Fat Shaming

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Eitelkeit Ernährung Vorurteile

Ich (w/32) beichte, dass mir das aktuelle Geheul um Fatshaming gehörig auf die Naht geht. Ja, es ist furchtbar, dass unsere Gesellschaft so oberflächlich ist, dass man auf sein Äußeres reduziert wird und ja, jede/r einzelne, der wegen seines Übergewichts gemobbt wird, ist einer zu viel, dem übel mitgespielt wird.

Aber jedes Mal, wenn ein Pummelchen beschließt, abzunehmen und seinem Körper was Gutes zu tun, wird rumgejammert, man solle sich keinen modernen Schönheitsidealen beugen, man solle sich dick und rund akzeptieren, blabla. Da werden Schwabbelbäuche und unförmige Hinterteile online gepostet, mit schönen Sätzen drunter wie "Ich bin mehr als nur mein Körper". Ich selbst habe schon alle Phasen durchgemacht: Als Teenager dünn, an der Grenze zum Untergewicht. In meinen Zwanzigern pummelig, an der Grenze zur Fettleibigkeit. Jetzt mit Anfang dreißig ist mich der Fitnesswahn überkommen und ich habe 15 Kilo verloren und bin gestählt wie noch nie, jedoch mit schlaffer Haut und Dehnungsstreifen um den Bauch, ist ja auch normal wenn man Gewicht verliert.

Und wisst ihr was? Ich habe mich nie für meinen Körper geschämt, bin auch als ich dick war, gerne schwimmen gegangen und hatte kein Problem damit, dass ich nicht dem schlanken Ideal entsprochen habe. Es stört mich auch jetzt nicht, dass man noch die Spuren davon sieht. Womit ich jedoch ein Problem hatte, war, dass ich ungeschickt und schwerfällig war, beim Treppensteigen geschnauft habe und mir alles wehtat. Jetzt, wo ich wieder in Form bin, fühle ich mich stark, gesund und energiegeladen, ich schlafe besser, habe keine Rückenschmerzen mehr, könnte sprichwörtlich Bäume ausreißen.

Damit wir uns nicht falsch verstehen, ich möchte niemandem was vorschreiben, jeder hat von mir aus das Recht, sich zu Tode zu fressen. Aber jeden fetten Wal auf Instagram als etwas Besonderes zu feiern, weil er/sie ach so glücklich mit seinen Fettbergen ist, ist einfach nur bescheuert. Wir sprechen uns in 20 Jahren nochmal, wenn alle diese gefeierten Curvy Models Diabetes und Bluthochdruck haben.

Beichthaus.com Beichte #00041723 vom 22.01.2019 um 14:39:32 Uhr (17 Kommentare).

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Kommentare der Beichthaus-Bewohner

Beichterin1234 aus Berlin, Deutschland

Ich denke, dass Übergewicht einen nicht zu einem besseren oder schlechteren Menschen macht. Aber es ist auf jeden Fall für die Gesundheit besser, wenn man sich gesund ernährt und regelmäßig bewegt. Wer trotz gesunder Lebensweise Übergewicht hat, sollte sich durchchecken lassen. Schilddrüse, andere Hormone, Medikamente etc. können daran Schuld sein, dass man übergewichtig ist.

26.01.2019, 21:32 Uhr     melden


Magnatio aus ., Deutschland

Jeder kann so leben wie er will, aber dann muss der-/diejenige auch ganz allein die Konsequenzen daraus tragen und nicht die Gesellschaft.

26.01.2019, 23:28 Uhr     melden


Nachteule aus Atlantis, Deutschland

Bist mit deinen Beurteilungen selbst nicht besser als die, über die du dich aufregst. Was geht dich das Leben anderer Leute an? Was fehlt dir in deinem eigenen?

26.01.2019, 23:29 Uhr     melden


thinner aus Berlin, Deutschland

„Ich habe mich nie für meinen Körper geschämt, als ich dick war...“- aber dann nach dem Abnehmen andere als „fette Wale“ bezeichnen. Merkste was?

