Die neue Identität

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Lügen Falschheit Schule

Ich (m/20) wohne in einem kleinen Dorf und bin dort jemand, der keinem auffällt und ein langweiliges Leben führt. Letzten September habe ich aber eine Schule in München begonnen und ich kannte keinen meiner Mitschüler. Nach anfänglicher Zurückhaltung fiel mir auf, dass ja niemand weiß, wie ich wirklich bin, und ich begann, ein neues "Ich" für die Leute in München zu schaffen. Angefangen von supergeilen Wochenenden, bis hin zu diversen Frauengeschichten - die natürlich alle frei erfunden waren - glaubten sie mir alles. Mittlerweile bin ich ein angesehenes Mitglied der Klassengemeinschaft und nicht, wie all die Jahre davor, nur der unscheinbarer Mitläufer. Auch wenn ich im Inneren genau weiß, dass dieses Bild von mir selbst nicht existiert, gefällt es mir trotzdem sehr gut. Warum also immer in derselben Haut gefangen bleiben, wenn man doch einen Neuanfang hat. Es tut mir nur für meine Klassenkameraden leid, weil ich sie seit Monaten belüge und keiner ahnt, dass ich in keiner Weise so bin, wie alle denken, dass ich es bin. Entschuldigung, aber mittlerweile gibt es kein zurück mehr.

Beichthaus.com Beichte #00032973 vom 31.03.2014 um 20:13:26 Uhr (10 Kommentare).

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Kaffee in München

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Verschwendung Maßlosigkeit Auto & Co. Braubach

Vor zwei Jahren habe ich mit einem Kumpel eine recht abgefahrene Aktion gestartet. Wenn wir an der Konsole gezockt haben, warfen wir uns immer total sinnfreie und bescheuerte Ideen zu, was wir einmal im Leben gemacht haben müssten. Stunden später saßen wir im Auto und fuhren von Frankfurt nach München. Warum? Weil wir dort am Bahnhof einen Kaffee trinken und dann wieder zurückfahren wollten. Der Aufenthalt dauerte dann ganze zehn Minuten, ehe wir wieder zurückfuhren. Einfach so. Das ist total sinnlos, aber das ist immer noch eine tolle Story in unserem Freundeskreis. Wir sind übrigens keine Vollassis, sondern Männer, die mit beiden Beinen im Leben stehen und tolle Jobs haben, deshalb bitte ich um Absolution für unsere beschränkte Idee.

Beichthaus.com Beichte #00032263 vom 20.11.2013 um 16:19:13 Uhr in Braubach (19 Kommentare).

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Der Angeber

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Hochmut Selbstsucht Ignoranz Maßlosigkeit Verschwendung

Ich protze durch die Gegend und bin ein Angeber, aber ich gelobe Besserung. Ich arbeite hart und bekomme dafür sehr viel Geld, aber ich behandele auch meine Mitarbeiter gut. Meine Frau hat mich vor drei Jahren verlassen, da ich, wegen meiner Arbeit, kaum Zeit für sie hatte. Vor meinem Haus steht eine protzige Karre, um die mich jeder beneiden würde und die ich bar bezahlt habe. Das Auto stelle ich mit Absicht nicht in die Garage, sondern in die Einfahrt, damit es jeder bewundern kann. In München fährt es übrigens nur sechs Mal herum, man fällt damit einfach auf. Aber damit nicht genug, nein ich parke auch gerne vor dem Fenster eines großen Fast-Food-Restaurants oder einer Eisdiele und setze mich dann in den Laden rein, um mir die Kommentare anzuhören. Und die Frauen? Tja, wenn ich Lust auf eine schöne Frau habe, leihe ich mir eine aus, also kaufe sie mir. Mit ihnen gebe ich auch an, schließlich sind es sehr schöne Frauen, die auch nicht billig sind, aber sobald mir langweilig wird schiebe ich sie wieder weg. Das ist irgendwie traurig, aber es macht mir einfach Spaß. Normal bin ich nur bei meinen besten Freunden, überall sonst muss ich mit meinem Geld angeben - und wenn ich dazu einem Obdachlosen einen Zwanziger in den Hut schmeiße, natürlich so, dass es jeder sieht. Irgendwann bestelle ich mir eine Russin, die meinen Haushalt führen soll. Ich glaube, ich bin ein echter Egoist und wenn es einen Preis für Angeber geben würde, würde ich gewinnen.

