Nackt in der eigenen Küche

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Zorn Ungerechtigkeit Schamlosigkeit Nachbarn

Ich (m/34) lebe seit zwei Monaten in einer Wohnung im zweiten Stock im höchsten Gebäude im Umfeld. Dadurch dachte ich bisher immer, dass meine Fenster von außen nicht einsehbar wären. Und das war mir ganz recht, denn ich laufe zu Hause immer nur in Shorts oder ganz nackt herum, einfach aus Faulheit und weil ich mich so wohlfühle. Letzten Monat jedoch lag ein nicht frankierter Brief in meinem Briefkasten mit dem Befehl, ich hätte mir gefälligst etwas anzuziehen, wenn ich meine Küche beträte, denn man könne mich von einem Balkon gegenüber des Parkplatzes gut sehen. Insbesondere abends, wenn das Licht an sei. Würde ich dem keine Folge leisten, würde man mich wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses anzeigen.


Ich war erschrocken, denn es lag mir fern, mit meiner Nacktheit irgendwen zu belästigen. Doch irgendwie fand ich es auch komisch, denn der erwähnte Balkon, er gibt nur einen, liegt zu weit weg, um mit bloßem Auge mehr als nur ein fleischfarbenes Etwas erkennen zu können. Und tatsächlich fand ich nach ein paar Tagen heraus, dass die Bewohnerin, eine Frau Mitte 50, unsere Nachbarschaft mit einem Fernglas beobachtet. Als sie bemerkte, dass ich sie sehe, ließ sie es schnell sinken. Ich schrieb daraufhin einen netten Antwortbrief, dass sie nicht das verdammte Recht habe, mit einem Fernglas in meine Küche zu spannen und dass sie nun selbst Besuch von der Polizei bekäme. Im Übrigen könne sie mich nicht anzeigen, da ich auch bei Einsicht das Recht habe, nackt in meiner Wohnung herumzulaufen, solange ich keine sexuellen Handlungen an mir vornehme, mit der Absicht, dabei gesehen zu werden. Das stimmt, denn dazu gibt es mehrere Urteile. Also mache ich so weiter wie bisher: Wenn noch einmal etwas von der Alten, die übrigens so eine Art selbst ernannte Blockwartin ist, kommt, mache ich das auch. Ich belästige niemanden, aber ich lasse mich auch nicht belästigen.

Beichthaus.com Beichte #00037865 vom 18.03.2016 um 15:17:27 Uhr (11 Kommentare).

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Nicht alle AfD-Wähler sind dumm!

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Zorn Ungerechtigkeit Politik

Ich möchte beichten, dass es mich tierisch ankotzt, dass alle AfD-Wähler als Idioten angeprangert werden. Ich selbst habe auch die AfD gewählt, weil meine Tochter mehrmals von Asylbewerbern verfolgt und sexuell belästigt wurde. Ich weiß, dass nicht alle Asylanten so sind. Aber ich will auch, dass meine Tochter sicher zur Arbeit gehen kann - ohne Angst haben zu müssen. Ich gebe ehrlich zu, dass ich auch nicht mit allen politischen Zielen der AfD einverstanden bin. Aber was die Flüchtlingspolitik angeht, ist sie die einzige Partei, die vertritt, was ich mir wünsche. Und an alle die jetzt sagen ich sei ein Nazi: Ihr wisst nicht, wie es sich anfühlt, wenn die eigene Tochter Opfer von solchen Taten wird. Ich bin ehrlich, wenn das den Nachbarn passiert wäre, hätte ich nicht die AfD gewählt. Da es aber meine Familie betrifft, bin ich diesen Schritt gegangen. Ich hoffe, ihr versteht das.

Beichthaus.com Beichte #00037862 vom 18.03.2016 um 09:15:15 Uhr (44 Kommentare).

