Azubi unter Gehirnwäsche
Beichthaus.com Beichte #00030106 vom 20.07.2012 um 00:43:28 Uhr in Nesselwang (37 Kommentare).
Beichthaus.com Beichte #00030106 vom 20.07.2012 um 00:43:28 Uhr in Nesselwang (37 Kommentare).
Also ich finde du hast richtig gehandelt!
23.07.2012, 21:20 Uhr melden
Man könnte dazu einen ziemlich langen Kommentar schreiben. Ich sage nur: Das hast du gut gemacht. Richtig so - ohne Wenn und Aber.
23.07.2012, 21:22 Uhr melden
Ich mag das gar nicht glauben. Von der viel zu niedrigen Nachzahlung mag ich gar nicht erst anfangen.... Ich hoffe sehr, dass dein Freund sein Ego inzwischen wieder aufbauen konnte.
23.07.2012, 21:58 Uhr melden
Da fällt mir nichts mehr ein. Und da gibt's auch nichts zu beichten, es ist einfach nur schlimm, wie die Leute in der Arbeitswelt zum Teil behandelt werden.
23.07.2012, 22:02 Uhr melden
Respekt! Wenn doch nur jeder deine Eier hätte!
23.07.2012, 23:09 Uhr melden
3000 Euro? Lächerlich! So viel verdient ein normaler Mensch mindestens im Monat.
23.07.2012, 23:31 Uhr melden
Sind die Betriebe im Süden alle so??? Mein Bruder hatte im tiefsten Bayern eine Ausbildung in einer Fleischerei angefangen. Die haben ihn da 16 h am Tag arbeiten lassen und in der Berufsschule immer als krank gemeldet, damit er arbeiten kann. Er war total ausgemergelt und hat viel am Telefon geheult, bis er trotz Widerspruches unseres Vaters ("Lehrjahre sind keine Herrenjahre" usw.) dann doch die Ausbildung abgebrochen hatte. Naja ich und Mutti waren froh darüber. Ich werd ihm mal diese "Beichte" vorlegen. Das wird ihm bestimmt gefallen. Danke!
23.07.2012, 23:49 Uhr melden
Irgendwie ist mir der Arbeitgeber in dieser Geschichte noch zu gut weggekommen. Der hat weitaus mehr verdient.
24.07.2012, 01:09 Uhr melden
3000 euro sind so lächerlich wenig
24.07.2012, 04:03 Uhr melden
Leider kommt das in der Gastro sehhhrrrrrr haeufig vor.. Ich weis wovon ich spreche!
24.07.2012, 06:30 Uhr melden
Eigentlich müsste dein Kumpel auch noch Schmerzensgeld bekommen, aber ich finde du hast alles richtig gemacht!!! Wenn man so einen Freund wie dich hat dann hat man schon echt Glück : )
24.07.2012, 06:33 Uhr melden
Ich habe nach meiner Matura in einem Noberestaurant in Wien gearbeitet. Die Arbeitszeiten waren eine Frechheit, bin auch oft um 14:00 Uhr gekommen und dann erste um 03:00 Uhr früh nach Hause gefahren. Bei knappen 1.000 Euro netto! In einem Betrieb mit einem Monatsumsatz von mindestens 100.000 Euro (Catering, usw.). Nur das Trinkgeld von 500 Euro war gut! Ja, die Gastronomie ist Menschenverachtend - niemals dort anfangen!
24.07.2012, 08:10 Uhr melden
Du bist der Held den Gotham braucht. Gute Aktion, vollste Absolution.
24.07.2012, 10:54 Uhr melden
Wow wer so einen Freund wie dich hat kann sich wirklich glücklich schätzen...du hast vollkommen richtig gehandelt.
24.07.2012, 12:12 Uhr melden
Richtig gehandelt, aber ich denke auch, der Sklaventreiber-Chef ist da zu milde bei weggekommen.
24.07.2012, 13:07 Uhr melden
Vollste Absolution, du hast alles richtig gemacht. Es ist echt ein Skandal wie die Arbeitnehmer heutzutage behandelt werden. Moderne, vom Staat subventionierte Sklaverei nenn ich sowas. Die Nachzahlung war aber auch mehr als mickrig, ich hoffe dein Freund hat hinterher einen anständigen Lohn bekommen. 19 Euro für einen Monat.... ich müsste lachen wenn es nicht so traurig wäre.
