Seelentröster Schnuller

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Manie Verzweiflung Partnerschaft

Seelentröster Schnuller
Als ich sieben Jahre alt war, starb meine Mutter und mein Vater erlaubte mir zum Trost, meinen Schnuller wieder zu benutzen, den man mir zuvor mühsam abgewöhnt hatte. Es half mir, mit meiner Trauer besser fertig zu werden und so ließ mich mein Vater weiter nuckeln. Später dann tat ich es heimlich. Ich liebte meinen Schnuller und es wurde für mich zur normalsten Sache der Welt, jede Nacht damit zu schlafen. Da ich nie viele Freunde und auch keine Freundin hatte, brauchte ich mich vor niemandem zu schämen und wurde nicht verspottet. Erst als ich mit 20 zum Bund musste, merkte ich, wie schwer es mir fiel, oft und lange auf meinen Nuckel zu verzichten. Doch dann traf ich die Frau fürs Leben und erfuhr, was mir all die Jahre gefehlt hatte. Ich tauschte meinen Schnuller gegen Liebe und Geborgenheit und fühlte mich endlich erwachsen. Doch irgendwann holte uns der Alltag ein und heute führen wir eine mäßige und zerbrechliche Wochenendehe. Da ich im Außendienst arbeite, schlafe ich fünf Nächte pro Woche im Hotel. Und natürlich längst wieder nur mit Schnuller. Natürlich weiß meine Frau nichts davon, denn wahrscheinlich würde genau das unserer Beziehung den Rest geben. Und da liegt das Problem. Einerseits habe ich den Wunsch, unsere Ehe zu retten, doch je mehr mich die Verlustangst quält, umso dringender brauche ich meinen Seelentröster und wüsste nicht, wie ich nach so langer Zeit und unter diesen Umständen davon loskommen sollte. Was soll ich nur tun?

Beichthaus.com Beichte #00030953 vom 31.03.2013 um 12:54:40 Uhr (12 Kommentare).

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Zufallsbeichte

Kommentare der Beichthaus-Bewohner

Whitie66 aus Deutschland

Der Schnuller ist Dein Schutz vor menschlichen Entäuschungen. Er zwingt Dich aber auch, sehr passiv zu bleiben. Daher ist dieser Schutz sehr trügerisch. Deine Ehe war Dein Schutz. Aber wenn Du und Deine Frau sich mal zusammenreissen würden, dann ist der Schnuller überflüssig. Also setz Dich mit Deiner Frau so schnell wie möglich an den Tisch und arbeitet an der Ehe!

01.04.2013, 11:30 Uhr     melden


Jojo1977

Ich bin mir ziemlich sicher das dass weder Deinem Gaumen noch deinen Schneidezähnen besonders gut getan hat. Such Dir n Therapeuten und löse Deine Probleme. Ist besser auf Dauer.

01.04.2013, 11:31 Uhr     melden


EmmyAltera

Also ich beruhige dich mal. Wenn ich jetzt einen Freund/Ehemann hätte, der mir genau diese Geschichte erzählt hätte, dann wäre ich sicherlich geschockt, aber der Grund ist, dass es dir wohl offentlich nicht so gut geht mit dieser Wochenendehe und dir etwas fehlt. Wenn sie dich liebt, dann sieht sie die Schnullergeschichte als Kompensation für etwas, was dir fehlt an und unterstützt dich so gut wie es geht.

01.04.2013, 12:29 Uhr     melden


Ninka

Ein Schnuller verformt die Zähne, jedoch finde ich es, wenn er dir soviel bringt, es völlig okay das du ihn immernoch trägst. Mein kleiner Bruder hat die Angewohnheit seinen Daumen in den Mund zu stecken beim Schlafen, ist genauso übel, aber solange er dadurch gut schläft ist es zu verkraften. Versuche trotzdem dein Leben zu ordnen, was stimmt an der Beziehung nicht mehr, ist es das "Seltensehen", dann versuche was daran zu ändern, habt ihr euch auseinandergelebt? Sprech mit ihr um das zu klären, manche Beziehungen halten nicht ewig.