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Kein Trinkgeld für den Pizzaboten

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Geiz Ungerechtigkeit

Ich beichte, dass ich Pizzaboten generell kein Trinkgeld mehr gebe. Bis kurz vor der Einführung des Mindeslohns habe ich selbst noch als Auslieferfahrer gearbeitet - für sechs Euro die Stunde. Seitdem sind die Preise extrem in die Höhe geschnellt und die Angestellten bekommen nun 2,50 Euro mehr. Das finde ich auch absolut fair, noch mehr kann und will ich aber nicht zahlen.

Beichthaus.com Beichte #00037833 vom 15.03.2016 um 01:33:05 Uhr (15 Kommentare).

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Mein Kampf gegen Alltagsrassismus

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Vorurteile Ungerechtigkeit Zorn Gesellschaft

Ich (25) bin gebürtige Lateinamerikanerin mit europäischen und nordafrikanischen Vorfahren. Meine Mutter und ich leben seit 1998 in Deutschland, wir sind beide integriert, beherrschen die deutsche Sprache fließend und haben schon immer gearbeitet. Schon als Kind trug ich Zeitungen aus oder half in der Nachbarschaft gegen Geld aus, um meiner Mutter etwas unter die Arme zu greifen und mir selbst etwas leisten zu können. In der Nachbarschaft waren wir stets bekannt und wurden auch gemocht. Für unsere Nachbarschaft, die überwiegend Deutsche waren, spielte unsere Herkunft nie eine große Rolle und wir wurden auch so angenommen, wie wir sind. Dennoch habe ich bis heute mit Alltagsrassismus zu kämpfen. In der Schule, die zwar zum Großteil aus Migranten bestand, wurde ich häufig wegen meiner Herkunft auf das Übelste beschimpft, beleidigt und sogar geschlagen. Sowohl von Deutschen als auch von Migranten aus dem arabischen Raum oder dem Kosovo, die einen noch dunkleren Teint hatten.


Die Lehrer unternahmen jedoch nichts und dies ging bis zur weiterführenden Schule so weiter. Meine "Integration" ging sogar so weit, dass ich mich immer noch versuche, mich auch optisch anzupassen. Ich habe mir bereits als Kind schon die Haare chemisch geglättet, mich stets gut gekleidet und die Haare heller gefärbt. Glücklicherweise habe ich grünbraune Augen und durch meine europäischen Vorfahren einen mediterranen Teint, sodass viele denken ich sei Halbdeutsche. Wenn es nicht so wäre, hätte ich meine Haut wohl sogar mit kosmetischen Mitteln aufgehellt. Blöderweise habe ich die markanten Gesichtszüge meiner afrikanischen Vorfahren und fühle mich deshalb auch unwohl. Seitdem ich weiß, dass man durch einen chirurgischen Eingriff auch etwas daran ändern kann, spare ich für eine Rhinoplastik, um meine Nasenflügel verschmälern zu lassen. Das Mobbing hatte zwar aufgehört, da ich nach der 10. Klasse auf das Gymnasium ging und in der neuen Schule neue Freunde gefunden habe, jedoch geht der Alltagsrassismus weiter.


Ich werde weiterhin oft unterschätzt, falsch eingeschätzt oder sexualisiert - wegen meiner offensichtlichen Herkunft. Als ich nach dem Abitur eine Ausbildung gesucht hatte, musste ich in manchen Betrieben den Einstellungstest zwei Mal machen, weil ich des Betruges bezichtigt wurde! Ich bekam sogar Absagen, weil ich angeblich nicht ins Bild des Klientels passen würde. So stand es in einigen Absagensschreiben schwarz auf weiß! Dabei habe ich mich gepflegt und schlicht gestylt präsentiert. Hosenanzug, Schuhe mit leichtem Absatz, schlichte Hochsteckfrisur, schlicht geschminkt und zwei Spritzer Jasminparfüm. Glücklicherweise habe ich nach etwas über einem Jahr doch eine Ausbildung gefunden, diese erfolgreich beendet und ein duales Studium im selben Betrieb angefangen.
Privat ist es leider so, dass ich oft in eine Schublade gesteckt oder zwischendurch auf offener Straße beleidigt werde. Und das in einer westfälischen Großstadt!


