Werbung am Kreuz

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Unglaube Morallosigkeit Rottenburg

Auf dem Weg zur Arbeit fahre ich (m/25) jeden Tag an zwei großen Kruzifixen vorbei. An dem einen hängt eine Jesusfigur unter einem kleinen Dach, an dem Anderen hängt seit Ewigkeiten nur ein Dach, aber keine Figur. Jetzt meine Beichte: Da ich ein sehr zynischer Mensch bin und dachte, dass etwas schwarzer Humor die ganzen Pendler morgens und abends etwas erheitern könnte, wollte ich mir einen Scherz erlauben. Ich fuhr nachts also hin und heftete unter das Dach des leeren Kreuzes in knapp 2,5 Metern Höhe ein Schild, auf dem stand: "Hier könnte auch Ihre Werbung hängen!" Darunter noch die Nummer der Diözese der Stadt. Bin mal gespannt, ob da wer angerufen hat. Das Schild hing immerhin eine Woche lang. Ich wollte damit niemanden wirklich verärgern, denn ich dachte, dass auch ein paar Kirchenleute wohl etwas Spaß verstehen und mir vergeben werden. Ist ja kein wirklicher Schaden entstanden, wurde ja nichts beschädigt. Danke fürs Lesen. Und bitte nicht nachmachen!

Beichthaus.com Beichte #00025770 vom 01.03.2009 um 11:08:29 Uhr in Rottenburg (32 Kommentare).

Gebeichtet von Saulus
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Naive Liebe zur Religion

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Vorurteile Schamlosigkeit Unglaube

Ich habe gestern eine alte Klassenkameradin zufällig in der Stadt getroffen. Wir haben kurz geplaudert, von wegen was studierst du, wohnst du noch daheim und so weiter. Als sie mir begeistert erzählte, dass sie jetzt Theologie studiert, habe ich sie gefragt, warum sie stattdessen nicht angefangen hat, Heroin zu spritzen oder Klebstoff zu schnüffeln, das wäre doch ein weitaus effizienterer Weg, sein Leben zu verschwenden. Sie war sprachlos und ihr Gesichtsausdruck der Oberknaller. Hat sehr gut getan, ihr den Spruch um die Ohren zu hauen. Sie hat mich in der Schule schon immer unheimlich genervt mit ihrem "lieben Gott", der alle Menschen lieb hat. Ich habe nichts gegen religiöse Menschen, aber so eine naive Hingabe zu einem Glauben ist doch peinlich.

Beichthaus.com Beichte #00025543 vom 09.01.2009 um 15:05:25 Uhr (36 Kommentare).

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“Beichte

Die Suche nach dem Sinn

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Trägheit Verzweiflung Unglaube Gesellschaft

Die Suche nach dem Sinn
Ich bin 18 Jahre alt und eigentlich habe ich auch nichts zu beichten. Ich habe noch nie eine Freundin betrogen, auch nie irgendwas Relevantes geklaut. Ich habe in meiner Kindheit nur mittelmäßigen Unsinn angestellt und auch sonst habe ich mir wenig bis nichts zuschulden kommen lassen, denke ich zumindest. Ich bin auch nicht jedes Wochenende dauersteif und habe auch noch nie in meinem Leben Drogen genommen. Ich gehe auch nie auf Bräutejagd um meinen Samen zu säen und meinen Trieben die Oberhand über mein ICH zu gewähren. Ich onaniere auch nur selten, höchstens um der Pollution vorzubeugen. Ich habe Respekt vor jedem Menschen und ich denke, dass alles seine Existenzberechtigung hat, auch Schmerz, Leid und Ungerechtigkeit, sonst würde man die schönen Dinge im Leben doch gar nicht zu schätzen wissen. Es verleiht dieser Welt doch die nötige Vielseitigkeit. Deswegen rege ich mich auch nicht über Menschen auf, die sich von Grund auf moralisch unsittlich benehmen und die Natur und den Menschen nicht zu schätzen wissen und somit natürlich auch seine Gefühle. Ich habe nie Rachegedanken oder aggressive Vorstellungen. Ich rede eigentlich auch nie von mir, deswegen gebrauche ich in dieser Beichte auch so oft das Wort "ich".