01.04.2013, 15:14 Uhr     melden


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“Folge


lovinglucy

Es ist schon etwas merkwürdig, aber immerhin häutest du keine Frauen mit der selben Haarfarbe wie deine Frau. Es ist ein tief sitzender aber recht harmloser Spleen und kann sicherlich mit einer entsprechenden Therapie gut gelöst werden. Lass deine Frau näher an dich ran, wenn sie dich liebt, wird sie zu dir stehen und dich nicht wegen sowas verlassen. Viel Erfolg!

01.04.2013, 15:55 Uhr     melden


DaThompi

Die einen greifen zu Drogen und Alkohol, du hast deinen Schnuller. ( Ubrigens auch sogesehen die viel gesundere Variante). doch ohne ihn fallt es dir vielleicht schwer, aber du musst es versuchen, ( Damit will ich dir nicht Raten zu den oben genannten suctmitteln zu greifen!) du kannst ja zum Therapeuten gehen

01.04.2013, 21:19 Uhr     melden


MeinSenfDazu

Hier etwas zu raten ist schwierig. Dir fehlte offensichtlich die Mutter/eine weibliche Bezugsperson, du schreibst nicht, ob du danach eine Stiefmutter oder eine Oma hattest, die sich deiner annahm und dir dieses Gefühl der Geborgenheit vermitteln konnte. Das ist eigentlich eine sehr traurige Beichte, weil du all die Jahre etwas Bedeutendes vermissen musstest. Ich glaube, der Schnuller ist nicht das Hauptproblem hier, sondern deine Angst vor Verlust und das daraus resultierende Gefühl der Ohnmacht. Das hast du aus deinen Kindertagen mitgenommen. Es wird Zeit, dass du dich mit deiner Frau zusammensetzt und ihr euch überlegt, wie ihr die Differenzen wieder in den Griff kriegt. Eventuell durch eine Veränderung im Job. Sprecht doch über eure Wünsche und Sorgen. Denn darum geht es ja (der Schnuller dient nur einer Art seelischem Abwehrmechanismus)

01.04.2013, 22:51 Uhr     melden


Die,_die_recht_hat

Ja nee, ist klar, wegen sowas würde ich mich auch scheiden lassen...

02.04.2013, 01:33 Uhr     melden


rommelson

jeder hat wohl seine angewohnheiten. an dir sieht man auf wie viele verschiedene arten und weisen trauer bewältigt werden kann.

02.04.2013, 02:25 Uhr     melden


Suane

Ich würde mal sagen: kümmer dich erst mal um deine Ehe. Der Schnuller ist dagegen echt trivial.

02.04.2013, 03:27 Uhr     melden


Vicco aus Deutschland

Ich verstehe einfach nicht, warum leute hier ihr Herz ausschütten, und Rat suchen. Nichts gegen die Beichthaus-Community, aber manche küchenpsychologische Tipps verbunden mit irgendwelchen Pseudoweisheiten die hier dann und wann gegeben werden, machen alles nur noch sehr viel schlimmer. Es gibt Psychotherapeuten, Psychiater und - wenn die Hemmschwelle für die genannten zu groß ist - die anonyme telefonische Seelsorge. Ruf da an!

02.04.2013, 10:53 Uhr     melden


Anonühm;) aus , Deutschland

Das mit dem Schnuller ist absolut nichts Verwerfliches. Andere gehen fremd, bekommen Depressionen oder flüchten sich in andere Trostspender. Erzählen würde ich deiner Frau davon aber vermutlich nicht, sondern würde stattdessen überlegen, ob sich langfristig eine bessere Lösung für eure Beziehung findet.

06.04.2013, 03:46 Uhr     melden


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