Das Ende der Welt

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Ignoranz Gesellschaft Bregenz

Ich habe akzeptiert, dass diese Welt vor die Hunde gehen wird. Früher hatte ich noch hehre Ideale und wusste, dass ich die Welt retten wollte - ich war ein gutes Jahrzehnt lang Vegetarierin und habe Unterschriften gegen Tierversuche gesammelt. Wenn ich als Sechzehnjährige an Nerzfarmen gedacht habe, musste ich mich schütteln vor Schluchzen.

Heute habe ich mich vollständig damit abgefunden, dass diese Welt vor die Hunde kommen wird. Meine Kantschen Maxime sind einem laxen Utilitarismus gewichen. Die Menschen sind schlecht - ich bin mir sogar sicher, dass die meisten unter uns stets versuchen ihr Bestes zu geben, aber wenn es hart auf hart kommt sind wir alles selbstgerechte Arschlöcher, selbst wenn wir das gar nicht wollen.

Aber das ist okay, wie ich finde. So ist die Welt nunmal. Ich mache mir inzwischen keine Sorgen mehr, genieße mein White Privilege und meinen Wohlstand. Ich bin glücklich. Meine Vernunft sagt mir zwar, dass das alles nur funktioniert, weil wir menschliche Opfer an anderer Stelle bringen, aber das berührt mich inzwischen nicht mehr. Ich habe das Elend der Welt akzeptiert und nehme es guter Dinge hin.

Beichthaus.com Beichte #00041547 vom 12.09.2018 um 23:14:57 Uhr in Bregenz (20 Kommentare).

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Kommentare der Beichthaus-Bewohner

Happy_Hour

Bei mir ist es fast identisch. Meine Absolution hast du!

18.09.2018, 20:26 Uhr     melden


Magnatio aus ., Deutschland

Alles klar, nette Geschichte. *Füllwort Füllwort Füllwort*

18.09.2018, 20:40 Uhr     melden


Zweitaccount aus Klein-Kapfenhardt, Deutschland

"White Privilege"...wenn ich das schon lese. Gegen solche düsteren Gedanken hilft harte Arbeit, 40 Stunden die Woche.

18.09.2018, 20:45 Uhr     melden


principat

Und die Beichte ist jetzt was? Dass du ein paar nette Fremdwörter kennst?!

18.09.2018, 23:04 Uhr     melden


BelasBraut aus Frankfurt, Deutschland

Zuviele dieser Geschichten hier im Beichthaus. Zuviele.

19.09.2018, 06:34 Uhr     melden


DocPanic

Wie sieht denn dieses "White Privilege" aus?
Muss ich mich dafür irgendwo bewerben? Und was bekomme ich alles dafür? Rabatt an der Kasse?

19.09.2018, 07:51 Uhr     melden


-Humungus-

so ein Blödsinn. "White Privilege" wo bekommt man das? Hätte ich auch gerne.

19.09.2018, 08:43 Uhr     melden


Jamie891

Natürlich, verstehen die Ignoranten es nicht, dass es ein Privileg ist, weiß zu sein, da sie es nicht kennen "anderes" zu sein. Als weißer muss man sich nirgendwo rechtfertigen, warum man z.b. akzentfrei die Sprache spricht, eine Gewisse Bildung hat oder einen irgendwelche Charaktereigenschaften aufgrund der Hautfarbe zugeschrieben werden. Man wird auch nicht als weißer ständig grundlos von der Polizei angehalten, weil man sich als nicht-weißer ein hübsches Auto leisten kann, da es alleine schon hinterfragt wird, woher das Geld für ein teures Auto kommt. Meistens denken Bullen an Kriminalität und schmutziges Geld, anstelle dafür, dass es sehr wohl Migranten gibt, die hart arbeiten und oh gott bewahre, sogar gebildet sind. Aber natürlich sehen die Ignoranten es nicht, da sie zu dumm und untergebildet sind, um die simpelsten Sachen zu erkennen.