26.01.2019, 23:34 Uhr     melden


Mungbohne aus München, Deutschland

Ich sehe das genauso wie du. Ich hab so viele Freunde die dünne beleidigen aber wehe man sagt was gegen eine dicke, dann ist die kaka am dampfen

27.01.2019, 02:45 Uhr     melden


JFK94

Ich kann dir nur zustimmen. In Deutschland sind 52,7% der Menschen übergewichtig, circa 2% leiden an Untergewicht. Subjektiv wird in den Medien genauso viel Untergewicht aufgeklärt, und das ist auch richtig, da Untergewicht sehr gefährlich sein kann. Doch bei einer Quote von 52,7% übergewichtigen Menschen, das heißt Menschen mit erhöhtem Diabetes- und Herzkreislauferkrankungsrisiko sowie deutlich eingeschränkter Lebensqualität, halte ich diesen "Body Positivity"-Trend für geradezu gefährlich. Natürlich muss jemand an der Grenze zum Übergewicht, der sich gut fühlt, nicht zwangsläufig etwas ändern. Genau genommen muss niemand etwas ändern - es ist seine Sache.
Aber wenn Menschen, die deutlich über der Grenze zur Adipositas liegen, in den Medien noch als Vorbilder gefeiert werden, dann wird deutlich, dass wir ein Umdenken - pro Fettleibigkeit - erreicht haben, das mehr als gefährlich für alle kommenden Generationen ist.

PS: Wenn die Übergewichtigen einen Knopf drücken könnten, und dann plötzlich dünn wären, wage ich es zu schätzen, dass gut 90% ihn sofort drücken würden. Das war's dann mit ihrer "Body Positivity". Aber Abnehmen braucht eben mehr Disziplin.

27.01.2019, 06:43 Uhr     melden





Mrslaciny

Hahaha .. total verrückt alles.. egal was du machst es ist nicht richtig... deswegen. Leb wie du es möchtest.. was auf den Rippen zu haben ist nichts wildes.. aber dadurch bei Fettleibigkeit die Gesundheit riskieren ist es nicht wert... solange es nicht Lebensbedrohlich wird sowohl beim Übergewicht oder auch Magersucht ist alles Top.. Sc*eiss auf Meinungen und Trend Mist... unnötig

27.01.2019, 08:18 Uhr     melden


BelasBraut aus Frankfurt, Deutschland

So ist es halt mit der Werbung: schlechte Sachen brauchen viel davon, um sich besser zu verkaufen.

Aber keine Absolution dafür, dass Du früher selbst übergewichtig warst und heute Dicke „fette Wale“ nennst.

27.01.2019, 09:55 Uhr     melden


Honk80 aus Wiesbaden, Deutschland

Strong, healthy and full of energy. Yotta bist du das?

27.01.2019, 14:25 Uhr     melden


VcS

Wenn man selbst ein Moppel ist und ein anderer Moppel erfolgreich abnimmt, dann riskiert man Fragen Marke "Wieso schaffst du das nicht?". Also gehen manche in die Offensive und machen dünne Menschen nieder, oder schlanke Menschen, oder eben Moppel, die abnehmen.

Zum Teil gehts wohl auch darum, fett als normal zu etablieren. Wenn die meisten Anderen kein Problem mehr damit haben, dass man zuviel auf den Rippen hat, dann kommt man auch selbst besser damit klar. Auch wenn diese Akzeptanz nichts an den gesundheitlichen Problemen ändert.

Ja, unsere Gesellschaft ist oberflächlich. Bringt nicht viel, das zu beklagen, man kann nur zusehen, dass man selbst nicht allzu oberflächlich ist. Dicke sind nicht automatisch bessere Menschen, aber es gibt unter ihnen tolle und interessante Exemplare. Wer sie wegen der Ästhetik ignoriert, der verpasst was.

27.01.2019, 18:30 Uhr     melden


Schüchtern

Tja, Zucker ist der neue Tabak in Deutschland. Ich finde das in der Tat bedenklich, wenn man noch Stolz auf die Folgen seines ungesunden Tuns ist. Hatten wir hier nicht vor einiger Zeit einen Arzt, der sich darüber geärgert hat, dass die meisten Beschwerden seiner Patienten durch die Kombination mangelnde Bewegung mit ungesunder und übermäßiger Ernährung zusammen hängen? Das ist eben NICHT Jedermanns Sache, ob man sich totfrisst oder nicht: Diese Leute belasten unsere Krankenversicherungen und unser Gesundheitswesen. Denn die Knie-OP, den Physio, die Diabetesbehandlung und den Wellnessurlaub ("Kur") bezahlt auch derjenige mit, der diszipliniert auf seine Gesundheit achtet.

27.01.2019, 18:30 Uhr     melden


Niak

Mir geht die Gesellschaft diesbezüglich auch mächtig auf die Nerven. Ich habe einen übergewichtigen Mann und dort redet mir jeder rein, dass er doch dringend abnehmen müsse, ich ihn dazu überreden müsse.
Ich finde auch, dass er abnehmen muss, da unser Arzt schon bedenken geäußert hat in Sinne seiner Gesundheit und Überlebenschance, was für mich und ihn sehr schlimm ist. Trotzdem ist er kein kleines Kind was ich einfach einschränken kann. Ich versuche trotzdem ihn teils dazu zu bringen sich gesünder zu ernähren, weil ich ihn liebe und ihn lange bei mir haben möchte und ja ich zwinge ihn dazu sich regelmäßig zu wiegen.