24.07.2012, 14:19 Uhr melden
ganz ruhig niks! er meint sicherlich ein ganz normales 4-5 sterne hotel mit restaurant und kein nobelbunker mit den angesprochenen michelin stern(nen)
ich glaube alles aus dieser beichte! ich würde auch noch viel schlimmeres glauben, ich habs selber in der küche erlebt. inklusive schwerster beleidigungen, freiheitsberaubungen (im froster über stunden weggesperrt und die notverriegelung mit einem verkeilten stuhl außer funktion gesetzt oder im keller eingeschlossen über nacht) körperlichen übergriffen in form von schlägen und dem hinterher werfen von heißen lebensmitteln, messern, pfannen oder plattiereisen und sogar live ein selbstmordversuch auf der toilette. gerne wurde auch mal der besitz der angestellten zerstört. so wanderten uhren unter das plattiereisen oder autoreifen wurden aufgeschlitzt.
jeder der jetzt sagt, sowas würde ich mir niemals gefallen lassen hat keine ahnung wie es dort abgeht! wenn das dein traum ist, du das mit leib und seele machst dann gibt es nur eine möglichkeit, nämlich es auszuhalten und so zu werden wie die! oder du lässt dich dein leben lang unterbuttern und zerbrichst daran oder du schmeißt das ganze hin und machst was anderes. willst du dabei bleiben kannst du es in den ersten jahren aber nunmal nur aushalten. klar, kannst dich auch beschweren gehen, anzeige erstatten usw. wenns um die arbeit geht interessiert es keinen. keine ihk, kein arbeitsamt, keine dehoga! nicht zuständing, glauben wir nicht, sei froh das du eine ausbildungstelle hats. das sind die aussagen. und polizei und staatsanwaltschaft! die greifen zwar durch aber bei den meisten hast du pech denn unterstützende kollegen im gastro, das gibts kaum bis gar nicht! die haben aus angst oder weils ihnen egal ist dann eben nichts gesehen, waren nicht da oder machen direkt falschaussagen.
das gebeichtete ist keine ausnahme sondern die regel. kein wunder das in den berufen kaum noch wer arbeiten will und das die abbrecherquoten und durchfallquoten so hoch sind.
24.07.2012, 14:51 Uhr melden
"eine wg" während eines lehrgangs gründen? da er wahrscheinlich z12 ist wird er auch nicht mehr als 2000 verdienen, warum sollte er da noch 200-300 für eine wohnung abdrücken wollen, wenn er bei der bw eine stube kostenlos hat und verpflegung billig, aber annehmbar ist? sehr kurioses verhalten.total stumpf. dann also wohl doch z8er...
24.07.2012, 16:42 Uhr melden
Seinem Chef hat zusätzlich zu dem ganzen noch eine ordentliche Ohrfeige gefehlt.
24.07.2012, 18:10 Uhr melden
Du hast absolut richtig gehandelt!
Was ich nur etwas schade finde, so etwas passiert wahrscheinlich täglich, aber nicht jeder hat diese Möglichkeiten etwas dagegen zu machen (z.B. Kontakt zu einem Freund dessen Mutter IHK-Prüferin ist)
25.07.2012, 17:59 Uhr melden
ich hätte vor 2 jahren ebenfalls ne ausbildung als koch anfangen können ebenfalls im süde ( in bayern [ in franken] ) das war ein recht wohlhabendes restaurant/wirtschaft meine großmutter war seit jahren mit denen befreundet es war auch schon in tv reporten die köche waren freundlich etc. und da wurde mir sowas auch berichtet die leute dort meinten die würden für gute lehrlinge töten ! aber sie wissen wie es in echt ausschaut als koch lehrling biste net nur der depp vom dienst du wirst fast gefoltert wenn du deine rechte net kennst ... naja ich hab bei denen dann nicht angefangen weil ich koch nicht richtig für mich empfang und fang jetzt ne ausbildung zum kft-meachatroniker an meine 2te ausbildung ...
29.07.2012, 14:09 Uhr melden
Dein kumpel kann sich sehr glücklich schätzen dich als Freund zu haben!!!!
20.08.2012, 20:00 Uhr melden
Du bist ein klasse Mensch und ein noch viel besserer Freund, gut gemacht!!!!
22.08.2012, 09:55 Uhr melden
Respekt, dass Du das so lange einfach so mit ansehen konntest. Aber ich verstehe auch Deine Beweggründe.
Auch Deine Beichte weil er es noch 2 Jahre ausbaden musste.
Guter Freund kann man nur sagen
29.08.2012, 02:01 Uhr melden
das ist eine ernste angelegenheit.
18.11.2012, 00:15 Uhr melden
Er kann wirklich froh sein, dass er einen Freund wie dich hat(te). Das hätte nicht jeder gemacht. Respekt!
18.11.2012, 18:15 Uhr melden
Alles hast du richtig gemacht. MAch dir keinen Kopf.
07.12.2012, 10:21 Uhr melden
In der Ausbildung ist man halt Betriebssklave, das ist einfach normal. Wer damit ein Problem hat, der soll studieren oder Hartz4 beantragen.
