Bitte keine Praktikanten!

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Faulheit Trägheit Verschwendung Arbeit Kollegen

Wir haben seit kurzem einen Praktikanten in der Firma. Keinen Berufseinsteiger oder Studenten, der hier Erfahrungen im Arbeitsleben machen will, sondern einen 16 jährigen Schüler, der bloß für vier Wochen in den Sommerferien ein paar Euro verdienen möchte und dann froh ist, wenn im Zeugnis steht, dass er ein Praktikum gemacht hat. Ursprünglich wurde er eingestellt, um uns im Büro etwas zu entlasten. Aber es stellte sich heraus, dass der Kerl etwas schwer von Begriff ist, sich für die Arbeit gar nicht wirklich interessiert und für uns nicht zu gebrauchen ist. Ich soll ihn eigentlich einschulen, damit er einen Teil meiner Arbeit übernehmen kann. Aber in Wahrheit bekomme ich hier nur ein Zeitproblem, wenn ich ihm das erstmal alles erklären muss, dann neben ihm hocke und ihm zuschaue, wie er meine Arbeit 5 Mal so langsam macht, und das ganze dann auch noch kontrollieren oder im schlimmsten Fall selber neu machen muss. Um den Beruf auszuüben, reicht es eben nicht, wenn man das mal eben schnell erklärt bekommt. Man braucht mindestens ein halbes Jahr, bis man das gröbste weiß und einigermaßen selbstständig arbeiten kann, bzw. der Firma was bringt. Meine Beichte: Ich habe absolut keine Lust drauf, weil ich hier nur von der eigenen Arbeit abgehalten werde (verdiene unter anderem im Erfolgsfall an Provisionen dazu), und mir das ganze nur unnötig Zeitdruck macht. Das habe ich auch dem Chef so erklärt, aber der hat auch nicht die Zeit dazu, sich mit dem Praktikanten zu beschäftigen. Daher hat er zu mir gesagt, ich soll ihn halt auch für andere (unwichtige) Arbeiten einteilen, die sonst nie einer machen kann. Der arme Kerl wurde dann 2 Tage von mir zum Fenster putzen und Lager zusammenräumen eingeteilt. Dafür habe ich ihn dann halt früher nach Hause geschickt, und wenn der Chef nicht da ist, sage ich zu ihm, dass er ruhig ausschlafen kann, und erst später in die Firma muss. Mittlerweile kommt er erst gegen halb 12 ins Büro, geht Mittag essen und danach schick ich ihn wieder nach Hause. Er wird es mir nicht übel nehmen. Für einen 16-jährigen Mopedfahrer ist das sicher ein angenehmes Leben, und Kohle bekommt er auch noch dafür. Eine Woche noch, dann ist das Praktikum eh zu Ende, und wir sehen den garantiert nie wieder. Er bekommt noch ein positives Dienstzeugnis von mir. Das muss ich ausfüllen, da ich ja sein Ausbilder bin. Sorry Chef, aber das Geld hätte man sich sparen können. Nächsten Sommer bitte keinen Praktikanten mehr!

Beichthaus.com Beichte #00030102 vom 19.07.2012 um 00:48:02 Uhr (21 Kommentare)

Kommentare der Beichthaus-Bewohner

max91

Für ihn ists ja eigentlich perfekt

21.07.2012, 18:41 Uhr     melden


Führer

Im Grunde ist es für alle die beste Lösung, du kannst in Ruhe arbeiten und er bekommt Gehalt + positives Zeugnis.

21.07.2012, 18:44 Uhr     melden


29873

Aus meiner Sicht total falsch. Wozu stellt ihr einen Praktikanten ein, wenn ihr keinen wirklich braucht? Wenn einer ein halbes Jahr braucht, um einiges zu begreifen, wozu dann 4-Wochen-Pratikanten? Außerdem schmeißt ihr das Geld zum Fenster raus. Und das Schlimmste: Der junge Mann lernt nichts dazu. Wie soll er sich im späteren Leben bewähren, wenn er in einem seriösen (?) Unternehmen lernt, dass Praktikanten zum Fensterputzen da sind. Kopfschüttel und keine Absolution.

