Vom Einkaufsleiter zum Faulenzer

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Maßlosigkeit Trunksucht Faulheit

Vor acht Monaten habe ich (m/42) meine Arbeitsstelle als Einkaufsleiter wegen einer Insolvenz verloren. Ich saß im Anschluss praktisch vier Wochen lang regungslos auf dem Sofa und konnte kaum noch denken. Dann bin ich in ein noch tieferes Loch gefallen. Bei mir gegenüber ist eine Kneipe, dort treffen sich morgens die Schichtarbeiter vom Tagebau, um nach der Arbeit noch ein Bierchen zu trinken. Ich gehe da seit Monaten auch morgens hin. Von vier Bier morgens habe ich mich locker auf das Dreifache gesteigert. Da mein Arbeitslosengeld wirklich überdurchschnittlich ausfällt, kann ich mir das auch locker leisten. Mittlerweile habe ich alle Kontakte zu Freunden und Verwandten abgebrochen, ich gehe auch nicht mehr zum Lauftreff, alle Vereinsmitgliedschaften habe ich gekündigt. Essen ist für mich zur Nebensache geworden. Mittlerweile bin ich vom Gelegenheitsraucher zum Kettenraucher geworden. Selbst die Körperpflege habe ich auf ein Minimum reduziert, insbesondere als meine Frau vor vier Wochen ihre Koffer gepackt hat und ausgezogen ist. Ich kann es ihr nicht verübeln, denn sie hat mich mehrfach angebettelt, mich wieder in den Griff zu bekommen.


Jetzt denkt sich natürlich jeder, wenn einer sein Problem erkennt, warum ändert er es nicht? Das ist schwerer als man denkt, denn es fehlt mir jeglicher Antrieb. Ich schleppe mich tagtäglich in die Kneipe, mehr geht nicht. Kürzlich kam es zu einer Schlägerei, mir fehlt seitdem der vordere Schneidezahn, was solls, ist mir egal. Für heute bin ich auf dem Arbeitsamt einbestellt worden. Jetzt gerade habe ich mich entschieden, nicht zu gehen, ich will einfach nicht. Ich sitze hier auf meinem Barhocker, habe das iPad vor mir und schreibe diesen Text, um mein Gewissen etwas zu erleichtern. Der Vermittler auf dem Amt bekommt gleich eine E-Mail, in der ich mich krankmelde.

Beichthaus.com Beichte #00035299 vom 22.03.2015 um 13:56:49 Uhr (15 Kommentare).

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Die feindliche Schalkeflagge

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Vandalismus Morallosigkeit Trunksucht Silvester

Vandalismus und blinde Zerstörungswut verurteile ich heute aufs Schärfste, doch in meiner eigenen Jugend war ich selbst ein respektloser Raufbold, der grundlos anderer Leute Eigentum beschädigt hat. Es überkam mich jedoch nur einmal, in einer Silvesternacht: Gemeinsam mit einem Freund zog ich in den späten Morgenstunden durch meine Nachbarschaft, als wir auf die hirnrissige Idee kamen, die Radkappen umstehender Autos zu stehlen und später zu verkaufen. Im Rausch haben wir einen zuvor entwendeten Nothammer an den Seitenspiegeln der Autos getestet - leider mit Erfolg. Schließlich sind wir noch in einen nahegelegenen Schrebergarten eingebrochen, und haben die feindliche Schalkeflagge gestohlen. Sie liegt noch heute zusammen mit den Radkappen irgendwo tief vergraben unter anderem Schrott in meinem Keller und erinnert mich daran, dass ich selbst mal einer von denen war, denen ich heute harte Strafen für ihr Treiben wünsche. Mir möge mein jugendlicher Leichtsinn vergeben werden.

Beichthaus.com Beichte #00035276 vom 19.03.2015 um 11:06:03 Uhr (5 Kommentare).

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“35.000

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Betrunken in Frankreich

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Trunksucht Schamlosigkeit Neugier Ekel Last Night

Ich bin gerade in einem Erasmusaufenthalt in Frankreich und wohne gezwungenermaßen in einem hiesigen Studentenwohnheim. Wie das als Ausländer - und vor allem als Erasmusstudent so ist, ist man quasi dazu verpflichtet, jede Festlichkeit, die sich bietet, mitzunehmen und natürlich auch das eine oder andere Bierchen zu naschen. Man hat ja als Deutscher die Bierkultur hochzuhalten, hört sich vielleicht komisch an, aber sobald man sich im Ausland bewegt, ertappt man sich des Öfteren, dass man sich auf dieses Stereotyp der unerreichten deutschen Braukunst beruft. Wie dem auch sei - zugetragen hat sich Folgendes: Der Zenit der Campusparty war längst überschritten und ich hatte demnach Unmengen von alkoholischen Leckereien inhaliert, wiedergefunden habe ich mich auf einer kurzen Afterhour im besagten Wohnheim. Wie das wohnheimtypisch so ist, ähnelt ein jedes Stockwerk exakt dem Anderen. Ich muss mich in der siebten Etage befunden haben, als mich der langsam anbahnende und immer stärker werdende Stuhldrang forcierte, mein eigenes Schlafgemach schnell aufzusuchen, eine Stange Lehm aus den Lenden zu pressen und in der Wonne meiner durchgelegenen Matratze in den Schlaf zu gleiten.