28.12.2012, 21:14 Uhr melden
also mich hät dein heldenhafter einsatz zu tränen gerührt.
dein freund sollte dich nicht für dein gewicht in gold tauschen wenn er rechnen kann.
mir brichts herz, wenn ich an solche chefs denke und an minderjährige halbwaisen, die ausgebeutet werden.
dein freund hat vlt. etwas länger gelitten - aber du warst bei ihm - mit rat und tat. du hast deine pflicht in meinen augen zu ca. 300% erfüllt.
ich seh auch nicht ein wos da eine absolution braucht.
01.05.2013, 04:07 Uhr melden
Alles richtig gemacht. Super! Bin beeindruckt wie du zu deinem Kumpel stehst!
20.08.2013, 15:44 Uhr melden
2 Fragen: was heißt "Quali" und wie kann man jemanden mittels Vitamin B zu einer Arbeit verschaffen?
28.12.2013, 19:29 Uhr melden
An deiner Stelle wäre ich viel mehr abgegangen. Nach ZdV hättest du da auch einschreiten müssen, auch wenn es eine zivile Sache gewesen wäre.
Deine Dokumentation hat natürlich einiges dazu beigetragen, dass die Bruchbude wenigstens nicht mehr ausbilden darf und dein Kumpel etwas mehr Geld bekommen hatte, wenn auch erst zum Ende seiner Ausbildung.
30.08.2014, 23:46 Uhr melden
Dein Freund ist selbst schuld wenn er keine Selbstachtung im Beruf hat und auch als Mensch. Soll ihm eine Lehre sein von dir und dich als Vorbild nehmen.
16.03.2015, 15:48 Uhr melden
Ich kann dir sagen es ist definitiv nicht so in der Gastronomie.! Hast du wirklich sehr gut gemacht. Die oberen Chef verstehen einfach nicht das in den Azubis, egal wie dumm sie manchmal sein mögen, die zumunft der gastronbomie liegt
29.07.2015, 13:53 Uhr melden
Sehr gut gemacht. Ich kenne das von früher. Hatte selber so einen Ausbildungsplatz in einem sehr bekannten Hotel. Von aussen Hui, von innen Pfui!
25.08.2015, 15:44 Uhr melden
Klar im Nachhinein kann man immer alles besser machen und ansonsten nur : Vollsten, grössten Respekt, vorbildlich, ein wahrer Held des Alltags ! Hut ab !
15.11.2015, 01:26 Uhr melden
Wie meinen? Die Mutter verschaffte ihn das durch Vitamin B?
01.06.2017, 17:19 Uhr melden
Ich habe vor, meinen Chef in vielen Dingen anzuschwärzen. Erst wollte ich da nur weg und die Klappe halten. Einfach weil ich Angst habe was geschehen …
Ich arbeite in einem großen Nagelstudio und verdiene wirklich nur ganz wenig Stundenlohn. Ich mache darum nebenbei privat Nägel bei Bekannten, wo ich …
Aggression Begehrlichkeit Betrug Boshaftigkeit Diebstahl Drogen Dummheit Ehebruch Eifersucht Eitelkeit Ekel Engherzigkeit Falschheit Faulheit Feigheit Fetisch Fremdgehen Geiz Gewalt Habgier Hass Hochmut Ignoranz Lügen Manie Maßlosigkeit Masturbation Missbrauch Misstrauen Morallosigkeit Mord Neid Neugier Peinlichkeit Prostitution Rache Schamlosigkeit Selbstsucht Selbstverletzung Sex Stolz Sucht Trägheit Trunksucht Ungerechtigkeit Unglaube Unreinlichkeit Vandalismus Verrat Verschwendung Verzweiflung Völlerei Vorurteile Waghalsigkeit Wollust Zorn Zwang Zwietracht
Eines Tages wurde ich im Rahmen eines Lehrganges bei der Bundeswehr in seine Nähe versetzt und machte mit ihm fest aus, eine WG zu gründen, wie wir es schon immer vorgehabt hatten. Dadurch bestellte ich auch keine Stube in der Kaserne. Als ich in seiner Wohnung ankam, traf mich der Schlag. Die Arbeitswohnung, die er von seinem Arbeitgeber bekommen hatte, war ungefähr 4 auf 3 Meter groß mit einem Bad von der Größe eines Plumpsklos. Es zog durch die Dachbalken hindurch und bei Regen stellte mein Kumpel eine selbstgebaute Konstruktion aus Stangen und Plastikplanen über sein Bett, um trocken schlafen zu können. Ich war schockiert und sagte ihm, er solle das unbedingt seinem Chef melden. Doch mein Kumpel, der sonst ein riesiges Ego an den Tag legt, winkte verschüchtert ab.