21.07.2012, 18:56 Uhr     melden


Lemontoss

Ist ja eine Win-Win-Situation. Der Junge wird dir das nicht übel nehmen.

21.07.2012, 19:12 Uhr     melden


G.Now

Warum wird da Geld fuer ein bezahltes Praktikum aus dem Fenster geworfen? Fuer einen Praktikanten, der nix kann und den auch keiner braucht? Seltsame Firma...

21.07.2012, 19:18 Uhr     melden


TrueStory

Ich war lange genug, und oft genug Praktikant (allerdings unbezahlt) und kann die Sicht der Dinge sowohl nachvollziehen aber längst nicht gut heißen. Das Problem ist, dass bei fast allen Praktikas, die in Büros etc stattfinden (sollten) also Verwaltungstechnische Sachen eben, das Problem entsteht, dass die Arbeit erstmal extrem aufwendig erklärt werden muss.

Bei Praktikas im handwerklichen Bereich sieht das ganze natürlich anders aus, aber Büro Jobs sind meiner Meinung nach für Praktikas größtenteils unsinnig.(Ausnahme Bank, denn da fällt viel nervige einfache Arbeit an, wie Überweisungsscheine ausfüllen, evtl noch Versicherung)

21.07.2012, 19:48 Uhr     melden


Tetraethylblei

Haben bei uns von Zeit zu Zeit das selbe Problem mit Studenten im Praktikum. Sollen sich dort mal mit der Arbeit an der Basis vertraut machen, sind aber grösstenteils zu nichts zu gebrauchen, aber alles besser wissen und möchten mit Sie angesprochen werden, weil man hat ja Abitur und studiert. Auch ein Grund für mich fast nur noch nachts zu arbeiten. Ist ruhiger und die arrogante und grossmäulige Bildungselite bleibt mir erspart, da bereits mit Party machen beschäftigt.

21.07.2012, 19:57 Uhr     melden


NikitaAdriana

genau truestory praktikas...

21.07.2012, 21:09 Uhr     melden


Anne-popanne

Ja....und genau wegen solchen Sachen wird ein Praktikant heutzutage auch billige Arbeitskraft genannt.........Zum Kotzen!

21.07.2012, 21:51 Uhr     melden


MeinSenfDazu

Da Praktikanten keine verantwortungsvolle Tätigkeit ausüben können, weil eben nicht geschult, ist es klar, dass sie oft für Arbeiten wie Putzen und Laufjobs eingeteilt werden. Manchen ist das sogar ganz recht und gleichgültig, weil sie nur etwas Geld brauchen. Unfair jedoch für jene, welche sich wirklich für die Arbeit in der Branche interessieren. Wenn der 'Ausbilder' dann auch noch auf Provision arbeitet, ist es für mich völlig klar dass er sich nicht mit zeitaufwendigem Erklären herumschlagen kann. Teil-Absolution erteilt. Aber nicht dafür, dass du ihn später kommen lässt und früher nach Hause schickst. Die Firma zahlt trotzdem seine vollen Stunden.

21.07.2012, 22:37 Uhr     melden


wasdalos1337

ihr gebt ihm auch noch die volle bezahlung? klasse sache. so am sack. unterstützt iwelche kinners mit ihrem swag.... den seht ihr bestimmt wieder - oder zumindest seine bekannten: voller lohn für 3h auftauchen ist einfach mal nur "klasse".

21.07.2012, 23:40 Uhr     melden


Hptm_Meitz

Also ich kann das schon verstehen. Der Beichter bekommt in einer Zeit, in der scheinbar viel Arbeit zu erledigen ist, einen Praktikten, der ihn nicht helfen kann sondern sogar noch zeitlich behindert. Wenn man eh schon voll ausgelastet ist, und der Chef auch keine Anstalten macht, den Praktikanten sinnvoll einzuteilen, wozu soll man sich noch extra damit beschäftigen? Solange der junge Mann die Klappe hält, ist doch alles gut. Der wird froh sein, dass er für wenig Arbeit sein Geld bekommt, und in 10 Jahren - wenn er selber mal nen stressigen Beruf hat - wird er es am Stammtisch erzählen, wieviel Glück er damals mit seinem Praktikum hatte.

