Wie ein Mädchen ein ganzes Dorf zerstörte

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Begehrlichkeit Dummheit Waghalsigkeit

In meiner Jugend, die länger her ist, als ich ehrlich gesagt zugeben will, lebte ich in einem kleineren Dorf. Wie das eben auf Dörfern so ist, war nicht wirklich allzu viel los, also trieben meine Freunde und ich einigen Schabernack, um die Langeweile im Griff zu halten. Wir waren wirklich eine eingeschworene Gemeinschaft. Nie wären wir auf die Idee gekommen, uns gegenseitig für unsere Streiche in die Pfanne zu hauen. Wir vertauschten beispielsweise gerne mal die Traktoren der Bauern, was wegen des Lärmpegels gar nicht mal so einfach war. Bauer X hatte dann den Traktor von Bauer Y in der Scheune stehen, und anders herum. Das ging, weil fast alle ihre Zündschlüssel in den Fahrzeugen stecken ließen. Wir klauten auch öfter mal beim Ortsfest ein Bierfass und befüllten es mit Wasser aus dem Löschteich. Alles insgesamt recht harmlose Späße.


Eines Tages jedoch, wir waren so um die 15, zog ein junges, traumhaft hübsches Mädchen zu uns. Sie war damals etwa gleich alt und wirklich eine wahre Augenweide. An ihr war alles perfekt. Ihre absolut makellose Figur wurde nur von ihrem wunderschönen Gesicht übertroffen. Ich gerate heute noch ins Schwärmen, wenn ich an sie denke. Zwischen uns Jungs begann ein Wettstreit, wer sich als Erster die Gunst dieses zweibeinigen Paradieses sichern konnte, und die Mädchen des Dorfes waren sehr erpicht darauf, mit ihr befreundet zu sein. Leider nahm dieser Wettstreit bald ziemlich unfaire Züge an. Intrigen wurden gesponnen, und unsere eingeschworene Gemeinschaft zerbrach zusehends. Plötzlich hatten alle unsere Streiche unangenehme Konsequenzen, denn irgendjemand schien uns neuerdings zu verpfeifen. Gleichzeitig umschwärmten wir das Mädchen wie die Motten das Licht und versuchten uns einzeln vor ihr hervorzutun.


Ich merkte im Gegensatz zu den anderen jedoch recht schnell, dass ich so gut wie keine Chance bei ihr hatte, und zog mich dementsprechend zurück. Dennoch wurde ich weiterhin von meinen Kumpels als Konkurrent angesehen, und von den Erwachsenen für meine Missetaten abgestraft. Teilweise auch für Dinge, die ich gar nicht getan hatte. Ich geriet zusehends ins Abseits, da ich nicht ständig um das Mädchen herumscharwenzelte, wie fast alle meine Freunde. Dem Mädchen gefiel die Aufmerksamkeit sehr, die sie von den Anderen erhielt, und führte sich bald auf wie die Bestimmerin des Dorfes. Was sie wollte, wurde gemacht. So schön ihr Äußeres war, so hässlich war jedoch ihr Inneres. Sie entwickelte zusehends eine unbändige Freude daran, die Jungs zu quälen. Sei es dadurch, dass sie beispielsweise Wettbewerbe ausrief, bei denen man seine Genitalien an den Stromzaun halten musste, und wer es am Längsten aushielt, bekam einen Kuss von ihr, oder dadurch, dass sie sie mit üblen Worten und auch Schlägen mit einer Reitgerte demütigte, wenn ihr was nicht passte.


Natürlich verlor sie durch so etwas weitere Anhängerschaft, aber es gab einen Kern der Unbelehrbaren, der für ein wenig Aufmerksamkeit von ihr so gut wie alles zu tun bereit war. Sie war auf uns Abtrünnige allerdings gar nicht gut zu sprechen, da wir ihre Autorität untergruben, und stachelte die anderen Jungs an, uns zu schaden, was diese auch ohne zu zögern taten. Ein komplett in Gülle getauchtes Fahrrad war da beispielsweise noch recht harmlos. Irgendwann gingen sie zu weit, indem sie meinen Hund mit einer am Schwanz befestigten Blechdose so lange quälten, dass er sich danach lange nicht aus dem Haus traute, und bis zuletzt Angst vor den meisten Menschen hatte. Ich sann auf blutige Rache und fantasierte lange davon, sie in eine Jauchegrube zu schubsen, oder mit Mist zu übergießen, aber das hätte weitere schmutzige Vergeltungsschläge nach sich gezogen. Stattdessen stellte ich ihr und ihrer Anhängerschaft einfach eine Falle.


