Finger in den Hals und raus damit

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Sucht Ernährung Gesundheit Stuttgart

Ich (w/21) habe seit über 7 Jahren Bulimie. Angefangen hat es, weil ich als Kind/Jugendliche ziemlich fett war. Daraufhin Sport und nicht zu knapp. Fünfmal die Woche Karate, täglich 30 km Radfahren (mein Vater hatte kein Geld für meine Busfahrkarte), Inlinern und joggen. Dazu natürlich viel zu wenig gegessen und schwupps - Untergewicht. Das fiel meinen Eltern natürlich irgendwann mal auf, ich wurde zum Kinderarzt geschickt, der wollte mich in eine Klinik einweisen und so weiter - klare Magersucht eben.

Kurz davor hatte ich selbst realisiert, wie dünn ich bin und habe mich dazu bewegt mehr zu essen und weniger Sport zu machen. Ich wollte wieder gesund werden. Dadurch, dass aber nun mein Kinderarzt und meine Mutter beide so einen Druck gemacht haben - heißt zweimal täglich wiegen, alle 3 Stunden etwas essen müssen, Sportverbot und fast schon tägliche Besuche beim Kinderarzt - habe ich als 13-jähriges Mädchen protestiert und aus Protest einfach da weiter gemacht, wo ich aufgehört hatte.

Als ich dann kurz davor stand in eine Klinik eingewiesen zu werden, habe ich dann per Zufall auf Family Guy (ausgerechnet da lernt man was!) einen Satz gehört, der mir noch bis heute im Kopf geblieben ist: "Finger in den Hals und raus damit." Ja, und das praktiziere ich nun schon seit 7 Jahren. Angefangen hatte es mit dem Essen, zu dem ich gezwungen wurde es zu essen. Dann merkte ich, dass es Spaß macht essen zu können, soviel ich will, ohne zuzunehmen. Ich glaube, das war der Moment, in dem ich wirklich süchtig wurde. Momentan versuche ich selbst davon loszukommen, aber so leicht ist das natürlich nicht. Hilfe werde ich mir trotzdem keine mehr holen, die "Hilfe" zu Anfang meiner Essstörung war mir da schon genug. Mit meiner Mutter habe ich nur noch den nötigsten Kontakt.

Beichthaus.com Beichte #00041625 vom 06.11.2018 um 08:47:19 Uhr in Stuttgart (11 Kommentare).

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Kommentare der Beichthaus-Bewohner

BelasBraut aus Frankfurt, Deutschland

Oh Mann, da hast Du einiges durch und mein tiefstes Mitgefühl sowie vollstes Verständnis.
Bei mir war es 1995 die Sendung „1199“, in der eine Betroffene sprach.
Für jeden Menschen trifft ein anderes Zeitfenster zu.

Ich wurde sozusagen genau wie Du „angefixt“.
Zig Jahre Bulimie folgten und ich bin heute froh, darüber hinweg zu sein.

Das wünsche ich Dir auch!! Alles Gute.

25.11.2018, 01:26 Uhr     melden


carassi

Es gibt andere Formen der Hilfe als ein überforderter Kinderarzt, der das eigentliche Problem nicht behandelt. Beispielsweise Selbsthilfegruppen oder Therapeuten. Ohne Hilfe ist so etwas ganz schön schwer.

25.11.2018, 07:32 Uhr     melden


Offender

Deine Eltern haben wenigstens was unternommen, um dir zu helfen. Meinen wars bei meiner Schwester egal. Da kamen nur erst blöde Sprüche von wegen zu dünn und nachher die Frage, wie fett sie noch werden will.

25.11.2018, 08:58 Uhr     melden


thinner aus Berlin, Deutschland

Ich liebe „Family Guy“. Pädagogisch wertlos, aber unheimlich gut.

25.11.2018, 09:16 Uhr     melden



derderder3

Ich hoffe du trägst keine körperlichen Schäden davon. Könnte mir vorstellen, dass die Halsröhre Schaden nimmt und das die Zähne auch langsam erodieren. Wenn du so zufrieden bist, dann will ich da nichts gegen sagen. Jeder hat so seine Laster und es ist wohl besser zu kotzen, als sich seine Adern mit Heroinspritzen zu ruinieren.
Einziger Knackpunkt wäre dann wohl rauszufinden, ob die Ursache wirklich das Anfixen durch das unlimitierte Essen ist, oder ob da eine psychische Ursache hintersteht. Wenn du nichts ändern willst, kann man dir aber auch nicht helfen, indem man Vorschläge wie Therapie und Selbsthilfegruppe anbietet.
Wenn du was ändern willst, wäre der erste Schritt sicherlich eine Überweisung an eine Neurologie von deinem Hausarzt zu holen. Alles Gute.