Nun habe ich die eine Partei die mich drängt ihn mehr Einschränkungen im Leben zu bauen, die irgendwie denkt, ich könnte ihn einfach vorschreiben das er ab nun nur noch Wasser und Gemüse essen kann. Er holt sich unterwegs zb ein Brötchen, schon wird mir in nachhinein gesagt, dass er das doch lieber nicht gegessen hätte und warum ich dazu nichts gesagt habe.

Andererseits gibt es Leute, die ihn raten mich zu verlassen, weil ich eben möchte das er sich auch gesund ernährt. Die meinen dann ich würde ihn nicht lieben, weil ich ihn ja sonst mit seinen Kilos lieben würde und das es ja nur ihn was angehen würde was er sich zuführt.

Die verstehen das gar nicht das ich will das er abnimmt, weil ich ihn liebe. Weil ich ihn eben noch sehr lange an meiner Seite haben möchte, Angst bekomme, wenn er zunimmt, dass seine körperlichen Einschränkungen zunehmen (er hat schon gesundheitliche Probleme).

Mein Mann ist eher so der Typ, wenn er unterwegs ist, holt er sich halt ganz gern mal eine Cola, Döner usw. wenn ich ihn immer lassen würde, würde er vermutlich jeden Tag sich was "gönnen" und wenn er eh schon am Tag gesündigt hat, dann kann man sich auch gleich noch 2 Cola dazu reinpfeifen. Ausgetestet habe ich das ganze auch schon, wo ich ihn einfach freie Hand gelassen habe. Zusätzlich wird er dann auch noch so bequem, dass er auch den Sport sein lässt.

Also stehe ich öffentlich total als Zicke da, weil ich halt immer mal wieder vorschreibe, dass es eine Ausnahme sein muss, wenn man sich mal etwas gönnt.

28.01.2019, 13:18 Uhr     melden


Schüchtern

@niak: Ich wünsche dir, dass dein Mann sieht, dass du dir um ihn Sorgen machst, weil du ihn liebst! Er soll nicht denken, dass du dich für ihn schämst oder sowas.

28.01.2019, 17:09 Uhr     melden


ZwergZitrone aus Österreich

Niak das gleiche Problem hat man mit Rauchern. Da will man nur dass sie etwas gesünder leben, sofort heisst es mimimimi, du versuchst mich zu ändern.

28.01.2019, 18:38 Uhr     melden


ukrainer aus München, Deutschland

Ganz ehrlich, ich sehe es genauso. Ich bin selber eher so Typ Gehsteigpanzer, aber ich stehe auch dazu. Ich heule nicht rum wenn ich deswegen beleidigt werde, es ist nun mal so. Jeder kann was da gegen tun (okay, nicht jeder aber fast jeder, kommt mir nicht mit 90% haben Krankheiten) und wenn man denn nicht will, sollte man halt auch mal nen dummen Spruch abkönnen (solange es nicht in Mobbing ausartet, aber heutzutage wird auch jeder Mist gleich als Mobbing gekennzeichnet). Meinetwegen sollen die Möchtegernkorrekten linksgrünen Feministenkörperliebhaber mich jetzt zerpflücken. Fakt ist nunmal, das es ungesund ist. Was ich denn wiederum auch mies finde ist wenn Dicke, die ins Fitnessstudio gehen da angemacht werden.
@niak, nimm dir das denn nicht so zu Herzen und meinen Respekt dass du das so durchziehst und dass dir dein Mann so wichtig ist.

29.01.2019, 00:35 Uhr     melden


Nico99 aus Zürich, Schweiz

absolution erteilt teile zu 100% deine Meinung. sind wir mal ehrlich es gibt eigentlich nur zwei gründe warum Leute dick werden. der eine ist es ist genetisch oder krankheitsbedingt der andere man pflegt seinen körper nicht und lässt sich gehen. beim ersten Grund kann man nichts für aber beim zweiten grund ist man selbst schuld. hey lebt wie ihr wollt aber tragt dann auch die konsequenzen und hört auf rumzuheulen.

31.01.2019, 20:43 Uhr     melden


Niak

Danke euch. Ist auch wirklich nicht so schön immer der Buhmann zu sein, weil man Regeln aufstellen muss. Ich denke mein Mann weiß auch das ich das für ihn mache, er sagt mir auch häufiger das er mir dafür dankbar ist, aber in schlechten Momenten bricht halt der Frust durch, weil es nun mal sehr lange dauert bis Sachen die man jahrelang angefuttert hat wieder los wird. Verstehe ich aber auch.

04.02.2019, 14:01 Uhr     melden


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