Bewerbung bei einem Egomanen
Beichthaus.com Beichte #00030993 vom 09.04.2013 um 06:52:30 Uhr in Stuttgart (19 Kommentare).
Beichthaus.com Beichte #00030993 vom 09.04.2013 um 06:52:30 Uhr in Stuttgart (19 Kommentare).
Leider kann ich das Verhalten der Firmen und Pesonalchefs nur bestätigen. Sie erwarten jemand mit Doktortitel, 5 Jahre Auslandserfahrung, mehrsprachig und höchstens 24 Jahre alt.
Was mich jedoch dann wieder zufrieden stimmt, ist, dass in den Firmen oft eher unfähige Leute arbeiten.
10.04.2013, 08:22 Uhr melden
Du sprichst mir aus der Seele.
Mit meiner jetzigen Arbeit bin ich auch vollends zufrieden. Mein Bewerbungsgespräch lief auch sehr locker ab. Das Betriebsklima stimmt auch und wenn wir mal ein Treffen nach Feierabend haben, ist es auch immer lustig und ungezwungen.
Lieber arbeite ich in so einer Firma und habe ein paar € weniger in der Tasche, als nur stress mit den Angestellten zu haben und von Chef aus so Art "Wettkämpfe" zwischen den Mitarbeitern anzetteln zu lassen.
Sowas war in einer der letzten Firmen gang und gebe. Da wurden Toilettengänge, die länger als 2min waren, schon angemahnt. Auch durfte man sich nicht mit seinen Mitarbeitern unterhalten, weil dass die aktive Arbeitszeit verringert usw.. Auch, wenn man nicht wie jeden Tag üblich, eine halbe Stunde länger gemacht hat, kostenlos für die Firma, und man dann auch wirklich mal nach Hause wollte, wurde man schon angemault, weil man doch auch mal eine Stunde länger bleiben könnte.(unentgeltlich) Die Kollegen waren alle sowas von eingeschüchtert dort. ich bin dann nach 2 Jahren gegangen, weil es mir fast täglich Kopfschmerzen bereitet hatte.
Mit Egomanen und Möchtegernchef´s will ich auch nicht mehr zusammenarbeiten.
10.04.2013, 08:25 Uhr melden
Da sagst du was. Da glauben irgendwelche Personaler einer 08/15 Firma, dass man natürlich sein ganzes Leben darauf gewartet hat bei DIESER Firma zu arbeiten. Einfach lächerlich.
10.04.2013, 08:59 Uhr melden
Die Frage nach der Motivation für die Tätigkeit selbst halte ich für wichtig, und auch wie man auf gerade DAS Unternehmen gekommen ist, finde ich auch okay, aber die Erwartung vieler Chefs, wie sehr man den Betrieb - den man aus der internen Sicht gar nicht kennt - denn vergöttert ist absolut überzogen.
10.04.2013, 10:10 Uhr melden
Richtig so - ich saß schon öfters mit in Bewerbungsgesprächen , und Bewerber, die die Frage "Haben sie sich noch bei anderen Unternehmen beworben?" mit nein beantworten, werden eher kritisch beäugt, da dies von Weltfremdheit und "Naivität" zeugt. Unternehmen, die eine solche "Motivation" voraussetzen, werden leider nie über ihren aktuellen Horizont kommen und ihr Dasein als mittelständisches/kleines Unternehmen nicht verlassen.
10.04.2013, 11:40 Uhr melden
Ist deine Beichte jetzt, dass du dich nicht getraut hast, deine wirkliche Meinung zu schreiben?
10.04.2013, 13:22 Uhr melden
Ich hatte bisher (inkl. meinem aktuellen) 7 Arbeitgeber und bin 28 Jahre alt. Aber erst bei meinem aktuellen Arbeitgeber fühle ich mich wohl, und kann vieles aus deiner "Beichte" bestätigen. "Warum bewerben Sie sich bei uns?" "Na weil ich Geld brauch, was denn sonst!?"... es sind teilweise so lächerliche Fragen...bei meinem aktuellen Arbeitgeber hatten wir das Bewerbungsgespräch bei einem Mittagessen zu dem ich eingeladen wurde, ich habe keinen Arbeitsvertrag (was für mich als Arbeitnehmer super ist da immer der KV gilt), werde jedoch deutlich über den KV bezahlt und bin innerhalb von 3 Jahren zum Leiter der Buchhalter befördert worden. Überstunden werden ordentlich bezahlt oder halt als Zeitausgleich angeboten. Wenn ich mehr mache als ich muss bekomme ich auch Extras: Gutscheine, Prämien... Wenn bloß alle Arbeitgeber so wären.
