Der Zivi und das unreine OP-Besteck

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Dummheit Feigheit Unreinlichkeit Zivi & Bund

Vor zehn Jahren machte ich meinen Zivi im Krankenhaus als "Hol- und Bringdienst." Meine Aufgabe war es also, Patienten im Rollstuhl oder im Bett in die entsprechenden Krankenhausabteilungen zu bringen. Obwohl ich gewissenhafte und - meiner Meinung nach - vorbildliche Arbeit machte, wurde ich stets gemobbt. Das leuchtete mir nicht ein, denn eigentlich musste man in diesem Krankenhaus überwiegend arbeiten, Zeit für einen Plausch blieb dort nicht. Ich weiß, dass ich damals schon ein wenig seltsam war, aber nicht so, dass man sich mit mir ohne Stress als hilfreicher und lernfähiger "Handlanger" hätte gut arrangieren können. Um hier ein paar Beispiele zu nennen, damit in etwa nachvollzogen werden kann, was dort zuging:


- Die Transportliste war ein völlig unleserlicher, sehr häufig kopierter Wisch, in dem auch im Laufe der Jahre völlig andere Dinge eingetragen wurden als auf dem Zettel standen. In der Mittagspause setzte ich mich an einen Stations-PC und druckte die Liste in der Art neu aus, wie wir sie brauchten. Daraufhin wurde ich von der Stationsschwester ermahnt, mich als Zivi "nicht in die internen Prozessabläufe im Krankenhaus einzumischen."


- Es gab "Privat" und "Kassen"-Betten. Letztere waren deutlich älter. Es kam eine Neuanschaffung von Betten, die zwar weniger Funktionen wie die Privatbetten hatten, aber auf den ersten Blick ähnlich aussahen. Die "Bettenabteilung" klärte mich darüber auf, als ich eines Tages Kassen-Betten holen sollte. Ich gab die Sache mit den Betten direkt an eine der Schwestern weiter. Dennoch wurde ich an dem Tag von zwei anderen Schwestern in einem sehr unfreundlichen Ton als unfähig beschimpft und ermahnt, ich solle doch bitte die korrekten Betten holen.


- Aufgrund des andauernden Streites bat ich bei der Krankenhausleitung um interne Versetzung auf eine andere Station. Dies wurde gewährt - in meine Akte wurde jedoch geschrieben, dass ich "aufgrund mangelnder Anpassungsfähigkeit strafversetzt" wurde.


- Mir wurden Vorstellungsgespräche nicht gewährt oder mir mitgeteilt, dass ich vor einem 60 Kilometer entfernten Vorstellungsgespräch ja durchaus noch von 6 bis 7 Uhr morgens arbeiten könne. Da die Zivistelle dies beim Bundesamt begründen muss, argumentierte sie mit einer "sehr hohen Auslastung der Station." Eigentlich darf auch kein Dienst vorsätzlich verschoben werden, um Sonderurlaubs-Zeiten außerhalb der Dienstzeiten zu verschieben - in diesem Fall wurde das aber gemacht.


Eine der Schikane-Maßnahmen war es auch, mich für einzelne Tage in anderen Stationen unterzubringen. Der Zweck war mir nicht bekannt, man tat das aber nur mit mir - kein anderer Zivi war betroffen. Zudem war das recht sinnlos, denn alle Tätigkeiten benötigen i.d.R. Einweisungen, sodass ich nur wenig Arbeit vollbrachte, wenn man die Einweisungszeiten berücksichtigte. Einen Tag musste ich in die Sterilisation. Das war gegen Ende der Zivizeit. Ich hatte mehrere Disziplinarverfahren hinter mir, die sonst nur Arbeitsverweigerer und Rowdys bekamen. Ich war völlig fertig und verstand die Welt nicht mehr. Daher war ich auch nicht mehr wirklich aufnahmefähig. Ich stand da nun in der Sterilisation und meine Aufgabe war es, Besteck in Tüten einzupacken, niemand sprach mich darauf an, mir die Hände zu desinfizieren, obwohl Zivildienstleistende dies aufgrund des mangelnden Patientenkontakts eigentlich selten machen. Man erachtete das wohl als selbstverständlich, was es ja eigentlich auch ist. Jedenfalls wurde mir erst beim dritten Besteck klar, dass ich gerade mit "Straßenhänden" das sterilisierte Besteck anfasste, worauf ich mir sofort meine Hände sterilisierte. Aus Angst, wieder ein Disziplinarverfahren zu bekommen, sagte ich nichts. Irgendwelche Leute wurden also mit meinem unreinen Besteck operiert. Ich hoffe, ich habe hierdurch keine Komplikationen bei Operationen erzeugt. Vor Kurzem wurden übrigens sowohl ich als auch meine Frau in dem Krankenhaus behandelt.

Beichthaus.com Beichte #00033950 vom 16.09.2014 um 01:28:59 Uhr (15 Kommentare).

