Meine Kindheit mit Gewalt und Alkohol

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Drogen Trunksucht Sucht Gewalt Familie

Ich hasse meine Eltern. Wieso? Ich bin in einer Familie aufgewachsen wo Gewalt und Alkohol zum Alltag gehört hat. Eine meiner ersten Erinnerungen mit 3 Jahren? Ich sehe wie meine Mutter im Badezimmer am Boden liegt und mein Vater im Suff auf sie eingeprügelt. Mein Vater war praktisch jeden Tag blau, hat gearbeitet und dann gesoffen. Meine Mutter fing dann auch an zu saufen d.h. sie hat circa 2-3 Flaschen Weißwein am Tag gesoffen. Irgendwann wurde mein Vater von der Polizei abgeholt. Ich war 5 Jahre und habe ihn das letzte mal für 4-5 Jahre gesehen. Meine Mutter war so kaputt und abhängig, deswegen fiel sie auf den ersten Typ rein, der sie im Entzug traf. Er hatte auch ein Alkoholproblem und hielt sich für Jesus. Obwohl er sich für Jesus hielt, hat er meine Mutter verprügelt, wenn sie blau war. Dann hat sie ihn verlassen.


Danach lief es ein Jahr super, sie machte den zweiten Entzug und wir verstanden uns wieder super. Dann kam aber der große Schlag. Ich war 10 Jahre und meine Mutter lernte das nächste Arschloch kennen. Dieser nahm Heroin und weil meine Mutter so naiv war, fing sie auch an. Ich fand sie mehrmals mit der Spritze im Arm im Badezimmer oder Schlafzimmer. Mit diesem Arsch blieb sie rund 2 Jahre zusammen und nahm alle möglichen Drogen. Irgendwann kam sie und er in den Knast. Sie war drei Wochen in U-Haft und wurde dann in den Entzug geschickt. Ich kam in der Zwischenzeit in ein Heim. Als ich 16 Jahre war, hatte ich mich von allem ein bisschen erholt, da hat sich plötzlich meine Mutter wieder bei mir gemeldet und gesagt alles sei wieder gut, ihr ginge es super und sie hat einen neuen Mann, der weder trinkt noch sonst etwas. So naiv wie ich war, habe ich das natürlich geglaubt und war glücklich. Es lief auch circa 6 Monate alles super bis ich irgendwann gemerkt habe, dass meine Mutter ganz komisch war. Ich habe dann mehr auf Ihr Verhalten geachtet und gemerkt, dass sie wieder trinkt. Auch ihr super-toller Mann war öfters betrunken. Sie kam dann wieder in den Entzug kam aber nach 2 Wochen wieder raus. Und das ging auch so weiter. Irgendwann kam sie sogar im Suff auf mich los und wollte mich verprügeln. Irgendwann habe ich gemerkt, dass es immer so komisch riecht in der Wohnung. Ich habe auch recht schnell gemerkt warum, weil meine Mutter und ihr Mann Folie rauchten in der Wohnung. Dass gab mir den Rest ich bin ausgezogen.


Das heißt ich habe seit rund 15 Jahren keinen Kontakt mehr zu meinem Vater und seit 6 Jahren keinen Kontakt mehr mit meiner Mutter. Ich habe dann auch selber gemerkt, dass ich leicht zur Abhängigkeit neige, denn mit 16-20 Jahren habe ich jedes Wochenende praktisch Komasaufen gemacht. Aber ich habe gemerkt, dass ich eigentlich nur wegen meinen Eltern so saufe, um alles zu vergessen was mir diese verdammten Arschlöcher angetan haben. Ich hasse sie von ganzen Herzen und ich werde ihnen das alles nie verzeihen. Und ich hoffe sie verrecken irgendwo mit Alkohol und Drogen ganz alleine. Und wenn ihr das lest, was ihr eh nicht machen werdet, eine kleine Info: Euer bald 27-jähriger Sohn hat mit 20 eine Therapie gemacht, parallel zur Schule und ist jetzt im Medizinstudium.