19.09.2018, 09:49 Uhr     melden



mssileas aus Wien, Österreich

"Wenn ich als Sechzehnjährige an Nerzfarmen gedacht habe, musste ich mich schütteln vor Schluchzen."

Ich geh mal davon aus, dass du dich damit emotional verausgabt hast. Für seine Überzeugungen und Ideale einzutreten ist auf jeden Fall löblich, aber die beste Absicht bringt gar nichts, wenn ich das Gefühl habe, ich rede mit einer halb Verrückten, die spontan in Weinkrämpfe ausbricht, wenn sie an ungerechte Zustände denkt.

Sich hier als zynischer 'White Privilege? Kenn ich nicht, kann man das essen?"-Depp hinzustellen ist halt aber umgekehrt auch nicht die Lösung.
Es gibt große Ungerechtigkeiten, aber die werden nicht besser, wenn die Kleinen ständig auf die Kleinen draufhauen. Der deutsche Hartz IV Empfänger ist sauer auf den Migranten, und irgendwo oben lachen sie sich scheckig drüber, das ist doch für die, die wirklich vom Kapitalismus profitieren und das Rad am Laufen halten, wie ne Obdachlosenprügelei. Nur, dass die Obdachlosen gar nicht merken, dass man sie beobachtet und über sie lacht, weil sie so miteinander beschäftigt sind.

Vielleicht findest du ja wieder Energie und Motivation, dich einzubringen, Freiwilligenarbeit zu leisten, zu spenden, bei Demos aufzutreten, was auch immer. Man muss ja nicht immer gleich ein komplettes Nervenwrack sein, weil man Missständen ins Auge blickt.
Ich teile deinen Pessimismus angesichts der globalen Zustände, aber ich denke, da uns sowieso beides zermürbt, geh ich lieber vor die Hunde, in dem ich versuche, in meinem beschränkten Rahmen nach meinen Standards Gutes zu tun, statt Hass und Hetze und Angst zu schüren oder einfach stumm dabei zuzusehen.

19.09.2018, 10:33 Uhr     melden


derderder3

Toll, von einem Extrem ins andere gerutscht. Hast dich ja gut weiterentwickelt.

19.09.2018, 10:34 Uhr     melden


VcS

Natürlich gibts viel Elend auf der Welt, und es gibt verdammt wenig Menschen, die durch und durch nobel sind. Ich gehör auch nicht dazu. Aber wenn du mal die emotionale Brille absetzt, wirst du sehen, dass das Bild eher ambivalent ist: Auf der einen Seite haben wir einen ignoranten Narzissten als US-Präsidenten, viel Lärm der Nazis hierzulande, einen Klimawandel mit ungewissen Folgen, ein gefährliches Bienensterben, Misshandlung von Hunden gerade in Osteuropa, das Verweigern von Verantwortung in der Bevölkerung usw. usf.. Auf der anderen Seite geht in Korea langsam die Versöhnung voran, der Großteil der Bevölkerung hier hat immer noch keinen Bock auf Nazis, die Probleme Waldsterben und Ozonloch wurden erfolgreich angegangen, eine Menge Menschen imkern auf eigene Faust, holen sich einen Hund aus dem Tierheim oder übernehmen an anderer Stelle Verantwortung.

Dein Problem ist nicht, dass du weisst, dass die Welt vor die Hunde geht. Dein Problem ist, dass du nicht damit klarkommst, dass du nicht die Welt im Alleingang retten kannst. Sei froh! Denn wenn du es könntest, wärst du auch in der Verantwortung es zu tun - selbst wenn es alle deine Energie und Zeit kostet. Was du natürlich machen kannst, ist Hilfe im Kleinen. Das rettet nicht die ganze Welt, aber macht schon mal für einen Menschen oder ein Tier oder eine Pflanze einen dramatischen Unterschied.

19.09.2018, 10:49 Uhr     melden


lmgf aus xx, Schweiz

verlass mal die uni und die pseudoelitären kreise und komm in der normalen welt an. ich glaube stark, dir fehlt eine ordentliche portion realität.

