Warum helfen Menschen?

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Verzweiflung Lügen Gesundheit Hannover

Vor zwei Jahren haben ein Haufen Menschen um mein (Über-)Leben gekämpft, Stiftungen haben Anwaltskosten übernommen und Ärzte haben mich wieder aufgebaut & in ein halbwegs normales Leben (Heim) entlassen. Und damit meine ich die Ärzte in der Intensiv als auch in der Psychiatrie. Sie haben wirklich alles dafür getan, das ich nicht zurück muss. Zu einem Betreuer habe ich noch Mail Kontakt, sowie z.B. der Sozialarbeiterin (Die kurz danach Zwecks Fortbildung mich als Fallbeispiel verwendet hat. (Stelle einen Fall da wo der/die Jugendliche in akuter Gefahr war.) Dem Betreuer, zu dem ich ein sehr ehrliches Verhältnis Pflege habe ich letztens geschrieben wie toll mein Leben voran geht usw. Er war unglaublich stolz und hat sich gefreut. Das stimmt zwar alles aber....

Vielleicht hätte ich erwähnen sollen das ich in den letzten Tagen vielleicht eine halbe Scheibe Brot gegessen habe. Ich gelte generell als untergewichtig (42 kg auf 165cm) aber galt nie als magersüchtig. Klar, ein paar Gramm weniger wären cool, aber ich nehme es halt so wie es kommt. Aber nun esse ich extra wenig, denn insgeheim hoffe ich das es mich irgendwann umbringt. Ich fühle mich schuldig, weil echt viele Menschen um mich gekämpft haben. Beispielsweise die Betreuer die sich meinen Eltern in den Weg gestellt haben als sie mich besuchen wollten, oder der Oberarzt, der gewusst hat, das hinter meinen "alles gut" noch sehr viel mehr steckt. Darauf sind die Polizisten nicht gekommen. Die Betreuerin die, als es raus war, sofort mir als Begleitung dazu gestellt wurde, als der Kontaktverbot noch nicht durch war. Oder der Betreuer der mir heimlich ein Handy untergeschoben hat, falls ich nicht mehr zurückkommen sollte, damals wusste man das gesamte Ausmaß noch nicht. Nicht zu vergessen die Krankenschwester und Pfleger, die irgendwie geahnt haben das etwas passiert sein musste, bevor ich selbst das ganze Ausmaß begriff. Nicht zu vergessen die Sanis, die einfach einen Weltklasse Humor hatten. Und ich möchte dieses Leben einfach nicht mehr. Es kommt mir ungerecht vor, da echt viele daran beteiligt waren, es zu retten. Es wäre eigentlich meine Pflicht weiter zu leben. Aber ich will es einfach nicht mehr. Für meinen Geschmack habe ich genug gelebt und erlebt. Und ich weiß, dass der Betreuer mit dem ich im Mail Kontakt stehe, jetzt einen Schwall an aufbauenden Worten loslassen würde, aber ich habe einfach nichts gesagt.

Beichthaus.com Beichte #00041468 vom 04.08.2018 um 01:14:42 Uhr in Hannover (11 Kommentare).

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Kommentare der Beichthaus-Bewohner

VcS

Du hast eine Menge guter Menschen erlebt, die für dich da waren - aber findest dein Leben nicht mehr lebenswert. Das klingt jetzt erstmal ziemlich widersinnig, von daher frage ich mich: War dein Leben sonst so furchtbar? Oder bist du im Moment hormonell bedingt in der Krise? Mit zuwenig Essen im Bauch würde ich mir z.B. KEINE vernünftigen Entscheidungen zutrauen.

Es gibt keine Pflicht zu leben - es gibt etwas wichtigeres: Die Chance zu leben. Gerade wenn dein Leben in der Vergangenheit richtig schlecht war, hast du den Vorteil, die guten Sachen richtig schätzen zu können. Und offensichtlich weißt du den Beistand der Anderen sehr zu schätzen - andere Leute hätten das eher als normal abgetan oder sogar ein Haar in der Suppe gesucht.

Wenn dir Pflicht wichtig ist, dann such dir neue Lebensinhalte, wo du dich verpflichtest. Das naheliegendste wäre, Leuten beizustehen, die in der gleichen Situation sind wie du es damals warst.

05.08.2018, 14:27 Uhr     melden


Gauloises19

Du hast schlechte Seiten des Lebens erlebt, aber auch die gute. Du wurdest aufgefangen und es liest sich so, als haben einige der Helfer mehr als Dienst nach Vorschrift gemacht. Du solltest dein Leben wertvoll und lebenswert gestalten, sodass du nicht darauf angewiesen bist, dass dir Helfer eine glückliche Erfahrung verschaffen. Du musst lernen Dinge und Gegebenheiten anzunehmen und aus ihnen Energie ziehen.

05.08.2018, 15:19 Uhr     melden


Bolle84

Du musst Dich nicht schuldig dafür fühlen, dass es mit dem Lebenswillen trotz aufwendiger Hilfestellung nicht klappt. Letzenendes ist es Dein Leben, Du musst es leben können und wollen, nicht die anderen. Du bist niemandem etwas schuldig, da Du nicht gefragt wurdest, ob Du geboren werden wolltest.
Aus rein professioneller Sicht ist es nicht ungewöhnlich, dass Du einen Rückfall erleidest, das kommt nicht selten vor. Dafür brauchtst Du Dich nicht zu schämen und das ist auch nicht irgendwie "undankbar" Deinen damaligen Helfern gegenüber. Wenn man Dir damals recht gut helfen konnte, stehen die Chancen gut, dass man Dir auch jetzt wieder helfen kann.

