In der Bahn mit einer Terminator-Oma

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Hass Zorn Dummheit Gesellschaft Bahn & Co.

Ich hasse mehr und mehr meine Mitmenschen auf der Straße und in öffentlichen Verkehrsmitteln. Das fängt schon morgens im Bus an, wo ein ca. 17-Jähriger es nicht mal schafft, seinen fetten Körper von Schweiß und Restalkohol zu befreien. Dazu ungekämmte fettige Haare und verklebten Augen, feine Sache! Dann gebe ich hiermit feierlich zu, dass ich die gleiche Abneigung gegenüber Schulkindern empfinde, die es im vollgestopften Bus nicht mal schaffen, ihren Schulranzen vom Nebenplatz zu entfernen, sodass andere Leute sich auch hinsetzen könnten. Oder aber, sie stehen im Gang und nehmen ihre Taschen nicht ab. Während der Bus um die Kurve rast, fordern sie einen zur Krönung auf, doch Platz zu machen, weil sie gleich aussteigen müssen.

Gibt man ihnen zu verstehen, dass man erst Platz macht, wenn der Bus hält, damit man nicht auf die Fresse fliegt, schieben sie sich halt rotzfrech mit ihrem Schulranzen durch die zusammengepferchte Menge - nicht ohne einem noch einmal kräftig auf den Fuß getreten zu haben - und hinterlassen so Striemen an Armen und Beinen, zerrissene Klamotten und blaue Flecke. Weiterhin hasse ich Menschen, die mit offenem Mund atmen und einem somit die Luft verpesten. Ich hasse Leute, die sich in aller Öffentlichkeit permanent kratzen, auf den Boden rotzen, stinken oder sich krankhaft räuspern. Noch mehr aber empfinde ich Aggressionen gegen alte Menschen, die gebückt und ächzend, am besten noch mit Gehstock, langsam vor sich hinschlurfen. Öffnet sich aber die Fahrgasttür, mutieren sie zu aggressiven Kampfmaschinen und drängen einen zur Seite, damit sie im leeren Bus einen Sitzplatz ergattern.

Sind sie erst mal drinnen, bildet sich hinter ihnen eine Traube von Menschen, weil es ihnen erst jetzt einfällt, sich in aller Seelenruhe ein Plätzchen im Bus zu suchen, wo sie dann ihre vergilbten Einkaufsbeutel auf den Nachbarplatz legen können, damit sich kein weiterer neben sie hinsetzen kann. Lässt sich dann die 80-jährige Nachbarin auch noch nieder, kann wieder in aller Ruhe über sämtliche Gebrechen debattiert werden, die sich beim Einstieg in ein öffentliches Verkehrsmittel seltsamerweise immer in Luft auflösen. Seien wir mal ehrlich: Ich selbst habe noch nie eine alte Oma oder einen gebrechlichen alten Mann im Bus stehen sehen, sobald ein älterer Mensch den Bus betritt, wird sofort von mindestens einer Person der Sitzplatz angeboten. Es gibt also keinen Grund, sich wie ein greisenhaftes Arschloch zu benehmen!

Ich könnte ewig so weiterschreiben. Da hat man einen Audi daheim und muss sich trotzdem tagtäglich den Hackfressen aussetzen und sich von alten Spannern begaffen lassen, weil man mit Auto in die Stadt noch länger braucht als eine gebetsmühlenartige Leidensgeschichte einer Terminator-Oma beim täglichen Arztbesuch. Es ist traurig. Einfach nur traurig.

Beichthaus.com Beichte #00023047 vom 28.09.2007 um 18:54:33 Uhr (38 Kommentare).

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Ich will so gern ein Hamster sein!

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Peinlichkeit Begehrlichkeit Tiere Donnersdorf

Ich (m/24) stelle mir, immer, wenn ich nachts schlafen gehe, vor, der König der Hamster zu sein. Ich buddele mich in meine Decke ein und stelle mir vor, wie toll das Leben eines Hamster sein muss. Den ganzen Tag essen und in einem weichen, sich selbst zurechtgeschnittenem Plätzchen schlafen. Natürlich würde ich dort noch Essen bunkern. Man hat ja die Backen nicht umsonst.

Beichthaus.com Beichte #00023028 vom 28.09.2007 um 01:15:38 Uhr in Donnersdorf (14 Kommentare).

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Ich würde gerne trauern!

