Das kalte Deutschland

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Vorurteile Engherzigkeit Falschheit Gesellschaft

Ich (w/22) studiere und leite parallel ehrenamtliche Seminare, in denen es um Rassismus und Critical Whiteness geht. Ich diskutiere gern über Themen wie Asylpolitik, Gender und eben Rassismus und vertrete dann immer eine linke Position, von der ich auch sehr überzeugt bin. In letzter Zeit hege ich allerdings widersprüchliche Gedanken. Denn ich bin vor einem Jahr aus dem Süden Deutschlands in den Norden gezogen. Vorher war ich für ein Jahr im Ausland und kam dann zurück ins kalte Deutschland und dann auch noch in den Norden. Seit ich hier wohne, merke ich, wie ich zunehmend Vorurteile gegenüber den Norddeutschen aufbaue. Ich habe ständig das Gefühl, dass die Leute sich zwar gegenseitig anstarren, aber man grüßt sich nicht, selbst wenn man seit einem Jahr in den gleichen Seminaren sitzt. Die meisten Leute sind extrem reserviert und reden so gut wie gar nicht mit Fremden. Ich interpretiere das als Ängstlichkeit - niemand will auffallen. Selbst wenn DozentInnen Fragen an die Gruppe stellen, zum Beispiel "Wollt ihr jetzt eine Pause machen?", herrscht einfach nur Schweigen. Ich bin nicht selten die Einzige, die antwortet. Inzwischen ist es mir auch egal, dass ich so über das "Schicksal" der ganzen Gruppe entscheide. Selbst Schuld, wenn sie ihren Mund nicht aufmachen!


Außerdem suchen sich die meisten ihre FreundInnen anscheinend im ersten Semester und bleiben dann auch immer nur in der anfänglichen Konstellation ohne Interesse an einer freundlichen Unterhaltung mit jemand anderem zu zeigen. Teilweise habe ich mich leider auch schon angepasst und laufe inzwischen ebenfalls mit gesenktem Blick an Leuten vorbei, die im gleichen Kurs mit mir sind, weil ich weiß, dass sie eh nicht auf die Idee kommen, Hallo zu sagen. Es macht keinen Spaß, immer zu grüßen und freundlich zu sein und nur einen leeren Blick zur Antwort zu bekommen. Natürlich kenne ich auch einige Leute besser und habe hier Freunde. Im Grunde sind die Menschen ja überall auf der Welt gleich. Aber diese merkwürdige Stimmung zwischen Fremden hier geht mir auf den Geist und führt dazu, dass ich mich inzwischen lieber mit Leuten anfreunde, die aus dem Ausland oder aus anderen Teilen Deutschlands kommen. Ja, ich habe Vorurteile gegenüber Norddeutschen und bin deswegen öfter mal genervt. Ich hoffe, das ist nur eine Art Kulturschock, der wieder vergeht. Ich bitte um Absolution!

Beichthaus.com Beichte #00032327 vom 01.12.2013 um 15:04:56 Uhr (44 Kommentare).

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Für eine tolerante Gesellschaft

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Vorurteile Zorn Internet Gesellschaft

Mir gehen diese ewig-gestrigen Braunköpfe, die neuerdings überall im Netz ihre überholten und gleichen Tiraden verbreiten, so was von auf den Senkel. Diese Leute sollten nicht noch mehr Aufmerksamkeit bekommen. Das ist es nämlich, was sie zum Überleben brauchen. Sobald sich auch im Internet - wie im realen Leben - keiner mehr um sie kümmert und sie nicht mehr ernst genommen werden, wird ihnen hoffentlich auch hier langweilig und sie verziehen sich wieder. Ich beichte, dass ich diese Sorte Mensch zutiefst verachte und mir wünsche, sie würden endlich aussterben oder alle nach Neuschwabenland auswandern. Ich beichte, dass ich voller Überzeugung ein sogenannter "Gutmensch" bin! Und ich bin stolz darauf!


Ich beichte außerdem, dass mich Feste wie Weihnachten, Ostern und andere einen feuchten Kehricht interessieren, dass ich den Weihnachtsbaum nicht als deutsches Kulturgut anerkenne und es mir herzlich egal ist, ob er öffentlich aufgestellt werden soll. Ebenso ist es mir völlig egal, ob ich über einen Weihnachtsmarkt oder einen Jahresendmarkt flaniere, und ob es dort statt Glühwein und Bratwurst eben Döner mit Buttermilch gibt. Ich beichte, dass mir Schaumküsse mit Schokoladenüberzug und Schnitzel mit Balkangemüse immer noch genauso gut schmecken wie Negerküsse und Zigeunerschnitzel, und dass ich diesen Begriffen nicht hinterhertrauere. Ich beichte also, dass mir eine weltoffene und liberale, tolerante Gesellschaft wichtiger ist, als nationale Identität und ähnliche veraltete Denkweisen.