Beichthaus.com Beichte #00028927 vom 13.05.2011 um 18:03:12 Uhr (30 Kommentare)

Kommentare der Beichthaus-Bewohner

MichaelGossen aus Potsdam, Deutschland

Da kann man echt froh sein in einem einigermaßen wohl behüteten Elternhaus aufgewachsen zu sein. Ich kann Deinen Hass gut verstehen. Dir soll vergeben werden. Manchmal ist es vielleicht besser seinen eigenen Weg zu gehen, ganz ohne Eltern. Ich wünsche Dir viel Erfolg für Deine Zukunft - mach mehr aus Dir als Deine Eltern!

14.05.2011, 18:33 Uhr     melden


Gina90 aus Nürnberg, Deutschland

Ich kann deinen Hass nachvollziehen. Mein Vater ist auch ein Alki. Meine Mutter war aber zumindest so schlau uns (meine Schwester und mich) zu packen und zu gehen als er das erste Mal zugeschlagen hat (mittlerweile haben wir auch seit 14 Jahren einen klasse Stiefvater). Ein Tipp für dich: Versteif dich nicht auf deinen Hass. Damit umgehen und vergessen kannst du erst wenn du deinen Hass hinter dir hast und dir deine Eltern einfach egal sind. Solang du etwas für sie empfindest (auch Hass) wirst du immer wieder daran denken und dein Leben davon beeinflussen lassen.

14.05.2011, 19:58 Uhr     melden


HappyHC

Ich versteh dich auch gut.
Bau dir einfach eine eigene Familie auf und ich bin mir sicher du machst es besser ;)

Viel Glück für deine Zukunft!

14.05.2011, 20:04 Uhr     melden


bonzy

Ich habe großen Respekt vor Menschen wie dir und ich wünsche dir alles Gute für dein weiteres Leben! Mach es besser, lass die Finger von Drogen und leb dein Leben! Mein Rat: Versuch deinen Alltag mehr und mehr darauf auszurichten, dass du nicht an sie denken musst. Egal welche Form von Gefühl man mit Menschen verbindet, sie zu vergessen löst auch das Gefühl nach und nach auf. Viel Glück!

14.05.2011, 20:39 Uhr     melden


29873

Eine Geschichte, die unter die Haut geht. Deinen Hass kann ich verstehen. Aber wer weiß, vielleicht hat sich bei deinen Eltern auch was positiv verändert. Es wäre nicht leicht für dich, das in Erfahrung zu bringen, doch ich hätte vollstes Verständnis, wenn du "nein" sagen würdest. Das musst du mit dir selber ausmachen. Manchmal ist es traurig, dennoch besser, keinen Kontakt zu haben. Schön, dass du dich aufgefangen hast - wünsche dir viel Erfolg auf deinem Lebensweg.

14.05.2011, 20:48 Uhr     melden


themaster

Respekt, dass du los gekommen bist bzw nicht in den teufelskreis gefallen bist!!

14.05.2011, 21:07 Uhr     melden


mimimosa

Was mal wieder beweisen würde, dass man Kindern aus sozial schwachen Familien noch mehr fördern sollte... wieviel Potential wir nicht nutzen..
Zum Beichter: Hut ab!

14.05.2011, 21:31 Uhr     melden


k0ksi

Wenigstens bist du normal geblieben und studierst, manchmal muss man sich halt von den Eltern trennen die dich bestimmt geliebt haben aber es nicht zeigen konnten.

14.05.2011, 22:13 Uhr     melden


napf

Ich wünsche Dir,daß du eines Tages das Ganze tatsächlich bewältigst.Das wirst du daran erkennen,daß du keinen Haß mehr auf deine Eltern hast,sondern Mitleid.Erst dann bist du wirklich raus aus der ganzen Scheiße.Und dahin zu gelangen ,bist du deinen eigenen (zukünftigen )Kindern schuldig.

