Die Wohnungssuche der Weltverbesserer

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Vorurteile Boshaftigkeit Gesellschaft Arbeit

Die Wohnungssuche der Weltverbesserer
Ich (m/32) bin Immobilienmakler, so viel zu meiner ersten Beichte. Aber nun zu meiner zweiten Beichte. Als Immobilienmakler hat man mit den unterschiedlichsten Menschen zu tun und lernt auch viele private Dinge kennen, vor allem das Eigenheim oder zumindest den Wunsch davon. Wer eine Wohnung sucht, macht sich natürlich auch immer Gedanken über das Umfeld und Ähnliches. Zu viele ausländische und vor allem südländische Namen an der Haustür und im Viertel sind Gift für das Geschäft, selbst innerhalb dieser Kulturkreise. Über dieses offene Geheimnis zu beichten ist natürlich nicht der Rede wert. Was ich eigentlich beichten möchte, kommt nun. In meinem bunt gemischten Kundenstamm sind natürlich auch viele Grün- und Linkswähler, Weltverbesserer, Ökos und liberale Soccer-Moms, die mir am Straßenrand erzählen, wie gut das Falafel schmeckt, was für frisches Obst man beim Türken-Laden bekommt und dass selbst die Gesinnung der SPD schon mehr als zweifelhaft ist.

Meine Beichte? Solche Menschen haben immer sehr explizite Wünsche an die Wohnungen und in der Regel geht es indirekt stets dahin, dass in der kompletten Nachbarschaft nur Müllers, Meiers oder Akademiker und Großverdiener wohnen dürfen. Solche Menschen führe ich liebend gerne in nichtdeutsche Mietskasernen und sehe mir die Gesichter der Claudia-Roth-Verschnitte an, wie sie das blanke Entsetzen bekommen. Manch einer machte schon vor dem Haus wieder kehrt und immer wieder höre ich scheinheilige Lügen, warum man dann doch nicht dahin ziehen will, obwohl die Häuser oft schön und günstig sind. Gerne drücke ich auch in der Wunde herum und preise solche Wohnungen und Viertel als kulturelle Zentren an, in denen sich die Leute aus nächster Nähe austauschen können. Mir ist dadurch schon die eine oder andere gute Mark flöten gegangen, aber ich liebe es einfach, mit anzusehen, wie die Weltverbesserer-Fraktion ihre Gesinnung ohne Schulterzucken über Bord wirft, wenn es um die eigene Haut geht.

Beichthaus.com Beichte #00033056 vom 14.04.2014 um 20:51:03 Uhr (36 Kommentare).

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Freundschaft zwischen den Geschlechtern

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Engherzigkeit Begehrlichkeit

Ich (m/23) habe so meine Zweifel daran, dass ernsthafte Freundschaften zwischen Mann und Frau möglich sind. Zumindest nicht bei mir. Es passiert immer irgendwas. Ich habe schon meine Ex mit einer "besten" Freundin betrogen, andere Freundinnen haben schon ihre Freunde für mich abgeschossen und so weiter. Irgendwie ist von einer Seite doch immer Interesse da. Von daher fällt es mir schwer, mich wirklich auf eine Freundschaft mit Frauen einzulassen, da ich denke, dass wieder irgendein Blödsinn passiert. Irgendwie denke ich jedoch, dass meine Ansicht falsch sein könnte. Aber bevor es zu weit geht, werde ich lieber zum Arschloch gegenüber Frauen, damit gar nichts mehr entstehen kann. Es tut mir leid, dass ich andere Frauen dadurch verletze, aber das Chaos hinterher habe ich schon zu oft mitgemacht. Deshalb bitte ich um Absolution für mein Verhalten und meine Ansichten. Ich weiß eigentlich, dass es nicht der richtige Weg sein kann, aber es funktioniert momentan.

