Emotionslos

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Ignoranz Berlin

Ich (w/20) empfinde nichts für meine Mitmenschen. Ich kann auch nicht weinen, selbst bei wirklich tragischen Ereignissen. Erzählt habe ich das noch niemanden, ich würde gerne zu Therapeuten, aber dann würden meine Eltern das mitbekommen. Zwischen meinen Eltern ist es aktuell sowieso angespannt aufgrund der Scheidung. Ich möchte einfach nicht, dass sie denken, dass ich unnormal bin.

Beichthaus.com Beichte #00041211 vom 24.04.2018 um 17:27:42 Uhr in Berlin (11 Kommentare).

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Kommentare der Beichthaus-Bewohner

Ragno aus Hier, Deutschland

Also ich verstehe nicht, warm man deswegen zum Therapeuten sollte. Ist doch nicht schlecht, wenn man nicht trauern kann, da Trauer auch ganz schön wehtun kann. Zumal warum sollte man für andere Menschen Emotionen empfinden die man nicht kennt?

24.04.2018, 23:53 Uhr     melden


Magnatio aus ., Deutschland

Also therapiebedürftig ist das jetzt nicht unbedingt.

25.04.2018, 00:14 Uhr     melden


carassi

Du bist 20, und dein Therapeut unterliegt damit auch gegenüber deinen Eltern der Schweigepflicht. Zahlen tut das meist die Krankenkasse. Deine Eltern erfahren genau das, was du ihnen sagst. Mit 20 sollte man hin und wieder mal ne stunde bis zwei verschwinden können, ohne dass die Eltern Rechenschaft verlangen. Abgesehen davon hast du mit "Verarbeitung der Scheidung" ein prima Argument für ne Therapie.

Ragno, nicht traurig zu sein obwohl man weiss, man sollte es sein, kann ein richtig schlimmes Gefühl sein. Ich hatte das zweifelhafte vergnügen für ungefähr ein Jahr als Nebeneffekt meiner ptbs. Und ich bin echt froh, dass ich das wieder los bin. Das war übel. Und ganz schön unheimlich. Im Endeffekt war es ne schutzreaktion meines durch das Trauma überlasteten Verstandes.

25.04.2018, 07:09 Uhr     melden


KingKurt

Mich würde interessieren, ob das bei Dir generell schon so war oder sich in der letzten Zeit entwickelt hat?!?! Deine Emotionslosigkeit kann viele Ursachen haben; mein 1. Tipp iz: Angst vor Verlust und damit vorgeschaltetes Blocken emotionaler Bindungen, inclusive Empathieverhalten. Das Du net weinst, iz für ein Mädchen sehr untypisch. Sowas klärt der Körper aber in der Regel von selbst indem bspw. in unregelmäßigen Abständen Träume folgen in denen Du weinst (und dies dann auch körperlich tust). Viel mehr Sorgen würde mich aber an deiner Stelle, ob sich bei deinem Verhalten dann vielleicht Emotionen unterbewusst in deine junge Seele fressen, die durch das fehlende (bewusste) Auseinandersetzen und die Verarbeitung, dann in einer Explosion oder eben totaler Abstumpfung gipfeln...da würde ich mich mal belesen oder Hilfe beanspruchen an deiner Stelle.
Deinen Eltern bist Du mit deinen 20 Jahren keine Rechenschaft schuldig; Dir selbst aber schon!!!

25.04.2018, 13:14 Uhr     melden





Bolle84 aus Berlin, Deutschland

Entscheidend ist die Frage, ob, (und wenn ja wie stark) Du darunter leidest, dass Du derart emotionslos bist. Aus der Ferne ist das schwer zu beurteilen, was mit Dir los ist. Es gibt auch einfach Menschen, die von Natur aus weniger emotional berührt werden.

25.04.2018, 13:15 Uhr     melden


neoi

was soll daran unnormal sein. andere menschen interessieren doch niemanden. Fast alle finden es mal zwar kurz tragisch wenn 25 leute von einem lieferwagen überrollt werden, aber 10 Millionen die jedes Jahr verhungern interessiert keine Sau. 40 Menschen sterben bei einem Giftgasangriff in Syrien, alles regt sich auf, es werden zur Strafe Bomben geworfen, aber die 400000 die durch konventionelle Waffen gestorben sind stören da niemanden. Derlei Beispiele gibt nahezu endlos.

25.04.2018, 15:24 Uhr     melden


Gauloises19

Vielleicht kannst du deine Emotionen nicht in Worte fassen. Du fühlst evtl etwas, weißt jedoch nicht, wie du es beschreiben kannst. Es gibt viele Bücher, zwar für Kinder, aber durch diese kann man lernen das was man empfindet in Worte zu fassen und sich selbst und seinem Umfeld mitzuteilen. Du bist zwar biologisch erwachsen, dennoch kann die Trennung deiner Eltern emotional auf dich wirken. Wäre sinnvoll, wenn du dafür Worte hättest.

25.04.2018, 16:46 Uhr     melden


thinner aus Berlin, Deutschland

Eltern spüren mehr, als Du denkst. Das Weinen kommt ganz von selbst, wenn Du mal schwanger und Mutter bist. Warte es einfach ab.

25.04.2018, 17:30 Uhr     melden


Schüchtern

Hab mal vor Jahren irgendwo gelesen, dass ein kleiner Anteil der Bevölkerung so drauf ist. Hauptsächlich Männer, aber auch Frauen. Diese Leute haben kaum Emotionen, weil sie alles rational erfassen, bewerten und anpacken. Das sind keine "Psychos", sondern einfach Persönlichkeiten unserer Gesellschaft.

25.04.2018, 19:06 Uhr     melden


derderder3

Wäre in deiner Situation ziemlich schlau zur Therapie zu gehen. Du hast ja scheinbar einige Probleme und deine emotionen sind unterdrückt.

26.04.2018, 13:03 Uhr     melden


ChavaLevi aus München, Deutschland

Vielleicht bist du ja einfach nur eine Vulkanierin...

Ne, Spaß bei Seite:

"Gefühl" der Gefühllosigkeit kann u.a. ein Symptom einer Depression sein, es muss aber auf dich nicht zutreffen. Nicht alles was die Gesellschaft als normal bewertet ist gleich pathologischer Natur.

Wenn eine Depression auf dich nicht zutrifft (du bist die einzige, die es beurteilen kann), da würde ich vorschlagen, du akzeptierst es als einen völlig normalen Bestandteil deiner Persönlichkeit, was durchaus seine Vorteile hat. Lass dir nie was anderes einreden und schon gar nicht von einem Therapeuten. Du bist keiner Sau dafür einer Rechenschaft schuldig!

Sollte es sich um eine Depression handeln, ist diese heute zumindest Teilweise behandelbar. Reflektiere über die Ursachen, die möglich wären, dass kannst ebenfalls nur Du selbst einschätzen.
Nicht jeder braucht eine Psychotherapie, mach es nur, wenn du ein Bedüfnis danach hast mit einem Therapeuten zu reden. Ein Antidepressivum ist nur eine Alternative, wenn es sich um eine mittelschwere oder schwere Depression handelt und du ebenfalls meinst, dass es für dich unterstützend wäre, aus dieser rauszukommen. Eine Überweisung zu Psychiater (Medikamente) und ein Rezept ist schnell und unbürokratisch, deine Eltern dürfen nicht mitbekommen, dass du überhaupt bei einem Arzt warst. Das mit der Psychotherapie ist aufwändiger und dauert vielleicht ewig, dennoch wird die Information darüber nicht an deine Eltern weitergeleitet.

15.11.2018, 01:04 Uhr     melden


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