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Ich bin ein notorischer Fremdgänger

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Fremdgehen Manie

Ich bin ein notorischer Fremdgänger
Seit einigen Jahren bin ich (m/36) geschieden und habe einen 8 Jahre alten Sohn. Meine Frau hat sich scheiden lassen, da ich mehrfach fremd gegangen bin. Zurzeit lebe ich alleine, habe aber eine Freundin, die mit mir jetzt zusammenziehen und auch eine Familie mit mir gründen möchte. Meiner Freundin habe ich erzählt, dass meine geschiedene Frau einen anderen Mann gefunden hat und wir uns deshalb getrennt haben. Die Wahrheit ist jedoch, dass ich ein notorischer Fremdgänger bin und deshalb keine neue Familie gründen möchte. Mein Freundeskreis weiß dies und macht sich darüber lustig, wie naiv meine Freundin sein muss. Ich möchte beichten, dass ich bald meine Freundin einweihen muss und ich sie wahrscheinlich schwer enttäuschen werde. Ich mache mit meinem Verhalten andere Leute unglücklich.

Beichthaus.com Beichte #00033940 vom 15.09.2014 um 09:31:12 Uhr (14 Kommentare).

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Hobbydealerin mit Drogensammlung

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Betrug Morallosigkeit Engherzigkeit Drogen

Ich (w/19) mache im Moment eine Ausbildung zur Pharmazeutisch-Technischen Assistentin. Das wird von Berufsfachschulen angeboten, was heißt, dass ich im Prinzip den ganzen Tag normalen Unterricht habe. Also Vollzeitunterricht, nicht wie bei betrieblichen Ausbildungen. Demnach haben wir auch viele Fächer, in denen wir auch Arbeiten schreiben müssen, Hausaufgaben haben und so weiter. Eines meiner Fächer heißt Botanik und da geht es zum Großteil darum, dass wir Pflanzen mikroskopieren und erkennen müssen. Ein besonderer Teil des Unterrichts ist, dass wir alle untersuchten Pflanzen in einer sogenannten "Drogensammlung" aufbewahren müssen. Zur Erklärung: Drogen im botanischen Sinne sind getrocknete Pflanzen oder Pflanzenteile. Also zum Beispiel so etwas wie Malvenblüten, Hibiskusblüten, Baldrianwurzel oder Brennnesselkraut. Also nicht die sonst übliche Vorstellung des Begriffs "Droge." Nun war es so, dass wir in Botanik eine Arbeit angekündigt bekommen haben und ein Teil davon war, dass wir unsere gesammelten Drogen erkennen mussten. Das läuft in etwa so ab: Man bekommt zum Beispiel fünf verschiedene Krautdrogen vorgesetzt und muss dann bei allen erkennen, um was es sich handelt. Man muss auch noch anderes Zeug wissen, wie den lateinischen Namen, Stammpflanze, Familie, Gewinnung, Inhaltsstoffe, pharmazeutische Verwendung und so weiter. Das ist aber auch gar nicht das Schlimme, schließlich kann man das einfach auswendig lernen. Das wirklich schwierige ist das Erkennen, da das meiste echt einfach nur grünes und braunes Gedöns ohne besondere Merkmale ist. Blüten erkennt man gut, aber da hört es auch schon auf. Kräuter, Wurzeln, Rinden, Blätter - sieht echt vieles auf den ersten Blick gleich aus. Das bedeutet, dass man sich hinsetzen und sich für jede Droge irgendein Erkennungsmerkmal raussuchen muss.


Jetzt zur eigentlichen Beichte: Da mir das alles ziemlich schwerfällt, habe ich wirklich die ganze Woche jeden Tag meinen Hefter mitgeschleppt, um während der halbstündigen Busfahrt zur Schule und wieder zurück lernen zu können, so auch gestern. Mein Hefter sieht so aus, dass vorne drauf groß und fett "Drogensammlung" steht. Meine Drogen bewahre ich in kleinen, wiederverschließbaren Plastikbeuteln auf, die ich mit Büroklammern an dem jeweiligen Steckbrief der Pflanze befestigt habe. Nach Schulschluss bin ich wie immer zur Bushaltestelle gegangen. Dort saß neben einem jungen Kerl mit seinem Hund, den ich so auf mein Alter schätze, niemand weiter. Ich hatte den Kerl noch nie gesehen, aber ich gehe davon aus, dass er nicht auf einen Bus wartete, denn neben ihm standen drei leere Bierflaschen und eine vierte hielt er in der Hand. Er hat dort wohl nur gegammelt. Er saß auf der linken Bankreihe, sodass ich mich auf die rechte setzte. Ich habe versucht, ihn zu ignorieren und da ich immer 15 Minuten auf meinen Bus warten muss, holte ich meinen Hefter raus. Er hat mich erst nur aus dem Augenwinkel beobachtet, doch er muss das "Drogensammlung" auf dem Hefter gelesen haben, denn plötzlich stierte er mich regelrecht an und sah mir einen Moment schweigend zu, wie ich durch die ganzen Blätter und Kräuter blätterte. Auf einmal meinte er "nette Sammlung" und ich habe ihn erst einmal nur verdutzt angeglotzt. Ich habe dann nur gelächelt und wieder in meinen Hefter geschaut. Dann war wieder Ruhe, doch ein paar Seiten weiter schlug ich meine Stärkearten auf. Dazu muss man sagen, dass es vier davon gibt (Kartoffel-, Weizen-, Mais- und Reisstärke), bei allen handelt es sich um weißes Pulver.


