Zimmerarrest für Studenten
Beichthaus.com Beichte #00034712 vom 28.12.2014 um 12:18:10 Uhr in 90451 Nürnberg (23 Kommentare).
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Danach war ich pünktlich, schuldbewusst und zerknirscht bei meiner Vermieterin, die mich sogleich aufgebracht damit konfrontierte, meine Eltern anrufen und mich rausschmeißen zu wollen. Ich geriet sehr in Zugzwang, weil ich das unter allen Umständen vermeiden wollte, und mir blieb nichts anderes übrig, als den Rat des Sohnes zu befolgen und um besagte Abmilderung zu betteln. Als sie nach einigem Überlegen tatsächlich zusagte, fiel mir ein Stein vom Herzen. Wir einigten uns auf einen drei Wochen andauernden Zimmerarrest (Pfingstferien eine Woche Vorlesungszeit) mit Bettpflicht um Punkt 21 Uhr. Umfangreicher Putzplan. Aufs Klo darf man kurz über den Flur, zum Baden wird man geschickt. Und schließlich gibt es am Ende eine Note, wenn die nicht passt: Rausschmiss. Da ich tatendurstig meine Schuld abtragen wollte, beeilte ich mich, bei den Details diensteifrig zu nicken und gelobte mit Händedruck beste Noten abzuliefern. In den Folgetagen gewöhnte sie mich dann an den Arrest. Als aber am vierten Abend statt der Mutter plötzlich die Tochter erschien, die Hände in die Hüften stemmte und mich richtig ins Bett scheuchte, fiel es mir mit offenstehendem Mund erst auf, dass wir ja nicht abgemacht hatten, wer meine Pflichten kontrolliert.
Da es das alte Kinderzimmer der Offizierstochter war, das ich zugesaut hatte, diese deshalb natürlich richtig sauer war und Genugtuung einforderte, trat die Mutter nun auffallend in den Hintergrund und ich durfte meine Noten die nächsten 16 Tage meist bei der Tochter abliefern - einer resoluten und ehrgeizigen Persönlichkeit, die auch laut werden konnte, wenn ich z.b. Putzdienst hatte und die, wie nun klar wurde, über meine Endnote entscheidet. Obwohl mir die peinliche Situation bewusst war, ich aber beste Noten gelobt hatte empfand ich es sogar selbst als gerecht und respektierte sie deshalb. Den Sohn hat es gefreut. Bisher war immer er die Kröte - nun konnte er es mir morgens auf dem Flur vorm Klo genüsslich unter die Nase reiben, dass er um 22 Uhr noch TV schaut, während ich um 20 Uhr 59 unter Schwesterchens unerbittlichem Blick Richtung Bett flitze. Er ersparte es mir auch nicht, dass kürzlich beim Kaffeetrinken mit der Nachbarin die Mutter die Tochter lobte, weil sie beim Putzen und in-die-Wanne-schicken "nur noch einmal etwas sagen muss" und es klappt tadellos und ohne Widerworte. Ich muss also beichten, dass ich im dritten Semester noch so unselbstständig war, dass ich Zimmerarrest bekam und bitte um Absolution.