Aber das Wichtigste im Leben, dieses Gefühl, dass man mit sich selbst im Reinen ist, das fehlt irgendwie. Und ich suche und suche und suche - und finde nichts - ich habe kein Ziel, ich sehe keinen Sinn in alledem. Die meisten Jugendlichen in meinem Alter kümmern sich einen Dreck um so etwas, ich beneide sie, ich würde so gerne aufwachen können und einfach meinem Alltag nachgehen, meinen Wünschen nachgehen, das tun, was mich glücklich macht. Aber ich habe keine Wünsche, mich macht nichts glücklich, zumindest erfüllt mich keine Handlung oder kein materieller Gegenstand so, um dieses Gefühl von Glück und Zufriedenheit zu spüren. Es fehlt mir ja eigentlich an nichts. Ich habe ein Dach über dem Kopf und eine intakte Familie. Die Natur hat mich mit einem soliden Intellekt ausgestattet und mit einer guten Portion Bescheidenheit und Realismus. Anstatt den vermeintlich schönen Dingen des Lebens zu folgen, die unserer Gesellschaft suggeriert werden, teile ich an Wochenenden abends Essen für Menschen, die an der Existenzgrenze leben, aus und besuche immer mittwochs eine an Parkinson erkrankte Seniorin, die ich mit dem Rollstuhl spazieren fahre. Ja - ich muss sogar zugeben, dass ich es nicht nur für die anderen Menschen mache, um ihnen etwas Gutes zu tun, sondern auch für mich selbst. Ich versuche, meine innerliche Leere durch das Leid anderer zu füllen. Ich schäme mich manchmal dafür, aber im Grunde genommen profitieren diese Menschen davon, da sich jemand um sie kümmert und ich mache das ja auch sehr gerne. Manchmal bekomme ich aber Angst, dass ich in ein paar Jahren eine andere Sichtweise auf die Welt und ihre Rätsel bekomme und es bereuen werde, meine Jugend nicht exzessiv ausgelebt zu haben. Mensch! Ich lebe in Berlin - ich könnte zweimal die Woche ins Sonnenstudio gehen und mir die Augenbrauen zupfen und mir schöne Freunde suchen, mit denen ich die heißesten Clubs der Stadt "abchecken" könnte und den ganzen Tag feiern könnte und Mädchen klar machen! Menschen konsumieren, so hart es geht und mein Selbstwertgefühl somit steigern, so wie es meine Ex-Freundin jetzt macht.

An der liegt nämlich sogar vielleicht meine Abgestumpftheit zu meinem Leben. Übermorgen wären es 5 Jahre gewesen - ganze 5 Jahre und jetzt treibt sie es mit einem 25-jährigen Software-Entwickler. Er sei ja so lustig und würde einfach nur in den Tag hinein leben - und dann hoppelt sie mit ihrem neuen ICH, auf Oberflächlichkeit getrimmt, in der Schule vor mir rum und alles, was ich von dem Menschen, dem ich so viele Jahre meines noch jungen Lebens gewidmet habe, den ich praktisch miterzogen habe, zu hören bekomme sind Dinge wie: "Deine neue Jacke ist cool!"