22.07.2012, 01:19 Uhr     melden


Zuchtsau

Wenn du dich etwas mehr bemühen würdest ihm was zu erklären, dann würde er auch mehr Interesse zeigen.

22.07.2012, 03:03 Uhr     melden


VcS

Das hat im wesentlichen der Chef vergurkt, er hat wohl den Praktikanten überschätzt oder die Arbeit unterschätzt. Als Mitarbeiter kann und sollte man versuchen, das beste draus zu machen. Aber wenn man aus eigener Tasche draufzahlen muss, weil man weniger Provision bekommt, kann ich verstehen, dass man da irgendwann keine Lust mehr hat.

22.07.2012, 16:12 Uhr     melden


BloodyMary1977

Ich bekomme bei uns in der Firma grundsätzlich immer die Praktikanten aufs Auge gedrückt und so einen krassen Fall hatte ich noch nicht. Selbst der dümmste (und er war schon sehr verpeilt) war innerhalb einer Woche so weit, dass er mich teilweise entlasten konnte.
Vielleicht hast du ja auch was falsch gemacht?

22.07.2012, 18:24 Uhr     melden


Hptm_Meitz

Ich finde, man muss hier doch auch auch ein wenig zwischen den Zeilen lesen. Der Beichter schreibt was von Provisionen und einer Arbeit, in der man sehr lange braucht, bis man dort Fuß gefasst hat. Das wird dann schon etwas anspruchvolleres sein, in der man auch in der Verantwortung steht, Geschäfte abzuschließen bzw. etwas zu verkaufen (sonst würde man als Angestellter wohl kaum Provisionen bekommen). Der Chef wirds nett gemeint haben, dass er seinem Mitarbeiter jemanden zur Verfügung stellen will, um ihn in der stressigen Zeit ein wenig zu entlasten. Der Praktikant ist Schüler, also wird das gerade während der Ferienzeit sein. Der Schuss ging jedenfalls nach hinten los, und der Praktikant wird hoffentlich sein Glück zu schätzen wissen, dass er quasi fürs Nichtstun zu ein wenig Geld kommt. In seinem künftigen Berufsleben wird das eh nicht mehr der Fall sein. Daher sehe ich das ganze nicht wirklich schlimm.

23.07.2012, 01:08 Uhr     melden


Bücherwurm

@ Beichter: Ich kann Dich verstehen, dass Du angefressen bist, wenn Dir Provision flöten geht, weil Du einen Praktikanten betreuen sollst. Aber schade ist es schon. Wenn man sich auf die Aufgabe einlässt und einen Praktikanten sinnvoll betreut, kann das am Ende beiden Spaß machen und eine Bereicherung für die übliche Büroroutine sein.

23.07.2012, 17:35 Uhr     melden


WeiseFrau

In 10 Jahren wird der Dein Chef *ggg

24.07.2012, 13:46 Uhr     melden


KaiserNero

"Herr, schicke mir einen Studenten (oder in dem Falle Praktikanten), die meine Arbeit nur verdreifachen"

27.07.2012, 11:42 Uhr     melden


Capricorn

Ich hätte es an deiner Stelle wahrscheinlich genauso gemacht. Ist schließlich nur ein freiwilliges Praktikum während der Schulzeit und nicht seine Ausbildung. Ist sogar noch nett von dir, weil du ihn nicht einfach rausschmeißt.

30.07.2012, 17:15 Uhr     melden


Schäfchen aus Deutschland

Wir hatten hier Letztens auch so´n Schluffi, der nur Kaffeetrinken, jammern & auf´m Handy 'rumtippen konnte. Alle anderen Arbeiten wurden nur "mit'm halben Arsch" ausgeführt. Selbst die Ablage hat er nicht ordentlich gemacht. Aber ein Besserwisser sondersgleichen. Vll. liegt´s am Alter (15). Ich finde Praktikanten in dem Alter im Büro einfach nur unnütz.

23.08.2012, 15:48 Uhr     melden


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