Ach, ich kann mich ja noch umbringen...

17

anhören

Selbstsucht Verzweiflung

Ich beichte, dass ich eine ziemlich seltsame Form der Stressbewältigung betreibe. Immer, wenn mir eine Situation über den Kopf wächst und ich das Gefühl habe, die Kontrolle darüber zu verlieren, habe ich den Gedanken "Ist ja nicht schlimm, wenn alles den Bach runtergeht, kannst du dich immer noch selbst umbringen." Angefangen hat das schon in der Schule.


Ich weiß gar nicht genau, warum das so ist. Ich habe keine traumatischen Erfahrungen in meiner Kindheit erlebt, ich war zwar immer schon melancholisch, aber nicht klinisch depressiv oder Ähnliches. Ich habe auch nicht ernsthaft vor, mich umzubringen, was wohl für viele widersprüchlich klingt. Ich stelle es mir nur gerne vor, weil es mich beruhigt. In den meisten dieser Fantasien hänge ich mich an einem Treppengeländer auf, was sogar mir seltsam spezifisch vorkommt.


Dabei ist Selbstmord nicht Plan B, wenn Plan A nicht klappt. Im Gegenteil, es ist eher so etwas wie Plan Z 2.0. Manchmal glaube ich, ich bin einfach so ein Kontrollfreak, dass es mir einfach ein gutes Gefühl gibt, mir vor Augen zu halten, dass ich am Ende, wenn jede Unterstützung mich verlassen hat, immer noch eine eigene Entscheidung treffen kann. Ich möchte das beichten, weil ich mich damit wirklich für nicht normal halte. Es tut mir leid - meinem Mann und unserem Kind gegenüber, dass ich solche Gedanken immer gehabt habe und scheinbar niemals los werde, auch wenn ich niemals vorhabe, es in die Realität umzusetzen. Ich beichte, dass ich keine Lust habe, darüber mit einem Therapeuten zu sprechen. Ich habe mein Leben an und für sich im Griff, es ist nur so etwas wie eine gedankliche Stütze für mich. Ich bin mir sicher, es gibt hunderttausende Menschen, die die Zeit eines Therapeuten mehr benötigen, als ich.

Beichthaus.com Beichte #00037192 vom 09.12.2015 um 11:09:33 Uhr (17 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Hausfrau und Mutter? Nein, danke!

39

anhören

Aggression Faulheit Vorurteile

Ich (w/29) gehe Vollzeit arbeiten, genau wie mein Mann auch. Wir haben eine 6-jährige Tochter, einen kleinen aber feinen Freundeskreis, genau wie unser Kind. So weit ist alles gut in unserer kleinen Welt. Was mich leider immer wieder zum Überkochen bringt, sind viele andere Mütter. Nicht alle, aber viele. Das ging im Kindergarten schon los. Bei Sommerfesten, Weihnachtsfeiern oder Ähnlichem hätte ich mir am Liebsten die Kante gegeben, um das ganze sinnbefreite Geschwätz ertragen zu können. Haben Frauen denn nur noch eine beschränkte Themenauswahl, sobald sie sich vermehrt haben? Man hört immer nur noch, welches Kind denn schon was besser kann als die anderen, welches Waschmittel benutzt wird, um die ach so dreckige Kleidung der Kleinen wieder sauber zu kriegen, welcher Kuchen letztes Wochenende gebacken wurde und so weiter.


Haben die alle denn kein eigenes Leben mehr? Versteht mich nicht falsch, ich liebe meine Familie, und ja, auch ich backe mit der Kleinen, und auch ich habe verschiedenste Mittelchen in der Waschküche stehen, um ihre Sachen sauber zu kriegen. Aber ich gehe damit nicht hausieren. Und warum nicht? Weil es keinen interessiert! Seit sie diesen Sommer eingeschult wurde, ist es noch schlimmer. Ein besonders penetrantes Exemplar der Gattung Muffin-backende-Vollzeit-Mutti hat zu wirklich jedem Thema was zu sagen und tut dies auch ungefragt. Ich hasse diese Frau. Und dann immer das Gejammer, dass Mutter zu sein der schwerste Fulltime-Job der Welt ist. Ja natürlich. Vor allem in der Zeit von acht bis vier, wenn die Kinder in der Schule sind. Muss schwer sein, die ganze Freizeit rumzukriegen. Kann mir doch keiner erzählen, dass er jeden Tag zu Hause acht Stunden putzt. Und dann muss man sich noch anhören, dass es sich für eine Mutter ja wohl gehören würde, zu Hause zu bleiben.


Was soll ich zu Hause rumhocken, wenn mein Mann arbeitet und das Kind in der Schule ist? Den Haushalt schmeißen wir gemeinsam und ich gehe verdammt noch einmal gerne arbeiten. Meine Beichte? Ich kann diese Weiber nicht ertragen. Und nur zum Wohle meiner Tochter, damit sie nicht von Geburtstagen ausgeschlossen wird, halte ich mit meiner Meinung hinterm Berg. Aber ich befürchte, dass mir irgendwann ganz gewaltig der Arsch platzt!

Beichthaus.com Beichte #00037191 vom 09.12.2015 um 09:54:41 Uhr (39 Kommentare).

In WhatsApp teilen

“Beichte

Waren Sie im Krieg?

