Amaretto Di Saronno von meinem früheren Arbeitgeber
Beichthaus.com Beichte #00039250 vom 21.01.2017 um 00:45:06 Uhr in 53773 Hennef (14 Kommentare).
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Die völlig überarbeitete Chefin (gelernte Fleischereifachverkäuferin) und ihr Mann (Metallbauer o. Ä.) waren mir dabei keine Hilfe: Die Chefin hatte nie Zeit mir ihre Wünsche richtig zu erklären, ihr Mann dagegen knallte mir öfters eine Schale mit meiner Ansicht nach ordentlich zubereitetem Nudel- oder Kartoffelsalat hin, maulte mich kurz mit: "So eine Scheiße!" an und verschwand wieder in seinem Büro, ohne mir auch nur im Ansatz zu erklären, was er denn so Scheiße fand. Eines Morgen rief er mich wieder in sein Büro und eröffnete mir, kaum dass ich die Tür zugezogen hatte, dass er mir zum Monatsende kündigt. Im Anschluss daran musste ich ihm allen Ernstes erklären, dass eine Kündigung SCHRIFTLICH erfolgen muss! Das Kündigungsschreiben, das er in meinem Beisein tippte, bestand im Wesentlichen aus dem ungelenken Satz: "Dem zur Probe eingestellten Herrn X kündigen wir hiermit fristgerecht." Dann musste ich ihn noch darauf aufmerksam machen, dass auf einen Brief ein Briefkopf gehört!
Am Nachmittag war ich so fertig, dass ich auf der Heimfahrt erst einmal angehalten habe, um eine Viertelstunde zu heulen, bevor ich meine Familie informieren konnte. Ich hatte noch etwa 10 Tage zu arbeiten. In dieser Zeit habe ich alles geklaut, was ich unauffällig verschwinden lassen konnte: Ein Buch aus dem Pausenraum, eine Flasche Spülmittel und noch viele andere kleine Gegenstände, an die ich mich schon nicht mehr erinnere. Mein schönstes und teuerstes Beutestück war aber eine eigentlich zum Aromatisieren von Billig-Tiramisu gedachte Literflasche "Amaretto Di Saronno". Um die Sachen aus dem Betrieb zu schmuggeln, habe ich die Sachen meistens in ausgespülte Ketchupeimer gepackt, zusammen mit dem Müll rausgebracht, im Container versteckt und nach Feierabend auf dem Weg zum Auto mitgenommen.
Ich habe fast ein halbes Jahr gebraucht, um diesen leckeren Likör zu trinken. Jedes Mal habe ich mich diebisch (!) über meinen Gratis-Amaretto gefreut, mit dem ich meistens meinen Kakao verfeinert habe. Um eine bleibende Erinnerung zu haben, habe ich dann noch von der leeren Flasche das Etikett abgelöst, um es als Lesezeichen zu verwenden. Das Buch habe ich übrigens auch noch, es handelt sich um "Das Buch der Katastrophen" - eine Kurzgeschichtensammlung des Dadaisten Hermann Harry Schmitz. Die Diebstähle bereue ich nicht, denn die betrachte ich als Ausgleich für die unfaire Behandlung durch den Mann der Chefin. Das Einzige, was ich bereue, ist die Tatsache überhaupt in dieser Metzgerei gearbeitet zu haben.