14.05.2011, 22:22 Uhr     melden


shania.78 aus Deutschland

Ich kenn dich dich aber: HUT AB! Ich find es klasse wie du dein Leben trotz solch besch... Eltern in den Griff gekriegt hast. Andere würden in der Gosse landen!
Respekt!

14.05.2011, 22:32 Uhr     melden


killerbienchen

Ich wünsche dir auch alles Gute für die Zukunft. Du hast das gemacht, was für dich am besten war. Sehe es genauso wie napf.. Hoffentlich empfindest du irgendwann MItleid. Dann zerfrisst dich die ganze Sache auch nicht mehr.. Alles Gute..

14.05.2011, 22:47 Uhr     melden


Shiqari aus Oettingen, Deutschland

Du sprichst aus meiner Seele!

15.05.2011, 09:26 Uhr     melden


aspirin

Ich finde es super, dass du dein Leben trotz deiner wirklich schwierigen Vergangenheit meisterst. Sei stark, halte dich vom Alkohol und sonstigen Drogen fern. Alles Gute für deine Zukunft.

15.05.2011, 11:04 Uhr     melden


toni-montana

Ja deine Eltern sind an allem schuld, weil sie böse waren und die Gesellschaft ist auch ungerecht. Mein Gott das Leben ist halt scheiße. Ganz ehrlich meine Kindheit war auch fürn Arsch und ich saufe nicht. Du findest dich doch grade selber ziemlich cool, weil du hast ja einen Grund zum saufen und kannst jeden Abend in der Kneipe im Vollsuff über deine Eltern schimpfen. Lass mich raten jedesmal, wenn irgendwas schief läuft sinds deine Eltern schuld. Ganz ehrlich so war ich auch mal drauf, aber du bist selber dafür verantwortlich, was du machst.

15.05.2011, 11:42 Uhr     melden


UltraAdmin2000

Mein Beileid fuer deine hoellische Kindheit, meinen Glueckwunsch fuer deine jetzige Entwicklung. Mach so weiter, deine Einstellung ist richtig!

15.05.2011, 12:29 Uhr     melden


CSD666

Du hast meine Absolution und meinen Respekt. Seine Familie kann man sich nunmal nicht aussuchen, aber ich denke du hast das richtige getan, da erstmal rauszukommen ist reiner Selbsterhaltungstrieb. Und dass du dich durchgerungen hast eine Therapie zu machen, was für viele leider immer noch mit Vorurteilen und Stigmatisierung in Verbindung gebracht wird, und dann sowas schweres wie Medizin studierst, nötigt Respekt ab!

15.05.2011, 13:25 Uhr     melden


Hallotschau

Das ist wirklich ein verdammt scheiß Leben, das du erleiden musstest/musst. Ich kann weiß zum Teil wie das ist. Ich hasse es auch wenn Menschen, die man eigentlich liebt, abhängig werden. Ich habe dann auch wirklich Wut und ich könnte ausrasten. Drogen sind eine schlimme Sache. Manchmal will man seine Eltern leiden lassen, da sie einem so in Stich lassen. Du hast mein volles Verständnis und du musst dich nicht entschludigen, wenn du deine Eltern deswegen hasst. Denn in solcher Situation würde jeder seine Eltern nicht mehr als Vorbild ansehen. Ich habe so was ähnliches auch erlebt, doch zum Glück war ich da schon älter. Absolution.