6

anhören

Waghalsigkeit Gewalt Engherzigkeit Trunksucht

Ich (m/20) habe zwei Dinge zu beichten. Vor vier Jahren hatten wir russische Austauschschüler zu Gast, mit denen wir natürlich abends mal in der Stadt unterwegs waren und was tranken. Eines Abends am Hafen waren wir alle recht knülle und in meinem betrunkenen Kopf sprach ich in einem Mix aus Deutsch, Englisch und Russisch. Auf einmal kam ein Rentnerpärchen vorbei, das auf unsere Truppe aufmerksam wurde und mich interessiert und freundlich fragte, was es mit den Russen auf sich hat. Ich setzte einen stark russischen Akzent auf und sie schienen mir das abzunehmen. Als ich, und ich schäme mich immer noch, fragte, ob sie im Krieg waren, fing ich mir von der Oma eine saftige Schelle und sie trabten davon.


Das Zweite passierte letztes Jahr. Ich erwischte meine Ex bei einem heimlichen Treffen mit einer Person, wo ich damals was vermutete. In meinem Zorn stürmte ich zum Parkhaus, weil ich nicht auf offener Straße explodieren wollte. Da rempelte mich ein cooler halbstarker Bub an, der den Macker bei seiner Ollen raushängen lassen wollte und mich prompt als Sohn einer Frau im Erotikgewerbe beschimpfte. Da konnte ich mich nicht mehr zusammenreißen und klatschte ihm mitten in der Fußgängerzone eine ins Gesicht und pöbelte die kleine Wurst an, dass das Beleidigen Wildfremder auch mal schief gehen kann. Sorry.

Beichthaus.com Beichte #00037187 vom 08.12.2015 um 19:22:09 Uhr (6 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Veganerin auf Abwegen

29

anhören

Völlerei Maßlosigkeit Ernährung

Hiermit beichte ich, dass ich meine Prinzipien verrate. Ich bin seit über vier Jahren Veganerin und es hat bisher ganz gut funktioniert. Ich habe in den ganzen vier Jahren niemals Fleisch angerührt und Milch, Eier, Käse nur sehr selten mal als Ausnahme gegessen, beispielsweise wenn ich mir unterwegs mal etwas zu essen geholt habe und es nur Käsebrötchen gab, oder wenn ich bei anderen gegessen habe. Die pflanzliche Ernährung bekam mir gut und ich habe nichts vermisst. In letzter Zeit habe ich jedoch plötzlich wieder Appetit auf Fleisch und Eier. Ich war oft schwach und kränklich und habe Angst bekommen, es könnte an meiner Ernährung liegen.


Und so rede ich mir in meinem Kopf zurecht, dass es in Ordnung wäre und nötig wäre, Tierprodukte zu essen und werfe meine Prinzipien über Bord. Ich träume sogar nachts davon, Fleisch zu essen. Ich habe letzte Woche einen Karton mit zehn Eiern gekauft, sieben davon habe ich innerhalb der einen Woche bereits verspeist. Heute habe ich mir Räucherlachs gekauft. Ich habe mich noch nicht getraut, ihn auch zu probieren, aber ich weiß, dass ich es früher oder später tun werde, weil ich einfach meinen Appetit nicht mehr zurückhalten kann.

Beichthaus.com Beichte #00037183 vom 08.12.2015 um 14:45:23 Uhr (29 Kommentare).

In WhatsApp teilen
Zufallsbeichte
“Ein


Arbeitsstunden im Altenheim

20

anhören

Faulheit Schamlosigkeit Trunksucht Hass Arbeit 50+

Ich (m/19) möchte gestehen, dass ich während meiner Arbeitsstunden im Altenheim, anstatt meinen aufgetragenen Aufgaben nachzugehen, lieber eine Woche lang nur Unfug getrieben habe. Ich habe im Lager Sachen mitgehen lassen, meine Aufgaben schnell und wenig gründlich erledigt (beispielsweise am Morgen nur einen Gang von Zimmern mit Wasser versorgt) und behauptet, ich hätte Dinge erledigt, die ich nie gemacht habe, weil ich damit beschäftigt war, alle 20 Minuten Pause zu machen und Spice-Joints zu rauchen. Ich hatte noch drei Tage abzuarbeiten, als ich im Getränkelager Bier entdeckte.

Ich ließ mich von da an jeden Morgen um halb zehn in einem der Lager, das ich aufräumen oder putzen sollte, volllaufen, fuhr mit den Rollstühlen und verließ das Zimmer höchstens zum Kiffen. Von meinen Arbeitsstunden habe ich in Wirklichkeit nicht einmal die Hälfte abgeleistet, ab und zu ging ich früher oder kam gar nicht, ohne das zu melden. Der Chef hat mir trotzdem meine Stunden abgesegnet und ich bin aus dem Schneider. Das kommt nie wieder vor, aber mal ernsthaft: Ich habe alte Menschen hassen gelernt.

Beichthaus.com Beichte #00037181 vom 08.12.2015 um 04:09:45 Uhr (20 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Aggression   Begehrlichkeit   Betrug   Boshaftigkeit   Diebstahl   Drogen   Dummheit   Ehebruch   Eifersucht   Eitelkeit   Ekel   Engherzigkeit   Falschheit   Faulheit   Feigheit   Fetisch   Fremdgehen   Geiz   Gewalt   Habgier   Hass   Hochmut   Ignoranz   Lügen   Manie   Maßlosigkeit   Masturbation   Missbrauch   Misstrauen   Morallosigkeit   Mord   Neid   Neugier   Peinlichkeit   Prostitution   Rache   Schamlosigkeit   Selbstsucht   Selbstverletzung   Sex   Stolz   Sucht   Trägheit   Trunksucht   Ungerechtigkeit   Unglaube   Unreinlichkeit   Vandalismus   Verrat   Verschwendung   Verzweiflung   Völlerei   Vorurteile   Waghalsigkeit   Wollust   Zorn   Zwang   Zwietracht  

“35.000