Sie könnte das ja mal machen...

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Zorn Faulheit Ignoranz

Angeregt durch die zwei Essens-Beichten, in denen es um falsche, mangelnde Kommunikation ging und nie direkt gesagt wurde, was man wirklich will, habe ich mich an meine Eltern erinnert, als ich noch dort wohnte: Wenn man mit ihnen im selben Raum war und etwas machen sollte (zum Beispiel den eben heimgebrachten Einkauf wegräumen), hat zum Beispiel mein Vater zu meiner Mutter gesagt: "Ich gehe mal dies und das machen. Und die Flaschen räumt dann Anna weg." Das habe ich natürlich gehört. Wenn ich aber nicht auf diese Beschissenste aller Aufforderungen gehört habe, war die Diskussion groß. Manchmal habe ich dann auch gesagt, dass man mich ja auch direkt ansprechen könne. Kommentar dazu war: "Hauptsache du hast es mitgekriegt." Ich finde so ein Verhalten so abwertend und bescheuert. Wenn man was von mir will, kann man mich ansprechen und dann mache ich auch mit. Aber wenn sich zwei Leute unterhalten, dann höre ich doch nicht die ganze Zeit zu, um irgendeinen versteckten Hinweis mitzubekommen!

Beichthaus.com Beichte #00037863 vom 17.03.2016 um 13:26:14 Uhr (7 Kommentare).

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Nicht alle AfD-Wähler sind dumm!

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Zorn Ungerechtigkeit Politik

Ich möchte beichten, dass es mich tierisch ankotzt, dass alle AfD-Wähler als Idioten angeprangert werden. Ich selbst habe auch die AfD gewählt, weil meine Tochter mehrmals von Asylbewerbern verfolgt und sexuell belästigt wurde. Ich weiß, dass nicht alle Asylanten so sind. Aber ich will auch, dass meine Tochter sicher zur Arbeit gehen kann - ohne Angst haben zu müssen. Ich gebe ehrlich zu, dass ich auch nicht mit allen politischen Zielen der AfD einverstanden bin. Aber was die Flüchtlingspolitik angeht, ist sie die einzige Partei, die vertritt, was ich mir wünsche. Und an alle die jetzt sagen ich sei ein Nazi: Ihr wisst nicht, wie es sich anfühlt, wenn die eigene Tochter Opfer von solchen Taten wird. Ich bin ehrlich, wenn das den Nachbarn passiert wäre, hätte ich nicht die AfD gewählt. Da es aber meine Familie betrifft, bin ich diesen Schritt gegangen. Ich hoffe, ihr versteht das.

Beichthaus.com Beichte #00037862 vom 18.03.2016 um 09:15:15 Uhr (44 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Mein Beruf ist sinnlos

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Faulheit Trägheit Verschwendung Zorn Arbeit Freiburg

Ich beichte, dass ich in meiner mittlerweile verhassten Ausbildung zur Bürokauffrau mein Leben verschwende. Eigentlich macht mir die Arbeit Spaß, aber in meinem Betrieb gibt es kaum etwas zu tun und ich langweile mich die meiste Zeit. In letzter Zeit frage ich mich immer wieder nach dem Sinn der ganzen Zahlenarbeit und insbesondere der Buchhaltung, die mir Probleme bereitet. Wem nützt so eine Buchhaltung etwas? Bezwecke ich irgendetwas damit? Tue ich damit jemandem etwas Gutes, verbessere ich damit sein Leben? Angesichts des Leids in der Welt kommt mir das, was ich tue, einfach immer sinnloser vor. Abzubrechen traue ich mich jedoch nicht, da ich mir sicher bin, für einen Beruf, in dem ich Menschen helfen und sie weiterbringen kann, zu schwach und seelisch zu instabil zu sein. Ich beichte, dass ich daher lieber einem sinnlosen Beruf nachgehe.

Beichthaus.com Beichte #00037842 vom 15.03.2016 um 15:37:20 Uhr in 79098 Freiburg (15 Kommentare).

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Mein Kampf gegen Alltagsrassismus

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Vorurteile Ungerechtigkeit Zorn Gesellschaft

Ich (25) bin gebürtige Lateinamerikanerin mit europäischen und nordafrikanischen Vorfahren. Meine Mutter und ich leben seit 1998 in Deutschland, wir sind beide integriert, beherrschen die deutsche Sprache fließend und haben schon immer gearbeitet. Schon als Kind trug ich Zeitungen aus oder half in der Nachbarschaft gegen Geld aus, um meiner Mutter etwas unter die Arme zu greifen und mir selbst etwas leisten zu können. In der Nachbarschaft waren wir stets bekannt und wurden auch gemocht. Für unsere Nachbarschaft, die überwiegend Deutsche waren, spielte unsere Herkunft nie eine große Rolle und wir wurden auch so angenommen, wie wir sind. Dennoch habe ich bis heute mit Alltagsrassismus zu kämpfen. In der Schule, die zwar zum Großteil aus Migranten bestand, wurde ich häufig wegen meiner Herkunft auf das Übelste beschimpft, beleidigt und sogar geschlagen. Sowohl von Deutschen als auch von Migranten aus dem arabischen Raum oder dem Kosovo, die einen noch dunkleren Teint hatten.