Beichthaus.com Beichte #00033049 vom 14.04.2014 um 02:20:38 Uhr (17 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Diebstahl für die Armen

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Diebstahl Zwang Ungerechtigkeit Arbeit

Ich (m/22) habe ein Problem und gerade ziemlich Schiss: Während meiner Teenagerzeit hatte ich mich nach und nach zu einem ziemlich üblen Langfinger entwickelt. Dabei ging es mir nicht um die Wertgegenstände als solches. Ich hatte nie finanzielle Schwierigkeiten und habgierig bin ich ebenfalls nicht. Ich habe mein Diebesgut entweder verschenkt oder im Zweifel sogar weggeschmissen, da es mir nie darum ging, mich zu bereichern - es war viel mehr der Kick, dem ich nicht widerstehen konnte. Das Adrenalin, das Gefühl wachsender Versiertheit oder das verdutzte Gesicht des Hausdetektivs, der diesen verdammten Ring bei mir einfach nicht finden kann, wo ich ihn doch praktisch vor seiner Nase so offensichtlich eingesteckt habe. Das Spiel mit dem Feuer eben. Irgendwann jedoch wusste ich, dass das ein Ende haben musste und nur mit SEHR viel Anstrengung schaffte ich es tatsächlich irgendwann, mich davon loszueisen. Ich wusste damals aber schon, dass das zwanghafte Formen waren.


Und nun zum eigentlichen Punkt: Aufgrund einiger privater Probleme hatte ich es irgendwie geschafft, mich in eine ungünstige Situation zu manövrieren, in der ich nun neben meinem Hauptberuf bis zu dem Beginn meines Masterstudiums im Oktober gezwungen bin, einen Nebenjob anzunehmen, um über die Runden zu kommen. Und zwar in einem Kiosk. Der Besitzer sagte mir anfangs, er könne nicht mehr als 5 Euro die Stunde zahlen, schließlich habe kürzlich nebenan ein Supermarkt aufgemacht und es würde ja so mies laufen. Ich akzeptierte, da ich ja wusste, dass es für mich eh nur ein paar Monate sind. In dem Laden arbeitet außerdem noch eine total nette Polin, mit der ich mich super verstehe. Sie ist Mutter von vier Kindern und sagte mir mal, dass sie manchmal nicht weiß, wie sie ihre Kinder ernähren soll, da ihr Mann sie verlassen hat und keinen Unterhalt zahlt. Vor ein paar Wochen, als ich Schicht hatte und nichts zu tun war, nahm ich mir aus Langeweile dann mal die Unterlagen meines Chefs, die da einfach rumstanden - und bei dem, was ich da las, kam mir so richtig die Galle hoch. Der Kerl verdient sich nach wie vor mit dem Laden eine goldene Nase und ließ mich und vor allem diese arme Frau da für einen Popellohn schuften.


Seit diesem Tag stelle ich meiner Kollegin zwei Mal in der Woche eine prall gefüllte Tüte mit nahezu allen Grundnahrungsmitteln vor ihre Haustür, die dieser Kiosk hergibt, und gehe ohne zu klingeln wieder weg. Dieser geizige Arsch mit seinen lächerlichen Kameras hat keine Ahnung, wen er sich da ins Haus geholt hat. Und solange die manuelle Kasse stimmt, kriegt der bei seinen Umsätzen sowieso nichts mit. Ich will dem Kerl einfach eins auswischen und dieser Frau helfen, gleichzeitig schäme ich mich dafür, wieder "rückfällig" geworden zu sein und habe gerade riesige Angst, dass die Sache wie damals wieder so außer Kontrolle gerät. Ich beichte also, dass ich ein chronischer Dieb bin und dass ich, um anderen zu helfen oder ihnen eine Freude zu bereiten, eine Straftat begehe. Diebstahl ist und bleibt eine Straftat - aber ich kann anscheinend nicht anders. Meine Kollegin hat übrigens keine Ahnung, von wem das Essen kommt, aber sie wirkt seitdem wesentlich entspannter.

Beichthaus.com Beichte #00033048 vom 13.04.2014 um 19:36:23 Uhr (21 Kommentare).