Beichthaus.com Beichte #00031769 vom 19.08.2013 um 16:27:45 Uhr (127 Kommentare).

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Das Schlafshirt

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Unreinlichkeit Ekel Falschheit Dating Arnsdorf

Das Schlafshirt
Ich bin in der Mitte meiner Zwanziger und wohne in München. Ich gehe gerne aus und lerne so auch einige Frauen kennen. Wenn ich Single bin, nehme ich die eine oder andere auch gern mit nach Hause. Wenn es dann ans Zubettgehen geht, fragen mich die Frauen oft nach einem Schlaf T-Shirt. Wozu eigentlich, wenn doch klar ist, dass sie es drei Minuten später eh wieder ausziehen wird? Ich habe dafür ein spezielles T-Shirt, das ich mal von einer Ex-Freundin geschenkt bekommen habe. Meine Beichte ist, dass ich dieses Shirt noch nie gewaschen habe, obwohl es bestimmt schon zehn Mädels anhatten! Am Anfang war es, weil ich es einfach in den Schrank zurückgelegt und vergessen hatte. Auf der einen Seite finde ich die Vorstellung irgendwie lustig und verbinde mit diesem T-Shirt viele schöne Erinnerungen. Auf der anderen Seite weiß ich natürlich, dass es ekelhaft ist und ich habe das Gefühl, das Vertrauen der Mädchen zu betrügen, dass ich ihnen nichts ekelhaftes antun werde.

Beichthaus.com Beichte #00031201 vom 14.05.2013 um 20:24:16 Uhr in Arnsdorf (18 Kommentare).

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Der ungerechte Lehrer

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Boshaftigkeit Aggression Rache Ungerechtigkeit Schule München

Vor einigen Jahren besuchte ich die 13. Klasse eines Gymnasiums in Bayern. Wir waren der letzte Jahrgang mit dem G9 und so war der Jahresstoff und auch die Anforderung selber für den Erwerb des Abiturs doch ganz schön hoch. Neben der Seminararbeit gab es neben den Pflichtfächern auch Wahl- und Profilfächer. Doch das Schwierigste war die Seminararbeit, sprich die erste wirklich selbstständig geschriebene "wissenschaftliche" Arbeit als Vorbereitung auf den Studiengang. Sie umfasste etwa 20 Seiten und trotz sehr hohem Input musste ich bei diesem gewissen Lehrer eine schlechte Note einstecken, was mir tierisch auf den Keks ging, denn es zog meinen Gesamtschnitt doch erheblich runter. Das Ganze hätte mich vermutlich nicht einmal annähernd gestört, wenn ich die Seminararbeit als etwas angesehen hätte, was man zwar erledigen muss, aber sonst kein Interesse von meiner Seite dafür vorhanden wäre. Doch es war mein Lieblingsfach Sozialkunde und nachdem ich mir die Korrektur des Lehrers ansah, um sie zu verstehen, stellte ich fest, dass die Arbeit über größere Etappen hinweg nicht sorgfältig korrigiert wurde, dass Rechtschreibfehler, Satzbau- und Grammatikfehler angestrichen wurden, wo keine waren und ebenso der Lehrer wohl auf dem letzten Drücker den Korrekturstift angesetzt und frei nach Bauchgefühl entschieden hatte. Trotz Protesten von meiner Seite war es aussichtslos, denn der Lehrer war auch Fachbetreuer und gleichzeitig auch mein Klassenlehrer in der 13. Klasse und da ich nicht noch mehr Stress und Benachteiligungen durch Racheaktionen riskieren wollte, beschloss ich, mich damit abzufinden. Der Lehrer hatte einen sehr ungeordneten Unterrichtsstil und doch machte er durch seine offene und witzige Art einiges wett. Er war recht sympathisch und im Prinzip mochte ihn jeder, auch ich. Das Schuljahr war in etwa schon halb gelaufen, als der Lehrer immer höhere Ansprüche in dem Fach stellte und so kam es dazu, dass auch richtige Asse in unserer Klasse bei seinen Fächern keine Eins oder Zwei mehr erreichen konnten. Das ist bei Lernfächern wie Geschichte vollkommen unverständlich und auch Mitschüler, welche sonst immer eine Eins in Deutsch hatten, schafften bei seinen Arbeiten keine Zwei mehr.


