Wie man ein E-Bike kaputtfährt

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Waghalsigkeit Unfall Auto & Co. Weinheim

Ich (m) möchte etwas beichten, wofür ich mich heute noch sehr schäme. Damals als ich 17 war sind gerade die E-Bikes in Mode gekommen und jeder wollte eins haben. So auch meine Mutter um nicht mehr auf den Bus angewiesen zu sein um zur Arbeit zu kommen. Allerdings konnten wir uns damals keins leisten da die Dinger saumäßig teuer waren. So legte sich meine Mutter eine Spardose an und nach ca. einem Jahr konnte sie sich eins für ungefähr 1.600 Euro leisten. Sie war richtig stolz darauf und freute sich über ihr neues Fahrrad richtig. Überall ist sie damit hin gefahren.

Ein paar Tage nach dem Kauf ging meine Mutter ohne das E-Bike weg und ich dachte mir, dass ich es ja mal ausprobieren könnte. Also holte ich das Teil aus dem verschlossenen Kellerabteil und radelte zu meinem besten Kumpel um ihm diese Errungenschaft der Technik zu präsentieren. Leider haben wir an dem Abend dann noch ordentlich einen gebechert und ich wollte mit dem Rad heim fahren. Schon bei der ersten Kreuzung fetzte ich ohne nach links und rechts zu schauen einfach drüber und wurde auch schon von einem Auto erwischt. Bei diesem Unfall bin ich verdientermaßen natürlich voll auf die Fresse geflogen. Ziemlich blutig und mit übelsten Schmerzen stand ich auf, stammelte irgendeine Entschuldigung und floh auf dem ziemlich ramponierten Rad. Den wohl ziemlich geschockten Autofahrer ließ ich einfach stehen. Das war gar nicht so einfach da der Lenker verbogen war und das Rad wohl einen Achter hatte. Für den Zustand kam ich aber ziemlich weit bis ich gegen einen Zaun gefahren und im Rosenbeet gelandet bin. Darin lag ich wohl eine ganze Weile bis ich von einem Streifenwagen aufgegriffen wurde. Irgendwie konnte ich die Polizei wohl davon überzeugen das ich keinen Rettungswagen brauche und habe das Fahrrad weiter geschoben. Irgendwo im Wald habe ich das komplett demolierte E-Bike in einen Busch geworfen und bin nach Hause schlafen gegangen. Am nächsten Morgen sah ich meine Mutter in der Küche am weinen. Sie dachte wohl das sie vergessen hatte das Kellerabteil abzuschließen und das Fahrrad gestohlen wurde. So enttäuscht und traurig hatte ich sie noch nie gesehen. Nein so konnte ich die Situation nicht lassen. Sofort bin ich in den Wald gelaufen und habe das Schrottrad gesucht um die Schäden zu begutachten. Das Fahrrad habe ich dann zu einem Spottpreis an einen Fahrradhändler der es repariert verkauft. Danach ging es sofort zur Bank mein Führerscheinsparbuch und Girokonto plündern. Das Geld hat tatsächlich gereicht, um in einem Fahrradladen das selbe E-Bike neu zu kaufen. Das neue habe ich dann heim gefahren und meiner Mutter erzählt ich hätte ihres wieder um die Ecke gefunden. Danach war sie wieder so glücklich wie am ersten Tag mit ihrem neuen E-Bike. Die ganzen Sommerferien danach habe ich mit Ferienjobs und meinem Nebenjob verbracht um mein Sparbuch wieder aufzufüllen für den Führerschein. Ich hatte kaum einen freien Tag während der Ferien aber das hatte ich verdient. Was wirklich mit dem Fahrrad passierte habe ich meiner Mutter niemals erzählt.

Beichthaus.com Beichte #00041461 vom 02.08.2018 um 08:09:51 Uhr in Weinheim (27 Kommentare).

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Kommentare der Beichthaus-Bewohner

builder2

Ziemlich dumm betrunken Rad zu fahren.
Da du aber ein neues gekauft hast und dafür hart arbeiten musstest erteile ich dir Absolution. Hätte wahrscheinlich nicht jeder getan, sondern es bei dem "gestohlenen" Rad belassen. Stark!

02.08.2018, 12:38 Uhr     melden


Coronar aus Hamburg, Deutschland

Dazu kann man nur sagen: Super gemacht! Du hast deinen Fehler eingesehen und alles wieder mit deinem eigenen Geld und harter Arbeit ins Lot gebracht.

02.08.2018, 12:44 Uhr     melden


Sockenmensch

Endlich mal einer, der zu seinen Fehlern steht und es wieder gut gemacht hat. Sehr ungewöhlich so ein Verhalten, hier auf Beichthaus. Fehler und Dummheiten macht jeder, aber geradestehen dafür will keiner. Absolution.

02.08.2018, 12:59 Uhr     melden


schlattrick

Schöne Beichte! Deine Mutter hat Dich anscheinend richtig erzogen.

02.08.2018, 13:10 Uhr     melden


Wurstpaar aus Essen, Deutschland

Schön, dass es noch Männer gibt, die sich für ihre Mutter auch wirklich aufopfern! Schöne Beichte!

