Mehr als nur Doktorspiele

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Missbrauch Hass Kinder Familie Stuttgart

Ich (w/20) habe einen 3 Jahre älteren Bruder, der mich als wir beide noch Kinder waren über Jahre sexuell missbraucht hat. Ich habe anfänglich wirklich gedacht, das sei in Familien normal, aber als ich älter wurde (circa 11) wurde mir bewusst, dass das eine ziemlich abgefuckte Scheiße ist. Als "Doktorspiele" unter kleinen Kindern ist das nicht mehr zu verharmlosen, weil es noch weiterging als wir beide aus der Grundschule draußen waren. Er hat mich zum Beispiel von hinten an den Brüsten befummelt und wenn ich mich gebückt habe, um meine Schuhe zu binden, von hinten an meinem Po gerieben, es war aber auch weit Schlimmeres dabei. Als ich etwa 13 Jahre war, habe ich es versucht meiner Mutter zu erzählen, die allerdings nur meinte, das könne sie nicht glauben (im Sinne von: ich glaube dir nicht). Mehr habe ich danach nicht versucht, weil es für mich sehr schwer bis unmöglich ist, darüber zu sprechen, vor allem persönlich. Mein Bruder hat eine gute Karriere beim Staat hingelegt, hatte in der Schule immer gute Noten und ist ein Familienmensch, der seine komplette Jugend damit verbracht hat sonntags mit meinen Eltern spazieren zu gehen. Ich selbst war etwas schlechter in der Schule, habe dennoch ein recht gutes Abitur und stelle im Gegensatz zu ihm meine Freunde über alles, unternehme also viel mit ihnen und hatte deshalb früher keine Zeit und Lust für die Familienidylle. Es ist also nicht schwer zu begreifen, dass meine Eltern meinen Bruder natürlich viel toller finden als mich und mich das auch immer subtil, wenn auch unbeabsichtigt spüren lassen. Wie soll ich ihnen da so etwas begreiflich machen? Sie würden mir (wieder) einfach nicht glauben. In letzter Zeit fällt es mir immer schwerer, normal weiterzuleben, weil mir immer deutlicher wird, was ich erlebt habe und wie mich das geistig beeinflusst und verkorkst hat. Ich beichte, dass ich mir bereits als Kind Rache geschworen habe und mir fest vorgenommen habe, meinen Bruder irgendwann sehr übel zuzurichten, ohne garantieren zu können dass ich rechtzeitig aufhören werde. Das ist das Einzige, mit dem ich die Erinnerungen und dieses furchtbare Gefühl, das dabei immer hochkommt und mir meine gesamte Lebenslust raubt, ertragen kann. Ich beichte, dass ich seinen Tod herbeisehne und nicht betrauern würde, obwohl es mir nahe gehen sollte, als Teil der Familie. Bruderherz, wenn du das liest und dich erkennst: ich schwöre bei Gott, du wirst büßen.

Beichthaus.com Beichte #00028802 vom 04.04.2011 um 20:19:44 Uhr in 70173 Stuttgart (Königstraße) (32 Kommentare).

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