Es entwickelte sich fast schon regelrechter Hass in der Klasse gegen diesen Lehrer, da er auch von Zeit zu Zeit kurze Ticks hatte, in dem er Schüler vollkommen grundlos vor der Klasse bloßstellte oder bei Korrekturen von Arbeiten besonders schlechte Exemplare verwendete, um sie vor der Klasse zu korrigieren und immer wieder zu betonen, wie falsch die Antwort von Schüler XY war. Mir platzte der Kragen und so schlug ich eine Art mediale Hexenjagd vor und im Zeitalter der Social Networks fokussierte sich das Gesprächsverhalten auch nach der Schule in unserer geschlossenen Gruppe eines großen Social Networks hauptsächlich gegen den Lehrer. Da selbst in vorherigen Gesprächen der Rektor keinen Handlungsbedarf sah und der Lehrer sich selbstverständlich keiner Schuld bewusst war, schmiedeten wir Pläne, um uns irgendwie zu rächen und es beteiligten sich immer mehr Schüler daran. So verfassten wir jede Woche eine Art Rezension und sendeten ihm diese anonym per E-Mail. Es flossen keine Beleidigungen oder hasserfüllte Mails; wir sprachen lediglich Situationen an, in welchen wir Probleme mit seinem Unterrichtsstil und seiner Korrektur sahen. Wir schafften es aber leider nicht, irgendetwas zu bewirken und nun schlugen manche Mitschüler immer radikalere Methoden vor, dem Verhalten des Lehrers Einhalt zu gebieten.


Es blieb aber bei den Briefen und statt Hausaufgaben oder Übungsaufsätzen gab jeder die aktuellste Rezension fein säuberlich ausgedruckt und unterschrieben, termingerecht beim Lehrer ab. Irgendwann platzte ihm der Kragen und er versuchte, uns einzuschüchtern. Nachdem er die halbe Klasse beleidigt hatte, stand ich auf und entgegnete ihm lautstark diverse Äußerungen, unter anderem Fragen, ob er denn sicher sei, den Beruf des Lehrers verstanden zu haben und richtig ausführen zu können, ob er Sadist sei, dass er gefälligst seinen Ton herunterschrauben solle und ähnliche Phrasen. So ging das weiter und es schalteten sich immer mehr Schüler ein und irgendwann verließ er die Klasse, wir hatten ihn rausgemobbt. Er kam an diesem Tag nicht wieder, auch die Woche darauf nicht. Kurzum, er kam gar nicht wieder und auch die Schulleitung hielt sich bedeckt und wir bekamen einen anderen Lehrer, bestanden das Abi und ich entschloss mich, an der LMU in München zu studieren. Heute sah ich diesen besagten Lehrer in der Mittagspause in einem Fast Food Restaurant wieder und wechselte mit ihm einige Wörter. Er fragte mich nur eine Sache "hier essen oder mitnehmen?"

Beichthaus.com Beichte #00031007 vom 10.04.2013 um 15:32:57 Uhr in München (27 Kommentare).

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