Schöne Grüße von ...

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Hass Boshaftigkeit Arbeit Hohenstein-Ernstthal

Ich bin Geschäftsführer meines eigenen Unternehmens, welches ich nach dem Studium aufgebaut habe. Lange Zeit habe ich die Personalabteilung mitgeführt, um einen möglichst engen Kontakt zu meinen Mitarbeitern zu halten. Obwohl ich immer noch davon überzeugt bin, dass dies dem Betrieb sehr gut tut, konnte ich mich irgendwann nur noch auf die Geschäftsführung konzentrieren. In dieser Zeit sind mir bei Vorstellungsgesprächen nicht selten die Nachbarskinder, Kinder von Bekannten, Kinder von Bekannten von Bekannten usw. meiner alten Schulkollegen gegenüber gesessen. Diesen wurde wohl eingetrichtert, dass sie aufgrund der guten Bekanntschaft einen Freifahrtsschein hätten. Jedenfalls kam es häufig vor, dass man mir direkt nach der Begrüßung ganz liebe Grüße von Papa, einen freundlichen Gruß von K. oder herzlichste Grüße von P. bestellt hat. Einige Male - wahrscheinlich bei den Kindern der Bekannten der Bekannten - hat man den Namen des Grüßenden sogar falsch ausgesprochen.


Selbst wenn ich mit diesen Leuten ein gutes freundschaftliches Verhältnis führen würde, fände ich diese Grüße eher lächerlich als freundlich, da man sich wahrscheinlich oft genug sieht und grüßt und somit auch die Kinder kennt, würde es aber freundlich aufnehmen. Die meisten dieser Bekannten sind jedoch Leute, die einen auf der Straße mit den Hintern nicht angucken oder beim Bäcker ganz konzentriert an einem vorbei schauen. Man könnte meinen, ja, grüß doch selber mal! Das tue ich immer, werde aber selbst dann noch ganz erschrocken angeschaut. Ich muss beichten, dass ich diesen Kindern während des Vorstellungsgespräches ungefähr diese Beichte erklärt habe und warum ich die Grüßerei wahnsinnig bescheuert finde. Einige haben es verstanden, andere waren anschließend jedoch etwas erschrocken, warum es nicht so läuft, wie Papa gesagt hat und haben somit im Gespräch nicht einen vollständigen Satz herausgebracht.

Beichthaus.com Beichte #00030147 vom 06.08.2012 um 13:23:36 Uhr in Hohenstein-Ernstthal (21 Kommentare)

Kommentare der Beichthaus-Bewohner

TrueStory

Kann ich voll und ganz verstehen... Auch wenn es die Familien vermutlich anders sehen, du musst in erster Linie als Unternehmer denken und abwägen, welche Bewerber welche Stelle bekommen sollen und wen man aussortiert. Ich würde es genauso machen

08.08.2012, 20:03 Uhr     melden


Capricorn

Ich finde es nicht gut, dass du dich über die Kinder sozusagen an ihren Eltern rächst. Die meisten wissen sicherlich nicht wie ihre Eltern sich verhalten. Ist doch kein Wunder, dass die anschließend eingeschüchtert sind. Finde ich sehr unprofessionell von dir.

08.08.2012, 20:23 Uhr     melden


Katax

@Capricorn: Man kann ja auch sagen, dass die Vitamin B Karte zu spielen(und das auf so eine lächerliche Art und Weise) ziemlich "unprofessionell" ist.

Meine Absolution hast du.

08.08.2012, 20:37 Uhr     melden


MeinSenfDazu

Eigentlich hast du meine Absolution, da ich diese Art von Heuchelei verabscheue. Doch die Art, wie du denen es 'erklärt' hast, war etwas unprofessionell. Ich würde die Bewerber nach Eignung einstellen, und ungeachtet dessen den Herrn Papa beim nächsten Bäcker-Treff besonders a****freundlich grüßen.

08.08.2012, 21:17 Uhr     melden


Cockadoodledoo

Mal wieder weniger Beichte und mehr "Ich bin so toll und hab ne eigene Firma" Geschwätz

08.08.2012, 21:26 Uhr     melden


Bücherwurm

Was war denn das jetzt für ein Geschwurbel? So viel Gelaber, nur um uns mitzuteilen, was für ein toller Typ Du bist. Ich bin angemessen beeindruckt.

08.08.2012, 21:36 Uhr     melden


29873

Verlogene Gesellschaft - auf beiden Seiten...

08.08.2012, 21:47 Uhr     melden


Ronnie_Kimmel

Und an deinen alten Peinigern hast du dich wahrscheinlich auch gerächt, oder? Weil die sich zufällig bei dir in der Firma beworben haben...

08.08.2012, 23:13 Uhr     melden


Suane

@Cockadoodledoo

wenn es nicht ab und zu firmangründer oder bosse geben würde gäbe es keine firmen...das ist ihnen schon klar oder spricht da nur mal wieder der neid?

09.08.2012, 01:37 Uhr     melden


Defk

Suane: gegen die firmengruender hat keiner was. Gegen Angeberei diesbezueglich aber um so mehr. Ist einfach peinlich weil es von so vielen rahmenfaktoren abhaengt ob heutzutage ein startup glueckt oder nicht. Soll man dich froh sein wenn es hinhaut aber sich immer wieder uber andere erheben muss nicht sein.

