Sex und Liebe sind keine Themen für mich!

0

Hass Zorn Ungerechtigkeit

Ich werde bald 25 Jahre alt. Und wenn ich so auf das zurückblicke, was andere Menschen mein Leben nennen würden, dann fällt mir meist nicht mehr als ein Achselzucken ein. Alles Positive darin hatte nie etwas mit mir zu tun. Ich habe nie etwas Großartiges geleistet, war nie an etwas Bedeutsamen beteiligt, war faul und zurückhaltend. Alles, was mir in meinem Leben etwas Bedeutete und unglaublich schön war, fiel mir in den Schoss und da ich nicht den nötigen Willen besaß, all das zu behalten, glitt es mir durch die Hände.

Meine Eltern hatten nur Stress mit mir. Ich bin ihnen nur eine Last. Schon, von dem Moment an, als ich mit einer Behinderung zur Welt kam, habe ich es ihnen nicht leicht gemacht. Ich will keinem was vormachen: MICH persönlich - ganz egoistisch gesehen - stört das nicht. Aber was mussten meine Eltern wegen mir schon durchmachen? Ein Vierteljahrhundert ist bald um, und ich weiß nicht, wie lange ich mir das mit ihnen noch ansehen kann. Ich bin ein erbärmlicher Witz, was du, der das hier liest, am ehesten daran merkst, dass du es auf einer Seite mitverfolgen kannst, die Leuten wie mir die Chance gibt, jeden noch so blödsinnigen Text anonym zu verfassen, damit noch erbärmlichere Leute wie du es lesen und so ihre eigenen Probleme kompensieren können. Ich wurde nie geküsst - in meinem ganzen Leben nicht, und bis vor einem Jahr hatte ich nie ein Problem damit.

Ich bin mit der Gewissheit aufgewachsen, dass Sex und Liebe keine Themen für mich sein werden, habe es nicht nur akzeptiert, sondern wollte es selbst auch nie, aus Angst mein Gegenüber mit einer Sache zu konfrontieren, die dessen Leben für immer beeinträchtigt oder schadet. Es war vollkommen okay, ich war nicht unglücklich. Vor einem Jahr sagte mir eine wundervolle Frau, sie wäre einst in mich verliebt gewesen. Obwohl ich weiß, dass sie gelogen hat, denke ich seitdem oft daran. Außerdem bin ich seither unfähig, tiefgründige Beziehungen irgendeiner Art zu Frauen herzustellen und ziehe mich zurück. Ich werde zum Misanthropen, jeden Tag ein Stück. Ich hasse nicht nur die Anderen, auch mich selbst und das mit voller Objektivität. Würde ich mir selbst begegnen, würde ich mir gerne eins in die Fresse hauen! Ich habe es geschafft, 500 Leute dazu zu kriegen, über mich zu lachen, in einem Moment, der mir eigentlich eine Leistungsermessung für meine Karriere einbringen sollte. Gescheitert ist der treffende Ausdruck. Ich trete in mein 25. Lebensjahr und alles, was ich sehe, ist Schande. Die einzige Hoffnung, die mir wie immer bleibt, ist jene der Gewohnheit - ich werde mich daran gewöhnen.

Beichthaus.com Beichte #00022504 vom 14.08.2007 um 10:38:54 Uhr (0 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Warum ist euch alles egal?!

14

Zorn Vorurteile Gesellschaft

Ich habe mir einmal einen Teil der Beichten hier durchgelesen und sie auch ein wenig mit meinen Erfahrungen abgeglichen. Es ist schockierend für mich, bestätigt aber das, was ich schon lange sehe und vermute. Ich habe lange mit jungen Leuten gearbeitet. Mit vielen jungen Menschen. Viele hatten Realschulabschluss und waren um die 18 Jahre alt. Ich bin kein konservativer "Knochen" und eigentlich mochte ich die jugendliche Offenheit, ihre Lockerheit, ihre Power. Aber was in den letzten Jahren passiert ist, ist einfach nur noch abstoßend! Die Welt steht den jungen Menschen offen. Sie können überall hinreisen, oft für wenig Geld. Können sich mit einem Klick die Welt in das Haus holen. Dinge, die ich nie hatte und die ich gerne gehabt hätte, als ich jung war.