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Hass Zorn Ungerechtigkeit Familie

Ich würde gerne einmal richtig trauern, mit Tränen, so wie andere Leute über den Verlust eines lieben Menschen trauern, nämlich darüber, dass meine Mutter verstorben ist. Aber ich bekomme das einfach nicht fertig. Gleichgültig war mir ihr Tod nicht; mir stockte schon der Atem, als mich das Altersheim anrief und mir die Nachricht übermittelte. Der Schreck war aber mehr dieser, dass ein Lebensabschnitt, den wir wie immer gemeinsam verbracht hatten, nun definitiv beendet ist und dass ich irgendwann als Nächster dran bin. Ich beneide Kinder, die Grund haben, ihre Eltern zu lieben. Natürlich müsste ich ihr dankbar sein. Nicht bloß dafür, dass sie mir die Anwesenheit eines „Vaters“ erspart hatte. Sie hat ziemlich viel Geld in meine Ausbildung gesteckt, damit aus mir was „Besseres“ wird; das sollte ich eigentlich nicht vergessen. - Ich könnte mich jetzt auch in einer ausgestorbenen Sprache ausdrücken; aber was soll’s?

Weshalb blieb mir meine Mutter trotzdem immer unsympathisch? Es war einmal von ihr eine Freundin zu Besuch und ich krabbelte als sechsjähriger Knabe zu ihr ins Bett und auf ihren Körper auf Entdeckungsreise. Von diesen Neuigkeiten und von ihrer Freundin wollte meine Mutter danach nie wieder etwas hören. Auch später war im Grunde alles verboten, was interessant ist und Vergnügen macht. An meinen ätzenden Schuldgefühlen damals war ich zwar selber schuld, weil ich mir diese ja nicht hätte reinziehen müssen. Aber es ist auch nicht leicht, einer übermächtigen Moral zu entkommen, wenn einem eingeprügelt wurde, dass Gehorsam das Wichtigste im Leben ist und dass es auf mich selbst und auf das, was ich will, überhaupt nicht ankommt. Meine Mutter war Angestellte bei Hitler und später im öffentlichen Dienst; was soll man zu diesem Leben weiter sagen?.

Beichthaus.com Beichte #00022996 vom 27.09.2007 um 00:06:21 Uhr (4 Kommentare).

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Beichten auf der Wache

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Faulheit Trägheit

Ich lese während meines Dienstes auf einer großen Rettungswache immer die Beichten hier. In Zuge dessen passiert es schonmal, dass ich meinen FME regelrecht überhöre, da ich so intensiv am Lesen bin. Tut mir leid für meine Kollegen, die mich dann immer holen müssen und weshalb sich die Ausrückzeit nach hinten verschiebt.

Beichthaus.com Beichte #00022994 vom 26.09.2007 um 23:53:00 Uhr (1 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Mein Kollege hat es so viel besser!

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Eifersucht Ekel Ungerechtigkeit Kollegen

Ich (m/25) arbeite zusammen mit einem knapp zwanzig Jahre alten Kollegen in einer sehr großen Firma als Administrator und Supportservice. Besagter Kollege ist etwas alternativer eingestellt (Piercing, Tattoos, entsprechende Kleidung) und schon verheiratet. Seine Frau M. ist wenige Monate älter als er, sehr nett, sieht nicht schlecht aus und macht besagtem Kollegen immer geniale Mittagessen und oft auch kleine Überraschungen. Meine Freundin hingegen weigert sich beharrlich, mir auch nur ein Brot zu schmieren, obwohl ich nett frage, sie nicht arbeitet und viel Zeit dazu hat. Ich bekomme immer Eifersuchtsanfälle, wenn ich sehe, wie er sein leckeres und liebevoll bereitetes Mittagessen isst, mir dabei von seiner Frau oder irgendwelchen Geschehnissen erzählt, und ich dabei auf einem harten, trockenem Brot rumkaue.

Jetzt zur eigentlichen Beichte: Er gibt mir zwar öfters was ab und seine Frau macht schon immer etwas mehr, aber manchmal kann ich dem Drang einfach nicht widerstehen, ihm in sein Essen zu spucken, wenn er auf Toilette ist oder es ihm einfach zu klauen. Oft sabotiere ich auch ein wenig seine Arbeit. Einfach nur, weil er es so gut hat und ich einfach scheiße neben ihm wirke. Er hat eine tolle Frau, verdient trotz seiner jungen Jahre und wenigen Erfahrung genauso viel wie ich, weil er einfach gut ist, sieht nicht schlecht aus und scheint auch sonst sehr viel Erfolg und Glück in seinem Leben gehabt zu haben. Obwohl ich mit ihm und auch mit M. sehr gut auskomme, schlage ich Einladungen fast immer aus, weil ich mich so fürchterlich schäme. Ich weiß, dass Neid und Eifersucht scheiße sind. Ich bereue mein Verhalten. Zudem er langsam Verdacht schöpft. Jan, wenn du das hier liest: Es tut mir wahnsinnig leid.

Beichthaus.com Beichte #00022991 vom 26.09.2007 um 22:07:16 Uhr (14 Kommentare).

Gebeichtet von Frontier
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