02.08.2018, 13:26 Uhr     melden


vulcano

Wie bitte? Du baust besoffen einen Unfall, begehst Fahrerflucht, beschädigst Zaun und Rosenbeet und die Polizei gibt dir einen freundschaftlichen Klapps und lässt dich davonspazieren? Läuft das so in Deutschland?

02.08.2018, 13:33 Uhr     melden


Vicco aus Deutschland

Du klaust deiner Mutter das Fahrrad, fährst betrunken, baust einen Unfall, begehst Fahrerflucht, belügst deine Mutter und du denkst mit ein bisschen mehr Lügen und einem neuen Fahrrad für deine Mutter ist alles wieder okay? Was ist mit dem Autofahrer? Der hat definitiv seinen Schaden noch, aber das scheint dich nicht im geringsten zu interessieren! Widerlich. Keine Absolution.

02.08.2018, 13:37 Uhr     melden


ZwergZitrone aus Österreich

Vergehen, Beichte, Reue, Wiedergutmachung, alles in einer Geschichte. Was du getan hast, war ganz schön idiotisch, aber dass du es wieder gutgemacht hast, spricht sehr für dich.

Nur schwer zu glauben, dass niemandem was aufgefallen ist. Du hast einen Unfall, bei dem du blutest, die Polizei hat nichts unternommen bei einem besoffenen, blutenden Typen, der einen Zaun demoliert hat und alkoholisiert rumgefahren ist?? Deine Mutter stellt keinen Zusammenhang her zwischen dem verschwundenen Fahrrad und ihrem Sohn, dem man den Unfall wohl irgendwie angesehen haben muss?? Nöh, das kann ich so nicht glauben.

02.08.2018, 13:54 Uhr     melden


Gauloises19

Sehr löblich. Du schenkst, zerstörst und ersetzt es. Absolution erteilt, die wahre Geschichte hat keinen Nutzen für deine Mutter.

02.08.2018, 15:09 Uhr     melden


Sauhaufen1

Sehr gut! Du hast Mist gebaut, aber den Schaden ersetzt. Vielleicht war es besser, Deine Mutter wusste nie, dass ihr Kind eine Schnapsdrossel ist.

02.08.2018, 15:18 Uhr     melden









Marinitze

Wie können alle von wiedergutgemacht reden? Was ist mit dem Auto-Typen?

02.08.2018, 15:20 Uhr     melden


Gauloises19

Vermute der Auto Fahrer ist versichert. Klar wäre es korrekt gewesen den Unfall anzuzeigen und nicht abzuhauen.

02.08.2018, 16:01 Uhr     melden


Niak

Ich denke der Autofahrer stand unter Schock, weil er einen Jugendlichen angefahren hat, der dann blutig weggefahren ist. Ich wäre mir in so einer Situation uneinig, ob ich nicht doch schuldig gesprochen werden würde und würde vermutlich den Schaden zahlen.

02.08.2018, 18:12 Uhr     melden


ZwergZitrone aus Österreich

Jo, Niak. Genauso wird sich der Typ das auch gedacht haben. Und @marinitze: wenn wir hier alle von Wiedergutmachen reden, dann ist gemeint, dass er wieder gutgemacht hat, was noch möglich war, nämlich das Bike ersetzt. Den Autofahrer, den er nachts besoffen stehen hat lassen wiederfinden, wird sich als schwierig erweisen.

02.08.2018, 20:21 Uhr     melden


Smarty13 aus Dummbach

Schöne Geschichte ..alles ok, lass dir nix einreden...hast alles richtig gemacht...sowas gehört zum erwachsen werden

02.08.2018, 21:17 Uhr     melden


Marinitze

Klar, eine Selbstanzeige bei der Polizei oder mal nach irgendwelchen Schadensmeldungen zu fragen, wäre auch total abwegig. Lieber jemanden stehenlassen und sich einreden, dass man doch schon alles getan hat und nicht einmal den Versuch unternehmen, den Fahrzeughalter zu finden. Aber dann würde der eigene Plan mit der Vertuschungsaktion ja nicht aufgehen.

03.08.2018, 07:09 Uhr     melden


Schwimja95

Hast alles richtig gemacht. Leute es war ein Fahrrad und das Auto wird wohl kein Schaden genommen haben. Ich glaube nicht mal das der Fahrer überhaupt die Polizei gerufen hat wenn an seinem Auto kein Schaden war. Der Zaun wird wohl auch nicht demoliert gewesen sein von einem Zusammenstoß mit einem Fahrrad. Höchstens das Rosenbeet wenn ein 18 jähriger Mann rein fällt. Also mal keine Panik Leute.