09.08.2012, 07:21 Uhr     melden


krischan

Ich glaube, Dich hat es gefreut, wenn mal wieder einer gegrüßt hat, damit Du dann wieder vom Leder ziehen konntest. Als Chef solltest Du wenigstens die Courage haben, solche "Grüße" zumindest äußerlich zu übergehen. Glückwunsch zu Deiner Karriere, aber charakterlich ist da viel auf der Strecke geblieben. Ach ja, viele Grüße von E.!

09.08.2012, 08:38 Uhr     melden


MeinSenfDazu

Ich glaube, dem Beichter geht es primär nicht um Angeberei. Hinter Hochmut steckt meist Verletzlichkeit, das ist ja allzu menschlich und das soll man tunlichst nicht zeigen. Beichte ist das ja keine, aber eine Anprangerung dieser falschen Freundlichkeit, die die Leute dann zutage legen, wenn sie einmal was brauchen - aber sonst bist du denen als Mensch schnurzegal.

09.08.2012, 09:52 Uhr     melden


Xin

Ich mag ehrliche und klare Ansprache. Wenn mir ein Headhunter eine Stelle von einem innovativen und kreativen Unternehmen anbietet, dann bitte ich darum mir doch mal was von einer ganz gewöhnlichen Firma zu schicken, da ich ausschließlich Angebote von innovativen und kreativen Unternehmen bekäme.
Interessant wird es, ob Du als Vorgesetzter dann auch einstecken kannst. Wenn nicht, dann ist das hier eine Beichte. Wenn ja bist Du wohl ein guter Chef und hast ein gutes Auswahlverfahren gefunden.

09.08.2012, 12:13 Uhr     melden


Dogma02

Ja, was gibt es denn da zu beichten? Endlich mal jemand, der Klartext redet! Blöd wärs nur, wenn du a) die Kinder dann aus Rache nach Hause schickst, obwohl sie qualifiziert wären oder b) du bei einem ehrlichen Wort von deinen Mitarbeitern beleidigt reagierst. Ansonsten: ICH freue mich immer, wenn mir jemand klipp und klar seine Meinung sagt. Besser als Heucheln

09.08.2012, 14:07 Uhr     melden


steps

Ich kann dein Handeln absolut nachvollziehen und ich würde es wahrscheinlich auch so machen. Zwar habe ich in meiner Jugend auch hier und da ein Praktikum, einen Ferienjob oder eine Aushilfsstelle durch "Vitamin B" bekommen, aber als es um einen richtigen Beruf ging und ich auf eigenen Beinen stehen wollte, habe ich mich davon losgesagt. Was soll ich sagen - es geht auch ohne "Vitamin B"!

09.08.2012, 17:45 Uhr     melden


alanis

Solang du die Bewerber nach ihrer Qualifikation bewertest, sehe ich nichts, das hier gebeichtet werden müsste. Mich würde es auch nerven, wenn ich merken würde, dass einige meiner Bewerber versuchen -vermeintliches- Vitamin B zu nutzen und mich von Leuten grüßen, zu denen ich kein gutes oder enges Verhältnis habe und sich davon einen Vorteil erhoffen. Die Bewerber können nichts für ihre nichtgrüßenden Eltern oder für die Bekannten von deren Bekannten- übergeh das doch einfach in Zukunft, denk dir deinen Teil, mach deine Arbeit und freu dich, dass Vitamin B gelegentlich auch toxisch sein kann.

09.08.2012, 18:10 Uhr     melden


stillesWasser aus Schweiz

Das kann ich gut verstehen. "Liebe Grüsse von..." etc. sind für mich meist nur so dahergesagte Floskeln. Man richtet jemandem schöne Grüsse entweder aus Höflichkeit aus oder weil man das "halt" so macht. Meistens ist es wirklich nur so dahergesagt und niemand sieht irgendwie einen tieferen Sinn dahinter. Bei Dir ist es der einfachste und billigste Versuch um an einen Job zu kommen.

09.08.2012, 19:02 Uhr     melden


Vicco aus Deutschland

Schön, dass du das leidige Vitamin B nicht in so plumper Form tolerierst. Somit bekommen auch andere Leute ihre Chance.

10.08.2012, 12:29 Uhr     melden


WeiseFrau

Finde ich korrekt. Ätzend, die Leute, die durch Vitamin B irgendwo reinkamen und nix können.

13.08.2012, 15:50 Uhr     melden


gemmakaffeetrinken aus Simbabwe

Eigentlich disqualifizieren sich die Grüßer*Jungs und *Mädels von selber. Wenn wirklich so ein freundschaftlicher Kontakt bestehen würde, hätte Dich deren Altvordere auch anrufen und direkt nachfragen können.

03.07.2013, 23:39 Uhr     melden


breschtleng aus Deutschland

Eine sehr tolle Beichte von einem im Beruf erfolgreichen Mann... es gibt immer noch viele, die sich von Schelimereien/Heuchlerischen Kommentaren etc derart einlullen lassen, dass sie gar nicht merken, was den "Freunden" den wirklich Wert ist... Absolution erteilt.

26.12.2013, 00:06 Uhr     melden


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