Medikamenten-Überdosis

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Verzweiflung Selbstverletzung Gesundheit

Mit 16 Jahren habe ich mehrere Tabletten genommen, um mich umzubringen. Es gab mehrere Gründe. Ich wurde in der Schule gemobbt, weil ich komisch lief. Ich hatte und habe Schmerzen in den Füßen, weil ich eine Fußfehlstellung habe und daher ohne gute Einlagen nicht lange laufen kann. Das war und ist mir als Person unter 50 Jahren peinlich, weil man das von jungen Menschen nicht erwartet.

Zudem war mein Vater zu diesem Zeitpunkt in seiner Hochphase seiner Sucht. Er war und ist internetsüchtig. Damals lebte er noch bei uns Zuhause und er schenkte seinem PC mehr Beachtung als uns. Ich wurde immer angeschrien, wenn er sich dabei gestört fühlte. Generell kann man kurz sagen, dass der PC an unsere Stelle trat und meine Mutter dies auch noch billigte. Des Weiteren galt ich schon immer als psychisch krank bei meiner Mutter und bekam dies ständig so eingetrichtert, sodass ich mich damit abfand.

An jenem Tag hatte ich Ferien. Meine Mutter war arbeiten und mein Vater schlief noch. Ich nutzte die Chance, weil ich wusste, dass mein Vater nicht nach mir sehen würde. Alle würden denken, ich würde nur schlafen und mein Vater würde es in seinem Suchtwahn nicht bemerken. Also nahm ich mir das med. Wörterbuch, dass ich zu meinem 16. Geburtstag geschenkt bekommen hatte, weil ich mich sehr für Medizin interessierte und schlug die Seite der Vergiftungsdosen auf (steht am Ende solcher Bücher).

Ich nahm die besagten Medikamente (Schmerzmedikamente) ein, begab mich in mein Zimmer und wartete darauf, dass etwas passierte. Erstmal geschah nichts, also legte ich mich schlafen in der Hoffnung nicht mehr aufzuwachen. Ich träumte von meiner Zukunft (wie sich später herausstellte). Dann wachte ich mit fürchterlichen Bauchschmerzen, Übelkeit, Schwindel und einem Tinnitus auf. Die Schmerzen kamen vom rechten Oberbauch. Dort sitzt die Leber. Ich musste nicht ins Krankenhaus und keiner bemerkte es. Sowas möchte ich nicht nochmal erleben und habe mir geschworen, dass nicht nochmal zu wiederholen.

Beichthaus.com Beichte #00041836 vom 10.05.2019 um 01:58:03 Uhr (7 Kommentare).

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Kommentare der Beichthaus-Bewohner

E=m*c^2 aus Darmstadt, Deutschland

Ich hoffe so sehr, du hast für dich und dein Familientrauma genügend Hilfe von Auswärts bekommen!
Und ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass du eine wunderbare Familie, genügend Therapie oder was du brauchst bekommst, um all die schlechten Erfahrungen geheilt zu kriegen! (Aus dem Precheck heraus brauchst du ja keine Medikamente mehr für Krankheiten =))

Und ich wünsche dir das Beste, alles Erdenkliche Gute und nur Glück für dein weiteres Leben - denn ich weiß selbst, wie es ist wegen äußeren Erscheinungen und anderen misskreditlichen Lagen, wie scheiße die Umwelt doch sein kann...

Also, Absolution hast du definitiv von mir, auch wenn Suizid nie die Lösung eines Weges ist. Und Medikamenten-induzierte Suizide sind zudem schmerzhafter (gelegentliches Aufwachen, Schmerzen, Nebenwirkungen) als andere Versionen.

Alles Gute dir, liebe/r Beichter/in =)

20.06.2019, 21:21 Uhr     melden


aY808 aus Schweiz

Das tut mir sehr sehr leid für dich und ich kann mich E=m*c^2 nur anschliessen. Vielleicht suchst du dir auch Hilfe bei einem Therapeuten, falls du nicht schon in Behandlung bist, um das ganze Erlebte auch zu verarbeiten, so ein Suizidversuch ist nicht ohne. Ich hoffe auch du findest ein offenes Ohr für deine Probleme und dass sich dein Vater mal besinnt und sieht, was er dir damit antut.

20.06.2019, 22:10 Uhr     melden



BelasBraut aus Frankfurt, Deutschland

Oh Scheiße, das erinnert mich an meinen (gescheiterten) Suizidversuch damals. Ich war aufgrund massiver Eßstörungen und Depressionen medikamentös eingestellt und hatte mal wieder von meiner alkoholisierten Mutter zu hören bekommen, dass sie sich wünschte, nie (meine) Mutter geworden zu sein und ich verschwunden sein solle, wenn sie vom Kurzurlaub bei ihrer Freundin zurückkäme. Gesagt, getan, sie war weg und ich schluckte alles an Psychopharmaka, was ich da hatte. Aber ich hatte Glück: am übernächsten Tag wachte ich benommen und durstig auf, sonst spürte ich keine Nachwirkungen. Was Du beschreibst, klingt nach einer heftigen Vergiftung und dass Du sehr viel Glück gehabt haben musst. Die Leber kann sich auch als Reaktion auf so etwas zersetzen! Ich hoffe, inzwischen bist Du ausgezogen bzw. Dein Vater scheint es ja zu sein. Auf Dauer half mir auch nur Distanz zu meiner Mutter. Erst sehr viel später, als ich selbst (glückliche!) Mutter war, erzählte ich ihr davon und sie war sehr betroffen. Zu dem Zeitpunkt war sie schon trocken, aber körperlich kaputt. Unser Verhältnis normalisierte sich trotz allem nicht mehr. Als sie starb war ich nicht nur traurig, sondern auch befreit. Glaube an Dich und lass Dir nichts einreden! Ich wünsche Dir alles Liebe und Gute.

20.06.2019, 22:23 Uhr     melden


Nachteule aus Atlantis, Deutschland

Ja, gut, aber welche Lehren für dein Leben hast du sonst noch draus gezogen?

22.06.2019, 00:54 Uhr     melden


Magnatio aus ., Deutschland

Schön. Und wie ist dein Leben seither verlaufen ? Hast du eine Therapie gemacht und dich von deinen Eltern gelöst ?

22.06.2019, 17:04 Uhr     melden


jrlord aus Frankfurt, Deutschland

ja ja immer sind die anderen schuld.....

nicht mal richtig schlau machen konntest du dich wie man es richtig macht....

machs richtig oder gar nicht

22.06.2019, 21:58 Uhr     melden


Gauloises19

Hast du ein Ziel im Leben? Beruflich, zwischenmenschlich? Wenn nicht, dann such dir eins und setze alles dran es zu erreichen, selbst wenn du alle Hindernisse mit großer Anstrengung erst zur Seite schaffen musst. Es lohnt sich!

24.06.2019, 20:10 Uhr     melden


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