Das heißt also, für den unwissenden Kerl waren das in dem Moment nur vier Plastiktütchen mit einem weißen Pulver drin. An was er gedacht hat, muss ich wohl nicht weiter erläutern. Jedenfalls fragte er plötzlich, wie viel ich dafür haben wolle. Ich wusste erst nicht, was er meint, doch dann zeigte er auf meine Stärke und es hat so zwei, drei Sekunden gedauert, aber plötzlich traf es mich wie ein Schlag, dass man mich hier anscheinend für eine Hobbydealerin hielt! Ich war wirklich geschockt und habe dann versucht, mich irgendwie rauszureden, aber jetzt stand er auf und kam direkt zu mir und ich habe meinen Hefter schon reflexartig an mich gedrückt. Er fing weiter an zu erzählen, dass er schon seit zwei Tagen nichts mehr genommen hätte und Nachschub braucht. Ich war echt hilflos und habe ihn gebeten, mich einfach in Ruhe zu lassen. Wie aus heiterem Himmel hielt er mir plötzlich 50 Euro unter die Nase. Ich weiß nicht, was in diesem Moment passiert ist. Es war, als stünde ich neben mir und könnte mir nur dabei zusehen. Wie in Trance griff ich den Geldschein und hielt ihm dann eines meiner Tütchen hin. Das alles lief völlig kommentarlos ab, und nachdem der Austausch vollzogen war, machte er kehrt, nahm seinen Hund und verschwand.


Ich habe meiner Lehrerin heute gesagt, ich hätte meine Stärke irgendwo verlegt und durfte mir ein neues Tütchen abfüllen. Ich weiß wirklich auch jetzt noch nicht, welcher Teufel mich da geritten hat und es tut mir leid. Ich beichte also, einem Drogenabhängigen Reisstärke für 50 Euro angedreht zu haben. Und das vermutlich auch noch viel zu billig.

Beichthaus.com Beichte #00033933 vom 13.09.2014 um 01:03:22 Uhr (15 Kommentare).

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Mitleid für Mobbingopfer?

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Zorn Engherzigkeit Hochmut Alsdorf

Ich (w/25) möchte beichten, dass ich kein Mitleid mit sogenannten Mobbingopfern habe. Damals nannte man das noch "Hänseln" und war normaler Schulalltag. Ich selbst wurde auch geschlagen, beschimpft und mit Zirkeln gepiekst. Meine Schultasche wurde ins Klo gestopft, mir wurde ein Eimer mit Putzwasser über den Kopf gekippt, der alte Tafelschwamm wurde mir ins Gesicht gedrückt. Einmal bin ich im Winter auf das Schulklo gegangen und meine Klassenkameraden haben mir von oben zwei Eimer mit Schnee in meine Kabine gekippt. Ja, meine Hausaufgaben und mein Essen sind mir auch regelmäßig geklaut worden, über Jahre hinweg. Und das alles nur, weil ich keine Markenkleidung hatte. Ich könnte die Liste noch ewig fortführen. Trotzdem ist aus mir eine selbstbewusste, junge Frau geworden. Meine Beichte ist, dass ich Leute, die mit solchen Erlebnissen nicht klarkommen, verachte. Wer nach Jahren oder Jahrzehnten noch darunter leidet - teilweise trotz Therapie - ist für mich einfach zu schwach für diese Gesellschaft. Ich empfinde keinen Hass gegen meine früheren Peiniger, jedoch gegen Menschen, die sich in ihrem "Leid" ein Leben lang winden. Kommt doch mal auf euer Leben klar! So sind Kinder nun mal und wer an so etwas zerbricht, weiß nicht, was Leben heißt.

Beichthaus.com Beichte #00033932 vom 12.09.2014 um 19:52:30 Uhr in 52477 Alsdorf (29 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Die Schuhe ihres Lovers

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Boshaftigkeit Eifersucht Zorn Ekel WG

Ich (m/20) habe mich vor über einem halben Jahr extrem in meine Mitbewohnerin (25) verliebt. Wir unternehmen viel zusammen, jedoch hatte ich nie das Gefühl, dass sie auch Interesse an mir hat, weshalb ich es auch nie zur Sprache gebracht habe. Jetzt habe ich allerdings heute Morgen festgestellt, dass sie im Ausgang einen Typen abgeschleppt hat. Nun aber zur Beichte an sich: Ich bin deswegen dermaßen durchgedreht, dass ich ihm in seine Schuhe geschissen habe. Jedoch bin ich danach abgehauen, um mit meiner Kollegin zu quatschen, weshalb ich nichts von seiner Reaktion mitbekommen habe. Es tut mir auch nicht wirklich leid, ich wollte es nur loswerden.

Beichthaus.com Beichte #00033926 vom 11.09.2014 um 19:11:26 Uhr (18 Kommentare).

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