10.04.2013, 16:15 Uhr melden
Auch wenn es keine wirkliche Beichte ist, gibts Absolution da ich diese Erfahrungen ebenfalls bestätigen kann.
10.04.2013, 16:27 Uhr melden
Zumindest hast Du Dein Ziel erreicht und einen Job gefunden, der Dir zusagt. Vergiss einfach die negativen Bewerbungsgespräche.
10.04.2013, 16:32 Uhr melden
Leider muss man sich beim heutigen Jobmangel eben mal ein bisschen verbiegen und im Gespraech Schrott erzaehlen. Ist nicht toll, aber wenn's hilft. Ein Personaler, der echt glaubt, man hat nur eine Bewerbung abgeschickt und wollte immer schon in der Sockenfabrik arbeiten, dem kann man doch eh nicht helfen.
10.04.2013, 18:15 Uhr melden
Heutzutage geht es ja nicht anders, als sich bei mehreren Arbeitgebern zu bewerben. Firmen, die sich wirklich um die Leute kümmern, wissen das und "kämpfen" im besten Falle um gute Leute statt sie so mies abzufertigen. Die Qualität eines Unternehmens erkennt man auch am Umgang mit Bewerbern.
10.04.2013, 20:21 Uhr melden
lustige nachmittagsgeschichte :)
10.04.2013, 21:53 Uhr melden
Die Beichte fehlt. Die Story habe ich trotzdem gerne gelesen. Cool geschrieben und den Sachverhalt auch auf den Punkt gebracht.
10.04.2013, 23:25 Uhr melden
Sehr von sich eingenommene Leute gibt's immer wieder in diesen Positionen. Denen macht es dann Freude, wenn sie auf den Bewerber herabblicken können. Aber ich glaube trotzdem, das ist eher die Ausnahme als die Regel. Die Frage, ob man sich auch noch anderweitig beworben hat, wird oft aus gutem Grund gestellt. Die Firma möchte doch jemanden einstellen, der langfristig bleiben soll und die Stelle nicht als Sprungbrett ansieht, um halt irgendwo unterzukommen, bis er wo anders seinen Traumjob findet. Ich würde in dem Fall sagen, ich habe mich hier und bei noch ein, zwei Firmen beworben, wo ich mir gut vorstellen kann zu arbeiten. Das klingt ganz realistisch. Ganz wichtig, vielleicht noch entscheidender als die Unterlagen selbst, ist die Art, wie sich der Bewerber bei dem Gespräch verkauft! Charisma und die persönliche Ausstrahlung machen oft mehr aus als beste Noten und Referenzen. Und oft, sehr oft, braucht es einfach das Glück, gerade zur rechten Zeit am richtigen Ort zu sein. Nach meiner Bewerbung wurde ich nur deshalb genommen, weil die Firma eine Umstellung hatte und gerade viele Leute brauchte. Erst nach einem Jahr sagte man mir, wie sehr ich sie überrascht hatte. Man hatte mir, aufgrund meiner schüchternen Art, den Job nicht zugetraut. Und jetzt bin ich fast die einzige dieser Neulinge, die nach der Masseneinstellung von damals noch immer dort arbeitet.
11.04.2013, 09:37 Uhr melden
Mich kotzt diese Fragerei auch immer an:
Warum wollen sie in unserem Unternehmen arbeiten?
Ich hab dann einfach gesagt: Weil sie ersten diese Stelle ausgeschrieben haben und zweitens weil ich Geld verdienen will.
Ich hasse diese Fragerei, warum stellen die nur immer solche saudämlichen fragen?
13.04.2013, 14:16 Uhr melden
Also meine Berufswahl hat mich zu einem Kleinstbetrieb geführt. Ist schön da. Tolle Kollegen, fairer Chef, mit dem man reden kann. Bin zufrieden.
15.05.2013, 16:16 Uhr melden
Es ist immer schwer für einen Herrn zu arbeiten. Gut ist, wenn die eigenen Ansichten, Bedürfnissen mit denen des Arbeitsherren übereinstimmen.
01.07.2013, 20:49 Uhr melden
Manche Personaler leben eben für ihren Job und sie sehen es als völlig selbstverständlich an das jeder andere das auch tut.