Ich verstehe so etwas nicht, wir haben jahrelang - praktisch ein Viertel unseres gesamten Lebens - zusammengelebt, unsere Seelen ausgetauscht und einfach... Ich könnte heulen, jetzt wo ich das schreibe. Dabei war sie doch immer die kleine Zerbrechliche, die doch so oft traurig und nicht zufrieden mit sich selbst war. Ich habe sie aufgemuntert, wenn ihre Freunde sie ausgegrenzt haben und sie weinend zu mir kam oder wenn sie ihre Theorieprüfung versemmelt hatte. Ich musste ihr sagen, dass sie sehr schön sei und gar nicht dick. Ich habe ihr nicht gesagt, dass ich sie liebe, das hat sie gestört. Ich bin aber der Meinung, dass man den anderen spüren lassen sollte, dass er etwas ganz Besonderes sei und es ihm nicht jeden Tag sagen sollte. Jetzt ist alles vorbei und kaputt. Sie hat gelernt, sich richtig zu schminken und aufreizende Klamotten anzuziehen, hat die Brille gegen Kontaktlinsen eingetauscht und wackelt mit ihrem süßen Po sodass die ganzen spitzen Schlosser natürlich alle anfangen zu hupen, und da sie ja jetzt von der allgemeinen Masse so viel Aufmerksamkeit bekommt, kann sie auf Leute wie mich verzichten. Ich verstehe sie und ich gönne ihr auch ihr Glück aber insgeheim weiß ich, dass ich ihr menschlich immer noch überlegen bin - auch wenn ich ihr so einiges beigebracht habe. Ich trage natürlich eine Mitschuld an allem, klar. Immerhin hab ich ihr "vergöttern" früher nicht genug geschätzt. Aber das lag eh nur an ihrem Kindeseifer in diesem Alter. Sie wird wahrscheinlich nie wieder jemanden so lieben können - oder sich einbilden können, jemanden so zu lieben, wie sie mich geglaubt hat zu lieben. Es ist schon erstaunlich, wie sich Menschen entwickeln, vor allem in der Pubertät. Es ist sicherlich eine wichtige Lebenserfahrung. Nichts ist wohl von Ewigkeit aber wenigstens Liebe muss doch unendlich sein, alles andere ist doch Illusion. Alles andere macht doch noch weniger Sinn. Ich könnte noch so viel schreiben, aber es reicht jetzt. Mal sehen, wo ich lande, wo ich in fünf Jahren bin, vielleicht beichte ich ja dann, dass ich Frauen schlecht behandele und im Alkohol versunken bin. Ich bin gespannt. Danke fürs Lesen. Hat gut getan.

Beichthaus.com Beichte #00024860 vom 29.09.2008 um 19:32:06 Uhr (40 Kommentare).

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Ich bin die wichtigste Person!

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Ignoranz Hochmut Unglaube Selbstsucht

Ich (m/27) beichte, dass es nur eine einzige Person auf der ganzen Welt gibt, die mir wirklich etwas bedeutet - und das bin ich selbst. Andere Leute und ihre Gefühle interessieren mich einen Scheißdreck, Hauptsache ich komme auf meine Kosten. Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie Zuneigung oder Mitleid empfunden, außer zu mir. Deswegen muss ich auch oft vor dem Spiegel stehen und mich bewundern. Meine Mitmenschen sind alle nur Ochsen vor meinem Karren und interessieren mich nur insofern, als dass meine Karren gefälligst zu fahren hat. Bei größeren Katastrophen sitze ich regelmäßig lachend vor dem Fernseher und fühle mich nur umso behaglicher auf meinem bequemen Sofa, wenn ich mir das Leid und Ungemach der Betroffenen ausmale. Man sollte jetzt meinen, dass mir all dies zum Nachteil gereicht, doch das Gegenteil ist der Fall. Ich kann bei Bedarf adäquates Sozialverhalten und Empathie hervorragend simulieren und die generelle Manipulierbarkeit meiner Mitmenschen gepaart mit ihrer naiven Dummheit im Kontrast zu meiner Intelligenz und meinem Ehrgeiz führen dazu, dass mein Leben läuft wie geschmiert. Ich bin der beste Beweis dafür, dass die Welt nicht gerecht ist und es auch keinen Gott gibt.

Beichthaus.com Beichte #00024564 vom 25.08.2008 um 06:21:25 Uhr (40 Kommentare).

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Die lustigen Geheimnisse meines Freundes

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Neugier Eifersucht Unglaube Partnerschaft

Da mein Freund einen Ferienjob hat, und ich eine Woche bei ihm war, war ich den halben Tag alleine. In der Zeit habe ich seinen kompletten PC durchsucht und seine SMS gelesen. Ich habe dabei eher lustige Dinge herausgefunden. Zum Beispiel, dass er Pornobilder besitzt, mal in eine gute Freundin verliebt war und dass er unsere Gespräche speichert, wenn ich etwas Liebes darin gesagt habe. Ich hätte gerne noch mehr gefunden.

Beichthaus.com Beichte #00024481 vom 03.08.2008 um 15:34:33 Uhr (22 Kommentare).

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