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Qualifikation per Händedruck

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Falschheit Vorurteile Arbeit Halberstadt

Ich arbeite in meiner Firma im Personalwesen und führe in den technischen Berufen die Einstellungsgespräche durch. Und zwar fast ausschließlich bei Männern. Zuerst prüfe ich, ob der Bewerber die erforderliche Ausbildung und entsprechende Qualifikationen besitzt. Jedoch entscheide ich schlussendlich doch nur nach der Stärke des Händedrucks. Wenn einer mir nur die Hand hinhält, ohne meine Hand auch nur ansatzweise zu drücken, ist er sofort unten durch - egal wie gut er qualifiziert ist. Ich weiß nicht, wieso, aber ich finde, zu einem "normalen" Mann gehört ein anständiger Händedruck. Alles andere kann ich nicht ernst nehmen. Nicht, dass man die Hand des Gegenübers zerdrücken muss, aber ein kurzer kräftiger Druck muss einfach zu spüren sein. Wenn dem so ist, dann hat der Bewerber eigentlich schon meine Sympathien gewonnen. Außer natürlich, er benimmt sich dann wie ein Arsch. Aber wenn der anständige Händedruck da war, ist er eigentlich schon fast eingestellt. Wenn er dann doch nichts taugt, dann ist er ja in der Probezeit schnell wieder weg. Mein Chef würde mir die Hölle heißmachen, wenn er das wüsste.

Beichthaus.com Beichte #00033040 vom 11.04.2014 um 15:36:44 Uhr in Halberstadt (23 Kommentare).

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Langweiliges Weichei

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Verzweiflung Trägheit

Ich bin ein totales Weichei. Ich bin über zwanzig, und SpongeBob-Fan. Ich sammle kleine Spielzeugautos einer sehr bekannten Marke, welche morgens im TV in der Werbung zu sehen ist - und Tierfiguren einer ebenfalls ziemlich bekannten Marke, die ihre Produkte mit einem kleinen Fähnchen kennzeichnet. Ich bin ein absoluter Tierfreund, rede mit meinen Katzen, wie andere mit ihren Kindern und gelegentlich bleibe ich beim Einkauf im Supermarkt auch draußen am Blumenstand hängen. Cool finden mich irgendwie auch nur die Kinder aus der Nachbarschaft, weil ich mich absolut nicht wie ein gestandener Erwachsener, sondern eher wie ein unreifer Teenager fühle und sie deshalb lieber mit mir quatschen, ob ich denn beispielsweise gestern auch Starwars geguckt hätte, oder ob sie meinen Fußball zum Spielen ausleihen könnten, und so weiter.


Ich muss zugeben, dass ich leider auch einfach ziemlich jung aussehe und auch nicht gerade groß bin. Das lässt mich bei den meisten Leuten automatisch für sechzehn durchgehen. Wenn das Wetter schlecht ist, sitze ich am PC und spiele Rennspiele, gucke SpongeBob oder schaue mir Pornos an, weil sich meine deutlich ältere Freundin in der Menopause befindet und es daher schon seit einiger Zeit vorzieht, asexuell zu leben. Manchmal bin ich deswegen frustriert und suche die Fehler bei mir. Dann schreibe ich ihr romantische Gedichte, liebevolle Karten oder mache ihr andere kleine Überraschungen. Aber irgendwie ist die Luft scheinbar raus, denn egal, was ich versuche, nichts kommt an. Gespräche mit ihr brachten bisher auch nichts, da sie sich nicht mit den Problemen beschäftigen will. Das Nachmittags-TV oder ihre Browsergames im Internet sind meistens viel wichtiger. Ich glaube, Frauen stehen einfach nicht auf liebevolle Softi-Typen. Aber ich kann mich einfach nicht ändern, obwohl ich auch lieber ein toller Typ wäre, dem die Mädels hinterherrennen und nicht seine Katzen. Und natürlich mit einem gut bezahlten Job, um seiner Frau etwas bieten zu können. Aber ich bin das einfach nicht. Da ich sonst weder Familie noch Freunde habe, fühle ich mich dann einsam und ziehe mich in meine kindische Welt zurück. Ich schäme mich dafür.

Beichthaus.com Beichte #00032993 vom 04.04.2014 um 00:44:46 Uhr (18 Kommentare).

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