Wenn solche Leute irgendwann dann einen Burn-Out bekommen, folgt als nächstes schnell der Selbstmord und die Beerdigung findet in leeren Hallen statt.
28.02.2014, 00:37 Uhr melden
Ich stecke momentan in der gleichen Situation - mich bewerben zu müssen. Meiner Meinung nach kann man die Vorstellungsgespräche in der Pfeife rauchen, da entweder gelogen wird, dass sich die Balken biegen oder - da möchte ich am liebsten immer auf den Tisch hauen - immer Fragen gestellt werden, die sich aus den Unterlagen quasi von selbst beantworten würden. Von da her: Absolution von mir.
17.01.2015, 14:23 Uhr melden
Man kennt es ja, die auf der Hauptschule werden es nie zu was bringen, die sind eh alle blöd. Eltern versuchen mit aller Macht, ihre Kinder auf das Gymnasium …
Ich hasse meinen Arbeitskollegen. Er ist nicht einmal unfreundlich zu mir oder Ähnliches. Aber er stellt immer all jene Arbeit, welche gemeinsam geschafft …
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Natürlich weil es schon von Kindesbeinen an immer mein Traum war beim führenden Hersteller von Klettverschlüssen arbeiten zu dürfen. Das Beispiel war jetzt aus der Luft gegriffen aber ich hoffe ihr habt gemerkt worauf ich hinaus will. Dieses Theater zieht sich leider durch so gut wie jedes Unternehmen. Natürlich will ich als Unternehmer nicht jeden Lumpenhannes in der Firma haben und ein entsprechendes Anschreiben sollte schon vorausgesetzt sein, aber manch Personaler und Abteilungsleiter leidet leider an Wahnvorstellungen. Hier ein Auszug aus einem Bewerbungsgespräch von einem 08/15 Mittelständler, eher ein Monolog und Huldigung des Abteilungsleiters wie geil er und seine Abteilung ist. Es fing damit an das er mir 30 Minuten lang von seiner Arbeit erzählt hat, wie geil er ist, was er alles erreicht hat, das seine Abteilung Berichte direkt für den Vorstand anfertigt und damit quasi direkt unter der Geschäftsführung anzuordnen sei (nach seiner Sichtweise wäre die Sekretärin dann wohl stellvertretende Geschäftsführerin). Nach langen 30 Minuten war dann die erste Frage: "haben Sie sich noch bei anderen Firmen beworben?". Auf ein Bejahen der Antwort klappte er dann seinen Notizblock zu und meinte, dass wir das Gespräch dann an dieser Stelle beenden könnten, weil es mir anscheinend an Motivation fehle. Ich antwortete dann im etwas freundlicherem Ton das wir im 21. Jahrhundert leben und ich selten dämlich wäre meine Zukunft in die Hände eines Unternehmens zu legen, für das ich nur ein anonymer Bewerber bin - oft genug bekommt man nicht mal eine Absage auf seine Bewerbung.
Ich wurde zwar letztlich zu einem zweiten Gespräch eingeladen, habe aber abgesagt, weil ich kein Interesse daran hatte für solch einen Egomanen zu arbeiten. So ähnlich ging es leider in wirklich vielen Unternehmen zu. Letztlich habe ich dann eine Stelle bei einer großen Beratung angenommen, bei der der Partner im Gespräch eigentlich nur über Inhalte meines Studiums, was mich in der Arbeit erwartet und etwas Smalltalk über Hobbys gesprochen hat. Mein Resümee zum Bewerbungsprozess, am liebsten hätte ich im Anschreiben und VG als Motivation einfach geschrieben und gesagt, dass ich ein zuverlässiger Bewerber bin, der für gutes Geld auch gute Arbeit leistet und dem es völlig egal ist, ob er für einen Automobilkonzern oder Hundefutterhersteller arbeitet. Leider hat mir der Mut dazu gefehlt was ich wirklich bereue. Falls ich jemals Personalgewalt bekomme und sich jemand so bei mir bewirbt, wird dieser den Job zu 90 Prozent sicher haben. Achja, mir macht meine Arbeit wirklich Spaß, ich versteh mich auch privat sehr gut mit den Kollegen und behaupte einfach mal das die Arbeitsmotivation sehr viel mehr mit dem Betriebsklima als mit dem Namen und Ansehen der Firma zu tun hat.