Beichthaus.com Beichte #00032326 vom 01.12.2013 um 17:43:33 Uhr (47 Kommentare).

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Die erotische Träume meines Mitbewohners

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Begehrlichkeit Falschheit Wollust Vorurteile WG

Ich (m/20) möchte gestehen, dass ich hin und wieder erotische Träume von einem meiner Mitbewohner habe. Ich bin homosexuell und das weiß auch jeder. Trotzdem habe ich sehr lange kämpfen müssen, um meinen Mitbewohnern das Letzte bisschen Angst im Umgang mit mir […]
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Beichthaus.com Beichte #00032322 vom 30.11.2013 um 13:19:23 Uhr (8 Kommentare).

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Träumen ohne Vorurteile

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Vorurteile Hochmut

Gestern Nacht habe ich geträumt, dass ein kleiner Junge in einem Bus mein Handy geklaut hat. Der Junge war ungefähr neun Jahre alt und saß auf dem Platz neben mir. Als es passierte, bekam ich es zwar nicht mit, aber ich habe ihn sofort verdächtigt und versucht, mein Handy zurückzubekommen. Vor der gesamten Belegschaft des Busses bezichtigte ich ihn des Diebstahls. An seinem Verhalten konnte ich merken, dass er schon einige Übung im Klauen hatte, denn die Szene, die ich ihm machte, ließ ihn relativ kalt. Ich hatte ihn irgendwann trotzdem so weit, dass er mir gesagt hat, wo er mein Handy versteckt hatte und suchte an der Stelle weiter. Leider wachte ich auf, ohne zu erfahren, ob das nur ein fauler Trick von ihm war, um mich abzulenken, oder ob ich das Handy wiederfinden konnte. Ich möchte beichten, dass ich im Nachhinein ziemlich stolz auf mich bin. Der Junge im Traum war nämlich weiß, hatte hellbraune Haare und helle Augen, keinen Akzent. Ich fühle mich also ziemlich gut, weil ich keine rassistischen Vorurteile träume. Andererseits ist es wohl ziemlich überheblich von mir, dass ich mir deswegen etwas auf mich einbilde. Ich hoffe, mir wird vergeben.

Beichthaus.com Beichte #00032282 vom 25.11.2013 um 00:24:34 Uhr (16 Kommentare).

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“Folge

Reiche durchtrainierte Hengste

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Eitelkeit Hochmut Vorurteile Gesellschaft

Reiche durchtrainierte Hengste
Ich (w/23) habe eine lange, rote Mähne, ein passables Gesicht und eine Figur, um die mich viele Frauen beneiden. Ich ziehe mich eher stilvoll an und noch dazu versuche ich mich auch nicht ganz so verblödet zu geben, wie es die meisten Tussen heute gerne tun. Ich merke oft die Blicke auf mir, wenn ich durch die Stadt gehe. Trotzdem habe ich eine Vorliebe für Männer entwickelt, die nicht dem gesellschaftlichen Standard von "gut aussehend" entsprechen. Ich könnte mir auch einen durchtrainierten, großen Hengst mit hübschem Gesicht und viel Geld angeln, aber die sind mir irgendwie zu selbstverliebt. Ich finde, dass gerade die bescheidenen Männer, die beim anderen Geschlecht nicht so gut ankommen, eine Chance verdient haben, und so habe ich auch einen unglaublich netten und liebevollen Freund gefunden. Seine Reaktion, als er realisiert hat, dass ich es tatsächlich ernst meine, ist mit nichts aufzuwiegen. Er sieht mich nicht als selbstverständlich an, wie andere das getan haben, sondern weiß es zu schätzen, dass ich bei ihm bin.

Und warum bin ich so? Ich war früher dick, hässlich und unbeliebt und damals habe ich mir gewünscht, dass irgendjemand mal hinter mein Aussehen schaut. Das hat leider keiner getan, darum tue ich das jetzt. Was ich beichten möchte? Dass ich alle Tussen da draußen verachte, weil sie nur auf die "tollen Vorzeigekerle" aus sind, sich dann von vorne bis hinten aushalten lassen und den Beischlaf als Druckmittel einsetzen. Oder die Art Frau, die den Männern, die keine Chance haben, etwas vorspielen, um daraus Vorteile zu ziehen. Ich hoffe ihr falschen Schlangen werdet alle so unglücklich, wie ich es früher war!

Beichthaus.com Beichte #00032271 vom 21.11.2013 um 11:34:04 Uhr (56 Kommentare).

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