Aber nein, es wird sich an Hirnrissigkeiten, Dumpfheiten und Bedröhnung aller Art überboten. Es ist ja ok, wenn man in dem Alter verstärkt Musik und Frauen/Männer im Kopf hat, die Hormone verrückt spielen. Aber was jetzt abgeht, ist einfach nicht mehr zu ertragen! Du kannst keinen Gedanken fassen, weil sich nur von morgens bis abends bedröhnt wird. Als ob das Herz stehen bleibt, wenn mal eine Minute kein mp3-Player, iPod oder Handy dudelt. Es wird mit gnadenloser Brutalität jeglicher Geist ausgeschaltet. IQ-technisch und seelisch. Als wenn die Gehirne einfach irgendwo auf der Straße verloren worden sind. Am Schlimmsten sind diese ganzen 'Gangstertypen', die sofort flennen, wenn es drei Grad kälter im Raum ist, aber ansonsten den großen Kerl raushängen lassen. Das sind Clows, völlige arme Typen, die einer Welt hinterherträumen, die sie keine drei Tage aushalten würden. Es geht nur noch um Selbstdarstellung, um Zirkus. Und es muss sich an Fäkalsprache überboten werden. Wie die kleinen 6-Jährigen, die zum ersten Mal ein "schmutziges Wort" aufschnappen. Wie eine CD auf Endlosschleife. Als wenn sie ohne diesen geistigen Dünnpfiff nicht mehr leben können.

Mir wird schlecht, wenn ich daran denke, dass dort ein Großteil meine Rente verdienen wird (zumindest das, was noch bleibt). Aber was mich am meisten stört ist diese Aussagelosigkeit. Es ist alles egal, Hauptsache der Konsum fließt irgendwo. Aber bloß nicht aus eigener Hände Arbeit! Nein, die ach so uncoolen Alten tragen alles. Die Omi, der Opi, die Eltern. Immer schön alle ausnutzen. Und die Eltern haben auch die Klappen dicht und kaufen sich frei. Man muss sich schämen, was aus dieser Generation geworden ist, aber vielleicht noch mehr, was meine/unsere Generation daraus gemacht hat. Einen völlig stumpfen, aussagelosen, unprovokativen Haufen. Dann sind mir noch die Punks am liebsten. Die haben wenigstens noch einen Ansatz von Aussage und wollen raus aus dem ganzen (Konsum/Medien)Terror der unser Hirn täglich schachmatt setzen will. Und als engagierter Mensch kapitulierst du vor dieser Gehirnwäsche. Dann bleibt nur zu gehen oder drauf zu gehen (seelisch oder körperlich). Ich bin froh, dass ich wenigstens noch in einer Welt gelebt habe, wo man sich mit anderen Kulturen (außer dort zum Saufen hinzufahren!), anderen Menungen und mit gesellschaftlichen Normen auseinander gesetzt hat. Und wo dieser ganze unnütze Spielkram dahin gehörte, wo er hingehört.

Als nettes Nebenbei und nicht als Lebenszweck! Ich möchte jedenfalls heute kein Jugendlicher mehr sein. Sie leben in einer Art 'Wohlstandsarmut', die mich einfach nur noch ankotzt. Abschließend möchte ich los werden, das ich auch sehr gute junge Menschen getroffen habe, die noch echten Mut zeigen, Feuer haben und Verantwortung übernehmen. Aber es ist ein Tropfen im Meer der Stumpfheit.

Beichthaus.com Beichte #00022483 vom 14.08.2007 um 06:04:52 Uhr (14 Kommentare).

