Die Nacht im Möbelladen

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Waghalsigkeit Neugier Last Night Jestetten

Die Nacht im Möbelladen
Ich (m/22) verbrachte die Nacht in einem Möbelhaus. Mir war abends einfach langweilig ohne meine Freunde, die alle über die Osterfeiertage weggefahren sind. So ging ich eben ins Möbelhaus, um mir die Zeit zu vertreiben. Es war schon so spät, dass schon per Lautsprecher aufgefordert wurde, den Laden zu verlassen. Ich wollte mich schon auf den Weg machen, bis mir eine geniale Idee kam. Schon immer war es mein Traum, mal eine Nacht alleine in einem Geschäft zu verbringen. Also versteckte ich mich unter einem Bett und wartete auf das Erlöschen der Lichter. Doch es war die Hölle! Ich musste geschlagene drei Stunden warten, da noch Mitarbeiter dauernd rumliefen und das Licht permanent an war. Um Mitternacht war die Luft endlich rein, sodass ich mich umsehen konnte. Zunächst bereute ich es, nicht meine Taschenlampe mitgenommen zu haben, denn sehen konnte ich erst wenig. Doch glücklicherweise fand ich in den Ein-Euro-Ramschkisten tatsächlich eine funktionierende Taschenlampe. Als Erstes bediente ich mich am Bonbonteller am Infostand. Wirklich meinen Hunger stillen konnte ich damit nicht, aber lecker war es allemal. Mit meinen letzten zwei Euro holte ich mir noch eine Cola aus dem Automaten, um es richtig krachen zu lassen.

Ich legte ich auf einer Couch hin, bis ich irgendwann einpennte. Zu allem Überfluss schlief ich bis sieben Uhr morgens, was richtig heikel wurde. Der Chef des Möbelhauses, oder wer auch immer das war, machte die Lichter an. Ab da an dachte ich: "Ach scheiße, jetzt bin ich am Arsch". Raus konnte ich jetzt nicht, da noch kein Kunde den Laden betritt und ich so aufgeflogen wäre. Also musste ich noch eine Stunde warten, bis die ersten Kunden kamen. Ich verließ dann das Geschäft, als wäre nichts gewesen und war wirklich froh, wieder raus zu sein. Jetzt im Schreiben fällt mir wieder ein, dass meine Colaflasche noch dort ist. Naja, es war doch immerhin sehr lustig. Ich bitte um Absolution, weil ich niemanden mit meinem Verhalten geschadet habe.

Beichthaus.com Beichte #00035392 vom 04.04.2015 um 14:21:51 Uhr in Jestetten (15 Kommentare).

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Meine Veganerscham

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Falschheit Lügen Hochmut Ernährung Gießen

Ich (m/29) beichte hiermit, dass ich seit meiner Kindheit Veganer bin. Ich versuche das jedoch, wann immer es mir möglich ist, mit abstrusen Ausreden zu verbergen. Damals fand ich es einfach nur peinlich, den Leuten Umstände zu machen, zum Beispiel wenn ich bei Kumpels nach der Schule Mittag gegessen habe. Und seit vor ein paar Jahren die Mode aufkam, dass alles und jeder zum Veganer wurde, schäme ich mich für meine Ernährungsgenossen. Dieses Moralapostelgelaber geht mir auf den Geist, zumal mir Massentierhaltung und Ähnliches völlig Latte sind - Fleisch, Käse und Milch schmecken mir einfach nicht, ich finde das Zeug eklig. Es ist wirklich ätzend, wie ein Großteil dieser Leute einem ihr Essverhalten auf die Nase bindet und ich möchte mit derlei Personal nicht über einen Kamm geschoren werden. Diese Verheimlichung führt im Alltagsleben oft zu Schwierigkeiten: Bei Grillabenden mit Kommilitonen führe ich immer an, keinen Hunger zu haben und ernähre mich von Bier und Zigaretten und die Eltern meiner Freundin sind seit zwei Jahren sauer auf mich, weil ich bei ihnen noch nie zu Mittag gegessen habe. Aber die kann ich eh nicht leiden. Ich werde jedoch innerlich fuchsteufelswild, wenn mich einer der wenigen Mitwisser "outet", obwohl diese nichts von meiner objektiv betrachtet völlig lächerlichen Veganerscham ahnen.

Beichthaus.com Beichte #00031965 vom 28.09.2013 um 20:25:46 Uhr in 35392 Gießen (Frankfurter Strasse) (20 Kommentare).

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