aber das "über anderen stehen" finde ich extrem prickelnd. Meine männlichen Kollegen nutzen die Situation wirklich aus und schreien die Leute bei jeder Situation an. Ich zeige ihnen lieber durch Missachtung und den Blick von oben, wo sie in der Hierarchie stehen. Ab und zu, vermehrt am Wochenende, scheiße ich sie auch zusammen, ob mit oder ohne Grund. Meist Frauen oder Kinder, das verschafft Respekt. Bitte versteht mich nicht falsch, ich bin politisch völlig neutral bzw. lebe unpolitisch, aber auf andere Menschen herabzuschauen hat schon wirklich etwas für sich. Ich hätte das nicht von mir gedacht.


Ich habe jetzt von meinem Onkel sogar ein Angebot ausgeschlagen, der mich in seinem Unternehmen zur Bürokauffrau ausgebildet hätte. Ich sagte, dass mir der jetzige Job wegen der guten Bezahlung gefällt. Das war eine Lüge, aber ich hätte meinem Onkel ja nicht die Wahrheit über die Ablehnung sagen können, da wäre er entsetzt gewesen. Den Bruder meines Vaters anzulügen war unangenehm, daher die Beichte.

Beichthaus.com Beichte #00037630 vom 17.02.2016 um 18:38:04 Uhr (37 Kommentare).

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