Monster mit Monsterguss und Monsterfüllung

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Vorurteile Engherzigkeit Schwangerschaft Kinder Hilzingen

Ich (w/28) beichte, dass ich nicht in der Lage bin, Kinder zu mögen. Ich möchte sie nicht verabscheuen, aber ich kann nicht anders, das Gefühl ist stärker als ich. Als ich noch zu jung war, um Kinder zu bekommen, dachte ich immer, dass ich früher oder später Lust drauf kriegen würde und habe mir sogar vorgestellt, so ungefähr im Alter von dreißig Jahren zwei zu bekommen. Das schien mir ideal, nicht zu jung, ausreichend Zeit vorher noch etwas zu erleben, aber auch nicht so alt, um später auszusehen, als ob die Oma das Kind von der Schule holt. Jetzt bin ich im passenden Alter und obendrein noch glücklich verheiratet, aber wider Erwarten hat sich der Wunsch nach einem Baby nie auch nur für eine Sekunde eingestellt. Je mehr Bekannte rund um mich schwanger werden desto mehr stößt mich der Gedanke ab. Es sind nicht unbedingt die vollen Windeln und das Geschrei, die mich anekeln, und auch nicht die Angst vor Dehnungsstreifen, sondern eher der Gedanke, dass unsere Welt kein schöner friedlicher Ort ist, und dass ich ohne schlechtes Gewissen kein Kind zwingen möchte, darin zu leben.


Versteht mich nicht falsch, ich bin nicht unglücklich, hier zu sein, aber mir ist ständig bewusst, dass ich wahnsinniges Glück hatte und im Gegensatz zu den meisten Menschen auf unserem Planeten auf der Butterseite des Lebens geboren wurde. Und sogar auf der Butterseite ist es nicht immer einfach und manchmal jeder Tag ein Kampf. Und diese Gedanken haben irgendwann dazu geführt, dass ich Neugeborene nur mit Abscheu betrachten kann. Ich bin zwar intellektuell fähig, zu kapieren, dass das falsch ist, aber dieses Gefühl des Abscheus kommt einfach über mich, ohne dass ich etwas dagegen tun kann. Ich halte mich möglichst fern von Babys, und alle meine Freundinnen und Bekannten wissen, dass sie mich nicht zu fragen brauchen, ob ich ihr Baby mal halten möchte. Ich kann diese kleinen rosa Würmchen einfach nicht süß finden. Außerdem sind Menschen in meinen Augen meistens, wie Dr. Perry Cox schon sagte, Monster mit Monsterguss und Monsterfüllung, was mich direkt zu dem Schluss führt, dass Babys, so lieb und unschuldig sie auch sein mögen, nichts anderes sind als Mini-Monster. Ich habe mich natürlich im Griff und trage diese Gedanken nicht auf der Zunge, und ich würde auch niemals unfreundlich zu einem Kind sein, wenn ich doch mal mit einem zu tun habe.


Das ist auch dringend nötig, denn paradoxerweise komme ich bei Kindern sehr gut an, zumindest bei denen ab einem Alter, wo man schon in ganzen Sätzen mit ihnen kommunizieren kann. Ich kann mir auch denken, woran das liegt: Ich benutze zwar eine altersgerechte Ausdrucksweise, aber keine verblödete Babysprache. Ich tatsche sie nicht ungefragt an, zwinge sie nicht zu Begrüßungsküssen, wuschel ihnen nicht durch die Haare und behandele sie nicht wie kleine Idioten. Außerdem bin ich unter anderem deshalb eine beliebte Spielgefährtin, weil ich recht geschickt bin, was Basteln und Handarbeiten angeht. Auch so manches beschädigte Lieblingsspielzeug habe ich schon erfolgreich repariert, was schon oft Freudenschreie der kleinen Besitzer ausgelöst hat. Ich würde auch lügen, wenn ich behaupten würde, dass mich das nicht freut. Aber um ein eigenes Kind zu wollen, ist die Freude eben doch nicht groß genug. Offenbar gibt es Menschen, die Kinder kriegen sollten und welche, die die Finger davon lassen sollten, und ich gehöre zu letzteren. Es tut mir leid.

Beichthaus.com Beichte #00036473 vom 27.08.2015 um 07:23:46 Uhr in Hilzingen (18 Kommentare).

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