Die launenhaften Frauen

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Aggression Zorn Engherzigkeit Vorurteile Partnerschaft

Ich möchte beichten, dass ich meinem Freund regelmäßig das Leben zur Hölle mache - zwei Tage vor meiner Periode. Es ist nicht meine Absicht, ich denke auch nicht, dass er das verdient hat, aber an diesen Tagen ist mit mir einfach nicht gut Kirschen essen. Es gab eine Phase in unserer Beziehung, als wir immer dann, wenn es so weit war, einen so heftigen Streit hatten, dass einer Schluss gemacht hat. Wir haben uns danach zwar immer wieder zusammengerauft, aber jedes Mal hat es einen Riss in der Beziehung hinterlassen. Weil ich später nicht verstehen kann, wie es zu so etwas kommen konnte, und es mir so schrecklich leidtut, gebe ich meinem Freund inzwischen immer wieder Narrenfreiheit, indem ich ihm seine Launenhaftigkeit auch verzeihe, die mich früher die Wände hochgetrieben hat. Besonders, wenn er mal Stress im Beruf hatte, versuche ich mich mit Nachsicht, Verständnis und Gesten, wie zum Beispiel seinem Lieblingsessen, zu revanchieren, da er auch sehr verständnisvoll ist, wenn ich gereizt und unausstehlich bin. Ich nehme inzwischen sogar Beruhigungsmittel, sodass ich dann "nur" noch rumjammere, sonst aber zahm bin. Mein Freund hat dann zwar immer noch alle Hände voll zu tun, aber wir schlagen uns wenigstens nicht mehr die Köpfe ein. Ich beichte, dass ich meinen sehr lieben Freund, der sicherlich eine bessere Behandlung verdient hat, jeden Monat so drangsaliere, mich dabei absolut nicht mehr unter Kontrolle habe, und damit das Vorurteil über Frauen weltweit, die unter PMS leiden, auf schlimmste Weise bestätige.

Beichthaus.com Beichte #00032371 vom 08.12.2013 um 13:25:16 Uhr (47 Kommentare).

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Stinkende Kunden

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Ekel Unreinlichkeit Engherzigkeit Arbeit Diepholz

Stinkende Kunden
Ich (m/22) arbeite in einem Büro, in dem wir täglich Kunden empfangen. Man muss sich unser Büro ungefähr so vorstellen, dass es einen Eingangsbereich gibt, in dem man dann in einen der drei Büroräume weitergehen kann. Mein Büro ist ungefähr 20 Quadratmeter groß. Wir empfangen pro Tag und pro Büro ungefähr 25 Leute. Was ich beichten möchte? Mir geht es tierisch gegen den Strich, dass sich manchmal Leute unter das Volk mischen, die so abartig stinken, dass ich Würgeanfälle bekomme. Manchmal riecht es so, als hätten sie das ganze Jahr lang noch keine Seife gesehen. Merken diese Leute eigentlich gar nichts mehr? Inzwischen habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, den Leuten zu zeigen, dass sie stinken. Ja, ich weiß, dass sich das nicht so gehört, und dass der Kunde König ist, aber irgendwer muss den Leuten doch beibringen, dass ihr Körpergeruch einfach nur abartig ist. Wenn so eine Person dann tatsächlich in mein Büro kommt, halte ich mir demonstrativ die Hand vor die Nase und mache das Fenster auf. Leider hat es bisher noch nichts gebracht, aber ich gebe mein Bestes, um die Welt ein kleines bisschen besser zu machen.

Beichthaus.com Beichte #00032346 vom 04.12.2013 um 12:15:46 Uhr in 49356 Diepholz (16 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Das kalte Deutschland

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Vorurteile Engherzigkeit Falschheit Gesellschaft

Ich (w/22) studiere und leite parallel ehrenamtliche Seminare, in denen es um Rassismus und Critical Whiteness geht. Ich diskutiere gern über Themen wie Asylpolitik, Gender und eben Rassismus und vertrete dann immer eine linke Position, von der ich auch sehr überzeugt bin. In letzter Zeit hege ich allerdings widersprüchliche Gedanken. Denn ich bin vor einem Jahr aus dem Süden Deutschlands in den Norden gezogen. Vorher war ich für ein Jahr im Ausland und kam dann zurück ins kalte Deutschland und dann auch noch in den Norden. Seit ich hier wohne, merke ich, wie ich zunehmend Vorurteile gegenüber den Norddeutschen aufbaue. Ich habe ständig das Gefühl, dass die Leute sich zwar gegenseitig anstarren, aber man grüßt sich nicht, selbst wenn man seit einem Jahr in den gleichen Seminaren sitzt. Die meisten Leute sind extrem reserviert und reden so gut wie gar nicht mit Fremden. Ich interpretiere das als Ängstlichkeit - niemand will auffallen. Selbst wenn DozentInnen Fragen an die Gruppe stellen, zum Beispiel "Wollt ihr jetzt eine Pause machen?", herrscht einfach nur Schweigen. Ich bin nicht selten die Einzige, die antwortet. Inzwischen ist es mir auch egal, dass ich so über das "Schicksal" der ganzen Gruppe entscheide. Selbst Schuld, wenn sie ihren Mund nicht aufmachen!