Die Lehrer unternahmen jedoch nichts und dies ging bis zur weiterführenden Schule so weiter. Meine "Integration" ging sogar so weit, dass ich mich immer noch versuche, mich auch optisch anzupassen. Ich habe mir bereits als Kind schon die Haare chemisch geglättet, mich stets gut gekleidet und die Haare heller gefärbt. Glücklicherweise habe ich grünbraune Augen und durch meine europäischen Vorfahren einen mediterranen Teint, sodass viele denken ich sei Halbdeutsche. Wenn es nicht so wäre, hätte ich meine Haut wohl sogar mit kosmetischen Mitteln aufgehellt. Blöderweise habe ich die markanten Gesichtszüge meiner afrikanischen Vorfahren und fühle mich deshalb auch unwohl. Seitdem ich weiß, dass man durch einen chirurgischen Eingriff auch etwas daran ändern kann, spare ich für eine Rhinoplastik, um meine Nasenflügel verschmälern zu lassen. Das Mobbing hatte zwar aufgehört, da ich nach der 10. Klasse auf das Gymnasium ging und in der neuen Schule neue Freunde gefunden habe, jedoch geht der Alltagsrassismus weiter.


Ich werde weiterhin oft unterschätzt, falsch eingeschätzt oder sexualisiert - wegen meiner offensichtlichen Herkunft. Als ich nach dem Abitur eine Ausbildung gesucht hatte, musste ich in manchen Betrieben den Einstellungstest zwei Mal machen, weil ich des Betruges bezichtigt wurde! Ich bekam sogar Absagen, weil ich angeblich nicht ins Bild des Klientels passen würde. So stand es in einigen Absagensschreiben schwarz auf weiß! Dabei habe ich mich gepflegt und schlicht gestylt präsentiert. Hosenanzug, Schuhe mit leichtem Absatz, schlichte Hochsteckfrisur, schlicht geschminkt und zwei Spritzer Jasminparfüm. Glücklicherweise habe ich nach etwas über einem Jahr doch eine Ausbildung gefunden, diese erfolgreich beendet und ein duales Studium im selben Betrieb angefangen.
Privat ist es leider so, dass ich oft in eine Schublade gesteckt oder zwischendurch auf offener Straße beleidigt werde. Und das in einer westfälischen Großstadt!


Eine Liebesbeziehung ist auch nicht einfach, da Männer und Frauen mich für einen One-Night-Stand halten, obwohl ich noch nie einen hatte und bisher nur zwei längere feste Beziehungen hatte. Ich ziehe mich auch eher sportlich an, statt aufreizend, da ich in meiner Freizeit viel Sport betreibe und es praktischer ist. Auf Partys wurde ich auch begrapscht, oft mit der Begründung, dass "schwarze Frauen" eh immer willig sind und mein Körper für Sex gemacht sei. Wenn ich mich dagegen wehre, da ich schon seit 12 Jahren kickboxe, werde ich immer als aggressive "Schwarze" abgestempelt, obwohl ich keine bin. Oft werden mir Sachen zugesprochen, die gar nichts mit meiner Persönlichkeit zu tun haben. Beispiele dafür sind: Ich könne singen, beherrsche jeden Tanz der Welt, nehme Drogen, wäre gut im Bett und vieles mehr!


Meine Beichte ist, dass ich immer, wenn mir jemand mit irgendeinem rassistischen Mist ankommt, demjenigen am Liebsten die Fresse polieren möchte, aber meine Erziehung sagt mir, dass ich weder rechtliche Konsequenzen haben möchte, noch möchte ich mir meine Hände schmutzig machen. Glücklicherweise sind nicht alle Menschen so und ich bin froh und vor allem dankbar dafür, dass ich in Deutschland eine gute Zukunft habe, obwohl meine Mutter und ich von ganz unten anfangen mussten und dass ich offene und ehrliche Menschen als Freunde habe.

Beichthaus.com Beichte #00037824 vom 14.03.2016 um 10:37:42 Uhr (32 Kommentare).

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Ich will doch nur eine Perspektive!

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Verzweiflung Ungerechtigkeit Zorn

Ich (25) führe ein armseliges Leben! Den ganzen Tag gammele ich nur rum oder poliere mir den Schleckstengel zu irgendeinem versauten Filmchen. Klar, eine Weile lang habe ich mich wirklich bemüht mein Leben in den Griff zu bekommen, aber niemand gab mir auch nur ansatzweise die Chance, mein Können unter Beweis zu stellen. Unzählige Bewerbungen wurden, trotz meines guten Notendurchschnitts, einfach mit der üblichen Absage abgeschmettert. Bei Praktika und anderem war ich immer nur der Depp, der nicht nur ausgenutzt, sondern auch noch lächerlich gemacht worden ist. Bemühungen jeglicher Art wurden als selbstverständlich angesehen oder nur mit einem: "Ja, ganz nett" kommentiert. Ich habe mir bei unzähligen Stellen den Arsch aufgerissen und anstatt mir dann die Ausbildung oder die Stelle zu geben, bekamen meist irgendein alter Sack oder Arbeitsloser die Stelle, obwohl die nicht mal ansatzweise die eigentlichen Anforderungen erfüllten. Außer man zählt Rauchen und sich über die jüngere Generation beschweren als Kompetenz.


Neun Jahre intensiver Bemühungen, bis ich allen den Mittelfinger gezeigt habe. Klar, das Leben ist kein Kinderspiel und die anderen Bewerber brauchen auch einen Job und eine Chance, aber mal ehrlich, sollten nicht eher die jungen Leute dann diese Chance bekommen, vor allem wenn sie klassifizierter dafür sind? Je älter ich werde, um so beschissener wird meine Einstellung gegenüber mir, meinen Mitmenschen und dieser total abgefuckten Welt. Dabei sollte ich doch gerade jetzt in der Blütezeit meines Lebens stecken. Stattdessen sitze ich hier, mit der einen Hand am Sack und mit der anderen diesen Text schreibend. Ich will doch nur eine verdammte Perspektive haben!

Beichthaus.com Beichte #00037815 vom 12.03.2016 um 21:58:08 Uhr (9 Kommentare).

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