In WhatsApp teilen

“35.000

“Beichte

Die letzten 21 Tage in Freiheit

11

Begehrlichkeit Trunksucht Fetisch Maßlosigkeit

Hiermit beichte ich, dass ich im Moment jeden Typen anmache, der mir über den Weg läuft. Egal ob verheiratet oder nicht, ob vergeben oder nicht. Dieses Verhalten rührt eindeutig von meiner Trschlusspanik her. Schließlich werde ich in drei Wochen bereits 25. Ach du heilige Scheiße. Ich werde alt, meine Lieben. Und deshalb hole ich alles, was ich in den vergangenen 9103 Tagen nicht gemacht habe, noch in den folgenden 21 Tagen nach. Ich werde saufen, feiern, vögeln und was sonst noch Spaß macht. Danach werde ich mein Leben komplett umkrempeln und wie eine seriöse, junge Dame leben. Mir einen Mann suchen, der gut zu mir ist und mich versteht und meine 2,314 Kinder auf die Welt bringen.

Ich werde das schöne kleine Einfamilienhäuschen am Rande der Stadt stets sauber halten und das Essen wird pünktlich auf dem Tisch stehen. Ich werde meinem Mann eine gute Ehefrau sein und darüber hinweg sehen, wenn er mich eines Tages mit einer bald 25-Jährigen betrügt, die noch nachholen will, was sie in den letzten 9103 Tagen verpasst hat. Doch bis es so weit ist, werde ich die Sau rauslassen und möchte mich daher schon jetzt in aller Form dafür entschuldigen, denn ich werde in Zukunft zu besoffen sein, um überhaupt noch den PC einzuschalten, geschweige denn diese Seite aufzurufen oder einen vollständigen Satz zu schreiben.

Beichthaus.com Beichte #00022466 vom 14.08.2007 um 00:57:25 Uhr (11 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Warum lebe ich noch?!

5

Hass Verzweiflung Selbstverletzung

Ich beichte, dass ich zurzeit täglich an Selbstmord denke. Ich weiß nicht mehr, warum ich überhaupt noch lebe, die Welt kotzt mich von vorne bis hinten an, es gibt nur sehr, sehr wenige Menschen, die mir etwas bedeuten. Sie sind auch der Grund, warum ich es noch nicht getan habe, denn ich habe schließlich nicht nur Verantwortung für mich selbst sondern auch für die Menschen, denen ich tatsächlich noch etwas bedeutete, und ihnen will ich kein so großes Leid zufügen. Meine Eltern und meine Schwester haben so etwas nicht verdient. Und doch sehne ich mich danach, endlich diesen ganzen anderen Menschenmüll endlich hinter mir zu lassen.

Beichthaus.com Beichte #00022422 vom 06.08.2007 um 07:40:37 Uhr (5 Kommentare).

In WhatsApp teilen

“Beichte

Der langsamste Zahnarzt der Welt

2

Engherzigkeit Arbeit Verschwendung

Ich (w/45) arbeite in einer Zahnarztpraxis, von der ich als langjährige Angestellte wohl ohne Scham sagen kann, dass es die langsamste Zahnarztpraxis der Welt ist. Unsere geschätzten Patienten dürfen in der Regel mindestens eine Stunde die Annehmlichkeiten unseres Wartezimmers genießen. Ich beichte, dass es mich jedes Mal innerlich vor Lachen fast zerreißt, wenn ich einem Patienten an der Rezeption sage: "Nehmen sie doch gerade noch kurz Platz,"

Beichthaus.com Beichte #00022367 vom 27.07.2007 um 00:36:10 Uhr (2 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Aggression   Begehrlichkeit   Betrug   Boshaftigkeit   Diebstahl   Drogen   Dummheit   Ehebruch   Eifersucht   Eitelkeit   Ekel   Engherzigkeit   Falschheit   Faulheit   Feigheit   Fetisch   Fremdgehen   Geiz   Gewalt   Habgier   Hass   Hochmut   Ignoranz   Lügen   Manie   Maßlosigkeit   Masturbation   Missbrauch   Misstrauen   Morallosigkeit   Mord   Neid   Neugier   Peinlichkeit   Prostitution   Rache   Schamlosigkeit   Selbstsucht   Selbstverletzung   Sex   Stolz   Sucht   Trägheit   Trunksucht   Ungerechtigkeit   Unglaube   Unreinlichkeit   Vandalismus   Verrat   Verschwendung   Verzweiflung   Völlerei   Vorurteile   Waghalsigkeit   Wollust   Zorn   Zwang   Zwietracht  

“35.000