25.11.2018, 11:50 Uhr     melden


carassi

Der Magen auch derderder. Und häufig bleibt so wenig im Magen, dass man ähnliche mangelernährungen hat wie bei Magersucht, sowohl was die Gesamtmenge als auch was die Nährstoffversorgung betrifft. Was insbesondere während des Wachstums oder bei starkem Untergewicht problematisch sein kann.
Und falls du nicht genau gelesen hast: der Wunsch nach Änderung ist da, gleichzeitig auch tiefes Misstrauen gegenüber Ärzten. Wäre zwar richtig, die körperlichen Schäden abzuschätzen, wird sie aber vermutlich erstmal nicht tun. Das Fachgebiet eines Neurologen sind in erster Linie Fehlfunktionen von Gehirn oder zentralem Nervensystem, zum Beispiel Epilepsie. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass ein Neurologe ähnlich überfordert wäre wie der Kinderarzt.

25.11.2018, 14:58 Uhr     melden


Truth666 aus Saarland, Deutschland

Jetzt muss ich als Mann was sagen. Ich hatte auch Probleme mit Essstörungen.
Ich wurde in der Schule ziemlich gemobbt(War da so 11). Auch wegen Übergewicht. Neutral war ich normal mit etwas Bauchfett. Die schlimmsten Mobber waren selbst echt fett. Habe dann auch mit Sport angefangen und weniger gegessen.
Super waren meine Oma und Uroma da. Meine Eltern hatten Angst, weil ich kaum noch esse. Meine Oma erzählte mir, wie toll sie abgenommen hat(hatte sie nie, war einfach fett) und warum ich immer dicker werde und sollte doch abnehmen. Da hatte ich bereits übles Untergewicht. Meine Eltern haben mir, weil sie dachten es schmeckt mir damals Sn*ck*rs mir mitgegeben in die Schule. Gegessen hab ich es nicht. Meine Uroma schimpfte, warum ich dieses Sn*ck*r (Sie dachte Sn*ck*rs sei der Plural) esse, wenn ich eh so dick wäre.
Klamotten würden mir von der Oma auch in Übergroßen zu Weihnachten gekauft. War natürlich zu groß.
Teilweise gab es auch nix. Kommentar der Oma war, sie wollte mir Kleider für den Winter kaufen, aber ich wäre so dick. Da gab es nix in der Größe.
Ich habe kein normales Bild mehr von meinem Körper...

25.11.2018, 15:28 Uhr     melden


RelaXxx aus Wonderland , Deutschland

Ja es ist bestimmt nicht leicht davon loszukommen aber du solltest auf jedenfall dranbleiben.Weil letztendlich ist es nicht wirklich gesund.weißt du, es ist nicht gut für dich. Und wenn du dir selbst nicht helfen kannst dann hol dir ruhig Hilfe, ist ja alles kein Problem Ich muss auch öfters kotzen. Liegt aber eher an meiner Vorliebe für Meskalin-kakteen und dieser w*ederlichen Gesellschaft.

25.11.2018, 19:41 Uhr     melden


sündiges-würstchen aus Köln, Deutschland

Mir fällt da leider nur eins zu ein!
Werde Erwachsen und such dir Hilfe.

25.11.2018, 20:33 Uhr     melden


KingKurt

Völliges Unverständnis! Meiner Meinung nach sind solche "Krankheiten" handgemacht und einfach Dinge/Zustände, die man sich selbst einredet, weil man unterfordert iz, irgendwie Aufmerksamkeit sucht, an irgendwas verzweifelt oder es eingeredet bekommt. Letztlich egal, denn offensichtlich iz das eigene Wesen net stark bzw. klug genug sich selbst da raus zu ziehen...ganz im Gegenteil: man rennt eher immer weiter rein! Schuld sind natürlich meist die anderen. Das man jedoch für sein Leben und dessen Gestaltung selbst verantwortlich iz, wird wissentlich verschwiegen...kein Wunder: es iz ja der einfachere Weg, sich net seinen eigenen Schwächen bzw. Herausforderungen stellen zu müssen!

26.11.2018, 12:08 Uhr     melden


Magnatio aus ., Deutschland

Es ist dein Leben. Mit 21 sollte man aber schon soweit entwickelt sein um darüber nachzudenken ob hier professionelle Hilfe nicht sinnvoller wäre.

26.11.2018, 14:51 Uhr     melden


Mrslaciny

Miese Story.. tut mir echt Leid für dich. Aber damals war damals.. Du darfst nicht alle über einen Kamm scheren.. solltest du dir jetzt selbständig die Hilfe suchen, die du dringendst benötigst, würdest du selber sehen/merken, dass es auch anders und nicht so bru*al geht... solltest du den Spaß weiter machen, als zuvor, kann es echt unschöne Folgen auf dein körperliches Wohlsein haben und dir langanhaltende Schäden bescheren.

01.12.2018, 00:58 Uhr     melden


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