Meine Wundertüte
Beichthaus.com Beichte #00030425 vom 02.11.2012 um 20:36:26 Uhr in Grafenwöhr (22 Kommentare).
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Meine Eltern hatten etwas gegen verschließbare Türen und dagegen, die Privatsphäre zu berücksichtigen. Deswegen konnte ich im Badezimmer selten ungestört sein und habe meine Toiletten- und Duschgänge meist in ihrer Abwesenheit getätigt. Eines Morgens, kurz vor der Schule, merkte ich, dass ich dringend "groß" musste. Leider hatte mein Vater das Bad besetzt und ich wollte nicht riskieren, dass danach noch meine weitere Familie reinplatzte, während ich auf der Toilette saß. Also habe ich mich auf meinen Papierkorb gesetzt und ihn zweckentfremdet. Dass ich tausend Tode gestorben bin, als ich meine Mutter die Treppen heraufkommen hörte, kann man sich ja vorstellen. Also habe ich die volle Mülltüte schnell in meine Schultasche gesteckt und bin mit hochrotem Kopf an ihr vorbeigerauscht, direkt durch die Haustür. Ich wollte die stinkende Tüte schnell in einem öffentlichen Mülleimer entsorgen, als ich zu meinem Schreck den Schulbus um die Kurve kommen sah. Also musste ich, wohl oder übel, einsteigen - mit der Wundertüte. Nach zwei Minuten hat ein Schüler die Fenster im Bus geöffnet und nach weiteren Minuten hielten sich einige die Nasen zu und beäugten sich gegenseitig kritisch. Es stank entsetzlich. Es war die ekeligste Situation in meinem Leben und ich verfluche meine Eltern bis heute dafür, mich zu solchen Maßnahmen gezwungen zu haben.