19.09.2018, 10:59 Uhr     melden


Drapplefan aus München, Deutschland

Es ist einfach so, dass man das Unglück immer steigern kann, es kann immer noch schlimmer kommen. Klar wollen die Menschen ihre Art erhalten und natürlich wird das nicht ewig so weiter gehen, außer wir verändern uns evolutorisch. Wäre aber zumindest fair, den Leuten, die eine Möglichkeit sehen und brauchen, eine Chance zu geben, ihr Weiterleben zu versichern, anstatt ganz aufzugeben. Wenn schon nicht das ewige Fortbestehen, dann wenigstens ein einigermaßen schönes Leben.

19.09.2018, 15:59 Uhr     melden


zyzz1989

@Imgf - Ich küsse dein Auge für den Satz !

19.09.2018, 17:55 Uhr     melden


Schüchtern

Die Welt geht nicht vor die Hunde, sie war nur eben schon immer ungerecht. Warst du früher bei peta oder so? Dann kannst du ja mit deiner neuen Einstellung zu den Jungen Liberalen.

20.09.2018, 06:59 Uhr     melden


carassi

Die Welt ist eigentlich ganz gut dabei. Ja, sie hat an vielen Ecken Probleme. Ja, wir haben echt Glück, dass es bei uns etwas weniger Probleme sind als woanders. Ja, das macht uns privilegiert.
Aber wenn du 50 bis 100 Jahre zurückgehst, wirklich besser war es nicht. Im Gegenteil. Im großen und ganzen ist die Welt in vielen punkten auf einem guten weg. Naja abgesehen von der Tatsache, dass wir zu lange gebraucht haben, um den Wert von Umweltschutz zu erkennen.
Es ist nicht so, dass die Welt plötzlich schlechter ist als sonst. Es ist mehr so, dass wir plötzlich mitbekommen, wie schlecht es in manchen Teilen der Welt zugeht. Vor dem Internet war das alles wunderbar weit weg.

Nerzfarmen.. versteh mich nicht falsch, ich bin kein Fan von nerz. Aber wieso sind nerzfarmen so schlimm, aber schlachtvieh darf in Europa beliebig schlecht behandelt werden und niemanden interessiert es? Ob es jetzt für sein Fell oder sein Fleisch leidet, dürfte für das Tier keine Rolle spielen.

20.09.2018, 08:02 Uhr     melden


GuterFrager888 aus Frankfurt, Deutschland

White Privilege...sag das mal den Obdachlosen im Park, wenn die Asylanten wieder in Markenklamotten vorbeilaufen und am neusten IPhone hängen.

20.09.2018, 20:37 Uhr     melden


Chickenburger aus Deutschland

Willst du mit den ganzen Fremdwörtern irgendwie schlau wirken?

21.09.2018, 12:28 Uhr     melden


jayfro

@Jamie891 : Genau wegen so einer Antwort nimmt man den Begriff "white privilege" nicht ernst...
Wenn andere Menschen schlecht / rassistisch behandelt werden ist das kein "white privilege". Immer wenn man danach frag wird argumentiert das es anderen schlecht geht. Bitte nicht einfach Worte/Propaganda nachplappern...

21.09.2018, 13:59 Uhr     melden


Finneg aus Salzburg, Österreich

Wenn dir alles so egal wäre, müsstest du es auch nicht beichten. Konsequenz ist manchmal ganz sinnvoll...

21.09.2018, 17:41 Uhr     melden


Mrslaciny

Absolution. Allemal!
Leider überwiegen die schlechten Menschen .. deswegen liegst du auch gar nicht mal so falsch mit deiner Befürchtung... ist alles leider nur eine Frage der Zeit. Menschen sind schlimme Wesen. Abgesehen von den geringen Teil der Herz und Verstand besitzt, und nicht auf den fahrenden Zug mit aufspringt.

17.11.2018, 14:03 Uhr     melden


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