15.05.2011, 14:11 Uhr     melden


dr.seltsam

respekt von mir aus eigener erfahrung irgendwann muss man selber ran kein verstecken mehr
und einen eigenen weg gehen wie sagt ein alter compatre von mir immer

dass leben kommt von vorn
alles gute von mir

15.05.2011, 19:23 Uhr     melden


Eistee-Zitrone

Aber wenn du selbst dann angefangen hast mit Komasaufen jedes WE bist/warst du auch nicht unbedingt besser, da du ja das gleiche (ge)mach(s)t hast wie deine Eltern.. Auch wenn du sagst um alles zu vergessen.. Alkohol löst nicht die Probleme...

aber gut das du dann aus der Wohnung ausgezogen bist hätte eh keinen Sinn und mit dem Medizinstudium ist klasse und das du die Therapie gemacht hast verdient Respekt :D

15.05.2011, 23:13 Uhr     melden


VicodineXX aus Deutschland

Jaja, die Eltern, die Eltern, es sind immer die Eltern. Dann ist es so und wo ist jetzt deine Beichte? Das ist doch ein typisches Gesellschaftsbild das, so traurig es auch ist, alltäglich ist. Bist du jetzt was besonderes? In meinen Augen nicht.

16.05.2011, 08:27 Uhr     melden


spax

Hass ist nicht immer schlecht! Wenn starke negativen Emotionen da sind, dann müssen sie raus! In dem Fall ist es besser, wenn die Gefühle gegen die Eltern gerichtet sind als gegen sich selbst oder jemand ganz anderen. Mitleid bedeutet mit-leiden, das ist in dem Fall doch auch scheiße! Ich denke, der Beichter hat mit seinen Eltern schon genug gelitten.

16.05.2011, 08:29 Uhr     melden


Vasilie

Meinen größten Respekt, dass du dich von diesen Leuten entfernt und dein Leben in die Hand genommen hast.

16.05.2011, 14:19 Uhr     melden


tuff.gong aus Duisburg, Deutschland

Schon scheiße wie alles für dich gelaufen ist, aber immerhin hast du den Absprung geschafft. Wünsche dir viel Glück für deine Zukunft

16.05.2011, 16:15 Uhr     melden


Crusy

So ein Dreck....aber ganz ehrlich hab ich wirklich Respekt vor dir das du dein Leben selbst in die Hand genommen hast und das beste draus machst. Du packst das schon :)

18.05.2011, 09:51 Uhr     melden


Besuch

traurig, aber Schiksal... Wenn's Dich letztednlich auf den rechten Pfad gebracht hat, ist alles gut.. Hab' mal gehört, Gott bürdet uns nur die Lasten auf, die wir auch tragen können... Absolution erteilt, Kopf hoch :)

20.05.2011, 04:17 Uhr     melden


eierfrau

Ich ziehe meinen Hut, jedoch rate ich weiterhin die Therapie weiter zu führen

23.05.2011, 16:17 Uhr     melden


Sivis

Grossen Respekt vor Deiner Leistung...! In ner gewissen Art und Weise gings mir ähnlich wie Dir (väterlicherseits), nur nicht so krass! Zieh das Studium durch und finde Deinen Weg! alles Gute!

29.06.2011, 12:09 Uhr     melden


schäfle

WOW! Das solltest du eigentlich von deinen Eltern hören, aber: Ich bin stolz auf dich! Ich hoffe hoffe hoffe wirklich, dass du deiner Linie treu bleibst und dein zukünftiges Leben meisterst, denn sicher war es bisher nicht so easy!! Also, Absolution auf jeden Fall erteilt und alles Gute!!

02.08.2011, 14:54 Uhr     melden


S-Y-N-A-P-S-E aus Deutschland

Respekt an dich, Das schlimmste an deine Eltern.
Solche Leute gehören auf eine Insel gesetzt und dort vergessen.

Ich hoffe das du das Studium packst, das vergangene vergessen kannst und wenn die zeit gekommen ist eine Familie zu gründen die besser ist, als deine war.
Alles gute für die Zukunft, Absolution erteilt.

06.11.2011, 04:01 Uhr     melden


Agrypnie

respekt! bei mir lief es ähnlich. aber nur mit alk. und nur mein dad. ich hab zwar nur ne lehre gemacht und kein studium aber du hast mein vollsten respeckt. ist nicht leicht sowas. wenn man sein vater findet wie total besoffen hinterm sofa in seiner kotze liegt

06.12.2012, 08:32 Uhr     melden


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