Bei der Selbstzerstörung zusehen

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Drogen Trunksucht Verzweiflung Partnerschaft Velgast

Ich bin seit einem 3/4 Jahr mit meinem Freund zusammen. Es könnte auch alles ganz wunderbar sein, wenn ich mit seinem Lebensstil nur halb so gut klar kommen würde, wie er mit meinem. Er hat es da einfacher - ich habe einen relativ normalen Lebensstil. Gut, ich trinke oft und viel, aber bin meilenweit davon entfernt Alkoholikerin zu sein. Bei ihm sieht es schon anders aus, denn er kann nicht mehr wirklich ohne. Auch wenn es dann meist nur bei 4 Bier über den Tag verteilt bleibt, so ist die Sucht nicht mehr abzustreiten, da er keinen einzigen Tag darauf verzichten kann. Hinzu kommt, dass er kifft. Mittlerweile weniger als vor einem Jahr und er nimmt auch nichts chemisches mehr. Als wäre das nicht genug, ist er auch noch arbeitslos. Seit einem knappen Jahr. Die wenigen Euros, die er hat, gibt er natürlich für Bier und Gras aus. Schon einige Male habe ich mit ihm geredet und er hat auch ein paar Bewerbungen geschrieben - allerdings eher halbherzig, was die Firmen wohl bemerkt haben, denn er wurde nicht genommen. Besonders attraktiv ist er auch nicht, eher das Gegenteil. Ich wurde schon von vielen gefragt, weshalb ich mich so unter meinem Wert verkaufe. Wie gesagt, die Gespräche mit ihm fruchteten nur minimal, auch wenn er meinen Standpunkt versteht und alles tun will, um mich zu halten. Also, was will ich mit ihm? Ich, jung (23), mit ausgesprochen schönem Erscheinungsbild gesegnet, ohne finanzielle und sonstige Sorgen, mit vielen Freunden, Bekannten und Verehrern, was finde ich bloß an einem Komplettversager (so betiteln ihn andere)? Für mich ist das einfach zu beantworten: seine Intelligenz. Man könnte es wegen seines Lebensstils nicht meinen, doch er hat die Matura und, da ich sehr wohl weiß, dass das allein noch nicht von Intelligenz zeugt, verfügt über ein exorbitantes Allgemeinwissen, blitzschnelle Auffassungsgabe und auch emotionale Intelligenz. So ist das eben, manche Männer werden bei Blondinen schwach, manche Frauen bei dicken Bankkonten und ich erliege dem unwiderstehlichen Charme der Intelligenz. Was ich nun beichten möchte? Dass ich die Beziehung nicht beende, obwohl ich zu 100% weiß, dass sie keine Zukunft hat. Was man wohl als Falschheit bezeichnen könnte? Denn ich möchte ihn einfach noch nicht gehen lassen, obwohl ich weiß, dass es später noch schwerer werden wird. Aber bis dahin quäle ich mich weiter, indem ich ihm bei seiner Selbstzerstörung zusehe und meine warnenden Worte mit einem Kasten Bier zum versiegen bringe.

Beichthaus.com Beichte #00024468 vom 02.08.2008 um 23:46:46 Uhr in Velgast (24 Kommentare).

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