Selbstverständlich war das noch längst nicht alles. Nachdem ich ja keine Stube in der Kaserne hatte und auch meinen Kumpel nicht enttäuschen wollte, blieb ich für die Dauer des Lehrganges bei ihm und bekam so einige Sachen aus seinem Arbeitsalltag mit. Zuallererst fiel mir auf, dass er immer knapp bei Kasse war. Früher glaubte ich, es läge an den teuren Fahrtkosten nach Hause, schließlich verdient ein Kochlehrling nicht die Welt. Doch als ich eine Lohnkostenabrechnung von ihm in die Finger bekam, wurde mir alles klar. Sein Chef verlangte von ihm 154 Euro Verpflegungskosten (eine Tütensuppe am Mittag) sowie 440 Euro Miete für den Hühnerstall, in dem er seinen Lehrling wohnen ließ. Mein Kumpel bekam also am Monatsanfang satte 19 Euro auf sein Konto überwiesen. Ohne seine Halbwaisenrente hätte er sich nicht mal was zum Essen kaufen können. Als ich einen Teil der Miete bezahlte (was ja nur rechtens war, schließlich wohnte ich darin) forderte sein Chef mein Geld zusätzlich von ihm ein. Als ich ihn fragte, warum er es dem Chef erzählt hätte, blockte er ab. Immer mehr bekam ich das Gefühl, mein Kumpel wurde total ausgenutzt und sogar psychologisch misshandelt. Sämtliche Vorschläge meinerseits, mit seinem Chef zu reden, wurden mit der Bemerkung "In der Gastronomie ist das halt so" beantwortet bzw. beiseitegewischt.
Als ich erkannte, dass ich gegen die Gehirnwäsche des Betriebes nichts tun konnte, mischte ich mich nicht mehr ein. Doch ich führte Tagebuch. In den 5 Monaten, in denen ich bei ihm wohnte, dokumentierte ich alles. Ich fotografierte das Zimmer und die Lohnabrechnungen, dokumentierte seine Arbeitszeiten, die in der Regel bei 16 Stunden täglich lagen, auch Samstags (zu diesem Zeitpunkt war mein Freund noch minderjährig) sowie seine Bemerkungen und Informationen über den Arbeitsalltag, zumindest diejenigen, die ich ihm entlocken konnte. Kleine Beispiele wären da die fehlende Auszahlung oder Gewährung von Überstunden, Ratten in der Küche, Geschmacksverstärker und vergammelte Zutaten (der Ausbeuterbetrieb hatte 4 Sterne und nahezu ständig die oberen Zehntausend zu Gast) in der Küche und natürlich auch die klassischen ausbildungsfremden Tätigkeiten wie den Diener für die versnobte Gattin des Chefs spielen, das Haus streichen und und und.
Ich habe persönlich nie eingegriffen, weil ich meinen Freund sein Leben nicht noch schlechter machen wollte, als es
ohnehin schon war. Nur einmal riss mir der Geduldsfaden. Ich wachte um 2:00 Uhr in der Früh und erkannte, dass mein Kumpel immer noch nicht zu hause war, obwohl er seit 6:00 Uhr in der Arbeit war. Ich rief also seinen Chef an und fragte, ob er schon auf dem Heimweg war. Sein Chef fing an mich anzuschreien, von Null auf Hundert. Ich dachte ja meinem Freund wäre auf dem Heimweg was passiert, aber er war tatsächlich noch in der Arbeit. Ich hörte mir die Schimpftirade seelenruhig an und sagte dann mit ruhiger Stimme: " In 10 Minuten ist er daheim. Sonst schick ich die Polizei." Dann legte ich auf. Kurz darauf wurde er vom Chef persönlich heruntergebracht.
Als mein Freund vor einem Jahr die Ausbildung beendete, hatte ich schon Kontakte zu einigen Lehrlingen, die im selben Betrieb gearbeitet hatten, aufgebaut. Die meisten hatten schon vorzeitig abgebrochen. Unterstützt von ihren Aussagen und meinem Tagebuch legte meine Mutter, eine IHK-Prüferin, die Fakten den zuständigen Ausbildungsleitern auf dem Tisch. Ende vom Lied: Mein Kumpel bekam eine Nachzahlung von 3.000 Euro sowie ein erstklassiges Arbeitszeugnis, der Betrieb durfte keine Lehrlinge mehr aufnehmen und hatte nach einigen Besuchen des Gesundheitsamts nur noch 2 Sterne. Diese Episode bereue ich nicht. Aber ich bereue, dass ich mich in jener Nacht zu diesem Telefonat hinreißen ließ, obwohl mein bester Freund das sicherlich ausbaden musste, und zwar noch fast 2 ganze Lehrjahre lang.