Colonel Bogey March auf der Firmen-Endjahresparty

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Rache Kollegen Bern

Im Sommer vor 3 Jahren hat meine ärgste Konkurrentin in der Firma eine Idee, die bei der Geschäftsleitung sehr gut ankam, als ihre eigene verkauft, obschon sie eigentlich von mir stammte. Leider war das so etwas wie ihre gewohnte Taktik, denn ich war nicht ihr erstes Opfer. Im darauffolgenden Dezember konnte ich mich dann dafür rächen. Die Kollegin musste die Jahresendfeier organisieren. Die Geschäftsleitung wünschte (eigentlich wie jedes Jahr) eine elegante Feier, untermalt von klassischer Musik. Aufgrund von Sparmaßnahmen lag das gewohnte Streichquartett leider nicht mehr im Budget, weshalb auf Musik vom Band zurückgegriffen werden musste. Bereits Wochen vor dem Anlass bekam ich mit, wie die werte Kollegin eine entsprechende Playlist erstellt hat. Kurz vor Beginn der Feier schlich ich mich in den Raum, in welchem gleich das geplante Spektakel stattfinden sollte. In einem altmodischen Schrank mit Rolltor wartete die ganze Technik auf ihren Einsatz, unter anderem auch der Laptop meiner Kollegin, inkl. USB-Stick mit der Musik. In meiner Hosentasche hatte ich einen identischen USB-Stick (mit eigener Playlist) und so tauschte ich die beiden Speichermedien kurzerhand miteinander aus.

Die Mitarbeiter versammelten sich so nach und nach und der Geschäftsleiter hielt seine gewohnt langweilige Ansprache. Als er die Feier und insbesondere das Buffet dann endlich für eröffnet erklärte, ging die Kollegin zum Schrank und stellte die Musik an. Die ersten zwei Minuten entsprachen auch noch der tatsächlich gewünschten Musikwahl, danach folgte jedoch der Colonel Bogey March in Endlosschleife. Das Ganze lief sogar noch besser als geplant, denn die Organisatorin hat scheinbar nach dem Abspielen der Playlist den Schrank geschlossen und als dann mehrere Leute ganz eilig die Musik ausschalten wollten, mussten sie feststellen, dass sich das Rolltor verklemmt hatte. Da die ganze Verkabelung - wie in solchen Konferenzräumen üblich - versteckt irgendwo ins Nirgendwo führte, dauerte es auch eine ganze Weile, bis jemand der Anlage den Stecker gezogen hat. Ich beichte, dass ich voller versteckter Schadenfreude am anderen Ende des Raumes stand und mir einen Prosecco gönnte.

Beichthaus.com Beichte #00041682 vom 12.12.2018 um 13:53:26 Uhr in Bern (9 Kommentare).

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Kommentare der Beichthaus-Bewohner

MichaelGossen aus Potsdam, Deutschland

Den Colonel Bogey March musste ich mir jetzt einfach mal reinziehen. Ich glaube das wird ein Ohrwurm für die nächsten Tage. Ich kann mir so richtig vorstellen, wie alle Kollegen im Büro das Lied stundenlang pfeifen.

27.12.2018, 17:25 Uhr     melden


RelaXxx aus Wonderland , Deutschland

Es gibt deutlich bessere Stücke um eine Feier zu Crashen. Aktion ist aber gerechtfertigt.

27.12.2018, 21:40 Uhr     melden


Nachteule aus Atlantis, Deutschland

RelaXxx hat recht: du warst noch gnädig. Absolution dafür!

27.12.2018, 23:20 Uhr     melden



“Beichte


lmgf aus xx, Schweiz

also auf so einer spießerparty wäre ich niemals erschienen.

28.12.2018, 13:34 Uhr     melden


Katrinkar

Was für eine feige, kindische Scheiße. Weiß sie überhaupt, dass du dahinter steckst? Denkst du, sie wird daraus irgendwas gelernt haben? Wieviel Zeit muss man haben, um sich so einen Quatsch auszudenken... Wieso sprichst du das Problem nicht einfach an?

29.12.2018, 00:56 Uhr     melden


talibanturban

"Wieso sprichst du das Problem nicht einfach an?"
Wie naiv kann man eigentlich sein? Hast du jemals schon gearbeitet? Mit wem willst du das besprechen? Glaubste du, dass du so jemand hinterfotziges mit nem Gespräch umstimmst? Der Lacht sich ja nur schräg und weis, dass er es weiter mit dir machen kann.

29.12.2018, 14:43 Uhr     melden


Leser08

Prosecco, igitt.
Keine Absolution dafür.
Für den Ohrwurm aber schon.
Amen!

29.12.2018, 20:04 Uhr     melden


Wileda aus Berlin, Deutschland

Herrlich...Rache muss eben kalt genossen werden.

27.01.2019, 22:43 Uhr     melden


Rockurti

Das würde besser gehen:
Playlist im Groben beibehalten, aber hier ein bisschen Rauschen, da ein paar hohe schrille Töne und zur Krönung dann ein abartiges Lied.
Doch für die Schweiz reicht es sicherlich wie in der Beichte beschrieben.

26.08.2019, 15:21 Uhr     melden


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