03.08.2018, 07:38 Uhr     melden


ZwergZitrone aus Österreich

Naja Marinitze, wenn die Polizisten dort wirklich solche Schnarchnasen sind, dass sie den Typen nach offensichtlicher betrunkener Verkehrsteilnahme mit Unfall und Zerstörung eines Zauns im Rosenbeet vorfinden und ihn dann einfach heimspazieren lassen, könnte sich die Suche nach dem Autofahrer über Jahre hinziehen...lach

03.08.2018, 09:02 Uhr     melden


KingKurt

Absolution...definitiv. Wer bedenkt was wir hier schon für schlimme Geschichten gelesen haben und da wurde sich nie wieder um eine "Bereinigung" der Schandtaten gekümmert! Für seinen Fehler einzustehen, und zwar durch Taten und net nur mit leeren Worten, iz ein unglaublich seltener Charakterzug geworden. Der Mutter bringt es nämlich gar nix, wenn sie wüßte was der Sohn mit ihrem Bike gemacht hat - im Gegenteil! Er hat net drüber geredet, sondern er hat gehandelt und die Konsequenzen ertragen!!! #Ehrenmann

...und was die vielen Bedenken um den Autofahrer angeht: selbst, wenn er einen Schaden am Wagen hat, wird es sicherlich wenig bringen 1. nen Fahrradfahrer und 2. nen Jgendlichen (der offensichtlich noch in der Schule iz) jetzt zwingend noch zu ermitteln, denn 1. kriegste als Autofahrer (stärkster Verkehrsteilnehmer) immer ne Teilschuld und 2. beim Kind/Schüler gibt´s eh nix zu holen! Also was sollte der Beichter denn machen?!? Dem unbekannten Autofahrer hinterher rennen und ihm (bspw.) nen neuen Spiegel bezahlen, sich vielleicht sogar noch vom Autofahrer mit ein paar "überraschenden Schäden" übern Tisch ziehen lassen, ihm schön beim Geld einstecken zusehen, "Danke.." zu hören und dann noch ein knackiges "..Schönes Leben noch"?!?!?...Leute, bleibt mal realistisch! Der Autofahrer wird wahrscheinlich einfach nur froh gewesen sein, das der Typ wieder aufstand und selbst weggefahren iz; alles andere hätte nur Zeit, jede Menge unangenehme Fragen und Nerven gekostet, vielleicht für den Autofahrer dann noch Stress bedeutet und am Ende monetär so viel gebracht wie wenn Dir auf dem Supermarktparkplatz einer in die Karre fährt und dann abhaut...genau: gar nix!!!

03.08.2018, 10:11 Uhr     melden


Schwimja95

@Zwergzitrone: was für ein Zaun soll bitte zerstört sein wenn ein FAHRRAD dagegen fährt. Und von dem Unfall wusste die Polizei vermutlich gar nix da der Autofahrer ihn höchstwahrscheinlich nicht gemeldet hat weil höchstwahrscheinlich kein Schaden am Auto war.

03.08.2018, 16:41 Uhr     melden


ZwergZitrone aus Österreich

Schwimja ein e-bike ist recht schwer wenn man besoffen ungebremst wo dagegen fährt kann schon was kaputt gehen

03.08.2018, 16:44 Uhr     melden


Schwimja95

@Zwergzitrone: was für ein Zaun soll bitte zerstört sein wenn ein FAHRRAD dagegen fährt. Und von dem Unfall wusste die Polizei vermutlich gar nix da der Autofahrer ihn höchstwahrscheinlich nicht gemeldet hat weil höchstwahrscheinlich kein Schaden am Auto war.

03.08.2018, 17:23 Uhr     melden


Magnatio aus ., Deutschland

Da hat deine Mutter viel richtig gemacht bei deiner Erziehung. Du hast einen Fehler gemacht und ihn wieder ausgebügelt, dafür gibt es definitiv Absolution.

03.08.2018, 20:42 Uhr     melden


Honk80 aus Wiesbaden, Deutschland

Mach dir keinen Kopp wegen dem Autofahrer, der war vermutlich selber breit. Ansonsten hätte der dich sicherlich nicht laufen lassen. Neues Fahrrad vom Führerscheingeld bezahlt - Daumen hoch!

04.08.2018, 00:32 Uhr     melden


JK97 aus Rechberg, Österreich

Du bist ein Guter Sohn.
Es war Falsch das Rad ohne Fragen zu nehmen geschweige den Betrunken damit zu Fahren oder den Autofahrer einfach stehen lassen.
Aber letzendes ging alles gut aus.
Hoffe das auch der Autofahrer den Schock jemanden anzufahren überwunden hat.
Du bekommst von mir Absolution aber versprich das du nie wieder bei einem Unfall einfach so abhaust.

06.08.2018, 21:41 Uhr     melden


fonseranzenbichler aus Hinterfotzenhausen, Deutschland

Das ist mal ne Beichte, du hast deinen Fehler erkannt, dafür gebüßt und die Sache bereinigt. Absolution erster Klasse

22.08.2018, 10:27 Uhr     melden


InteressierterLeser aus in Deutschland, Deutschland

Das Klauen des Rades deiner Mutter war ein Fehler. Das Fahren unter Alkohol Einfluss auch. Aber du hast von deinem Geld deiner lieben Mutter ein neues Rad gekauft, dass ist hoch anzurechnen. Absolution erteilt.

29.08.2018, 04:39 Uhr     melden


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