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00027495

4.6/5 (47 Votes)

17 Kommentare
Meine Großmutter lebt seit Jahren bei uns im Haus. Sie leidet an Leberkrebs im fortgeschrittenen Stadium und da sie schon recht alt ist (84) hat sie jede Behandlung abgelehnt, als sie es erfahren hat. Seit einigen Tagen geht es nun immer mehr bergab mit ihr, sie liegt praktisch im Sterben und das ist das Furchtbarste, das ich jemals erlebt habe. Die Hilflosigkeit, mit der wir alle dem gegenüberstehen, die Machtlosigkeit. Ich beichte dass, wenn ich in ihre vor Todesangst weit aufgerissenen, zitronengelben Augen schaue, ihren geschwollenen Bauch sehe, in dem ihre fußballgroße Leber langsam ihre Organe zerdrückt, ich mir wünsche, sie möge endlich sterben. Jedes Tier wird eingeschläfert, um ihm Qualen zu ersparen - ich bin seit Neuestem definitiv eine Verfechterin von Euthanasie. Mit jeder Träne, die ich meine Mutter vergießen sehe, wünsche ich flehentlich, dass meine Oma endlich, endlich stirbt.
Tags: Verzweiflung Ungerechtigkeit 50+ Gesundheit
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Beichte vom 09.02.2010, 02:52:02 Uhr

00027494

4.5/5 (34 Votes)

10 Kommentare
Ich hatte keine schöne Kindheit. Große Angst hatte ich vor meinem tyrannischem Vater. Er schrie und tobte bei jeder Kleinigkeit und betitelte mich in der dritten Person "der" (ich bin eine Frau). Das tat er aus dem Grund, weil er viel lieber einen Sohn gehabt hätte, er war enttäuscht als ich geboren wurde. Das ließ er mich sehr sehr viele Jahre lang spüren. Als Kind, wenn mein Vater im Bad war und ich Pipi musste, und ihm durch die verschlossene Tür sagte, dass ich mal müsse, tobte er und schrie er mich wie von Sinnen an: "Der macht das Extra! Der kann ja gar nicht warten! Der ist ja unmöglich!" Ich war ein junges Mädchen von vielleicht 7-8 Jahren und war nicht soweit, dass ich mein Pipi einhalten konnte bis das Bad frei war. Und er ging auch ins Bad, ohne nochmal zu fragen, ob noch jemand muss. Jedenfalls habe ich eines Tages angefangen, aus Angst vor ihm, in ein großes Wasserglas zu pinkeln, welches ich dann in der Spüle ausleerte, ausspülte und zurück stellte, wenn ich es nicht aushalten konnte und er im Bad war. So ersparte ich mir jede Menge Ärger. Bis heute weiß das keiner.
Tags: Ungerechtigkeit Aggression Verzweiflung Unreinlichkeit Familie
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Beichte vom 08.02.2010, 19:35:02 Uhr

00027493

3.8/5 (93 Votes)

15 Kommentare
Naja, also ich bin halt sehr träge. Wohne seit viereinhalb Jahren in meiner Wohnung und habe mir zum Einzug unter anderem eine Batterie Putzmittel gekauft. Diese werden allerdings nicht alle, weil ich das Bad alle halbe Jahre Grundreinige und es auch sonst nicht so genau nehme. Neulich habe ich zum ersten Mal meinen Flur nass gewischt.
Tags: Faulheit Trägheit Stolz
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Beichte vom 08.02.2010, 15:41:38 Uhr
Ort: Frankfurt

00027492

3.6/5 (76 Votes)

22 Kommentare
Ich muss etwas beichten, was mir nun seit 2 Monaten schwer auf dem Herzen lastet. Ich habe zu besagtem Zeitpunkt (Dezember) meinen Zivildienst bei Deutschlands größter Zivildienststelle mit den drei Buchstaben begonnen. Ich bin bei besagter Einrichtung, die hauptsächlich mit körperlich und/oder geistig behinderten Menschen arbeitet, im Fahrdienst tätig. Da ich auch ab und zu Bereitschaft habe, wohne ich in der diensteigenen Unterkunft. Abgesehen vom desolaten Zustand eben dieser, ist mein Zimmer annehmbar. Allerdings gibt es einen Makel, der mich veranlasst hat zu sündigen.

Bis dato habe ich immer die Menschen verurteilt, die sich "Waschbeckenpinkler" nennen und hier beichten. Ich habe einfach nicht verstanden, welche Umstände einen bis dahin sozialisierten und normalen Menschen in solch ein Monstrum verwandeln können. Aber in meinem Zimmer gibt es ein Waschbecken und die Gemeinschaftstoiletten sind am Ende des Ganges und dazu noch derbe versifft. So kam es wie es kommen musste.
Eines Tages hatte ich sehr starken Harndrang und da lachte mich dieses Becken an. Anstatt also mit verkniffenen Beinen über den Gang zu rennen und mich in dem verdreckten Urinal zu entleeren, pullerte ich also in mein sauberes Waschbecken in perfekter Höhe. Und was soll ich sagen? Es war der Himmel. Ich habe nun seit knapp 2 Monaten keinen Tropfen Urin in ein handelsübliches Urinal bzw. eine Toilette fließen lassen und ich fühle mich immer wohler damit. Zumal ich auch nicht mit der defekten Spülung der Pissoirs kämpfen muss sondern einfach kurz den Hahn aufdrehe und alles ist sauber.
Gerade eben habe ich es wieder getan und überlege mir, ob diese Handhabe auch nach dem Zivildienst weiter an mir hängen wird. Aber wieso auch nicht? Ich bitte um Vergebung für meine Sünden und meine mangelnde Einsicht!
Tags: Faulheit Unreinlichkeit Zivi & Bund
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Beichte vom 08.02.2010, 14:52:08 Uhr
Ort: Mössingen


00027491

4.0/5 (103 Votes)

18 Kommentare
Mir (m/37) fehlte früher die Lust etwas für die Schule zu tun. Wahrscheinlich lag es aber auch an meinen Eltern, die mich nicht dafür motivierten, sondern demotivierten. Denn bei guten Noten gab es niemals Lob, sondern immer die Androhung, wenn das nicht besser wird gibt es Schläge und die gab es auch zur genüge bis ich blutete. Erst viel zu spät wurde mir selbst klar, warum ich eigentlich zur Schule gehe. Hört sich jetzt doof an, aber meine Eltern haben nie mit dem späteren Berufsleben argumentiert, sondern nur auf gute Schulnoten gepocht. Mittlerweile bin ich sehr erfolgreich und habe super bezahlte Jobs und denke kaum noch an die Schulzeit zurück. Nur alle paar Jahre, wenn ich mich irgendwo bewerbe holt mich die Vergangenheit ein. Ich beichte, dass ich mich noch nie in meinem Leben mit der echten Schulabschlusszeugnis-Kopie irgendwo beworben habe. Damals nach meinem Schulabschluss habe ich in tagelanger Kleinarbeit (Photoshop war noch nicht soweit) mit Kopierer, Schere und Kleber eine perfekte Kopiervorlage erstellt, die ich noch heute benutze. Ich habe mich somit selbst in allen Fächern um 1-3 Noten verbessert. Es ist niemals irgendjemandem aufgefallen und in meinem Alter schauen die Personalchefs jetzt kaum noch auf das Schulzeugnis, sondern auf das was man vorher gemacht hat.
Tags: Betrug Arbeit
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Beichte vom 08.02.2010, 05:52:00 Uhr
Ort: Charlottenstraße, 14467 Potsdam

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