Außerdem suchen sich die meisten ihre FreundInnen anscheinend im ersten Semester und bleiben dann auch immer nur in der anfänglichen Konstellation ohne Interesse an einer freundlichen Unterhaltung mit jemand anderem zu zeigen. Teilweise habe ich mich leider auch schon angepasst und laufe inzwischen ebenfalls mit gesenktem Blick an Leuten vorbei, die im gleichen Kurs mit mir sind, weil ich weiß, dass sie eh nicht auf die Idee kommen, Hallo zu sagen. Es macht keinen Spaß, immer zu grüßen und freundlich zu sein und nur einen leeren Blick zur Antwort zu bekommen. Natürlich kenne ich auch einige Leute besser und habe hier Freunde. Im Grunde sind die Menschen ja überall auf der Welt gleich. Aber diese merkwürdige Stimmung zwischen Fremden hier geht mir auf den Geist und führt dazu, dass ich mich inzwischen lieber mit Leuten anfreunde, die aus dem Ausland oder aus anderen Teilen Deutschlands kommen. Ja, ich habe Vorurteile gegenüber Norddeutschen und bin deswegen öfter mal genervt. Ich hoffe, das ist nur eine Art Kulturschock, der wieder vergeht. Ich bitte um Absolution!

Beichthaus.com Beichte #00032327 vom 01.12.2013 um 15:04:56 Uhr (44 Kommentare).

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Für eine tolerante Gesellschaft

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Vorurteile Zorn Internet Gesellschaft

Mir gehen diese ewig-gestrigen Braunköpfe, die neuerdings überall im Netz ihre überholten und gleichen Tiraden verbreiten, so was von auf den Senkel. Diese Leute sollten nicht noch mehr Aufmerksamkeit bekommen. Das ist es nämlich, was sie zum Überleben brauchen. Sobald sich auch im Internet - wie im realen Leben - keiner mehr um sie kümmert und sie nicht mehr ernst genommen werden, wird ihnen hoffentlich auch hier langweilig und sie verziehen sich wieder. Ich beichte, dass ich diese Sorte Mensch zutiefst verachte und mir wünsche, sie würden endlich aussterben oder alle nach Neuschwabenland auswandern. Ich beichte, dass ich voller Überzeugung ein sogenannter "Gutmensch" bin! Und ich bin stolz darauf!


Ich beichte außerdem, dass mich Feste wie Weihnachten, Ostern und andere einen feuchten Kehricht interessieren, dass ich den Weihnachtsbaum nicht als deutsches Kulturgut anerkenne und es mir herzlich egal ist, ob er öffentlich aufgestellt werden soll. Ebenso ist es mir völlig egal, ob ich über einen Weihnachtsmarkt oder einen Jahresendmarkt flaniere, und ob es dort statt Glühwein und Bratwurst eben Döner mit Buttermilch gibt. Ich beichte, dass mir Schaumküsse mit Schokoladenüberzug und Schnitzel mit Balkangemüse immer noch genauso gut schmecken wie Negerküsse und Zigeunerschnitzel, und dass ich diesen Begriffen nicht hinterhertrauere. Ich beichte also, dass mir eine weltoffene und liberale, tolerante Gesellschaft wichtiger ist, als nationale Identität und ähnliche veraltete Denkweisen.

Beichthaus.com Beichte #00032326 vom 01.12.2013 um 17:43:33 Uhr (47 Kommentare).

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Spenden für die Dritte Welt

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Zorn Hass Ignoranz

Ich wurde gestern, als ich eine fast volle Eisteeflasche weggeworfen habe, von einem alten Ehepaar übel beschimpft, wie ich so etwas tun könne - dabei wären Kinder in der Dritten Welt doch über jeden Tropfen Flüssigkeit froh. Eigentlich mache ich so etwas auch nicht, aber der schmeckte sehr komisch, und da ich ihn an einem kleinen Kiosk gekauft hatte, bin ich lieber auf Nummer sicher gegangen. Ich war so genervt davon, dass ich etwas unfreundlich konterte, dass ich wahrscheinlich in den letzten drei Jahren mehr Geld gespendet hätte, als sie in ihrem ganzen Leben. Ich komme nämlich aus sehr ärmlichen Verhältnissen und weiß, wie es ist, nur mit dem Nötigsten auszukommen. Ich bin jetzt 24, habe meine Lehre vor drei Jahren beendet und verdiene sehr gut. Trotzdem lebe ich sehr bescheiden, sodass ich am Ende des Monats meistens noch einen sehr hohen Betrag sparen kann. Die monatlichen Zinsen des Sparkontos spende ich dann alle halbe Jahre. Es ist natürlich kein unglaublich hoher Betrag, aber ich könnte mir davon auch jedes Mal ein schickes, neues Handy kaufen. Ich möchte beichten, dass ich dieses Pack von Wichtigtuern und Moralaposteln hasse! Sie spielen der Welt etwas von ihrer Großherzigkeit vor, haben aber eigentlich keine Ahnung.

Beichthaus.com Beichte #00032321 vom 30.11.2013 um 13:12:24 Uhr (13 Kommentare).

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