Ich halte nicht mehr an für Springer.

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Faulheit Morallosigkeit Bahn & Co. Frankfurter

Ich bin seit fast 40 Jahren Lokführer bei der Deutschen Bahn. Überwiegend im Fernverkehr. Ich habe bisher schon sieben Menschen überfahren. Bei den ersten Beiden habe ich brav angehalten. Dann ging das los, was ich als Bullshit bezeichne. Polizei, Feuerwehr, Notarzt und ein Ersatzteam. Die Fahrgäste super angepisst. Auf das hatte ich dann kein Bock mehr. Bei den anderen fünf bin ich einfach weitergefahren. Helfen konnte man denen ohnehin nicht mehr. Hauptsache die Fahrgäste haben keinen Stress und keine Unannehmlichkeiten. Ein paarmal wurde mir später gesagt, dass ich wohl einen überfahren hätte. Ich meinte nur, dass ich nichts gemerkt habe und gut war. Ganz ehrlich: springt doch bitte von der Brücke oder von einem Berg.

Beichthaus.com Beichte #00042167 vom 15.10.2020 um 18:47:32 Uhr in Frankfurter (5 Kommentare).

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Kommentare der Beichthaus-Bewohner

juleistwillig aus München, Deutschland

Ich beneide dich nicht für deinen Job, bin aber voll auf deiner Seite. Wenn schon jemand früher über den Jordan gehen will soll er das bitte sozialverträglich tun.

04.01.2021, 13:00 Uhr     melden





black--cell aus Graz, Österreich

Kein Bereuen. Keine Vergebung.

Schockierend finde ich dennoch wie verachtend Du da über ein Menschenleben denkst - und diese "nicht beachtest" und tötest - nur damit ein paar Leute nicht zu irgendeinem bescheuertem Termin zu spät kommen.

Würdest Du zumindest versuchen zu bremsen könntest DU vielleicht ein Leben RETTEN!

Und lass Dir gesagt sein: Die meisten Selbstmörder wollen eigentlich gar nicht sterben. Sie wollen HILFE.

02.02.2021, 21:17 Uhr     melden


TomSir79

@Black--Cell

Ach Quatsch! In so einer Situation kann man nicht viel machen. Selbst wenn man bremst, so wird der Springer immer noch tödlich getroffen. Und um ehrlich zu sein, finde ich es von Suizid gefährdeten Leuten unfair, wenn sie andere Beteiligte mit in ihre Probleme mit reinziehen. Ich finde es ja schon traurig, wenn man als einzige Lösung nur den Tod sieht, dann sollte man das aber eher für sich machen und nicht noch andere mit involvieren! Bei sowas werde auch ich dann Gefühlskalt.

@Beichter

Solange es dich nicht psychisch beeinträchtigt mach weiter so. Und ist es nicht so, dass man bei der Deutschen Bahn, da nicht bei sowas geschult wird? Das man eben nicht anhalten soll, wenn sowas passiert?

27.03.2021, 08:28 Uhr     melden


nurangemeldetwegenschweinkramles

Ich habe schon einige solcher Geschichten gelesen und auch dabei gelesen, wie die Lokführer aussteigen, um sich das anzusehen, was da passiert ist - und das ist für die ein Trauma fürs Leben. Insofern würde ich mindestens sagen: Bleib in der Lok. Anscheinend hast du einen Schutzschirm um dich aufgebaut und mit dir selbst abgemacht, dass es das Beste ist, diese Leute als "Idioten" zu bezeichnen oder eben willentlich lebensmüde. Ich denke, das ist der einzige Weg, um auch damit klarzukommen, ohne es an sich ranzulassen. Ich weiß, es gibt Leute bei der Bahn, die regelmäßig die Strecke abschreiten, aber ich glaube, ich wäre auch froh, wenn Fliegen und ihre Larven den Großteil vom Fleisch bereits vertilgt hätten, bevor ich da son Haufen Matsch finde. Ich weiß, wie Fensterstürze aussehen und das sind Bilder, die man nicht im Kopf braucht. Einen Haufen Knochen zu finden, ist vielleicht was anderes - und stinkt auch nicht mehr so erbärmlich. Insofern: Natur ihren Job machen lassen. Bin da komischerweise pragmatisch veranlagt und irgendwie ganz bei dir. Wenn du allerdings schon 40 Jahre bei der Truppe bist, ist es sowieso bald nicht mehr dein Problem. Also ich finde das jetzt nicht schlimm. Mir tun nur die Leute leid, die den Mist dann einsammeln müssen. Ich denke, es ist das Beste zu sagen, dass du nichts gemerkt hast. Bleib dabei.

18.05.2021, 00:06 Uhr     melden


BeichtschwesterEva aus Basel, Schweiz

Ich sehe zwei Seiten einer Münze: Einerseits menschliche Verrohung und andererseits Verdrängung zwecks Selbstschutz. - Ich wüsste nicht wie ich mich verhalten würde und Du hast mein vollstes Mitgefühl.

18.05.2021, 16:40 Uhr     melden


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