05.08.2018, 17:33 Uhr     melden


Magnatio aus ., Deutschland

Erst hast du das Glück das dir so viele Menschen teils im Übermaß helfen, die ganzen Kosten bezahlt wurden und jetzt auf einmal willst du schnell nicht mehr leben ? Keinerlei Absolution dafür, und suche dir einen guten Therapeuten !

05.08.2018, 18:06 Uhr     melden



Koksi

Die Beichte kommt mir sehr bekannt vor. Sieht nach Copy Paste aus.

05.08.2018, 18:36 Uhr     melden


RelaXxx aus Wonderland , Deutschland

Weißt du die Menschen haben dir aus tiefstem Herzen geholfen. Weil sie einfach wollten das es dir gut geht. Es ist nicht gut das du sagst das du dich schuldig deswegen fühlst. Die Leute haben dir aus freien Stücken geholfen. Du musst dich für das was du tust nicht rechtfertigen egal ob jemand sagt das sich ne Menge Leute aufgeopfert haben. Du hast ne Möglichkeit bekommen und kannst selber entscheiden was du damit anstellst. Aber hast du nicht auch die schöne Seite gesehen? Menschen die helfen und sich für das Wohl von anderen sorgen? Versuche doch auch mal etwas zu geben und du wirst sehen wie schön es ist. Dann weißt du wie die Menschen sich fühlten, die dir etwas schenkten. Es ist sogar was wofür man Leben könnte. Ich möchte dir gar nicht erst sagen was du tun sollst. Es ist dein Leben, dein Leid und dein Schmerz. Die Welt ist nicht schön aber es gibt Sachen für die es sich wirklich lohnt zu leben.

06.08.2018, 00:16 Uhr     melden


thinner aus Berlin, Deutschland

Ich kann keinen Zusammenhang herstellen, da wichtige Informationen fehlen. Aber Selbstmördern gebe ich aus Prinzip keine Absolution.

06.08.2018, 08:36 Uhr     melden


BelasBraut aus Frankfurt, Deutschland

Wenn Du das Leben nur noch als Pflicht empfindest, kann ich Deinen Übersdruss verstehen. Allerdings verstehe ich nicht, weshalb Du Dir so viele Gedanken über Deine Betreuer/ Ärzte/ Pfleger/... machst. Es ist deren Job, Dir zu helfen, die werden dafür bezahlt, das sind nicht Deine Freunde! Bitte nicht verwechseln oder als Familienersatz sehen!
Zur Überschrift: es gibt Menschen, die helfen wollen, damit ihr Geld verdienen und Menschen, die das nicht (mehr) annehmen wollen wie der/ die BeichterIn. Zum Glück leben wir in einem Land, wo das Angebot unabhängig von der Nachfrage vorhanden ist.

06.08.2018, 10:26 Uhr     melden


Quacksalberin aus köln, Deutschland

nun ja, es gibt keine Garantie dafür dass es dir nach dem tod besser gehen würde? Es wäre viel zu schön um wahr zu sein wenn da nur das große nichts auf ein wartet.. Ich würde mich nicht in einer ungewissen Situation begeben aus der ich nicht mehr raus könnte. Vermutlich ist das Leben deswegen so hart und scheiße, weil es uns darauf vorbereiten und abhärten soll, auf das was danach kommt.. Ein ziemlich übler Gedanke aber dennoch möglich. Versuch das für dich beste aus deinem Leben rauszuholen bis deine Zeit gekommen ist mehr kann man nicht mehr. Es wird wohl sein Grund haben wieso Selbstmord überall ziemlich schlecht dargestellt wird. sry wenn das absolut keine Worte sind die du lesen wolltest oder dir Mental irgendwie helfen. Wir existieren nunmal egal ob wir leben oder tot sind, dieser Schritt kann nicht mehr rückgängig gemacht werden, entsprechend müssen wir diesen Weg beschreiten egal wohin er uns auch immer hinführen mag.

06.08.2018, 10:39 Uhr     melden


Vicco aus Deutschland

Mach mal Urlaub. Komm mal raus. Flieg z.B. nach Malle und mach da einen Wanderurlaub. Es wird allgemein unterschätzt, welch schönes Gefühl es ist in der Natur einfach zu laufen und sie zu erleben. Ansonsten: mach dir kein schlechtes Gewissen, sondern such dir etwas, was dir Freude bereitet, und dich den Druck auf deiner Seele vergessen lässt. Denn wenn du wirklich sterben wollen würdest, hättest du es schon längst getan. Irgendwas willst du also noch erleben.

07.08.2018, 15:00 Uhr     melden


judoeki

es gibt Menschen, denen ist nicht zu helfen und wenn man das Leben einfach immer nur scheiße findet und damit auch andere belastet, dann ist es in einigen Fällen aus meiner Sicht wirklich der richtige Weg, Schluss zu machen. Nicht jahrelang rumjaulen und Probleme absichtlich vermehren und andere da mit reinziehen.

10.08.2018, 07:29 Uhr     melden


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