Ich entwickelte eine Routine darin, das Garagentor meiner Eltern offen stehen zu lassen. Lange musste ich nicht warten, bis die anderen auf die Idee kamen, zu gucken, was man dort Schönes anstellen konnte. Mein Plan war eigentlich, sie eines Tages da drin quasi auf frischer Tat zu ertappen und meine Eltern zu holen, die dann endlich mal handfeste Beweise gehabt hätten und auch ein Machtwort hätten sprechen können. Leider hatte ich nicht daran gedacht, dass meine früheren Freunde mittlerweile jegliches Maß verloren hatten, was die Verhältnismäßigkeit ihrer Streiche anging. Kurz und gut, sie klauten eines Tages unseren alten Golf, in den sie sich zu sechst reinquetschten, und offensichtlich ein paar spaßige Runden drehen wollten. Stattdessen rasten sie jedoch geradewegs auf der Dorfstraße nahezu ungebremst in einen LKW.


Zwei der Jungs starben, einer wird sein Leben lang behindert bleiben, die beiden anderen waren immerhin schwer verletzt. Schnell wurde auch klar, wer die treibende Kraft hinter der Aktion war, und das Mädchen, das nur einige Brüche davongetragen hatte, bekam einen wirklich mächtigen Einlauf verpasst. Ihre Familie war ab da geächtet. Niemand sprach mehr mit ihnen, und sie zogen schließlich wieder weg. Ich hatte allerdings auch richtig Ärger an der Backe, weil ich vergessen hatte, das Garagentor zu schließen. Der Zündschlüssel unseres Autos hatte gesteckt, wie es eben üblich war. Natürlich hätte ich wissen müssen, dass so etwas durchaus passieren konnte, ich habe es nur eben nicht geglaubt. Meine Eltern machten sich auch lange Vorwürfe deswegen. Ich habe niemals jemandem gesagt, dass ich die Garagentür mit Absicht offengelassen hatte, um den Jungs eine Falle zu stellen.

Beichthaus.com Beichte #00037143 vom 01.12.2015 um 12:06:54 Uhr (18 Kommentare).

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Reichtum durch Joghurt-Unfall

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Dummheit Peinlichkeit Habgier

Letztes Jahr habe ich mir einen Joghurt gekauft und abends machte ich ihn voller Vorfreude auf. Als ich den Deckel abschleckte, hatte ich übersehen, dass der Aludeckel an einer Stelle eingerissen war und etwas abstand. Als ich darüber schleckte, schnitt ich mir die Zunge auf. Zuerst merkte ich es gar nicht, aber als mir der Joghurt im Mund so warm vorkam und etwas komisch schmeckte, wusste ich, was los war. Der Schnitt war ziemlich groß und es hörte nicht auf zu bluten, sodass mein Freund mich ins Krankenhaus fahren musste, wo meine Zunge mit einigen Stichen genäht wurde. Da der Mund generell ein Bakterienherd ist, dauerte die Heilung mehrere Wochen und ich hatte zeitweise auch starke Schmerzen. Aufgrund der Schmerzen konnte ich auch nicht wirklich essen und ernährte mich überwiegend von Brei, Püree und dergleichen oder ließ generell ein, zwei Tage vergehen, bevor ich wieder eine Mahlzeit zu mir nahm.


In der Zeit nahm ich fast 20 Kilo ab. Eine Freundin hatte einen Termin beim Rechtsanwalt, weil ihre Großmutter vor einiger Zeit gestorben war. Ich war mit ihr schon zuvor einmal dort und begleitete sie auch bei diesem Termin. Der Anwalt fragte sofort, was denn mit mir passiert sei, weil ich so stark abgenommen hatte und generell schlecht aussah. Und ich erzählte ihm die Geschichte von dem Joghurtdeckel und meiner zerschnittenen Zunge. Er fragte mich, ob ich denn nicht Interesse hätte, den Hersteller zu verklagen. Er meinte auch, dass die Erfolgsaussichten aufgrund meines starken Gewichtsverlustes wegen der kaputten Zunge und der Schmerzen sehr hoch wären. Ich willigte ein und dann nahmen die Dinge ihren Lauf. Eine Anhörung und zwei Verhandlungen später einigte sich mein Anwalt mit dem Rechtsvertreter des Joghurtherstellers auf die Zahlung von Schadenersatz und Schmerzensgeld und Erstattung meiner Gerichtskosten und seines Honorars.


Jetzt, ziemlich genau ein Jahr, nachdem mir der Joghurtunfall passiert ist, habe ich das Geld überwiesen bekommen. Eine ziemlich ordentliche Summe, von der ich mir einen neuen Mittelklassewagen gekauft habe. Ich möchte hiermit beichten, dass ich aufgrund meiner Dummheit, einen Joghurtdeckel ordentlich aufzumachen, zu einem ordentlichen Batzen Geld gekommen bin. Ich bitte um Vergebung für diese Sache.

