Ich bereue es Mutter zu sein.

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Verzweiflung Aggression Familie München

Ich möchte beichten, das ich es hasse Mutter geworden zu sein! Ich bin mit 26 ungeplant von meinem Freund schwanger geworden. Liebe meinen Sohn seit der Geburt an, er war und ist ein hübsches und grundsätzlich liebes Kind. Aber ich hasse es einfach Mutter zu sein. Ich war immer unsicher, ob ich überhaupt Kinder möchte und jetzt wo ich ein Kind habe weiß ich, das es nicht zu meiner Persönlichkeit passt Mutter zu sein. Ich bin schon immer eine Einzelgängerin gewesen und brauche viel Zeit für mich allein, soziale Interaktionen vertrage ich nur in geringer Dosis. Seit der Geburt habe ich das Gefühl kein Leben mehr zu haben. Ich lebe in ständiger Rufbereitschaft, immer muss man ans Kind denken. Ich kann nicht einfach mal wo hingehen, wenn ich möchte. Und wenn man mit Kind herausgeht muss man an 1000 Dinge denken und es dauert ewig bis man loskommt. Und unterwegs muss man ständig dem Kind hinterherlaufen und aufpassen. Generell macht es mir überhaupt keinen Spaß mich mit ihm zu beschäftigen, ich muss ihn ständig bespaßen und unterhalten. Immer dieselben blöden Bücher, dieselben Bauklötze auf- und abbauen und nach neuen Sachen suchen, um das Kind zu fördern und zu unterhalten. Und irgendwie ist jeder Tag gleich. Ja ich mache das alles und ich will das er ein glücklicher Mensch wird und ich möchte auch nicht das er je das Gefühl hat ungewollt zu sein, aber seit der Geburt keinen einzigen ganzen Tag mal nur für mich zu haben, das macht echt müde. Er ist mittlerweile 1,5 Jahre und geht auch schon ein paar Stunden in die Kita, aber die Zeit reicht nur für das allernötigste wie arbeiten, putzen u.ä. Mein Tageshighlight ist 1 Stunde Netflix am Abend, für mehr kann ich mich nicht motivieren. Ich müsste eigentlich Sport machen da ich seit der Geburt unter chronischen Rückenschmerzen leide, früher war ich (sogar bis kurz vor der Geburt) mehrmals die Woche im Fitnessstudio. Der Vater des Kindes hilft mir nur bedingt, wir streiten ständig deswegen und leben nur des Kindes wegen noch zusammen. Für mich ist das alles so kein Leben mehr. Ich fühle mich als würde ich eine Gefängnisstrafe absitzen und meine besten Lebensjahre verschenken. Ich versuche die schönen Momente zu genießen, wenn wir kuscheln und er niedliche Sachen macht, aber es fühlt sich trotzdem so an, als würde ich mehr geben als das es mir zurückgibt Mutter zu sein.

Beichthaus.com Beichte #00042169 vom 18.10.2020 um 15:19:48 Uhr in München (4 Kommentare).

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Kommentare der Beichthaus-Bewohner

leserin90

Auch wenn die Beichte erstmal erschreckend klingt finde ich es nicht so schlimm..
Ich habe 2 Kinder und liebe Sie über alles.
Das was Sie schildern ist vorübergehend. In diesem alter sind Kinder wirklich sehr anhänglich. Es wird sich in kurzer Zeit ändern.
Mit 3 jahren sind Kinder langsam nicht mehr sehr anhänglich, finden in der Kita Freunde und sind ausgeglichener usw. Diese Phasen machen viele Mütter durch. Sie sind nicht alleine. Aber später wo das Kind ihnen sagt: "Zum Glück bist du meine Mama. Ich liebe dich" dann haben Sie ein lächeln im Gesicht und sind stolz auf sich.

19.12.2020, 23:15 Uhr     melden









Offender

Ich verstehe dich total. Hätte da auch keinen Bock drauf....

20.12.2020, 09:03 Uhr     melden


gummiding

Ich verstehe Dich gut - bist nicht allein. Als Papa sehe ich wie meine Frau leidet. Und nein, bei uns wird es auch mit 6J nicht besser weil das Kind umso mehr Aufmerksamkeit fordert.
Ich versuche meine Frau zu unterstützen wo ich kann, aber die Nerven liegen täglich blank.

20.12.2020, 12:56 Uhr     melden


agyness aus Asgard, Deutschland

Voll ok. Es gibt viele, die mit dem Job als Elternteil unglücklich sind, es aber offiziell nie zugeben würden. Schließlich wird es doch von einem erwartet, ein Vater oder eine Mutter zu werden.

20.12.2020, 13:25 Uhr     melden


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