Eine Liebesbeziehung ist auch nicht einfach, da Männer und Frauen mich für einen One-Night-Stand halten, obwohl ich noch nie einen hatte und bisher nur zwei längere feste Beziehungen hatte. Ich ziehe mich auch eher sportlich an, statt aufreizend, da ich in meiner Freizeit viel Sport betreibe und es praktischer ist. Auf Partys wurde ich auch begrapscht, oft mit der Begründung, dass "schwarze Frauen" eh immer willig sind und mein Körper für Sex gemacht sei. Wenn ich mich dagegen wehre, da ich schon seit 12 Jahren kickboxe, werde ich immer als aggressive "Schwarze" abgestempelt, obwohl ich keine bin. Oft werden mir Sachen zugesprochen, die gar nichts mit meiner Persönlichkeit zu tun haben. Beispiele dafür sind: Ich könne singen, beherrsche jeden Tanz der Welt, nehme Drogen, wäre gut im Bett und vieles mehr!


Meine Beichte ist, dass ich immer, wenn mir jemand mit irgendeinem rassistischen Mist ankommt, demjenigen am Liebsten die Fresse polieren möchte, aber meine Erziehung sagt mir, dass ich weder rechtliche Konsequenzen haben möchte, noch möchte ich mir meine Hände schmutzig machen. Glücklicherweise sind nicht alle Menschen so und ich bin froh und vor allem dankbar dafür, dass ich in Deutschland eine gute Zukunft habe, obwohl meine Mutter und ich von ganz unten anfangen mussten und dass ich offene und ehrliche Menschen als Freunde habe.

Beichthaus.com Beichte #00037824 vom 14.03.2016 um 10:37:42 Uhr (32 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Ich will doch nur eine Perspektive!

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Verzweiflung Ungerechtigkeit Zorn

Ich (25) führe ein armseliges Leben! Den ganzen Tag gammele ich nur rum oder poliere mir den Schleckstengel zu irgendeinem versauten Filmchen. Klar, eine Weile lang habe ich mich wirklich bemüht mein Leben in den Griff zu bekommen, aber niemand gab mir auch nur ansatzweise die Chance, mein Können unter Beweis zu stellen. Unzählige Bewerbungen wurden, trotz meines guten Notendurchschnitts, einfach mit der üblichen Absage abgeschmettert. Bei Praktika und anderem war ich immer nur der Depp, der nicht nur ausgenutzt, sondern auch noch lächerlich gemacht worden ist. Bemühungen jeglicher Art wurden als selbstverständlich angesehen oder nur mit einem: "Ja, ganz nett" kommentiert. Ich habe mir bei unzähligen Stellen den Arsch aufgerissen und anstatt mir dann die Ausbildung oder die Stelle zu geben, bekamen meist irgendein alter Sack oder Arbeitsloser die Stelle, obwohl die nicht mal ansatzweise die eigentlichen Anforderungen erfüllten. Außer man zählt Rauchen und sich über die jüngere Generation beschweren als Kompetenz.


Neun Jahre intensiver Bemühungen, bis ich allen den Mittelfinger gezeigt habe. Klar, das Leben ist kein Kinderspiel und die anderen Bewerber brauchen auch einen Job und eine Chance, aber mal ehrlich, sollten nicht eher die jungen Leute dann diese Chance bekommen, vor allem wenn sie klassifizierter dafür sind? Je älter ich werde, um so beschissener wird meine Einstellung gegenüber mir, meinen Mitmenschen und dieser total abgefuckten Welt. Dabei sollte ich doch gerade jetzt in der Blütezeit meines Lebens stecken. Stattdessen sitze ich hier, mit der einen Hand am Sack und mit der anderen diesen Text schreibend. Ich will doch nur eine verdammte Perspektive haben!

Beichthaus.com Beichte #00037815 vom 12.03.2016 um 21:58:08 Uhr (9 Kommentare).

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