Beichthaus.com Beichte #00037141 vom 30.11.2015 um 20:59:56 Uhr (26 Kommentare).

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“Beichte

Bewerbungsgespräch unter falscher Identität

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Betrug Lügen Falschheit Arbeit

Bewerbungsgespräch unter falscher Identität
Ich beichte, dass ich mir meinen Job erschlichen habe. Ich arbeite bei einer Unternehmensberatung mit drei Buchstaben, habe also einen Job, den sich viele BWLer wünschen. Und das, obwohl ich meinen Abschluss nicht geschafft habe. Ich habe die Statistikprüfung aus dem zweiten Semester so lang geschoben, bis ich im sechsten Semester tatsächlich alle Versuche verhauen habe. Somit war ich ein 25-Jähriger mit Abi und ohne Wartesemester.

Ich habe trotz dessen weiterhin Recruitingevents der Big Four besucht, weil man dort nette Leute kennenlernen und so manches Essen abgreifen konnte. Dort kam ich mit einer Personalerin ins Gespräch, die in meiner Heimatstadt die Bewerbungsgespräche für alle Standorte führt bzw. im Auswahlverfahren eine sehr wichtige Rolle spielt. Da kam mir die Idee: Wenn das Bewerbungsgespräch in meiner Heimatstadt stattfindet, wie sollen dann die Kollegen am Standort X überprüfen können, ob ich es war, der am Bewerbungsgespräch teilgenommen hat?

Einige schlaflose Nächte und Stunden Photoshop später war mein Plan komplett. Ich sendete meine vielversprechenden Abschlusszeugnisse ein und wurde tatsächlich zum Gespräch eingeladen. Dorthin schickte ich dann jedoch einen guten Freund von mir, der die jeweiligen Cases im Schlaf würde lösen können, da er selbst Berater war und sich vorher monatelang auf die Interviews vorbereitet hatte.

Lange Rede kurzer Sinn: Ich habe, nachdem mein Kumpel das komplette Verfahren durchlaufen hatte, den Job bekommen und fing einige Monate später in München an zu arbeiten. Womit ich jedoch nicht gerechnet hätte: Ich komme bisher super klar. Die Kollegen sind klasse und wenn ich mal nicht weiter weiß, was ab und zu vorkommt, springen die mir in die Bresche oder ich lasse die Arbeit von einem der Praktikanten erledigen. Bemerkt hat bisher eigentlich noch niemand etwas, nur eine Kollegin meinte letztens, dass sie gar nicht wisse, was ich eigentlich den ganzen Tag machen würde.

Beichthaus.com Beichte #00037140 vom 30.11.2015 um 19:28:18 Uhr (27 Kommentare).

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Small Talk mit alten Bekannten

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Falschheit Lügen Engherzigkeit

Wenn mir zufällig ein alter Bekannter über den Weg läuft und mich anspricht, tue ich oft so, als würde ich mich nicht an die Person erinnern. Ich weiß nicht mehr, was mich das erste Mal geritten hat, aber ich hatte ehrlich gesagt einfach keine Lust auf sinnlosen Small Talk und Nummernaustausch. Ich lüge also, bis sich die Balken biegen, und erzähle, dass ich vor einer Weile einen schweren Unfall hatte und seitdem unter großen Gedächtnislücken leide. Zum Schluss blicke ich immer verschämt zu Boden und entschuldige mich dafür, dass ich die Person nicht wiedererkenne. Bis jetzt hat es mir jeder abgekauft und mich aus Mitleid auf einen Kaffee oder zum Essen eingeladen.

Beichthaus.com Beichte #00037133 vom 29.11.2015 um 04:00:36 Uhr (7 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Dreier mit einer Gummipuppe

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Fetisch Neugier Schamlosigkeit

Wir (w) sind beide Singles und wollen beichten, dass wir im Internet auf eine männliche Gummipuppe gestoßen sind und sie bestellten. Als meine Freundin bei mir übernachtete, fanden wir sie eigentlich ganz attraktiv. Sie war auf der Toilette und ich befriedigte mich währenddessen an der Gummipuppe. Sie kam wieder und hat mich im anderen Zimmer mit der Puppe erwischt. Ihr Vorschlag war es, einen Dreier mit der Puppe zu haben - was wir dann auch taten. Inzwischen hat die Puppe sogar einen Namen.

Beichthaus.com Beichte #00037128 vom 28.11.2015 um 17:38:31 Uhr (9 Kommentare).

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