Praktisch, dachte ich mir beim Verlassen der Afterparty - der Flur ist ja meiner, 20 Meter dann links und dann bin ich ja schon da. Nur blöd, dass ich vergessen hatte, die vier Etagen zu meinem Reich runterzugehen. Mein Türäquivalent war offen und ich trat ein. Zuerst bemerkte ich nicht, dass ich mich nicht in meiner Wohnung befand, erst als ich mich auf dem Keramikthron platzierte, hemmungslos entspannte und mich vollkommen dem befreienden Gefühl der Erleichterung hingab. Mein Blick schweifte umher und ich erkannte zwangsläufig an Duschgel, Postern und Handtüchern, dass ich mich nicht bei mir befand. Nach vollendetem Geschäft erklärte ich die Toilette umgehend für Lebewesen mit funktionierendem Geruchsepithel als Sperrzone - für die kommenden drei Jahre. Eigentlich wollte ich mich schnellstmöglich auf den Heimweg machen, doch beim Verlassen der Toilettenräumlichkeit ergriff mich ein starker und unnachgiebiger Drang der Neugier, wer denn hier wohnt. Ich trat ein und eine ganz passable Brünette lag schlafend im Bett.


Ich fasste das nicht erschallende "raus hier" als Einladung, mich im Zimmer und Küche umzusehen, netterweise waren noch Crêpes da und ich snackte erst einmal gefühlte 37 der bretonischen Eierkuchen und bediente mich am Saftarsenal aus dem Kühlschrank, bis ich dann beschloss, schlafen zu gehen. Neben der Französin. Was das dann am nächsten Morgen für verstörende Blicke ihrerseits hervorgerufen hatte, könnt ihr euch sicher denken, mittlerweile ist einige Zeit vergangen und ich besuche diese Madame des Öfteren, man konzentriert sich dabei aber nicht auf Crêpes essen, so viel sei gesagt. Ich bereue, dass ich mit meinem unmoralischen Verhalten noch auf einen grünen Zweig gestoßen bin, und meine nächtliche Unverschämtheit noch erfolgreich war. Meiner Meinung nach sollte keine Tat folgenlos bleiben.

Beichthaus.com Beichte #00035274 vom 18.03.2015 um 23:13:10 Uhr (10 Kommentare).

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Haufen im Fahrradkeller

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Ekel Peinlichkeit Trunksucht

Ich bin mal besoffen mit einem Freund in den Fahrradkeller eines Hauses gegangen, in welchem wir vorher gewohnt hatten. Wir waren gerade in der Gegend und wollten mal nachsehen, ob noch alles seine Ordnung hat. Daher wussten wir auch, dass der Fahrradkeller meist offen war. Dort lag, weil wohl gerade eine Familie umgezogen ist, ein großer Schrank drin - da ich dringen aufs Klo musste, wir allerdings nicht mehr in diesem Haus gewohnt haben, habe ich kurzerhand in den Schrank gekackt und eine Glasscheibe, die neben dem Schrank lag, darauf gedrückt. Als wir dann fast schon wieder gehen wollten, kam eine Mieterin und fragte, was ich dort denn machen würde. Ohne etwas zu sagen, sind wir aus Angst schnell weggelaufen. Man hat wohl eh gerochen, was da passiert ist. Und den Hintern konnte ich mir auch nicht abwischen. Man hat das gejuckt. Tut mir leid, liebe Mieterin, dass ich so feige war.

Beichthaus.com Beichte #00035255 vom 14.03.2015 um 04:22:13 Uhr (4 Kommentare).

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Bepinkelte Sitze an der Haltestelle

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Trunksucht Dummheit Ekel Unreinlichkeit

Ich (m/33) bin Student der Chemie und befinde mich in einem Austauschsemester in Frankreich. Gestern Abend war ich selbstverständlich wie immer feiern und betrank mich auch gut. Auf dem Heimweg musste ich plötzlich stark pissen. Ich kam an einer Tramhaltestelle vorbei und dachte mir, es wäre lustig, einfach mal auf die Sitze dort zu pissen, was ich denn auch tat, da niemand in der Nähe war. Ich entleerte meine Blase also auf allen Sitzen dort, unter großem Gelächter meinerseits. Dann ging ich nach Hause. Heute Morgen wartete ich verkatert auf meine Tram, bis ich realisierte, dass ich mich auf den Sitzen, auf denen ich saß, am Abend zuvor entleert hatte. Aus dem Studium weiß ich, dass Urin schnell trocknet, aber den typischen Uringeruch bemerkte ich trotzdem, woraufhin ich sofort aufsprang. Vielleicht war das auch meine Strafe für meine Aktion gestern. Ich möchte also meine Urinaktion, sowie meine eigene Dummheit beichten. Aber irgendwie haben es diese Franzosen auch verdient.

Beichthaus.com Beichte #00035207 vom 06.03.2015 um 14:37:37 Uhr (9 Kommentare).

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